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Urteil gegen Oskar Gröning: In Auschwitz durfte man nicht mitmachen
DPA

Vor dem Prozess gegen Oskar Gröning fragten viele: Muss das noch sein, 70 Jahre nach Kriegsende? Gegen einen greisen Angeklagten? Ja, es muss sein. Die Verhandlungen in Lüneburg haben das bewiesen.

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Marc Anton 15.07.2015, 18:36
50.

Solange ich die Urteilsbegründung nicht lesen darf, habe ich große Zweifel und hege Widersprüche dem Urteil zu folgen.
Unzweifelhaft hat der Angeklagte große moralische Schuld auf sich geladen, aber dass seine mir bekannte Tätigkeit Beihilfe zum Mord gewesen sein soll, ist sehr stark anzuzweifeln. So bleibt das Geschmäckle, dass hier der letzte mögliche NS-Prozess zu einem Ende führen sollte, dass die Medienlandschaft nicht zerreissen kann.

Die Schuld sei unzweifelhaft festgestellt...soso. Nach Rechtskraft bin ich auf das Urteil gespannt.
Recht nicht Rache - gilt auch für Ex-Nazis.
Aber mal abwarten

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abcd63 15.07.2015, 18:37
51. Gerechtigkeit

Vielleicht war einer der Vorgänger des Richters jemand, der fröhlich Todesurteile am Volksgerichtshof gefällt hat. Jetzt, wo die wahren Täter brav ihre Renten genossen haben und schon längst tot sind (der eine oder andere mit großem Bahnhof oder mit Tschingderassabum der Bundeswehr beerdigt), jetzt fängt man die letzten Überlebenden und schwätzt salbungsvolle Worte, lächerlich.

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fans 15.07.2015, 18:37
52. naja

Zitat von halitd
eines von rechtem Gedankengut noch immer unterwanderten deutschen Rechtssystems. Steuerhinterziehung wird härter bestraft als Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen. Dazu kommt die bewusste Tatenlosigkeit der Justiz. Ich schäme mich einmal mehr für Deutschland.
Manche schämen sich geradezu inflationär für Deutschland - wer´s braucht...

Aber die Mär vom blinden rechten Auge glauben Sie doch selbst nicht. Ist doch mit linken Mördern nicht anders.

Oder kennen Sie eine einzige ernsthafte Initiative unseres Rechtssystems, die Mörder der letzten RAF Generation zu ermitteln und zu verurteilen?
Und die sind noch keine 94...

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plleus 15.07.2015, 18:37
53. Gegenteil

Zitat von belisarius
Der Richter hat Recht und das ist gleichzeitig das Problem. Gröning hat offensichtlich versucht zu vertuschen in welchem Ausmaß er mitverantwortlich war und dafür musste er verurteilt werden. Hätte Gröning von Anfang an mit offenen Karten gespielt und ehrliche Reue gezeigt, glaube ich, wäre auch der Richter bereit gewesen ihm im Namen der Überlebenden zu vergeben, was ich mir durchaus auch gewünscht hätte. Irgendwann muss ein Volk bereit sein, sich selbst zu vergeben. Das, finde ich, ist nötig.
Das Gegenteil war wohl der Fall. O. G. hat bereits vor langer Zeit dazu ausgesagt. Da gab es nichts zu vertuschen.
Uebrigens, es ist nicht die Aufgabe eines Gerichts zu "vergeben", sondern Recht zu sprechen.

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tserclaes-graf-von-tilly 15.07.2015, 18:37
54. Wäre das Urteil richtig .....

..... dann müssten alle ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht vor Gericht gestellt werden wegen Beihilfe zum Mord, denn auch sie waren durch Präsens, Frontkampf und sogar Schreibstubendienst "Rädchen" ....
Merkwürdig, wie sich die Justiz heute via Gesinnung geradezu überschlägt ...

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lezel 15.07.2015, 18:37
55.

Zitat von giovanniconte
Jeder Soldat war schuldig in diesem Sinn, jedes Parteimitglied was schuldiger als dieser kleine Knittel.
In diesem Prozess ging es nicht um einen Vergleich, nicht um andere Verbrecher, nicht um ungesühnte Verbrechen.

Es ging um die Schuld von Herrn Gröning.

Darüber das Urteil zu fällen, war die Aufgabe des Gerichts.

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fafnir 15.07.2015, 18:37
56. Bei mir bleibt Ein Unwohl sein über

Ja, keine Frage. Moralische Schuld ist gegeben. Aber man muss sich den Kontext der damaligen Zeit vor Augen halten. Ein junger Mann muss in den Krieg, wird zur Waffen SS gezogen und landet in Auschwitz. Als Buchalter. Versucht sich zwei Mal versetzen zu lassen, so ich recht informiert bin. Was konnte er eigendlich mehr tun um dort zu entkommen. Welche Wahl hatte er?
Wenn es eine Wahl gab, do ist er mehr als schuldig, hatte er Fahnenflucht als einzige Option, so ist die Frage: Wer will richten über jemanden in solch einer Situation?!?
Mir bleibt ein ungutes Gefühl.

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kist.sebastian 15.07.2015, 18:37
57. Was soll das

nach all den Jahrzehnten fragt man sich ungläubig?
Ich bezweifle, dass man nach 70 Jahren noch ein gerechtes bzw. richtiges Urteil fällen kann.
Wem soll das dienen? Den Opfern? der Gerechtigkeit? Einfach nur lächerlich.

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vor2000 15.07.2015, 18:38
58. Ersatzhandlung

Buchalter schlimmstenfalls. Wenn man sich vor Augen hält, wer alles nicht oder kaum bestraft wurde (sogar einzelne Teilnehmer der Wannseekonferenz - was ist mit den ganzen Zuarbeitern in den Ministerien, obersten Behörden usw.? -hier kann man von Ursächlichkeit sprechen.
Dies hier war ein kleiner Fisch, sicher nicht ohne Mitwirkung, aber doch eher Demonstrationsobjekt der tapferen deutschen Justiz, die bis zur letzten Patrone die Nazis bekämpft.
Dass dies ein Schauprozess vor allem für die staunende Weltöffentlichkeit war, zeigt schon die Tatsache, dass man Opfer uber ihr Leid beim Transport nach Auschwitz befragte. Sehr schlimm, mit dem Angeklagten kann man dies aber kaum in ursächliche Verbindung bringen. Dass der alte Herr nicht mehr ganz dicht ist, zeigt im Übrigen sein Geschwätz, er hätte einfach Auschwitz verlassen können.

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jogi1709 15.07.2015, 18:39
59. Natürlich war es ein Schauprozess !

Hätte die Verhandlung vor 30,40 Jahren statt gefunden, wäre es durchaus in Ordnung, auch wenn ich bei all den heutigen Besserwissern gerne sehen würde, welche Heldentaten sie im 3. Reich vollbracht hätten. Heute einem Mitläufer den Prozess zu machen ist nichts als ein Kotau gegenüber bestimmten Interessengruppen, von denen man einige auch als Nebenkläger bewundern dürfte.

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