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Unterhaltszahlungen: Explosion der Väterkriminalität?
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"Skrupellose Väter" haben, so las man, Deutschland in die jüngste Krise gestürzt: Die Eintreibung des sogenannten Unterhaltsvorschusses lasse zu wünschen übrig. Eine Nachschau führt zu gewissen Zweifeln.

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Esib 02.03.2019, 11:01
60. Danke!

Unabhängig vom Thema selbst: Nach langer Zeit mal wieder ein Artikel im Spiegel, bei dem man als Leser das Gefühl hat, dass sich der Journalist mit der Sache wirklich beschäftigt hat und versucht, möglichst viele Facetten der Thematik zu beleuchten. Danke dafür! Und an die Redakteur(innen) von SZ und FAZ eine kleine Zusatzaufgabe: Schreiben Sie einen Artikel am Beispiel dieses Themas, weshalb viele Menschen kein Vertrauen mehr in die Presse haben.

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61. Zu Nr. 9:

Zitat von notenbuch
Und WENN es Volkssport wäre, überall WAS rauszuholen, ist es dann okay für Väter, aus ihren Kindern WAS rauszuholen? Was ist denn das für eine Ethikarme Denkweise? Es gibt beim Nichtzahlen durchaus Differenzen, die das BGB nicht abbildet, Herr Fischer.
Da haben Sie etwas missverstanden. Wer den (bereits gewährten) Unterhaltsvorschuss nicht an die Behörde zurückzahlt, holt nicht aus dem Unterhaltsberechtigten ("Kind) "was heraus", sondern aus dem Staat. Man muss, wenn man über Unterhaltspflicht, Unterhaltsvorschuss und Rückholungsquote spricht, die Dinge auseinanderhalten. Und mit "Sorgerecht" hat das sowieso (fast) nichts zu tun. Selbstbverständlich kann man es unter ethischen Gesichtspunkten betrachten, eine Sozialleistung nicht pflichtgemäß zurückzuzahlen. Aber auch da müssen die unterschiedlichen Sachverhalte unterschiedlich betrachtet werden, sonst kiommt alles durcheinander. Das ist ja das Elend in der Berichterstattung!

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totalausfall 02.03.2019, 11:05
62. Etwas konservativer sein!

Gut, ab und an wieder etwas Fischer zu lesen, nach dem er die Kolumne auf ZON nicht fortgesetzt hat.

Sind wir doch mal ehrlich, Fischer deutet es auch mehrfach an:

Die meisten Probleme, die dieses Land hat, würden sich mit etwas Rückbesinnung lösen lassen! Ich meine nicht CSU konservativ (gerne mal "Söder Ulrike B" googlen zum Verständnis was ich damit meine).

In der Generation meines Opas (will damit sagen: früher, aber so lang ists noch nicht her!) hat man halt geheiratet wenn Nachwuchs kam! Und da gabs auch noch keine Eheverträge und sonstiges, das hat man dann durchgezogen.

Armut der Alleinerziehenden, Unterhaltsstress, Kinderarmut, Wohnraumknappheit, Altersarmut, kaputte Familien... Alles hausgemachte Folgen des "Du darfst" -lifestyle Dogams, welches zwar auf dem Papier als großer Fortschritt daherkommt, in der Praxis aber ganz offensichtlich an der eigenen menschlichen Mentalität scheitert und zu einer Gesellschaft führt, die so eigentlich niemand haben will.

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Wirbelwind 02.03.2019, 11:07
63. Nur eine Minderheit erhält überhaupt Unterhaltsvorschuss

Zitat von pepe le moko
Heir wird mit absoluten Zahlen operiert, soundsoviel Fantastilliarden (meist Väter) schulden Unterhalt. Aber wieviele % der Unterhaltspflichtigen sind das? Wie groß ist das Problem wirklich?
Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. In Wirklichkeit ist es doch so, dass nur eine Minderheit überhaupt Unterhaltsvorschuss erhält, weil eben die große Mehrheit der Unterhaltspflichtigen zumindest soviel zahlt, dass kein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht.

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64. Zu Nr. 14

Zitat von ekel-alfred
Ich denke, die schlechte Zahlungsmoral rührt auch daher, dass Väter zwar zahlen dürfen, aber häufig nichts von ihren Kindern haben. Da kann die Mutter den Umgang versagen, Lügengeschichten über den bösen Vater in die Welt setzen usw.... Da hätte ich auch keine Lust, dafür auch noch Geld zu zahlen. Stärkt die Rechte der Väter im Umgang mit ihren Kindern und viele dieser Fälle würden sich erledigen. Garantiert.
Da ist etwas dran, auch wenn das von Ihnen beschriebene Motiv natürlich den rechtlichen Kern der Sache gar nicht trifft. Problem-verschärfend wirkt, dass der Zahlungspflicht häufig eine Trennung bzw ein Scheitern der Eltern-Beziehung vorausgegangen ist und diese hochemotional fortwirkt. Jede Leistung für die Kinder wird dann als "verkappte" Leistung an den Elternteil angesehen, in dessen Haushalt sie leben. Und das wird mit all den langdauernde fortwirkenden Schuldzuweisungen verbunden, die da üblich sind. Man muss sich nur die Foren und Beiträge zum Thema anschauen um zu sehen, wie viel Verletzung, Vorwurf, Rachebedürfnis usw. da oft im Spiel ist. Und zwar von beiden Seiten. Das ändert nichts am Grundsatz und an der rechtlichen Lage, ist aber Ursache eines nicht geringen teils der praktischen Schwierigkeiten.

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Wirbelwind 02.03.2019, 11:16
65. Wie denn sonst?

Zitat von nite_fly
Da wird ein Riesen-Fass aufgemacht, sie muss sich finanziell komplett nackig machen, bekommt jede Menge Auflagen etc., von der psychischen Belastung, bei irgendwelchen selbstgerechten Beamten um Geld betteln zu müssen, gar nicht zu reden!!
Dass das von die Betroffenen als belastend empfunden wird steht außer Frage. Dennoch ist es richtig so. Wie denn sonst? Soll der Staat solche Leistungen ohne Prüfung des Sachverhaltes gewähren? Ich gehöre zu der Personengruppe, die am stärksten zur Finanzierung unserers Staates beitragen, und ich würde mir gelinde gesagt veräppelt vorkommen, wenn solche Leistungen gewährt würden, ohne dass sich der Empfänger "nackig machen" muss.

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66. Zu Nr. 16

Zitat von annnee
Da fühlt sich aber jemand sehr sehr persönlich angegriffen... Mir ist im Moment unklar, warum sich eine Verdoppelung der Bezugsberechtigten nicht erklären lassen sollte, wenn die Bezugsdauer um sechs (!!!) Jahre verlängert wurde. Wenn man von einer regelmäßigen Quote ausgeht und plötzlich wieder Leute bezugsberechtigt sind die es vorher nicht waren. Dass genausoviele Leute systematisch Fürsorge vernachlässigen wie ihre Zahlungspflicht mag ja vielleicht sogar stimmen, da der Autor sich aber die Mühe nicht macht auch nur einen halben Beleg anzuführen, wirkt es nur wie der weinerliche Seitenhieb eines gekränkten Männeregos. Man fragt sich warum so viele Männer sich angesprochen fühlen, wenn manche andere sich schlecht verhalten... Aber dieser Mythos wird wohl nie aufgeklärt werden.
Aus welchem Grunde ich (?) mich (?) "persönlich angegriffen" fühlen sollte (und von was), entzieht sich meiner Fantasie. Erstaunlich ist, dass Sie offenbar den "Seitenhieb eines gekränkten Männeregos" auf die verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ausschließlich unter einem sexistisch verqueren Blickwinkel missverstehen. Anders gesagt, gnä' Frau: Fürsorge- und Erziehungspflichten haben nicht "die Frauen", sondern alle Eltern, und ungefähr gleich viel Frauen wie Männer dürften ihnen nicht genügen. Welche "Belege" Sie hierfür einfordern, ist mir nicht klar.

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Wirbelwind 02.03.2019, 11:24
67. Genauso ist es!

Zitat von zzzzxy
der solvente arm gerechnete selbständige ist sicherlich nicht der regel- sondern der einzelfall.
Genauso ist es! Ich kenne diverse geschiedene Angestellte und Beamte mit hohen Einkommen, und die große Mehrheit von denen zahlt brav, weil ihnen gar nichts anderes übrig bleibt. Vor den Zahlungen drücken kann sich doch nur, wer nicht abhängig beschäftigt ist, ins Ausland flieht oder eine Ex-Partnerin hat, die die Ansprüche der Kinder bzw. ihre eigenen nicht geltend macht.

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Wirbelwind 02.03.2019, 11:30
68. Eine Pflicht zur Euphorie besteht nicht

Zitat von Polemski
Nein, dafür habe ich kein Verständnis und ich verfüge über reichlich Empathie. DIE sagt mir aber gerade, dass die Versorgung des Kindes völlig unabhängig vom Wohlfühlfaktor übernommen werden muss.
Klar muss die Versorgung übernommen werden, aber eine Pflicht zur Euphorie besteht ganz sicher nicht. Und genau darum ging es ja in dem Beitrag, auf den Sie geantwortet haben. Dass die meisten Unterhaltspflichtigen ihrer Pflicht durchaus nachkommen, auch wenn sie dabei verständlicherweise nicht euphorisch sind.

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Maria--Galeria 02.03.2019, 11:33
69. Vater Staat

Was wäre unser Staat ohne Nachwuchs, nichts. Deshalb finde ich es Recht und billig dass der Staat für den Unterhalt der vaterlosen Kinder einspringt, es sind mit auch die künftigen Steuerzahler, die den Staat am Laufen halten. Man sollte nicht vergessen, in unserem Niedriglohnland verdienen sehr viele Männer auch grade mal so viel dass es für ihre Existenz reicht, denke mir daraus resultiert auch oft die Zahlungsunfähigkeit. Es gibt sicherlich manch einen der eine Frau benutzt, genug verdient, aber nicht die moralische Instanz in sich trägt, dann auch für die möglichen Folgen auf zu kommen, in unserem Fall das Werden eines Kindes, ich vermute aber das sind die Wenigsten. In unserem Sexeldoradoland, in der Frau häufig scheint eher als Sexobjekt gesehen wird und Liebe an zweiter Stelle steht, fehlt möglicher Weise das Bewusstsein dafür dass Sex nicht nur Lust bringt sondern auch Verantwortung. Ich denke mir es bringt nicht viel, die vielen im Niedriglohnbereich arbeitenden Männer wegen Zahlungsunfähigkeit zu kriminalisieren. Der Rest der Bevölkerung soll froh sein um jedes geborene Kind, definitiv ist es auch eine Existenzsicherung ihres eigenen Kindes und sollte den Vater Staat eben als zahlenden Vater akzeptieren, Auge mal pi sind es pro Bundesbürger Jährlich zwanzig Euro. Zwanzig Euro sollte Jedem die Zukunft in Form der vaterlosen Kinder sein Staat wert sein, je besser deren Start ins Leben, desto zahlungskräftigere Steuerzahler werden wiederum dem Staat zur Verfügung stehen.

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