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Urteil in Düsseldorf: Dreijähriger darf laut Richtern allein aufs Klo
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Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte einen kuriosen Fall zu entscheiden: Müssen Eltern ihr dreijähriges Kind ununterbrochen beobachten? Auch wenn sie es schon ins Bett gebracht haben?

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Emma Fairfax 25.07.2018, 10:54
40.

Zitat von erdmann.rs
... Bedenkt man aber, mit welcher Unzahl von Klagen sich deutsche Verwaltungsgerichte - alleine wegen abgelehnter Asylanträge - zu befassen haben oder mit welchem "totalen Pipifax " sogar der Bundesgerichtshof behelligt wird, geht es im o.a. Fall doch eher um echte Not (-durft).
Sehr amüsant, wie einige Foristen es immer wieder schaffen, in ihren langatmigen und für allgemeingültig erklärten Beiträgen den Bogen zu ihrem eigentlichen Anliegen zu schlagen. Der Begriff 'Asyl' darf nirgends fehlen ...

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Herzblut1979 25.07.2018, 13:23
41. Richtig so.

Ich bin vierfacher Vater... Wenn ich da jedem Kind ständig hinterherlaufen würde, wäre das ein weiterer Vollzeitjob. Kinder können mit drei Jahren schon sehr gut ausdrücken, wenn etwas passiert, dass sie nicht kennen. Zudem muss man auch berücksichtigen, dass es sich um ein älteres Gebäude gehandelt haben muss, da nicht so schnell Wasser durch eine Betondecke dringt (auch spräche eine Hände Klospülung dafür). Es muss also eine Holzdecke gewesen sein. Ergo: Es braucht auch nicht so viel Wasser und der Schaden von 15 T€ ist schnell zusammen bei solchen Schäden. Da muss das Wasser ja nicht stundenlang gelaufen sein, es reichen ein paar Minuten. Und wenn jetzt jemand geschrieben hätte: "Kind war auf dem Klo, Klo verstopft, Spülung klemmt, Kind heult, Mutter kümmert sich innerhalb weniger Minuten, Boden trotzdem Naß, Schaden da.", hätte doch keiner was zu meckern, oder? Weiterhin handelt es sich um "nicht bestimmungsgemäß ausgetretenen Leitungswasser" - und das ist nunmal versichert. Warum man da die Gerichte bemühen muss: Für mich schleierhaft.

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myonium 25.07.2018, 14:11
42.

Zitat von serveradmin
Hätte die Mutter eine PHV mit einem Tarif, der bei einem Schaden durch ein deliktsunfähiges Kind unabhängig von der Fragestellung der Verletzung der Aufsichtspflicht reguliert, so hätte sie die Klärung einfach ihrer PHV überlassen können. Deren Aufgabe ist es ja unter anderem, unberechtigte Ansprüche abzuwehren oder aber eben regulierend einzutreten.
Das hängt aber nicht davon ab, ob die Mutter einen entsprechenden erweiterten Tarif hat oder nicht, weil die PHV das Procedere in beiden Fällen übernimt. Einen Unterschied gibt es nur dann, wenn die Mutter den Schaden bezahlen möchte, obwohl sie gar nicht dazu verpflichtet ist.

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ssaokar 25.07.2018, 14:29
43.

Zitat von Egon von Trollingen
Grundsätzlich sollten Eltern für ihre Kinder haften, genau wie Erwachsene für einen verursachten Schaden haften müssen. Dafür gibt es schließlich eine private Haftpflichtversicherung, die die Kinder mit einschließt, die aber aus Sparsamkeit heute viele Leute im Zweifel zu Lasten Geschädigter nicht abschließen. Ich finde das außerordentlich rücksichtslos. Bei solchen Rechtsprechungen bleibt der Geschädigte auf der Strecke, wenn er sich nicht selbst versichert hat. Man muss sich das mal reinziehen: ich bleibe auf dem Schaden sitzen, den mir andere zufügen, weil sie es nicht für nötig halten, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und von denen dann i.d.R. nichts zu holen ist. Die Eigentümer von Hunden, die Unsinn anstellen, müssen auch haften. Dafür haben vorsorgliche Menschen auch eine Hundehaftpflichtversicherung. Das ganze Theater und Prozesse ließen sich vermeiden, würde tatsächlich eine Haftpflichtversicherung auch Pflicht sein. Das gilt im gewöhnlichen täglichen Leben leider nur für Auto/Kradfahrer.
da eine gebäudeversicherung pflicht ist, wird da keiner irgendwo drauf sitzen bleiben.
die muss halt nur jetzt nach dem spruch einspringen, und nicht wie gehofft die versicherung der eltern.

so oder so geht es hier nur um die abrechnun g zwischen versicherungen, nicht ob überhaupt jemand zahlt

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ssaokar 25.07.2018, 14:34
44.

Zitat von serveradmin
Das ist so nicht zwingend richtig. Eine gute Privathaftpflicht schließt auch sogenannte "Schäden durch deliktsunfähige Kinder" ausdrücklich mit ein und würde in einem solchen Fall regulieren, auch wenn die Aufsichtspflicht nicht verletzt wurde. Allen Familien mit Kindern im entsprechenden Alter kann man nur dringend raten, auf einen entsprechenden PHV-Tarif zu achten.
ne, dass ist nämlich geldmacherei und eines der beispiele von versicherungen die man nicht abschliessen sollte da unnötig .

warum sollte ich eine versicherung bezahlen, die für was einspringt was ich eh nicht zahlen m üsste ???


es gibt übrigens so einige versicherungsangeboten die nur einem was bringen, den versicherer und dem makler provision

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sascha2.0 25.07.2018, 15:24
45. gehört

@chris2203
Selbst wenn die Eltern die Klospülung gehört haben, müssen sie deshalb nicht aufstehen und nachsehen, ob alles in Ordnung ist. Das Kind weint nicht und geht zurück ins Bett. Alles okay, weiterschlafen. Das ist doch der Punkt. Dass das Klo verstopft ist, haben sie dann erst am Morgen bemerkt. Aber wie der Richter richtig entschieden hat, kann ein Dreijähriger allein aufs Klo gehen und wäre im Fall von Problemen, z.B. Bauchschmerzen, alleine in der Lage, die Eltern um Hilfe zu bitten. Da muss niemand aufstehen, um nachzusehen. Der darf also sogar schon alleine in seinem Bett schlafen.

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schrottixle 25.07.2018, 21:47
46. @ssaokar

Zitat: "da eine gebäudeversicherung pflicht ist, wird da keiner irgendwo drauf sitzen bleiben. die muss halt nur jetzt nach dem spruch einspringen,"
Das stimmt so nicht mehr: Eine Gebäudeversicherung ist seit 1993 nicht mehr Pflicht.

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schrottixle 25.07.2018, 21:57
47. nochmals @ssaokar

Zitat: "warum sollte ich eine versicherung bezahlen, die für was einspringt was ich eh nicht zahlen müsste".
Stimmt, das muss man nicht unbedingt. Aber stellen Sie sich vor, Ihr 6-jähriger Steppke zerkratzt mit seinem Hausschlüssel (oder sonst einem scharfkantigen Gegenstand) das Auto Ihres Nachbars. Möchten Sie dann Ihrem Nachbarn sagen: "Scheiss drauf, einen 6-Jährigen muss ich nicht immer beaufsichtigen, also hafte ich nicht, und das Kind haftet auch nicht, da deliktunfähig. Hol dir dein Geld doch, von wem du willst!". Nun, ich möchte so nicht dastehen. Ich war deshalb froh, dass ich in einem ähnlich gelagerten Fall Geld von meiner Privathaftpflicht Kohle bekam, weil ich die Erweiterung abgeschlossen hatte, und ich deshalb nicht in die eigene Tasche langen musste.
Aber ich gebe zu, das kann jeder halten, wie er will. Für mich war's jedenfalls auch über die Jahre hinweg rentabel. Meine Kids haben genug angestellt....

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Michael Thielke 26.07.2018, 12:44
48. Eine Frage der Ehre

Ich meine schon, dass die Eltern was gehört haben müßten. Unabhängig davon und auch unabhängig von der Rechtsprechung sollte es aber Ehrensache sein, dass Eltern für Schäden aufkommen, die Ihre Kinder verursacht haben; ausgenommen allenfalls, wenn die Schadenskosten existenzgefährdend hoch sind. Dann aber mit einem angemessenen Beitrag. Wenn eine andere Versicherung in einem solchen Fall nicht eintritt, wäre das natürlich für die Geschädigten ein echter Schicksalsschlag.

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spon_4975462 26.07.2018, 17:08
49. Elternhaften niemals für ihre Kinder

Eltern haft nicht für die Fehler ihrer Kinder sondern nur für die eigenen. In dem Fall stand als Fehler die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht im Raum.
Sehr Weltfremd was hier einige Leute schreiben. Natürlich gehen 3jährige alleine aufs Klo und nein, das bekommen die Eltern im Regelfall nicht mit. Die meisten sind sogar froh nicht jides mal nachts aufzuwachen nur weil die leiben kleinen pinkeln müssen.

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