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Unterhaltszahlungen: Explosion der Väterkriminalität?
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"Skrupellose Väter" haben, so las man, Deutschland in die jüngste Krise gestürzt: Die Eintreibung des sogenannten Unterhaltsvorschusses lasse zu wünschen übrig. Eine Nachschau führt zu gewissen Zweifeln.

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dasfred 01.03.2019, 17:55
1. Jetzt hat Herr Fischer die Lust am Skandal untergraben

Mir hat gefallen, dass hier nochmal das Thema Kindesunterhalt in seine Bestandteile zerlegt wurde. In den letzte Wochen wurden die Rabenväter ja in den Medien förmlich zerrissen. SAT1 brachte sogar einen ins Frühstücksfernsehen, der sich als böser Unterhaltspreller outete. Das viele Väter nicht zahlungsfähig sind, wird, obwohl bekannt, gern unterschlagen. Die Gruppe, die sich bewusst "arm rechnet" ist dabei wohl überschaubar.

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Susi Sorglos 01.03.2019, 19:18
2. Frage

Hat sich der Herr Meck (Autor des FAS-Artikels) eigentlich schon mal mit Herrn Fischer besprochen?
Herr Fischer zerlegt doch in charmanter Art das Dilletieren eines populistischen Journalisten, schreibt ihm mit diesem Artikel einen "Offenbarungseid" ( und: ja, ich weiß, dass eben solcher mittlerweile umgetauft wurde)

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edy1 01.03.2019, 19:31
3. Unterhaltvorschuss

Danke Herr Fischer,
Ein Bericht, der die Falschmeldungen (Hetze gegen Väter) anderer Medien entlarvt.

Wer nicht zahlen kann ist kein Verweigerer oder sogar "Rabenvater".
Problem: das BMFSFJ widerspricht den Falschmeldungen nicht.

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Lykanthrop_ 01.03.2019, 19:43
4.

Vielen Dank Herr Fischer.
Der effektivste Weg zu zahlungsfähigeren Zahlungspflichtigen ist sicher eine Erhöhung des Mindestlohns. Wenn die Politik erst den Niedriglohnsektor bzw. die prekäre Beschäftigung ausweitet, sollte sie sich nicht um der zunehmend geringen Zahlungskraft vieler Bürger wundern.

Zudem Väter Bashing sollte man noch erwähnen, ein Perspektivwechsel hilft Verständnis zu gewinnen, wäre bei den Müttern viel zu holen, würden die Kinder bei den Vätern leben ?

Zudem wären Vater sicher auch zahlungsfähiger und psychisch zahlungswilliger wenn sie nicht allein als Zahlmeister gesehen werden würden, sondern als gleichberechtigtes Elternteil auf Augenhöhe der Mutter.

Als letztes möchte ich anmerken, der Staat gönnt den Kindern von H4 Beziehern nicht einmal den Mindestunterhalt, die H4 Sätze liegen weit unter den Sätzen der jeweiligen Mindestunterhalte. Mit dieser Differenz und der vollen Verrechnung lässt der Staat die Väter immer noch für die Mütter aufkommen.
Obwohl ich für die Gleichberechtigung bin, immer mehr Väter ihre soziale Rolle einfordern und ich mir wünsche es wäre so nicht mehr nötig, wäre ein Dank an die fleißigen Ernährer vielleicht auch mal angebracht.

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frauz 01.03.2019, 19:51
5. Zahlenspiel

Zitat: "Dazu müssten sich die Zahl der berechtigten Kinder oder die Zahl der nicht zahlenden Verpflichteten in einem Jahr auf fast hundert Prozent verdoppelt haben, was auch durch die Gesetzesänderung Mitte 2017 schwer erklärlich ist."
Doch, ich denke, die Zahlen erklären sich damit. Bis 2017 gab es nur bis zum 12. Lebensjahr des Kinder Unterhaltsvorschuss und nur für 72 Monate maximal. Jetzt gibt es bis zum 18. Lebensjahr des Kindes Vorschuss und die 72 Monate Begrenzung wurde ebenfalls gestrichen, d.h., jetzt stehen 18 Jahre Unterhaltsvorschuss ehemals max. 6 Jahren gegenüber. Die Kinder bekommen also über das 12. Jahr hinaus Vorschuss und, solange sich bei den Unterhaltspflichtigen nichts ändert, wird weiterhin nichts zurück gezahlt. Man sollte auch bedenken, dass Unterhaltspflichtige, die wieder erwerbstätig sind, zuerst die Unterhaltspflichten den Kindern gegenüber bedienen müssen, erst vom "Rest" kann das Jugendamt bedient werden.

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oifrr 01.03.2019, 20:50
6.

Der Unterhaltsvorschuss m u s s zurückgeholt werden. Und zwar so entschieden, wie z. B Steuervoraus(!)zahlungen samt Versäumniszuschlag eingetrieben werden. Wer keinen Unterhalt zahlen will, könnte doch ein geteiltes Sorgerecht anstreben. Die Kinder wohnen dann die halbe Zeit beim Vater, die andere Zeit bei der Mutter. Kann bei einigen sicher organisiert werden. Das Thema Straffälligkeit interessiert mich nicht, mich interessiert nur die Zahlungsmoral.

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mens 01.03.2019, 21:02
7. Nicht besser.

Danke, dass wir erhellt wurden. Es hat einfach eine Umkehr der gesellschaftlichen Verhältnisse gegeben. Früher durfte eine Frau nicht ohne Erlaubnis des Ehemannes arbeiten gehen oder über die Kinder entscheiden. Heute stehen Väter unter Generalverdacht X schändliche Dinge zu begehen. Das merkt man wenn man als junger Vater freundlich und naiv beim Jugendamt anruft um zu fragen wie viel Unterhalt man zahlen muß/wie das funktioniert und als kurze pampige Antwort hört, man erfahre das vom Anwalt (?!?). Welcher Anwalt? Das System hat eine Macke und ist nicht besser geworden, sondern andersherum. Dass sieht man auch an dem vielfach nicht geahndeten Kindesentzug (und Aufwiegelung) durch ganz liebe Mütter. Man ist fast geneigt die erschlichenen Euro als ethische Peanuts abzutun. Ohne es gutzuheißen.

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friespeace 01.03.2019, 21:16
8. Respekt

So zerlegt man ein Thema in seine Einzelteile und bleibt dabei sogar noch launig in der Erzählweise.
Hervorragende Arbeit. Nur leider wahrscheinlich deutlich zu komplex und lang für Stammtisch oder Politik.

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notenbuch 01.03.2019, 21:19
9. Theorie der Anomie für Väter?

Und WENN es Volkssport wäre, überall WAS rauszuholen, ist es dann okay für Väter, aus ihren Kindern WAS rauszuholen? Was ist denn das für eine Ethikarme Denkweise? Es gibt beim Nichtzahlen durchaus Differenzen, die das BGB nicht abbildet, Herr Fischer.

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