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Urteil im Brunner-Prozess: Mit aller Härte

Die Rollen in der Tragödie um Dominik Brunner waren im Prozess klar verteilt: Ein couragierter Held gegen jugendliche Schläger. Das Urteil im Prozess gegen die beiden Täter scheint dies zu bestätigen - zumindest einer der beiden wurde jedoch viel zu hart bestraft.

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augu 06.09.2010, 20:05
70. ........

Zitat von sysop
- zumindest einer der beiden wurde jedoch viel zu hart bestraft.
Das denke ich auch. Im print-SPIEGEL dieser Woche wird im Artikel "Eine Nacht in Linie 17" ein ähnlicher Fall beschrieben. Das Opfer, das helfen wollte, wurde zu Boden geschlagen und mit Fußtritten arg malträtiert. Es starb aber dadurch nicht, vielleicht auch weil die gerufene Polizei rechtzeitig kam. Das Urteil für den schlimmsten Täter 6 Monate auf Bewährung wegen gefärlicher Körperverletzung und für die übrigen je 30 Arbeitstunden und vier Wochen Jugendarrest. Ist der tödliche Ausgang des brutalen Zuschlagen und Treten so entscheidend, dass alles andere (wer schlug zuerst)nur eine geringe Rolle spielt ? ...

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stier11194 06.09.2010, 20:06
71. Bitterer Beigeschmack

Ich persönlich habe schon Bauchschmerzen, wenn das Gericht die Ansicht vertritt, dass das Verhalten von Brunner zweifelsfrei von Notwehr gedeckt sei. In anderen Verfahren sind in der Regel die Ansprüche, bei der man noch von Notfall sprechen kann, doch deutlich höher.

Ein bitterer Beigeschmack bleibt.

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Nior aon Duine 06.09.2010, 20:07
72.

Zitat von Cassandra105
Brunner ist kein Held, das ist nunmal so.
Doch. Nach jeder sinnvollen Definition des Begriffes war Brunner ein Held. Er hat die Gesundheit und das Wohlergehen anderer vor seine eigene Gesundheit gestellt.

Zitat von Cassandra105
Und man kann jedem nur davon abraten, seinem Beispiel zu folgen
Stimmt - allerdings auf eine sehr zynische Weise: Brunner ist tot.

Zitat von Cassandra105
denn gerade seine Art, sich einzumischen, verschlimmert nur alles.
Stimmt auch - auf noch viel zynischere Weise: Wäre er nicht tot, stände er als Schläger da, der ach so arme, benachteiligte Jungens<schnief> verprügelt hat. Dazu braucht man nur den zugrundeliegenden Artikel zu lesen.
Und wer die Münchener Justiz kennt, weiß dass Brunner angeklagt und verurteilt worden wäre, inklusive Schmerzensgeld für die ach so armen, benachteiligten Jungens<schnief>.

Zitat von Cassandra105
Wenn man sich einmischt, dann auch mit Respekt, gerade den Aggressoren gegenüber
Ich wünsche Ihnen nichts schlechtes, aber falls Sie mal in eine entsprechende Situation geraten, dann hoffe ich sehr, dass ich in der Nähe bin. Ich (192cm, Kampfsportler) werde mich dann an ihren Rat halten. Mal sehen, was Sie dann von Ihrem eigenen Rat halten.

Zitat von Cassandra105
Wer gewalttätig wird, ob in Sprache oder physisch, sollte maximal dann eingreifen, wenn das Ganze ohnehin schon eskaliert ist, also sich da Leute schon schlagen
Wer in der Lage ist, sich zu wehren braucht nicht einzugreifen - Figuren wie die ach so armen, benachteiligten Jungens<schnief> wissen genau mit wem Sie sich anlegen können und mit wem nicht.

Zitat von Cassandra105
und dann auch besser vorher nach Unterstützung suchen oder die Polizei rufen.
ROFL. Die Münchener Polizei rufen - warum nicht gleich die Heilsarmee?

Zitat von Cassandra105
Aber Brunner hat den Konflikt doch selbst erst eskalieren lassen. Nachgehen ist keine Notwehr mehr
Oh, heilige Naivität! Aber sicher ist es das. Was hätte Brunner machen sollen? Warten bis die Polizei kommt? Er war vermutlich auf Spontan-Camping nicht eingerichtet. Weggehen? Einen einigermaßen belebten Ort verlassen mit zwei Schlägern an den Haken?

Zitat von Cassandra105
da gibt es nichts mehr zu interpretieren, eine Schande für die Justiz, wenn das Gericht tatsächlich diese Absurdität behauptet hat.
Was Sie in Ihrer kindlichen Naivität für eine Absurdität halten, zeigt nur das Ausmaß Ihrer Naivität.

Zitat von Cassandra105
Aber die Angeklagten waren ja weder reich, noch prominent noch weiblich (Richter haben selbst schon zugegeben, Frauen einfach so geringer zu bestrafen, schon das ist einfach nur noch abartig und krank für einen Rechtsstaat).
Von welchem Rechtstaat reden Sie? Im übrigen sind nicht die beiden Schläger zu hart, sondern die anderen im Artikel genannten Schläger zu milde behandelt worden.

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de.nada 06.09.2010, 20:09
73. ♘

Zitat von xvxxx
Das spielt keine Rolle: Bei Tritten an den Kopf nimmt jedes Gericht an, dass der Täter den Tod des Opfers billigend in kauf nimmt. Das ist dann somit Totschlag oder Mord. Rache ist ein niederer Beweggrund, damit : Mord. Aus meiner Sicht absolut sauber. Der andere hat erst mässigend eingewirkt als es zu spät war. Dazu kommt dass sie nur zu zweit in der Lage waren, Brunner in diese Lage zu bringen. Aus meiner Sicht auch ein korrektes Urteil. Die Kommentare in SPON zu diesem Fall sind wirklich unerträglich. Diese "selber Schuld" Unterstellungen sind zum kotzen. Brunner ist sicher kein Held, aber er hat getan, was jeder tun sollte. Weggehen, wegschaun, weglaufen das sind echt tolle Ratschläge. Sollen doch die Schwachen schaun wo sie bleiben. Eine assoziale Kindheit rechtfertigt wohl auch assoziales Verhalten jenseits jeglicher Norm.
Bei der Polizei anzurufen und anschließend dies als präventive Rechtfertigung für den völlig unangebrachten Einsatz von Gewalt vorzugeben klingt aber auch nicht besonders nach Zivilcourage, sondern eher nach :
Wie legitimiert sich ein "Mann der rot sehen will"

Wieso ist der Angriff Brunners für Sie kein "Mordversuch" ?

Er hatte die Polizei angerufen und den Bahnhof genannt.
Wieso geht er denn auf die beiden loß ?
Können Sie ausschließen, daß Brunner nicht mehr wollte als zuschlagen ?

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willi10661 06.09.2010, 20:09
74. mal nüchtern betrachtet,...

Wenn ich mir einfach mal die Fakten ansehe ohne den Aufschrei der Republik in der Woche nach der Tat dann bleibt da nicht viel mehr übrig als eine Schlägerei wie sie jeden Tag hunderte mal passiert, das dabei jemand zu Tode kommt war mit Sicherheit nicht einkalkuliert geschweige denn geplant. Die unterstellte Mordabsicht ist weit an den Haaren herbeigeholt. Im Umkehrschluss müsste man jetzt jede Wirtshausschlägerei unter Mordanklage stellen.

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derlabbecker 06.09.2010, 20:10
75. der Skandal ist nicht..

... dass der eine Täter zu hart bestraft wurde, sondern dess der eine Täter mit der Holzlatte lächerliche 1 1/2 Jahre bekommen hat! Dieses Urteil nun hier als Massstab hinzustellen ist schlechtweg eine Frechheit. Dachte mal beim Spiegel gibts Journalisten mit einem gewissen Niveau...

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Claus61 06.09.2010, 20:11
76. Entschuldigung, ...

Zitat von elpaso
wie sehr wünsche ich mir, dass Sie so einger Gang mal gegenüberstehen würden! Dann können Sie ja mal versuchen so haarfein jusristisch zu argumentieren. Ich fürchte nur, dass Sie das unbeschadet nicht überdauern würden...Wenn ich alle Ihre Kommentare so lese. Mir kommen direkt Mitleidstränen für den ach so unschuldig auf die schiefe Bahn geratene L. Hat er womöglich auch schon mal einen Schnupfen gehabt?! Das würde ja noch ganz andere Handlungsweisen rechtfertigen. Hören Sie bloß auf mit Ihrer Gerichtsreporterei. Das wird langsam unerträglich.
... aber Sie ahnen ja gar nicht, wie sehr ich mir wiederum wünsche, dass genau eine solche Gang Ihnen mal in einer dunklen Gasse in unfreundlicher Absicht gegenübersteht - allein schon, damit Sie mal verstehen, was Sie anderen da so bedenkenlos an den Hals wünschen! Und, um es mal auf den aktuellen Fall haarfein juristisch anzuwenden, das Äquivalent zu der Gang war der Herr Brunner, nicht die beiden Kleingangster! Der hat nämlich den ersten Schlag getan, und das nach allen mir bekannten Aussagen ohne sich einer direkten Bedrohung ausgesetzt zu sehen. Sie scheinen mir im weiteren außerdem Probleme mit elementarem Textverständnis zu haben, sonst würden Sie eine Erklärung von einer Rechtfertigung unterscheiden können. Oder, wollen Sie das etwa am Ende gar nicht? Stört es Sie nicht viel mehr, dass Ihnen da jemand den Spaß am Ausleben Ihres Hasses auf alles, was nicht ganz trivial und anders als Ihre kleine spießbürgerliche Lebensumgebung ist mit einer Aufforderung zum Nachdenken verderben will?

Nein, unerträglich ist für mich eher der Bild-"Zeitungs"-verhetzte Volkszorn, der hier allenthalben aufheult, und der selbstverständlich dem vermeintlich der eigenen Gattung (Spießbürger) angehörigen Rächer der Enterbten - egal, wie sehr der sich objektiv im Unrecht befindet - beispringt und denjenigen, die sich durch ihr Handeln vorher außerhalb des Gesetzes gestellt haben gleich jegliche Menschenrechte abspricht. Mal eine Frage: Gesetzt den Fall, die beiden hätten sich nicht gewehrt, meinen Sie, dass Herr Brunner es bei diesem einen Schlag belassen hätte? Und, wenn nicht, und Sie hätten dabei gestanden: Hätten Sie Beifall geklatscht? Vermutlich ja ...

Oh, ich schulde Ihnen noch den Unterschied zwischen Erklärung und Rechtfertigung: Ein Geschehnis aus einem bestimmten Grund gut zu heißen bedeutet, es zu rechtfertigen. Einen Grund für ein Geschehnis an zu führen bedeutet, es zu erklären. Unterschied klar geworden?

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AllesAufAnfang 06.09.2010, 20:13
77. Brunner ist also im Verlauf der Schlägerei "gestürzt" ....

Zitat von sysop
Die Rollen in der Tragödie um Dominik Brunner waren im Prozess klar verteilt: Ein couragierter Held gegen jugendliche Schläger. Das Urteil im Prozess gegen die beiden Täter scheint dies zu bestätigen - zumindest einer der beiden wurde jedoch viel zu hart bestraft.
... so kann man es auch nennen. Für die Richterschelte durch Frau Friedrichsen vergebe ich eine 6 minus. Mit klarer Tendenz zur 7. Wer jemals solchen Typen gegenüberstand, weiß, dass es dabei nicht nur um Worte geht. Auch Blicke und Gesten in Verbindung mit der Körperhaltung können sehr wohl signalisieren : Es geht los. Wer dem zuvorkommt, dem darf daraus kein Nachteil in rechtlicher Hinsicht entstehen. Brunner gehört meinem Jahrgang an. Wir wuchsen mit dem Tip auf, dem jeweils stärksten Gegenüber klar die Grenzen zu zeigen, nötigenfalls durch Angriff. Eine nicht nur im Schach erprobte Taktik. Was in meiner Jugend half, eine Bedrohung abzuwehren, versagt heute. Weil das Gegenüber nicht ruht, ehe der Andere leblos am Boden liegt. Ich freue mich über das klare Urteil.

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apriliacube 06.09.2010, 20:21
78. Keine Zweifel an Herrn Brunner

So sehr ich die Berichterstattung von Frau Friedrichsen schätze:

Im Falle Brunner hätte sie sich besser rausgehalten, ich werde regelrecht wütend, wenn ich das alles (auch im Heft) lese.

Herr Brunner hat einen Fehler gemacht: Er hat, wahrscheinlich, weil er zu gut erzogen war und über Skrupel verfügte, nicht hart genug zugeschlagen. Leider !

Ich fahre auch fast jeden Tag mit der Münchener S-Bahn, 99 Prozent unser lieben Mitbürger schauen einfach immer nur weg, egal was passiert.

Ich habe null Zweifel an Herrn Brunners Verhaltensweise, der hat KINDERN helfen wollen: KINDERN !

Es hätten eure sein können.......

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bittrich 06.09.2010, 20:21
79. Titel

Zitat von augu
Das denke ich auch. Im print-SPIEGEL dieser Woche wird im Artikel "Eine Nacht in Linie 17" ein ähnlicher Fall beschrieben. Das Opfer, das helfen wollte, wurde zu Boden geschlagen und mit Fußtritten arg malträtiert. Es starb aber dadurch nicht, vielleicht auch weil die gerufene Polizei rechtzeitig kam. Das Urteil für den schlimmsten Täter 6 Monate auf Bewährung wegen gefärlicher Körperverletzung und für die übrigen je 30 Arbeitstunden und vier Wochen Jugendarrest. Ist der tödliche Ausgang des brutalen Zuschlagen und Treten so entscheidend, dass alles andere (wer schlug zuerst)nur eine geringe Rolle spielt ? ...
Es ist in solchen Fällen meist nur ein Wimpernschlag zwischen § 45 JGG und Jugendstrafe. Viele dieser Gruppenschläger verlieren in der Raserei jede ursprünglich menschliche Zurückhaltung, sobald ein Opfer wehrlos am Boden liegt oder signalisiert, sich nicht weiter wehren zu wollen. Dann entstehen Todesfälle.

Man muss sich fragen, woher diese Raserei aus nichtigsten Anlässen kommt, die es früher, jedenfalls zu meinen "Sturm- und Drangzeiten" vor 30 Jahren, verbunden mit mehreren Nasenbrüchen, so nicht gab. Hier kommen sodann jedoch wieder Aspekte auf, die Jugendrichter und Polizeibeamte besser beantworten können. Das sind Themen wie der Anteil an moslemischen Insassen in Berliner Jugendgefängnissen usw. Man schaut sich dann auch als Deutscher Jugendlicher nicht nur den "Kanack"-Slang ab, sondern auch die rüden Verhaltensweisen dieser intensivkriminellen "Gangsta", die zumeist Türken- oder Araberkinder sind. Über die entsprechenden Auswirkungen muss man aber gesondert debattieren.

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