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Unterhaltszahlungen: Explosion der Väterkriminalität?
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"Skrupellose Väter" haben, so las man, Deutschland in die jüngste Krise gestürzt: Die Eintreibung des sogenannten Unterhaltsvorschusses lasse zu wünschen übrig. Eine Nachschau führt zu gewissen Zweifeln.

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Wirbelwind 02.03.2019, 11:41
70. Die 87% beziehen sich doch nur auf den Unterhaltsvorschuss

Zitat von kleinsteminderheit
Da stellt sich schon die Frage, ob über 80% der Väter zahlungsunfähig sind, oder ob sich die Quote durch energisches Beitreiben steigern ließe.
Die 87% beziehen sich doch nur auf diejenigen Fälle, in denen überhaupt ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht. Fälle, in denen der Barunterhaltspflichtige anstandslos zahlt, fließen in diese Zahl doch gar nicht ein, weil dann überhaupt kein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht.

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kleinsteminderheit 02.03.2019, 11:45
71. Gegen Unbekannt

Vielleicht spielt auch das Phänomen der unbekannten Väter bei den gestiegenen Zahlen eine Rolle.

Es war lange Usus, dass Ämter den Unterhaltsvorschuss ablehnten, wenn die Mutter den Kindsvater nicht benennen konnte. Verweigerte sie erklärtermaßen die Mitwirkung bei der Erzeugerermittlung, wurde fast nie ein Unterhaltsvorschuss gewährt.

Diese Praxis scheint sich in jüngster Zeit zu ändern. Ich habe den Eindruck, dass die Zahlungen zunehmend auch bei amtlich nicht bekannten Vätern gewährt werden.

Nun haben offenbar nicht alle Mütter die Neigung, sich mit dem Kindsvater auseinanderzusetzen. Speziell dann, wenn die Schwangerschaft nicht geplant oder die Partnerschaft nicht auf Dauer angelegt war.
Warum sollten sie also den Vater angeben, wenn die Zahlungen auch bei unbekannten Vätern gewährt werden.?

Man kann dazu stehen, wie man will. Aber was wäre die Alternative? Viele dieser Frauen haben gute Gründe dafür, den Erzeuger schnellstens zu vergessen.

Um zu kooperieren bräuchten sie die Sicherheit, danach nicht von einem klettigen Expartner oder einem untauglichen Kindsvater behelligt zu werden.

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thom3 02.03.2019, 12:16
72. Ein sehr guter Beitrag. Nur - der UV ist keine Extra-Sozialleistung

Denn er wird von den SGB II Leistungen der bedürftigen Kinder gleichzeitig in voller Höhe wieder abgezogen. Das Jugendamt ist mit seiner Unterhaltsvorschussstelle hierbei nur eine Teilauszahlungsstelle des Jobcenters.

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73. Zu Nr. 17

Zitat von räuberin
Die armen, armen Männer! Ich kann es nicht mehr hören! (...)Fakt ist aber, dass derjenige Elternteil, bei dem die Kinder leben, Geld ausgeben MUSS. Kinder essen, benötigen Kleidung, Schulsachen, Sportverein etc. Wenn dann der andere mit seinem dicken SUV vorfährt, nachdem er den dritten Urlaub im Jahr gemacht hat, kann man/frau schon mal am System zweifeln. Abschliessend: interessant, dass sich überwiegend Männer zu diesem Thema äußern. Wo sind die Frauen?!!
Vermutlich sind Sie dieselbe Leserin wie unter Nr. 16.
Auch hier aber noch einmal: Sioe haben vermutlich nicht wirklich verstanden, um was es in dem Text geht. Von "armen armen" Männerrn kann keine Rede sein; allerdings teilt sichj die Welt auch nicht auf in "die Frauen" und "die Skrupellosen". Die von Ihnen (vermutlich aus eigenem Erleben) geschilderten Fälle gibt es (der "Sound" der Schilderung allerdings kommt einem als ehemaligem Richter recht vertraut vor, und man ist froh, dass man damit nichts mehr zu tun hat...). Aber sie sind weder die Regel noch erschöpft sich damuit das Thema "Unterhaltsvorschuss". Merke: Je mehr man persönlich betroffen ist, desto mehr muss man sich bemühen, die Dinge, Interessen, Fragen und Antworten halbswegs auseinanderzuhalten. Das gilt natürlich für alle. Ihr SUV-fahrender Drecksack ist genauso viel und wenig realistisch wie die in Männer-Zuschriften aus reiner Rache herumfaulenzende "Ex"-Rabenmutter.

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74. Zu Nr. 23

Zitat von Schneiderstein
Nun ja, ich nehme mal meinen Heimatlandkreis: Da hat sich die Zahl der Anträge auf Unterhaltsvorschuss zwischen 2016 und 2017 verdreifacht und ist dann 2018 wieder auf das Niveau etwa des doppelten von 2016 zurückgegangen. Die Anzahl der Leistung beziehenden Kinder hat sich von 2016 bis 2018 verdoppelt, die Leistungen an Unterhaltsvorschüssen selbst sind von 1,6 Millionen im Jahr 2016, über 2,1 Millionen 2017 im vergangenen Jahr auf 4,2 Millionen gestiegen. In 17% der Fälle von vorgeschossenen Unterhaltsleistungen konnte das Geld zurückgeholt werden. Nun können solche dramatischen Verwerfungen unterschiedlichen Methoden von Kaffeesatzlesen unterworfen werden. Erregt durch Väterschelte anderer Medien liefert Herr Fischer hier eine schwache Kolumne ab, die monokausale Erklärungsmuster und populistische Thesen durch solche eigener Machart zu ersetzen versucht. Diese nervenden rhetorischen Fragen, entsetzlich!
Welche rhetorischen Fragen meinen Sie?
Und welches ist Ihr Heimatlandkreis?
Die Verdreifachung der Antragseingänge dürfte sich aus der Gesetzesänderung Mitte 2017 erklären; der Rückgang aus der "Abarbeitunng" des dadurch ausgelösten Nachholbedarfs, die weiter erhöhte Zahl aus der starken Azusweitung der Antragsberechtigten. Was Sie sionst nioch sagen möchten über das "Kaffeesatzlesen", und welche Alternative zu "monokausalen, populistischen Erklärungsmustern" Sie selbst anzubieten haben, hat sich mir leider nicht erschlossen.

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abocado 02.03.2019, 12:36
75. Niedriglohn ist ein Problem

Denn 1733.-€ brutto reichen nicht für Unterhalt. Netto bleibt je nach Steuerklasse und Abzug durchschnlicher Fahrtkosten kaum mehr als der Mindestselbstbehalt eines Berufstätigen von 1.08.-€ im Monat. Wenn man den Mindestlohn nicht deutlich erhöht, wird sich an der Situation auch nichts ändern. Und selbst bei 2.000€ brutto und 2 Kindern wäre deutlich vom Staat zuzuschießen. Das Hauptproblem ist die kinderfeindliche Gesellschaft und die Politik, die nichts Ernsthaftes dagegen unternimmt.

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76. Zu Nr. 27

Zitat von RBoell
Mich stößt die Art und Weise wie diese Kolumne mit Überlänge geschrieben ist grundsätzlich ab. Als Leser habe ich das Gefühl, ein unbearbeitetes Skript zu lesen. Ich halte viel von guten Recherchen, es genügt aber die Fakten darzulegen und den Leser sein Urteil fällen zu lassen. Bei eindeutiger Faktenlage ist der kämpferische Unterton überflüssig, das Lage spricht ja dann für sich. Vom Spiegel bin ich vielleicht nicht immer wertfreien Journalismus gewöhnt. Aber der Leser, der solche Töne mag, blättert doch eigentlich in anderen Magazinen.
Wenn Sie die Wahrheit und nichts als die Wahrheit und zwar als FAKT lesen wollen, müssen Sie die Statistiken von DESTATIS abonnieren.
Oder die FAZ, die in dieser Woche (26.2.) auf Seite 1 und auf S. 7 meldete, dass "das Oberlandesgericht Nürnberg" zwei junge Männer wegen versuchten Mordes verurteilt habe (Autobahnbrücke). Beim OLG bestreitet man bis heute, dass man dafür zuständig war!
Wie auch immer: Wenn man kurze, meinungsfreie Texte bevorzugt, ist es die falsche Strategie, so genannte "Kolumnen" zu lesen, die erstens unter der Rubrik "Meinung" erscheinen und zweitens per definitionem persönliche Meinungsbeiträge sind. Bitte überprüfen Sie insoweit ihre Auswahlmethode! Für Freunde übersichtlich kurzer Texte gibt es übrigens vorzügliche Angebote in Hülle+Fülle. Schließlich will ich noch auf die Rechtslage hinweisen: Das Anklicken eines im Internet freu zugänglichen Textes löst keine (strafbewehrte) Pflicht aus, diesen vollständig zu lesen. Sie könnten also einfach aufhören, wenn Ihr Maß voll ist.

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werner.garbers 02.03.2019, 12:44
77. Bitte vollständig bilanzieren

zu 18. Bemerkung 4
Es muss dann auch zweimal die Miete gezahlt werden von dem einen Gehalt.
Darin sind dann zwei Badezimmer und zwei Küchen enthalten.
Der Komiker aus Darmstadt

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78. Zu Nr. 31

Zitat von practicus
" Übrigens betrug die Summe der missbräuchlichen Inanspruchnahmen von Krankenversicherungsleistungen und der im Gesundheitsbereich erzielten korruptiven Gewinne im vergangenen Jahr vermutlich 50 Milliarden Euro. Zurückgeholt wurde: nichts." Genauso aussagekräftig wie die weiter oben genannten, kritisierten Zahlen.... Belege: Keine! Aber richtig gesehen: Die Ausplünderung von Sozialkassen ist tatsächlich Volkssport... Junge Frauen aus prekären Verhältnissen, die mit 22 vier Kinder von drei verschiedenen "Männern" haben, alle dauerarbeitslos ohne Schulabschluss oder Ausbildung und im Zweifelsfall immer zu krank, legal zu arbeiten... diese Frauen beziehen also 6 Jahre länger eine pensionsähnliche Leistung auf unsere Kosten - nicht schlecht! Auf der anderen Seite die Männer, die sich mit Unterhaltsverweigerung bei ihren Ex-Frauen für den Entzug des Umgangs mit den Kindern auf Kosten der Allgemeinheit rächen... Wenn vom Einkommen nach Abzug des Unterhalts nur mehr der H4-Satz bleibt, lohnt sich Arbeit ja nicht mehr - manchmal, bis die Kinder 25 sind.... Es würden sich sicher weniger Väter der Zahlungspflicht entziehen, wenn die Selbstbehalte so wären wie im Inslvenzrecht - also die Pfändungsgrenzen gelten würden!
Die "Gesundheitskosten" (sprich: Krankheitskosten) im System betragen etwa 350 Milliarden p.a.. Fünf bis 10 Prozenz davon werden von Compliance-Kontrolleuren und Kriminologena als "Schwund" angesehen. Dasbei sind aber keineswegs schon die schlicht überflüssigen Leistungen mitgerechnet, die sich aus der innigen Liebesbeziehung zwischen Hypochondrie und Neugründung zahlloser Facharzt-Praxen auf engem Raunm ergeben. Und erst recht nicht all die Millionen leider, leider wegen eines gewissen Kratzens im Hals verpassten Arbeitstage samt Kosten für den dafür fälligen Arztbesuch plus "gelben Zettel". Aber Sie haben natürlich Recht: Das "vermutlich" in meinem Text sollte andeuten, dass es sich um eine rein subjektive Schätzung handelt. Es ging ja auch nur um eine kleine Erinnerung an die Größenordnungen. Ein ganzseitiger FAS-Bericht: "90 Prozent der angeblich Kranken faulenzen skrupelos auf Kosten der Fleißigen" würdde gewiss unweigerlich zum sofortigen öffentlichen Hungerstreik sämtlichger Gewerkschaftsvorstände vor dem Redaktionsgebäude führen.

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widower+2 02.03.2019, 13:02
79. Ergänzung

Zitat von Wirbelwind
Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt. In Wirklichkeit ist es doch so, dass nur eine Minderheit überhaupt Unterhaltsvorschuss erhält, weil eben die große Mehrheit der Unterhaltspflichtigen zumindest soviel zahlt, dass kein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht.
Und unter denen, die Unterhaltskostenvorschuss erhalten, sind auch die Hinterbliebenen eines verstorbenen Elternteils, von dem logischerweise nichts mehr einzutreiben ist. Wie hoch der betreffende Anteil an den nicht beitreibbaren Forderungen ist, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Dazu habe ich noch keine Zahlen gefunden.

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