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Urteil im Brunner-Prozess: Mit aller Härte

Die Rollen in der Tragödie um Dominik Brunner waren im Prozess klar verteilt: Ein couragierter Held gegen jugendliche Schläger. Das Urteil im Prozess gegen die beiden Täter scheint dies zu bestätigen - zumindest einer der beiden wurde jedoch viel zu hart bestraft.

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cris0010 06.09.2010, 18:58
40. Da stimme ich zu!

Zitat von Cassandra105
... Brunner hat den Konflikt doch selbst erst eskalieren lassen. Nachgehen ist keine Notwehr mehr, da gibt es nichts mehr zu interpretieren, eine Schande für die Justiz, wenn das Gericht tatsächlich diese Absurdität behauptet hat. Aber die Angeklagten waren ja weder reich, noch prominent noch weiblich (Richter haben selbst schon zugegeben, Frauen einfach so geringer zu bestrafen, schon das ist einfach nur noch abartig und krank für einen Rechtsstaat).
Ich glaube auch ein Fehlurteil. Der den am Boden liegenden getreten hatte, okay, der muste ne dicke Strafe kriegen. Aber der andere hat sich doch fast rausgehalten. Dafür 7 Jahre. Typisch Bayern. Biste jung und haste kein 1a elternhaus, biste der Arsch.

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Sascha292 06.09.2010, 18:58
41. zu hart?

Ich finde nicht das der eine zu hart bestraft wurde. Nur weil bei anderen alles viel zu lasch gehandhabt wird muss für diesen Täter ja nicht das gleiche gelten. Sieben Jahre sind zwar ein Witz meiner Ansicht nach dafür das ein Mensch gestorben ist aber das ist jetzt nun mal so. Ich halte auch nichts von diesem Geschwafel vom schwierigen Elternhaus. Das ist absolut keine Rechtfertigung und eine Entschuldigung schon gar nicht. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Auch Kinder aus schlechten Familien kennen den Unterschied zwischen richtig und falsch.

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Puffel 06.09.2010, 19:02
42. Auf Thema antworten

Zitat von liberg7
Das Urteil ist meines Erachtens in seiner Härte angemessen. Brunner würde noch leben, hätten die beiden ihn nicht derart brutal geschlagen und getreten.
Brunner hatte viele Möglichkeiten, seinen eigenen Tod zu verhindern. Brunner würde noch leben, hätte er nicht die Eskalation gesucht. Die "Notwehr" wird bei den Zeugenaussagen kassiert werden, das Gefühl der Bedrohung mag zwar subjektiv sein, aber das zählt weder bei Menschen mit falscher Wahrnehmung noch wenn beide Subjekte eines Konflikts sich "bedroht" fühlen. Er hat den ersten Schlag getan und die Konsequenz tragen müssen: Körperverletzung, der er körperlich nicht gewachsen war (deshalb mit Todesfolge).

Zitat von liberg7
Ob Brunner zuerst geschlagen hat oder nicht, spielt doch überhaupt keine Rolle.
Ich denke, das werden Sie anders beurteilen sehen wollen, wenn Sie mal auf der Anklagebank sitzen. Z.B. weil jemand Sie geschlagen hat und Sie das nicht einfach so hinnehmen wollten. Wenn Körper und Ehre ("Würde") verletzt wurden. Das rechtfertigt keinen Exzess aber Notwehr.

Ein rein politisches Urteil, um den Pleb zu besänftigen. Fehlt nur noch die Steinigung.

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dergute 06.09.2010, 19:06
43. Gut, dass wir Frau Friedrichsen haben...

Die liebe Gisela. Ich habe mich heute morgen, als ich ihre gut geföhnte Frisur in der (natürlich) ersten Reihe des Mannheimer Gerichtssaals sah, schon gefragt, wie sie jetzt noch in München ihren Senf dazu geben will, aber wie man sieht, Frau Friedrichsen kann auch auf zwei Verhandlungen tanzen.

Und es ist gut, dass die wahren Opfer der Republik noch eine Fürsprecherin haben. Auf den ersten Blick sind diese Opfer zwar die Täter, aber Gisela hilft uns, den Blick zu schärfen und zu erkennen, wie der Fall wirklich gelagert ist. Bei dem NoAngels-Star war die arme Angeklagte auch das Opfer ihrer verkorksten Jugend und der Geschädigte zumindest Mittäter, denn er hat ja kein Kondom benutzt.
Und hier bei Herrn Brunner ist auch eben jener ein Mittäter, der, ja man muss sich schon die Augen reiben, wenn man das liest, ja schließlich mit seinem Faustschlag auch einen der Jungs tödlich hätte verletzen können. Und zumindest einer der Jungs, dieser Rabauken ja maximal, ist ja ebenfalls, na? genau! auch das Opfer seiner Jugend.

Was ist denn nun, wenn jemand auf Grund dieses hanebüchenen Unsinns, den Frau Friedrichsen immer von sich gibt, (wobei ich mich sowieso oft frage, wieso andere Fernsehjournalisten so oft eine Kollegin befragen), einen Herzanfall bekommt? Ist sie dann Opfer? Oder Täter?

Im Ernst: Eigentlich lese ich die juristische Berichterstattung im Spiegel nur noch, wenn der Name Jüttner drüber steht.

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TommIT 06.09.2010, 19:07
44. Experten Juristen im Spiegel

Zitat von Trouby
Also Moment mal ... Nach der Vorgeschichte im Zug hat jemand wirklich berechtigte Zweifel daran, dass die beiden nur deshalb ebenfalls ausgestiegen sind, um sich die Kinder doch noch zu schnappen, sobald Brunner sie allein lässt?
Das ist nicht ihr Ernst?
Bedeutet also die beiden einzigen Alternativen die sich Ihnen hier beim Nachdenken bieten sind:

a) Brunner haut ab und lässt die Kinder alleine
b) Brunner haut hin

Cool! Das ist Mut!
Respekt!

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FrankH 06.09.2010, 19:08
45. Gutes Urteil!

Sehr gutes Urteil. Und ein weiterer Beleg dafür, dass wir keine neuen Gesetze brauchen sondern nur die konsequente Anwendung derselben. Wenn also in der Vergangenheit über den laschen Umgang mit welcher auch immer gerade betroffenen Tätergruppe richtigerweise sich beklagt wurde, dann ist der Ansprechpartner dafür weniger die Politik sondern die Justiz. Hier sitzen einfach zuviele "Gutmenschen", die sich eher in Super-RTL-Nachmittagsserien sehen als in der Realität. Leider hat die aber keinen Ausschaltknopf....

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Kurt300 06.09.2010, 19:08
46. Auszug aus Wikipedia

Gisela Friedrichsens Reportagen werden unterschiedlich beurteilt.
Heidrun Helwig schreibt in der Neuen Juristischen Wochenschrift:

„Schulmeisterlich verteilt sie Zeugnisse, bewertet, lobt, verdammt, auf der Grundlage ihrer subjektiven Maßstäbe. Dabei ergreift sie nicht nur Partei für eine Seite, sondern berichtet einseitig, gibt den Argumenten der angegriffenen Seite meist keinen Raum.“

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Kitsune 06.09.2010, 19:09
47. Nicht ist so Gummi wie Notwehr

Ein geübter Boxer geht in Boxer-Manier auf zwei Junge Männer los, gibt den ersten Schlag ab - Notwehr.

Ein Student wird in der U-Bahn von alkoholisierter Albanern angegangen (nachdem ein Begleiter von ihm bereits von den Albanern niedergeschlagen wurde), sticht mit einem kleinen Messer einmal zu.

Keine Notwehr, versuchter Totschlag, vier Jahre Haft.

"Das Argument des Angeklagten, er habe auf S.' Attacke in "panischer
Angst" reagiert, ließ die Kammer nicht gelten."

http://www.spiegel.de/panorama/justi...659320,00.html

Aaaaaber, wenn ein 29 jähriger Neo-Nazi einen 60-jährigen Rentner mit vier Stichen einer 17 cm langen Klinge förmlich abschlachtet - man rät es - dann wird er freigesprochen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...413453,00.html

"Der Täter müsse "auf Grund einer besonders intensiven, gesteigerten
Gemütsbewegung und -erregung gehandelt" und "zumindest mitursächlich
durch ein solches Ausmaß der Angst zu Handlungen hingerissen worden
sein, die das Maß des Erforderlichen überschreiten"."

Und wenn Polizisten einen Bürger erschießen, das ist sowiso noch mal ganz etwas anderes. Auch wenn der Bürger unbewaffnet ist. Da hat immer irgend etwas geblinkt wie ein Messer (was sonst keiner gesehen hat), oder der Bürger hat sich verdächtig bewegt, oder... auf alle Fälle wenigstens "putative Notwehr". Und wenn alle Stricke reißen, dann war es halt eine "unwillkürliche Muskelkontraktion" im Abzugsfinger.

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-Bacchus- 06.09.2010, 19:11
48. ...

Zitat von sysop
Das Schlagwort vom "Wegsehen" hingegen ist wohlfeil. Was spricht dagegen, es zum Beispiel durch "Weggehen" zu ersetzen?
Dieser Satz sagt doch schon alles über die eigene Feigheit der Autorin, die Brunner hier offensichtlich dazu geraten hätte "wegzugehen". Stimmt eigentlich, das haben ja alle anderen am Tatort (inclusive dem S-Bahn Fahrer) auch gemacht. Erst mal abhauen! Ja nicht den offenen Konflikt suchen. Sich schön aalglatt aus der Affäre winden!

Leuten wie Ihnen Frau Friedrichsen verdanken wir die Debatte über (fehlende) Zivilcourage - die eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Ich bin der festen Überzeugung, dass das Recht dem Unrecht niemals weichen sollte. Jeder Bürger sollte das Recht verteidigen und nicht vor dem geschehenden Unrecht einfach davonlaufen. Das ist nicht nur die juristische Rechtfertigung der Notwehr sondern vielmehr als das. Es ist das Grundprinzip des Rechtsstaats, den wir alle verteidigen müssen. Dies gilt für das "kleine" Unrecht bis hin zu den größten Verbrechen.

Frau Friedrichsen, sie machen sich es hier zu einfach, indem sie versuchen das feige Nichtstun, das "Weglaufen" vor dem Unrecht auch noch intelektuell zu rechtfertigen.

Ich möchte Ihnen einen Satz von Sophie Scholl, der vielleicht mutigsten deutschen Kämperin gegen die Nazi-Diktatur mit auf den Weg geben:

"Verbergt nicht Eure Feigheit unter dem Mantel der Klugheit".

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senx 06.09.2010, 19:12
49. Was mich wundert

Zitat von chris345
Schon mal von einer Bande jugendlicher bedroht wurden? Wahrscheinlich nicht, sonst wüsstest Du warum auch der Erstschlag Notwehr sein kann.
Mich wurmt ein Detail an dieser bizarren Geschichte.

Der normale Überlebensreflex schafft Abstand zwischen Angreifer und Verteidiger. Ich wäre _sofort_ mit den Kids ausgestiegen und hätte mich am nächsten Bahnhof neben eine Hilfesäule gestellt.

Die Eskalation hat ja schon in der S-Bahn stattgefunden. Die beiden Angreifer konnten schon gar nicht mehr gewinnen, der Aufwasch wäre ihnen jetzt zu "teuer" gewesen. Die wären niemals extra ausgestiegen (dann wäre ihnen der Vorsatz erst _Recht_ nachzuweisen gewesen).

Nach aktueller Lage der Dinge wären diese aber bis zur Endstation "Solln" weitergefahren und die Situation hätte sich damit entschärft. Er hätte auch evtl. den Bahn-Wagen wechseln können, oder was weiß ich. Die Eskalation war - in diesem Falle - unnötig.

Ein Erstschlag mag helfen. Meistens hilft es aber auch einfach seinen Geldbeutel (abzüglich Karten) auf den Boden zu entleeren und weiterzugehen. Mehr wollen diese "Jugendbanden" in der Regel nicht - jedenfalls sagt das die Fallstatistik der Polizei.

senx

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