Forum: Panorama
Unicef-Ranking: So lebt es sich als Familie in Deutschland
Patrick Pleul/DPA

Elternzeit, niedrige Kita-Gebühren, Betreuungsquoten: Es gibt Regeln und Gesetze, die Familien das Leben messbar erleichtern. In einer aktuellen Studie landet Deutschland auf dem sechsten Platz.

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SasX 13.06.2019, 10:36
10.

Zitat von Kampfgeist
Kitabeitrag von 500-600 €/Monat für 2 Kinder,
Wenn man viel verdient, zahlt man in der Solidargemeinschaft eben auch höhere Kia-Gebühren. Wenn man wenig verdient, zahlt man eben weniger. Und bei den von Ihnen genannten Gebühren verdient man schon nicht so schlecht. Ein Kitaplatz kostet real übrigens ca. 1000€/Monat. Wenn man also als jemand, der nicht so schlecht verdient, dann bei zwei Kindern noch mit monatlich 1400-1500€ unterstützt wird, finde ich das nicht so wenig.

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lock_vogell 13.06.2019, 10:37
11.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die Vereinigten Staaten von Amerika sind das einzige OECD-Land (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), das keinerlei gesetzlich verbindliche und bezahlte Elternzeit anbiete." In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
blabla neoliberal blabla zwangsabgaben blabla privat vorsorgen besser blabla...
und dreimal darfst du raten, welche sozioökonomische schicht sich eine private rücklage für die zeit mit den kindern nicht leisten kann... ja genau... die leute die eh schon nix haben, die gehobene mittelschicht und die reichen in den usa werden sich das ohne frage relativ einfach leisten können... aber sowas ist in meinen augen diskriminierend und in hinblick auf die kinder aus sozial schwachen schichten wenig bis garnicht hilfreich und vereinfacht den sozialen aufstieg natürlich auch nicht gerade!

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fördeanwohner 13.06.2019, 10:41
12. -

Zitat von karlo1952
Da sieht man mal, dass die Elternalimentierung nicht ausschlaggebend sein muss für den Wohlfühlfaktor eines Landes. Es muss eben das Gesamtkonzept an Steuern und Regeln stimmen.
Mein Post zum Thema Schweiz "Wenn man als Frau nicht so viel Wert auf Gleichstellung legt, ist es wohl nicht so schlimm. Zuhause ist es auch schön;-)" wurde beim ersten Versuch nicht veröffentlicht. Weshalb nicht?
Es gibt keine Elternzeit in der Schweiz, lediglich 14 Wochen Mutterschaftsurlaub.

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Meckerer 13.06.2019, 10:44
13. Kinderrechtskonventionen

Es sind völlig falsche Parameter angesetzt worden. Vielleicht wäre mal angedacht, so wie es auch die Kinderrechtskonventionen eindeutig darlegen, dass der Staat so wenig wie möglich Einfluss auf die Kindeserziehung nehmen sollte und der Grundsatz „frühkindliche Bindung“ vor „frühkindliche Bildung“ kommen sollte. Der Kontrollstaat Schweden würde da sehr alt aussehen. Die Kinderpsychologen klagen schon seit Jahren gegen dieses kontrollieren von Kindeserziehung (siehe auch PISA-Ergebnisse Schweden). Eine extreme Bevormundung vor allem für die Väter, sie sollen nämlich das gleiche pfeifen wie die Mütter. Väter haben eine andere Art Kinder zu erziehen und das ist gut so. Mal die Kinderrechtskonventionen und auch die Menschrechtskonventionen studieren!

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g_bec 13.06.2019, 10:48
14. Mit anderen Worten

Zitat von Nordstadtbewohner
... In den USA ist es üblich, dass Mütter nach der Geburt von der Arbeit freigestellt sind, was allerdings zwischen Arbeitgeber und Mutter geregelt ist. Im Allgemeinen gelten mündliche Zusagen oder eine Vereinbarung im Arbeitsvertrag. Eine Vergütung erfolgt währenddessen nicht, jede Mutter muss halt vor der Geburt etwas für diese Auszeit auf privater Ebene zurücklegen. Dafür zahlen in den USA Arbeitnehmer auch weniger Steuern und Zwangsabgaben. Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
Mit anderen Worten: Werdende und Mütter sind auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen des Arbeitskraftnehmers ausgeliefert.
Klingt ja fast wie damals (TM), als der Grundherr frei über seine Leibeigenen verfügen konnte...
So'n büschen gesetzliche Regelung klingt da doch etwas besser.

PS: Wieviel kann jemand vom Mindestlohn zurücklegen? Selbst wenn die Steuerlast geringer sein mag, kann das nicht viel sein. Da ist gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung deutlich besser. Und "Zwangsabgaben" in D beinhalten eine doch recht preiswerte Rundum-Sorglos-Krankenversicherung sowie eine Absicherung für's Alter, das würde ich nicht als Nachteil bezeichnen, so billig sind diese Dinge in den USA auch nicht zu haben, ibs. die KV.

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misterknowitall2 13.06.2019, 10:51
15. Falsch...

Zitat von Le Commissaire
Zitat: "Beim Thema Elternzeit schneiden vor allem die USA schlecht ab." Dabei hat die USA innerhalb der OECD mit die höchste Fertilitätsrate. Trotzdem werden uns die ständig steigenden Geschenke an Familien immer mit dem Argument verkauft, dass junge Menschen durch -- abgeblich schwierige -- ökonomische Randbedingungen oder Folgen davon abgehalten würden, Kinder zu bekommen. Das ist natürlich Unsinn. Sonst müssten arme Länder die niedrigsten Geburtsraten und reiche Länder die höchsten Geburtsraten haben. Sonst müssten im Deutschen Reich von 1880 mit seiner vergleichsweise sehr armen Bevölkerung die Frauen weniger Kinder bekommen haben als in der Bundesrepubik von 2019 mit seiner vergleichsweise sehr reichen Bevölkerung. Sonst müssten Frauen mit akademischem Abschluss und gut bezahltem Job mehr Kinder bekommen als Frauen mit einfacher Ausbildung und schlecht bezahltem Job. In allen drei Fällen ist aber genau das Gegenteil der Fall. Solange in Deutschland so getan wird, als ob Kinder eine Art Naturkatastrophe seien, für deren Bewältigung die Gemeinschaft aufkommen müsse, wird sich an der Geburtenrate nichts ändern.
Sie reißen die drei Beispiele aus dem geschichtlichen Zusammenhang und verquirlen Beobachtungen und persönliche Einschätzungen.

Im 1900 Jahrhundert waren Kinder noch notwendig um für Alter eine Absicherung zu finden, zudem war es schwierig zu verhüten und es herrschten ganz andere gesellschaftliche Verhältnisse.

Heutzutage sind Kinder vor allem eine zeitliche und finanzielle Herausforderung, wenn man denn vorhat ,die Kinder eigenverantwortlich zu versorgen. In sofern stehen sich "Karriere" und "Kinder" ein wenig im Weg. Und so gesehen, verhindern gesellschaftliche Zwänge eine höhere Geburtenrate.

Bei einigen Schichten ist es aber andersherum besonders raffiniert viele Kinder zu haben, denn dann wir man ausreichend über das Amt versorgt. Für einige sind viele Kinder die Ausrede nicht mehr am Arbeitsleben teilzunehmen.

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SusanneHH 13.06.2019, 11:08
16.

Zitat von Kampfgeist
Wo steht Deutschland weltweit? Steht da gar nicht.
Text gelesen? Die Studie bezog sich auf Europa.

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deSelby 13.06.2019, 11:29
17. Privatinitiative bedeutet de facto soziale Segregation von rechten

Zitat von Nordstadtbewohner
Es muss nicht immer alles gesetzlich geregelt sein, denn gesetzliche Regelungen sind nicht zwangsläufig besser als Privatinitiative.
Sie sollten sich da nichts vormachen: Eine Privatinitiative zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Sachen Elternzeit bedeutet de facto, diese Reglung auf die bessergestellten Angestelltenpositionen zu begrenzen. Nur eine gesetzliche Reglung bedeutet in diesem Falle eine Reglung die auch sozial schwächeren offen steht.
Für einfache Arbeiter*innen bedeutet Nachwuchs in den USA oft genug noch Jobverlust beim ersten Versuch, für ein krankes Kind und einen Arztbesuch ein paar Stunden ad hoc frei zu bekommen. Und ja, ich weiß wovon ich Rede, ich kenne Freunde und Verwandte denen es so ergangen ist.

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NilsOle 13.06.2019, 11:35
18. reingeschaut

Hab mal in den Bericht reingeschaut: https://www.unicef-irc.org/publications/pdf/Family-Friendly-Policies-Research_UNICEF_ 2019.pdf
Hatte gleich ein paar ungereimtheiten gesehen. Er bezieht sich auf die Gesetzeslage von 2016 (auf Seite 6 zum Ranking). Finde ich ein bisschen schwach.

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Ronja2009 13.06.2019, 11:57
19. Teile und herrsche...

Wer genau hat euch denn gezwungen, zwei Kinder zu bekommen und nicht selber DINKs zu werden, wo wir es doch so gut haben?

Kinderlose werden in Deutschland erheblich zur Kasse gebeten, um die Kinder anderer mitzufinanzieren. Dazu kommt, dass die Beruf und Familie eben NICHT vereinbarenden Jung-Eltern (Kita zu, Kita streikt, Kind krank, Kind hat keinen Bock auf Kita, Kind guckt komisch etc. etc. etc.) durchaus häufiger an ihrem Arbeitsplatz fehlen. Ihr Ausfall muss dann von den Kollegen kompensiert werden, die dafür aber auch keine zusätzliche Entlohnung erhalten. Ich empfinde mein Leben als Kinderlose sehr oft als mindestens genauso so ungerecht, zumal ich mir Kinder sehr gewünscht habe.

Nun kann man natürlich mir die Gegenfrage stellen, warum ich dann keine Kinder habe, wo ich doch der Meinung bin, dass Eltern so ein schönes Leben haben. Ganz einfach: Ich glaube nicht an diese so genannte Vereinbarkeit von allem mit allem, und die Grundvoraussetzung für Kinder wäre für mich eine LANGE berufliche Auszeit MINDESTENS bis zum Grundschulalter, eher bis zum zehnten Lebensjahr. Ich bin schlicht kein Multitasker, ich konzentriere mich auf EINE Sache und das voll. Und eine dauergestresste, unglückliche Mama, die ihr Kind widerwillig ab dem 1. Lebensjahr in der Kita abgibt, um sich weiter auf der Arbeit verheizen zu lassen, will ich keinem Kind zumuten. Wenn ich mich unglücklich mache ist das ja mein Problem, aber in diesem Fall geht es um eine zweite Person, die darunter leidet. Man kann nunmal nicht alles auf einmal haben und machen, das ist m. E. eine Illusion.

Dass Frauen ihre gesamten gebährfähigen Jahre ohne Alternative in (meist sinnbefreiten) Jobs fristen, finde ich eine genau so große Ungerechtigkeit wie die Tatsache, dass sie früher keine Alternative zu Heim und Herd hatten.

Was ich damit genau sagen will? Dass ich erst dann eine Verbesserung zur Situation unserer Großeltern sehe, wenn es endlich eine ECHTE Wahl gibt und Menschen je nach Persönlichkeitstyp und eigenen Stärken frei wählen können, ob sie den Fokus in ihrem Leben auf Beruf/Karriere oder Familie/häusliches Leben legen möchten. Wie wir das erreichen? Eine Möglichkeit wäre beispielsweise das Grundeinkommen. Wie wir das nicht erreichen? Indem wir das Spiel "wir gegen die" spielen, in dem z.B. - vermeintlich - privilegierte DINKs gegen - vermeintlich - privilegierte Eltern ausgespielt werden, weil der alte Trick mit dem grüneren Gras auf der anderen Seite so schön funktioniert. Schonmal was von "divide et impera" gehört? Wir kämen unseren Lebensentwürfen alle näher, wenn wir unsere Schwierigkeiten nicht einer letztendlich genauso geknechteten Gruppe anlasten, sondern unsere Kräfte bündeln und gemeinsam bessere Bedingungen schaffen.

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