Forum: Panorama
Urteil gegen Oskar Gröning: In Auschwitz durfte man nicht mitmachen
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Vor dem Prozess gegen Oskar Gröning fragten viele: Muss das noch sein, 70 Jahre nach Kriegsende? Gegen einen greisen Angeklagten? Ja, es muss sein. Die Verhandlungen in Lüneburg haben das bewiesen.

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gerd33 15.07.2015, 18:47
70. Genau!

Zitat von regit
Es ist unverschämt diesen alten Mann am Ende seines Lebens zum Stellvertreter einer grausamen Diktatur zu machen nur weil keiner der wirklich verantwortlichen Verbrecher mehr lebt. Ich weiß nicht wie viele sogenannte Mitläufer der Nazis fröhlich und froh ihr Leben in Deutschland unbehelligt von jeglicher Justiz gelebt haben. Hier kann man wohl nur noch sagen: "Den letzten beißen die Hunde". Aus meiner Sicht ist dieses Urteil ein Skandal. Ich wünsche Herrn Gröning Erfolg bei der Revision und Glück für den Rest seines Lebens.
Sehe ich genau so:
Die wirklich Verantwortlichen konnten bis in die 70er und 80er Jahre Karriere machen, waren teilweise im Staatsdienst, saßen in einigen Fällen im Bundestag und trafen sich in Offizierskameradschaften. Diese Herren sind lange tot.
Die wenigen noch lebenden SS-Leute, die jetzt noch vorgeführt werden, sind Soldaten unterster Hierarchiestufen, denen als jugendliche die verbrecherische NS-Ideologie eingetrichtert wurde und die den Einstieg in die SS als höchste Ehre empfunden haben.

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Torfkopf 15.07.2015, 18:47
71. Revision dringend geboten durch die Verteidigung

Dieser Richter leidet unter einer Profilneurose.
Was will dieser Richter? Ein Zeichen setzen?
Jetzt verstehe ich die Gesetzgebung in Italien, Menschen über 75 Jahre müssen nicht in das Gefängnis sondern in Hausarrest. Ob ein 94jähriger noch 4 Jahre in Haft genommen werden soll, wenn die Gesundheit dies zulässt ist mehr als fragwürdig. In jedem Fall entspricht dieses Urteil nicht christlichem Denken und Handeln. Und auch andere Religionen wie der Islam sprechen von Vergebung. Natürlich jubeln die Anwälte der Nebenklage
und die deutschen Medien ob dieses so "mutigen" Richters, der ein Zeichen setzte und über das beantragte Strafmaß hinausging.
Die vierte große Strafkammer des Landgerichtes Lüneburg hat ein unmenschliches Urteil gesprochen, ganz im Sinne des Alten Testamentes, das wir längst überwunden glaubten.
Ich schäme mich für diese Juristen!

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christomuc22 15.07.2015, 18:48
72. So so - es

... da ist man dann auch mal wieder schlauer...

Es kann gut sein, dass ein Schreiber schreibt "ja, es muss sein".
Das schöne ist aber, dass man dieser Meinung sein KANN aber nicht dieser Meinung sein MUSS.

Man kramt 70 Jahre danach noch irgendwelche Karteileichen aus Personenregistern heraus und macht diesen Leuten heute noch den Prozess.
Die wirklichen Drahtzieher (Eichmann und Co.) haben sich die Israelis und deren Mossad schon vor Jahrzehnten geschnappt - diese Personen völkerrechtswidrig nach Israel entführt und verschleppt und diesen Personen vor den Augen der Welt den Prozess gemacht.

Weshalb hat der Mossad oder Israel nicht mit gleicher Vehemenz auch die kleinen Leute und Mitläufer ausfindig gemacht und angeklagt?

Fragen über Fragen...

Wie weit gehts denn dann noch? Wann ist Ruhe und Gerechtigkeit eingekehrt? Wie weit wird es noch kommen? Sind auch bald die Angehörigen von SS-Tätern dran? Oder Hinterbliebene von SS-Tätern?

Gerade vor dem Hintergrund der ausufernden Nebenkläger und deren Anwälte - die Kosten für letzterer dürften sich bei der Nebenklage um eine Viertelmillion Euro betragen. Werden hierfür Kinder und Enkelkinder von SS-Tätern zur Rechenschaft gezogen...

Es fällt schwer das alles immer wieder /noch zu hören...

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schlaueralsschlau 15.07.2015, 18:49
73. Besser spät als nie.

Es ist gut so, dass O.G. verurteilt wurde. Recht sollte vor dem Alter nicht Halt machen. Er hat sich freiwillig zur SA gemeldet. War nicht mal "einfacher" Soldat. Er hätte den Dienst nicht machen müssen. Soldaten wurden nicht oder nur ein wenig bestraft, wenn sie sich Befehlen widersetzten, die z.B. zur Folge hatten, Juden zzu töten. Es gab darauf keine Todesstrafe! ausserdem gab es immer einen Ermässensspielraum. Während des II. WK wurden etwa 30.000 Soldaten zum Tode verurteilt. Dies geschah aber wegen Wehrkraftzersetzung oder/ und weil sie dessertierten. Bei den Amerikanern gab es einen Fall und bei den Japanern erheblich mehr als in Deutschland. (Ich habe die Zahlen gerade nciht im Kopf und meine Bücher nicht zur Hand) Ein gutes Bespiel ist der 101. Reserve- Polizei- Batallion der Hamburger Polizei. Die Jungs mussten nicht ins Kriegsgebiet ziehen und sich schuldig machen. Eine Verweigerung wurde nciht bestraft. Gute Literatur findet sich hierzu z.B. von Wolfram Wette, Manfred Messerschmidt (nicht der, an den hier das halbe Forum denkt), Christoph Browning und auch Fritz Wüllner.

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allonsenfants 15.07.2015, 18:49
74.

Ich finde das Urteil in der Höhe des Strafmaßes völlig überzogen - symbolische Strafe ja und angesichts des Alters auf Bewährung.
Auch wenn breite politische Kreise das Urteil als "Aufarbeitung der Geschichte" sicherlich für angemessen erachten, so denke ich, dass Gerichtsurteile keine Aufarbeitung von Geschichte zum Ziel haben dürfen oder gar auf politischen Mainstream regieren müssen. Iustitia ist bekanntlich blind!! - oder etwa nicht mehr?
Im übrigen bin ich der Meinung, dass Tötungen von Menschen nicht nur Verbrechen sind, wenn sie durch Bösewichter begangen werden, sondern ebenfalls Verbrechen vorliegen, wenn solche Taten durch die "politisch Guten" erfolgen. So frage ich mich, wieviel Menschenopfer z.B. auf das Konto der Kriege amerikanischer Präsidenten gehen - nur angefangen beim Koreakrieg, dem Vietnamkrieg, dem zweiten Irakkrieg usw. - von den Atombombenabwürfen auf die Großstädte Hiroshima und Nagasaki ganz zu schweigen.
Ich schätze die Gesamtzahl der Opfer auf eine Million und mehr - kein Verantwortlicher ist dafür bisher zur Rechenschaft gezogen worden. Da könnte man schon mutmaßen, dass der Sieger immer im Recht ist.
Oder wie sieht es bei den Folterprozessen aus, wo nach meiner Info auch nur die "kleinen Türschließer" bestraft wurden.

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neugierchen 15.07.2015, 18:49
75. Ein Urteil wurde gesprochen

...aber was mir sauer aufstößt ist der Gedanke, daß die weitaus meisten von uns in seiner Situation damals genauso gehandelt hätten wie er. Wir sind keine besseren Menschen, nur weil wir in einer besseren Zeit aufwuchsen, das ist einfach nur Glück und hätte auch anders kommen können. Wozu Menschen fähig sind, kann man auch heute noch in vielen Ländern beobachten, und dazu gab es gestern abend auf Phoenix einen sehenswerten Film "Das Böse", den sich jeder (Mediathek) ansehen sollte, ehe er urteilt. Im Nachhinein hat man nämlich gut Reden und kann sich billig als besserer Mensch fühlen.

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weiter_denken 15.07.2015, 18:49
76. Nicht korrekt

Es ist eben nicht so, dass jeder, der in einer Gesamtorganisation irgendein Rädchen ist, strafrechtlich schuldig ist. Denn genau wie das vom Richter dargestellte Altersproblem (wo ist eine Grenze) ist dies auch bei der Beteiligung so. Wenn ein Polizist heute einen Gefangenen misshandelt, ist dann auch der Polizist schuldig, der ihn verhaftet hat? Oder der Richter, der die Haft angeordnet hat? Oder der Polizist, der den Gefangenen zum Vernehmungsraum geführt hat? Oder die Sekretärin oder die Putzfrauen? Alle Räder im Getriebe, aber sie müssen nicht alle bei der Polizei den Dienst quittieren, um sich nicht strafbar zu machen. Und die Möglichkeiten für einen kleinen Soldaten waren gering, weil das Justizsystem mit Polizei, Staatsanwaltschaft und Richtertum sich aufgrund der Aussichtslosigkeit und der drohenden Konsequenzen weggeduckt haben - und heute von einem kleinen Schreiberlingsoldaten mehr persönlichen Einsatz und Heldenmut verlangen. Pfui und hoffentlich wird in einer höheren Instanz das Urteil aufgehoben.

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shoper34 15.07.2015, 18:50
77. Justiz-Schnecken

Natürlich müssen auch noch nach 70 Jahren die Täter zur Verantwortung gezogen werden... Keine Frage !

Die Frage ist doch eher, warum es 70 Jahre dauerte.....?
Was ist mit der deutschen Justiz bei NS-Verbrechen los?
Diese rätselhafte Schneckenhaftigkeit sollte auch mal vor Gericht kommen....

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spassmann 15.07.2015, 18:50
78. Rechthaberei

natürlich ist es richtig den prozess zu führen. allein zur historischen Aufklärung. aber es ist nicht richtig nach 70 Jahren einen Greis vorzuführen der nur ein kleines Rädchen war. die verantwortlich Offiziere, die sind alle davongekommen. der kleine Mann wird sich vor dem rechthabenden Tribunal zu verantworten haben. respekt vor dem Angeklagten der sich zu seiner Verantwortung bekennt und niemals diese Verbrechen geleugnet oder verharmlost hat. eine Genugtuung für die opfer der shoa ist wichtig aber kommt Jahrzehnte zu spät. es war im Ost West Konflikt wichtiger den Gegner des kalten Krieges zu bekämpfen als sich zur gemeinsamer Aufklärung der Nazi Verbrechen zu engagieren. Gedenken der Nazi Opfer und historische Aufklärung um sowas nie wieder erleben zu müssen.
die Menschheit hat aber nichts gelernt und Kriege und ethnische Säuberung (anderes wort für Völkermord) gehen leider weiter .
und das aus nur zwei Gründen : meins und deins und ich habe recht
wäre es nicht besser alle Menschen würden in Harmonie leben ?

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michfisch00 15.07.2015, 18:51
79. Wäre ich eines der damaligen Opfer

Wurde ich mich vera..... fühlen.
das ist ein "Scheinprozess" mit dem sich der Statt sein Stempel der Rechtsraatlichkeit verdienen will.
WENN man es ernst gemeint hätte, wäre ihm in jungen Jahren der Prozess gemacht worden. Das ist aber dann wohl bewusst NICHT gemacht worden. Das ist der Schlag ins Gesicht. Er hat sein Leben gelebt....es juckt ihn doch nicht mehr...

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