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Urteil in Düsseldorf: Schwerbehinderter 89-Jähriger muss Wohnung nach 50 Jahren räume
DPA

Weil er seine Miete angeblich zu Unrecht minderte, kündigte ein Vermieter aus Düsseldorf einem schwerbehinderten Rentner. Zu Recht, wie das Landgericht nun urteilte. Der Mann muss nach 50 Jahren sein Zuhause verlassen.

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illogical 06.11.2014, 17:34
1. Es tut mir ja leid, aber...

... Man sollte auch mal an den Vermieter denken. Da hängt auch eine Existenz dran und wir haben nunmal in Deutschland eine Rechtsprechung und wenn die Gerichte in zwei Instanzen so (meiner Meinung nach auch völlig zurecht aus juristischer Sicht) urteilen, dann hat man das hinzunehmen.

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Crom 06.11.2014, 17:37
2.

Offenbar gibt es kein Grund für die Mietminderung. Nur weil jemand 89 ist, kann er nicht machen was er will.

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nonpossocapirlo 06.11.2014, 17:51
3. Richtig so!

Wo kämen wir denn hin, wenn Menschen mehr zählen würden als die Kapitalrendite? #

Wir brauchen marktkonforme Demokratie, marktkonforme Menschenrechte und marktkonforme Richter...

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Stäffelesrutscher 06.11.2014, 18:00
4.

Diese Gerichte machen aber auch jeden S.... mit, anstatt mal das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Es hat sich nämlich auf Vermieterseite herumgesprochen, wie es funktioniert: Man antwortet nicht auf Mängelrügen, lässt den Mieter seelenruhig kürzen bzw. einbehalten, hat gar nicht vor, den Mangel (z. B. undichte Fenster oder kiffende Nachbarn) abzustellen, und sobald die zwei Monatsmieten überschritten sind, geht der Vermieter vor Gericht, und dann zack und weg.

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matzehier 06.11.2014, 18:04
5. Not in my backyard

Alle die, die gegen die Zwangsräumung und diesen brutalen und unsozialen Staat protestieren, können ja gern den alten Herrn aufnehmen oder seine Mietschulden zahlen. Aber so weit reichts dann doch nicht.

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hdwinkel 06.11.2014, 18:05
6. Mietminderung

Zitat von Crom
Offenbar gibt es kein Grund für die Mietminderung. Nur weil jemand 89 ist, kann er nicht machen was er will.
Das stimmt schon, aber es hätte gereicht, daß die Miete nachgezahlt wird und gut is.
Hier wird der Wunsch des Vermieters, einen unliebsamen Mieter loszuwerden höher bewertet, als das Menschenrecht auf Wohnen, wozu sich auch Deutschland bekennt.
http://www.menschenrechte.org/lang/d...in-deutschland
Ein 89jähriger Schwerbehinderter ist in der Lebenswirklichkeit jenseits der Rechtssprechung nun doch etwas anderes, als ein 30jähriger.
Manche scheinen zu vergessen, daß wir eigentlich in einer sozialen Marktwirtschaft leben. Zumindest wird das immer behauptet.

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Lisa_can_do 06.11.2014, 18:14
7. Verhältnismäßigkeit völlig verzerrt

Das System krankt: ich bekomme junge arbeitsfähige Messis auf Hartz4 mit mehreren Mieten im Rückstand nicht aus meiner Wohnung, aber einen 89-Jährigen nach so langer Zeit raus klagen können. Und jede Bürokratie hat nur insofern eine Daseins-Berechtigung, als dass sie im Einzelfall Menschlichkeit gewähren lässt. Und nein, ein Vermieter, der wegen 2 Monatsmieten teure Anwälte losschicken kann, klagt wegen psychopathischen Geiz und ausgeprägter Egozentrik und fehlender Empathie oder krankhafter Rechthaberei oder kurz: Unmenschlichkeit

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noalk 06.11.2014, 18:14
8. Bitte mehr einzelheiten

Zitat von illogical
... und wenn die Gerichte in zwei Instanzen so (meiner Meinung nach auch völlig zurecht aus juristischer Sicht) urteilen, dann hat man das hinzunehmen.
Offenbar kennen Sie das Urteil und dessen Begründung. Der Bericht gibt la nicht viel her. Können Sie mit Einzelheiten zum Sachverhalt zur Diskussion beitragen?

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ein-berliner 06.11.2014, 18:18
9. Ach je

Zitat von hdwinkel
Das stimmt schon, aber es hätte gereicht, daß die Miete nachgezahlt wird und gut is. Hier wird der Wunsch des Vermieters, einen unliebsamen Mieter loszuwerden höher bewertet, als das Menschenrecht auf Wohnen, wozu sich auch Deutschland bekennt. http://www.menschenrechte.org/lang/d...in-deutschland Ein 89jähriger Schwerbehinderter ist in der Lebenswirklichkeit jenseits der Rechtssprechung nun doch etwas anderes, als ein 30jähriger. Manche scheinen zu vergessen, daß wir eigentlich in einer sozialen Marktwirtschaft leben. Zumindest wird das immer behauptet.
Nicht so oberflächlich:
Ihr Menschenrecht auf Wohnen endet trotzdem vor meiner Haustür.
Aber Sie kennen natürlich die Hintergründe des vorliegenden Falles. Jedenfalls scheint der alte Mann nicht geistig schwerbehindert zu sein, der Rest ist hier eindeutig irrelevant.

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