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Unterhaltszahlungen: Explosion der Väterkriminalität?
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"Skrupellose Väter" haben, so las man, Deutschland in die jüngste Krise gestürzt: Die Eintreibung des sogenannten Unterhaltsvorschusses lasse zu wünschen übrig. Eine Nachschau führt zu gewissen Zweifeln.

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sonkaioshin 01.03.2019, 22:20
20. Das Problem ist Allgemein das Deutsche Unterhaltsrecht...

Ja es gibt genügend Väter die sich aus der Verantwortung stehlen wollen... aber leider ist es auch FAKT, das die Justiz den Müttern heutzutage es zu einfach macht das auszunutzen. Männer sollen zahlen, selbst mit fiktiven Einkommen....während eine Mutter zuhause bleiben kann fast solange sie es will...alleinerziehenden Zuschlag bzw Steuervergünstigung erhält und was wirklich am schlimmsten ist, es wenn sie es darauf anlegt und sich nicht zu dumm anstellt dem Vater auch noch den Kontakt untersagen kann, und dieser voll zahlen darf um sie und ihren neuen Freund durchzufüttern. Klischee? Nein, zu oft erlebt im Bekanntenkreis...wenn nichts anderes geht, zieht die Mutter einfach weit weg...ohne Job ist das deutlich einfacher als das der Vater folgen könnte ohne den Job zu kündigen. Nochmal, ich weiß selber das auch viele Männer sich vor den Pflichten drücken, aber wir haben hier in Deutschland ein massives Missverhältnis was die Gleichberechtigung in Unterhaltsfragen und Sorgerecht angeht. Die Männer sollen zahlen, der Rest ist egal...und danach werden sie auch noch als Rabenväter hingestellt weil sie sich nicht um die Kinder kümmern... aber klar...2 mal 2 Stunden im Monat reicht doch für eine gesunde Vater-Kind Beziehung (im Idealfall) ...aber Hauptsache der Unterhalt wird überwiesen.

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Bibs1980 01.03.2019, 22:23
21.

Vielen Dank für die besonnene und faktenbasierte Auseinandersetzung mit dieser Regierungs- und Zeitungsente. Und dabei sehr amüsant geschrieben. Chapeau!

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pepe le moko 01.03.2019, 22:31
22.

Gibt es eigentlich eine Statistik darüber, wieviele Unterhaltsverplichtete jahrelang ohne zu Murren den vereinbarten Unterhalt zahlen? Heir wird mit absoluten Zahlen operiert, soundsoviel Fantastilliarden (meist Väter) schulden Unterhalt. Aber wieviele % der Unterhaltspflichtigen sind das? Wie groß ist das Problem wirklich?

Nebenbei betrachtet: 2/3 der Scheidungen werden von Frauen initiiert. Was erwartet ihr?

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Schneiderstein 01.03.2019, 22:35
23. Antragstellung zwischen 2016 und 2017 verdreifacht

Nun ja, ich nehme mal meinen Heimatlandkreis: Da hat sich die Zahl der Anträge auf Unterhaltsvorschuss zwischen 2016 und 2017 verdreifacht und ist dann 2018 wieder auf das Niveau etwa des doppelten von 2016 zurückgegangen. Die Anzahl der Leistung beziehenden Kinder hat sich von 2016 bis 2018 verdoppelt, die Leistungen an Unterhaltsvorschüssen selbst sind von 1,6 Millionen im Jahr 2016, über 2,1 Millionen 2017 im vergangenen Jahr auf 4,2 Millionen gestiegen. In 17% der Fälle von vorgeschossenen Unterhaltsleistungen konnte das Geld zurückgeholt werden.
Nun können solche dramatischen Verwerfungen unterschiedlichen Methoden von Kaffeesatzlesen unterworfen werden. Erregt durch Väterschelte anderer Medien liefert Herr Fischer hier eine schwache Kolumne ab, die monokausale Erklärungsmuster und populistische Thesen durch solche eigener Machart zu ersetzen versucht. Diese nervenden rhetorischen Fragen, entsetzlich!

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Wmeinberg 01.03.2019, 22:58
24. Wo die Frauen sind?

Zitat von räuberin
Die armen, armen Männer! Ich kann es nicht mehr hören! Leider ist es doch oft so, dass Väter den Unterhalt für die Kinder (!) nicht als solchen ansehen, sondern die Mutter unter Generalverdacht stellen, das Geld alleine für sich selbst auszugeben. Daher auch oft die Unwilligkeit, einen vernünftigen Beitrag zum Unterhalt der gemeinsamen Kinder zu zahlen. Es ist extrem schwierig, einen säumigen Unterhaltspflichtigen zur Zahlung zu bringen. Die "Beweislast" liegt bei den Unterhaltsberechtigten, d.h. der Elternteil, bei dem Kind/Kinder leben, muss nachweisen, dass der unterhaltspflichtige Elternteil nicht/zu wenig zahlt. Gern gesehenes Spiel bei Selbständigen übrigens. In anderen Ländern liegt die Beweislast beim Unterhaltspflichtigen, das wär' doch mal ein Fortschritt! Ich bin seit über zwei Jahren mit unserem Jugendamt in ständigem Austausch, was die Zahlungsmoral des Vaters angeht. Eine Anzeige liegt seit 1,5 Jahren vor. Und es passiert - wenig bis nichts. Übrigens liegt der Unterhaltsvorschuss noch unter der ersten Stufe der Düsseldorfer Tabelle! Ich weiss nicht, wie groß oder klein die Gruppe der Zahlungsunwilligen ist - nicht gemeint sind selbstverständlich Diejenigen, die nicht zahlen können! Fakt ist aber, dass derjenige Elternteil, bei dem die Kinder leben, Geld ausgeben MUSS. Kinder essen, benötigen Kleidung, Schulsachen, Sportverein etc. Wenn dann der andere mit seinem dicken SUV vorfährt, nachdem er den dritten Urlaub im Jahr gemacht hat, kann man/frau schon mal am System zweifeln. Abschliessend: interessant, dass sich überwiegend Männer zu diesem Thema äußern. Wo sind die Frauen?!!
Da gibt es mehrere Gründe.
-Der Frauenanteil der Sponforisten ist generell kleiner, als der Anteil der männlichen Kommentatoren/Leser...(geschenkt...)
-Der Anteil der zahlungspflichtigen Frauen ist bedeutend kleiner, als der Anteil der betroffenen Männer...(Fakt)
-dementsprechend ist der "Rechtfertigungsdruck" bei den "kriminalisierten" Männer wesentlich größer...(Vermutung bzw Fakt)
Weitere Fakten:
Bei Umgangsstreitigkeiten haben fast immer die Väter das Nachsehen.
Sollte es dem Vater dennoch gelingen, Umgangszeiten, die über ein paar Stunden an wenigen Wochenenden hinausgehen, zu erreichen, so muß dieser trotzdem den vollen Barunterhalt zahlen, egal, ob er sogar mit dem Nachwuchs in Urlaub fährt, eigene Räumlichkeiten samt Ausstattung bereitstellt, oder gar eine 49 zu 51 prozentige Umgangslösung erreichen würde.
Wenn die Kindesmutter ein exakt hälftiges Wechselmodell ablehnt, muß der Vater in vollen Barunterhalt treten, egal welche Leistungen er sonst noch gegenüber dem Kind bringt.
Und zum Schluß behaupte ich noch, dass Väter/Elternteile, die sich aus dem Staub machen und sich um die Kinder nicht scheren, hier unter diesem Artikel nicht posten.

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dvs 01.03.2019, 23:14
25. Wunderbare Artikel ..

...von Herrn Fischer, ich lese sie immer unglaublich gerne, einfach, weil man so viel lernt. Ich bin nicht nostalgisch, aber die Dauerberieselung und -manipulation mit/durch irgendwelche(n) komplett vorhersehbaren und langweiligen Privatmeinungen irgendwelcher Journalisten, die gerade eine Nase für die vorherrschende Meinung haben, ist eine Entwicklung, die ich nicht mag, und der sich Fischers Artikel auf angenehme Weise entgegenstellen.

Mich würde zum Thema Unterhalt auch einmal eine Antwort auf die folgende Frage interessieren:
Bei minderjährigen Kindern erbringt der beherbergende Elternteil Naturalunterhalt, der andere dagegen zahlt. Soweit ich weiss, ist per Definition der Naturalunterhalt dem finanziellen Unterhalt in der Wertigkeit gleichgestellt.
Sobald das Kind aber volljährig wird, sind beide Elternteile barunterhaltspflichtig - auf einmal wird hier aber nicht eine gleichwertige Leistung beider Elternteile verlangt, sondern die Unterhaltspflicht der Elternteile wird gem. Einkommen aufgeteilt. Dies entspricht weder dem vorherigen Verhältnis der Gleichwertigkeit erbrachter Leistungen, noch dem sonstigen Prozedere, nach dem aus der Ehe entstandene Schulden unabhängig vom Einkommen hälftig getragen werden.
Mehr noch, hat z.B. der eine Elternteil auf Grund eigener Anstrengungen eine besonders erfreuliche Einkommensentwicklung, sinkt automatisch der Barunterhalt des anderen Elternteils, wenn etwa wie bei Studenten der Gesamtunterhalt gedeckelt ist und der andere Elternteil keinerlei Anstrengungen unternimmt, seine finanziellen Verhältnisse zu verbessern.

Mir kommt diese gesamte Rechtsprechung absurd und inkonsistent vor, bzw. darauf ausgelegt, Müttern finanzielle Vorteile zu verschaffen, die ihnen eigentlich nicht zustehen. Übersehe ich da etwas?

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egyptwoman 01.03.2019, 23:21
26. ekel-alfred Post 14

da muss ich Ihnen recht geben. Ich habe es in meinem Umfeld mehrfach erlebt und es wird ja auch häufig in den Medien erzählt, mit welchen, manchmal perfiden Mitteln, die Kinder von ihren Vätern ferngehalten werden oder wie die Kinder benutzt werden, meist von den Müttern, um gegen den Vater zu intervenieren. Die Unterhaltszahlung ist die eine Sache, aber wenn gemeinsames Sorgerecht vorliegt (und selbst wenn nur einer das Sorgerecht hat), so gehören zum Kindermachen immer noch zwei. Nur weil sich beide Elternteile nicht grün sind, kann man sowas nicht auf dem Rücken der Kinder austragen. Ich zb hatte das alleinige Sorgerrecht (war mit dem Kindsvater nicht verheiratet), aber er konnte seine Tochter immer sehen und wenn es Entscheidungen für das Kind zu treffen galt, hab ich ihn auch mit einbezogen. Ja, er hat regelmäßig und problemlos Unterhalt gezahlt. Es gab mal eine Zeit, da er finanziell etwas klamm war und hat mich gefragt, ob er für ein paar Monate weniger zahlen könnte. Obwohl ich selbst nicht viel hatte, hab ich dem zugestimmt, denn was hätte ich davon, wenn er so in finanzielle Schieflage kommt, das er irgendwann komplett Zahlungsunfähig wird? Nein, die Kinder haben Mutter und Vater und sollten den Kontakt zu beiden haben inkl treffen von gemeinsamen Entscheidungen zum Wohle des Kindes. - Es gibt für mich nur zwei Fälle in denen jemand das Besuchs- und Kontaktrecht verliert: Wenn der-/diejenige gewalttätig gegenüber dem Kind ist/war und natürlich bei sexuellem Missbrauch des Kindes. Für alles andere lässt sich eine Regelung zum Wohle des Kindes finden. Kinder sind weder das Eigentum der Mutter noch des Vaters, ihnen den Kontakt zu entziehen oder Lügen über den anderen Elternteil zu erzählen, rächt sich spätenstens dann, wenn die Kids alt genug sind und sich selber mal ein Bild machen und den anderen Elternteil befragen.

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RBoell 01.03.2019, 23:46
27. Fehlplatziert

Mich stößt die Art und Weise wie diese Kolumne mit Überlänge geschrieben ist grundsätzlich ab. Als Leser habe ich das Gefühl, ein unbearbeitetes Skript zu lesen. Ich halte viel von guten Recherchen, es genügt aber die Fakten darzulegen und den Leser sein Urteil fällen zu lassen. Bei eindeutiger Faktenlage ist der kämpferische Unterton überflüssig, das Lage spricht ja dann für sich. Vom Spiegel bin ich vielleicht nicht immer wertfreien Journalismus gewöhnt. Aber der Leser, der solche Töne mag, blättert doch eigentlich in anderen Magazinen.

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Susi64 02.03.2019, 00:17
28. Unterhaltsvorschuß

wird seit dem 1. Juli 2017 auch für Kinder von 12 bis 17 (also bis zur Volljährigkeit) gezahlt, wobei es zunächst Anlaufschwierigkeiten gab. Der UHV ist für diese Gruppe natürlich auch am größten. Dadurch wurde die Zahl der Empfänger erhöht. Außerdem unterscheidet die Statistik nicht zwischen leistungsunfähigen (bzw. teilweise leistungsunfähigen) Unterhaltsschuldern, die eben keinen Unterhalt schulden sondern eben nicht zahlen können und denen, die es natürlich auch gibt, die nicht zahlen wollen.
Wenn der Anteil derer, die nicht zahlen/ nicht zahlen können , in allen Alterstufen in etwa gleich ist, dann muss wegen des höheren UHV für die älteren Kinder, die Rückholquote sinken.
Dazu müsste man aber eine saubere Analyse machen nach Anzahl der Berechtigten 2016/2017/2018 und der Anzahl derer, die nicht leistungsfähig waren und denen, die nicht zahlen wollen. Erst dann kann man die Ursachen auch erkennen.

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Cannonier 02.03.2019, 00:38
29. Ich fordere ein Ende jeglicher

Incentivierung des Kinderkriegens!

Wer sich keine Kinder leisten kann und doch welche bekommt, dem wird nicht noch Geld hinterhergeworfen. Das ist auch mein Steuergeld.

Besser fürs Klima, besser gegen Wohnungsknappheit. Besser für unsere Oekobilanz.
Ich will nicht länger den egoistischen Privatwunsch von Eltern subventionieren, die Kinder zeugen und die Kosten dann der Allgemeinheit anlasten.
Und soll mir keiner kommen mit demografischem Wandel, Altersvorsorge oder Christenmangel bekämpfen. So einen Unsinn will ich nicht lesen.

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