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Unicef-Ranking: So lebt es sich als Familie in Deutschland
Patrick Pleul/DPA

Elternzeit, niedrige Kita-Gebühren, Betreuungsquoten: Es gibt Regeln und Gesetze, die Familien das Leben messbar erleichtern. In einer aktuellen Studie landet Deutschland auf dem sechsten Platz.

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Nordstadtbewohner 13.06.2019, 09:37
1. Es muss nicht alles gesetzlich geregelt sein

"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete."

In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.

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karlo1952 13.06.2019, 09:56
2. Die Schweiz als Schlusslicht.

Da sieht man mal, dass die Elternalimentierung nicht ausschlaggebend sein muss für den Wohlfühlfaktor eines Landes. Es muss eben das Gesamtkonzept an Steuern und Regeln stimmen.

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Zita 13.06.2019, 10:04
3.

In den USA gibt es nicht nur keine Elternzeit, es gibt nicht mal einen Mutterschutz, der gesundheitlich für Mutter & Kind mehr als sinnvoll ist. Arbeiten bis die Wehen einsetzen, Kind kriegen, mickrigen Urlaub nehmen, zurück an die Arbeit.
Und nein, das ist nicht mit "Privatinitiative" gut zu regeln, außer für Reiche. Wenn in internationalen Foren dieses Thema aufkommt, beneiden US-Amerikanerinnen uns Europäerinnen immer sehr.

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Kampfgeist 13.06.2019, 10:13
4. Ähh...

Kitabeitrag von 500-600 €/Monat für 2 Kinder, Mieten, die mittlerweile mehr als die Hälfte des Nettolohnes verschlingen, Wohnungskatastrophe, gerade für größere, Kitanotstand, üerquellender ÖPNV, Missachtung der Hausfrau und Mutter und Eltern mit mehreren Kindern, Klagen gegen Kiindergärten und Spielplätze, die Hatz, wenige Wochen nach der Geburt wieder ans Fließband zu "dürfen", Inklusion stark Verhaltensauffälliger an Schulen, Urlaube, die man nur während der Ferien nehmen kann sind doppelt so teuer und schwer zu bekommen, weil die DINKs, GENAU an den drei Wochen Sommer-Ferien, in denen die Kita ebenfalls zu hat, Urlaub nehmen müssen, usw. usf. machen es den Eltern in Deutschland nicht leicht.
Wo steht Deutschland weltweit? Steht da gar nicht.

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syracusa 13.06.2019, 10:21
5.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete." In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
Aber natürlich sind hier gesetzliche Regelungen zwangsläufig besser als private Regelungen. Auf private Regelungen gibt es keinen Rechtsanspruch, sie sind eher als Almosen zu betrachten. In den Genuss privater Regelungen kommen praktisch ausschließlich Eltern mit hohem Einkommen, und auch nur diese können die einkommenslose Zeit durch Ansparungen überbrücken. In den USA trägt das Fehlen allgemeiner rechtlicher Regelungen zu einer massiven weiteren Spaltung der Gesellschaft bei.

Gesetzliche Regelungen für alle schaffen Rechtssicherheit und ermöglichen es ***allen*** Eltern, ihre Kinder angemessen zu betreuen. Sie erweitern deshalb auch den Freiheitsraum aller Bürger.

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butzibart13 13.06.2019, 10:26
6. Wohltaten für die Familie

Warum landet die Schweiz ganz hinten? Das gefühlsmäßig ähnlich strukturierte Luxemburg findet sich dagegen vorne. Dass die Nordlichter ganz vorne mitspielen, war zu erwarten. Und die USA spielen wohl in dieser Studie in einer anderen Liga.

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feldstudien 13.06.2019, 10:29
7. Kindheit endet früh

Es ist immer wieder interessant, dass der Blick solcher Analysen einzig auf die frühe Kindheit gelegt wird. Es ist ja schön, dass Kinder heute kostengünstig und flächendeckend betreut werden. Wenn die Kinder aber etwas größer werden und wirklich Kosten produzieren, dann gibt es wenig Möglichkeiten. Mit dem 14 Lebensjahr versiegen aber viele Möglichkeiten kostengünstiger oder -freier Angebote. Verdienen können die Jugendlichen heute aber meist erst nach dem 20. Lebensjahr. Diese Spanne wird zunehmend zur Stressphase der Familien. Allerdings kümmert sich darum kein Politiker und keine Organisation, denn da hat man die Kinder ja schon...

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Le Commissaire 13.06.2019, 10:32
8.

Zitat: "Beim Thema Elternzeit schneiden vor allem die USA schlecht ab."

Dabei hat die USA innerhalb der OECD mit die höchste Fertilitätsrate. Trotzdem werden uns die ständig steigenden Geschenke an Familien immer mit dem Argument verkauft, dass junge Menschen durch -- abgeblich schwierige -- ökonomische Randbedingungen oder Folgen davon abgehalten würden, Kinder zu bekommen. Das ist natürlich Unsinn. Sonst müssten arme Länder die niedrigsten Geburtsraten und reiche Länder die höchsten Geburtsraten haben. Sonst müssten im Deutschen Reich von 1880 mit seiner vergleichsweise sehr armen Bevölkerung die Frauen weniger Kinder bekommen haben als in der Bundesrepubik von 2019 mit seiner vergleichsweise sehr reichen Bevölkerung. Sonst müssten Frauen mit akademischem Abschluss und gut bezahltem Job mehr Kinder bekommen als Frauen mit einfacher Ausbildung und schlecht bezahltem Job. In allen drei Fällen ist aber genau das Gegenteil der Fall.

Solange in Deutschland so getan wird, als ob Kinder eine Art Naturkatastrophe seien, für deren Bewältigung die Gemeinschaft aufkommen müsse, wird sich an der Geburtenrate nichts ändern.

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misterknowitall2 13.06.2019, 10:35
9. Doch

Zitat von Nordstadtbewohner
Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
weil Sie auch dem vermeidlich Schwächerem verbindliche Rechte einräumt. Die USA sind sicher kein Vorbild in der Beziehung.

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