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Urteil im Hamburger Piraten-Prozess: Schuldspruch in der Fremde
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Zwischen Tatort und Gerichtsort liegen mehr als 6000 Kilometer. Für die Entführung eines Frachters sind zehn somalische Piraten in Hamburg zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Fazit des Gerichts: Auch wer in Anarchie lebt, muss zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.

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leser008 19.10.2012, 17:16
1. Unfassbar

Zitat von sysop
Zwischen Tatort und Gerichtsort liegen mehr als 6000 Kilometer. Für die Entführung eines Frachters sind zehn somalische Piraten in Hamburg zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Fazit des Gerichts: Auch wer in Anarchie lebt, muss zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.
Unfassbar, zwei-sieben Jahre für ein solches Verbrechen, bei dem die Tötung der Manschaften und irreparable wirtschaftliche Schäden in Kauf genommen werden. Unter Anrechnung der U-Haft sind die doch gleich wieder frei und bleiben im Zweifel hier. Kompliment auch an die StA, mit so niedrigen Strafanträgen eingestiegen ist. Und Delikte wie Verstoss gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz (durch Führen und Nutzen der Waffen auf einem dt Schiff) gleich ganz ausgelassen, oder vergessen hat.
Das ganze teure Schmierentheater hätte man sich schenken können.

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kantundco 19.10.2012, 17:17
2. Mir kommen die Tränen...

Wieder einmal ein Business-Modell für das die "Unternehmer" nicht die Verantwortung übernehmen wollen. Kommt mir vor wie bei den Banken. Nur sehen da die Überfälle zivilisierter aus. Tja, Pech gehabt. Aber das ist unternehmerisches Risiko im Entführungsgeschäft.

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silberstein 19.10.2012, 17:18
3. Piratenprozess

Da hat die Justiz wenigstens einer Großzahl von Anwälten eine ausreichende Beschäftigung und Entlohnung (Pflichtverteidigung) verschafft, da ja deren Gebühren und Auslagen vom Steuerzahler beglichen werden und als uneinbringlich abzuschreiben sind. Richtig irre ist die Einstellung der Juristen, die sich immerhin einmal dem Gesetz verpflichtet haben (oder irre ich mich da??), die jedem weismachen wollten, die Herren Piraten seien "gezwungen" worden Straftaten zu begehen. Daran kann man ablesen inwieweit die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, die auch weltweit in diesem Fall gleich sind, von den Damen und Herren Verteidigern heruntergespielt somit negiert wird. Die Herren Piraten leben die paar Monate ohnehin luxoriös und werden dies ihren Genossen sicherlich ein Leben lang erzählen, was eine "gerechte" Justiz in Deutschland so alles fertig bringt. Die Methoden der "christlichen Seefahrt" bei Piratenangriffen wären mir lieber gewesen. Diese waren kurz und schmerzlos, sehr effektiv und mitunter mit Risiken verbunden. Welche haben Piraten heute? Keine!!

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insideman 19.10.2012, 17:19
4. Ganz bitter

Typisch deutsche Gerichtsposse! Wir mit unserer Mentalität und unserer Kultur wollen wieder anderen die Welt erklären klarmachen: Deutsche Gesetze gelten weltweit! Am deutschen Wesen muss die Welt genesen. Mit welchem Recht, urteilen hier kalte Juristen in einem warmen, sicheren Gerichtssaal über Männer die in Ihrem Leben nur Krieg, Gewalt und Tod kennen gelernt haben? Für die dieses Land und unsere Gesellschaft so fremd sind, dass sie nicht mal begreifen was passiert. Einer bat vor Gericht darum bitte kurz und schmerzlos erschossen zu werden... Das sagt alles über die Herkunft dieser Männer. Ich wünsche den Angeklagten, von denen im übrigen heute teilweise immer noch nicht klar ist wie alt sie in Wahrheit sind, eine schnelle Haftentlassung und danach ein ruhiges und sicheres Leben hier in Deutschland als anerkannte wirtschaftliche Flüchtlinge. Dafür zahle ich lieber als für die Prestigebauten von Herrn Beck und Co. Und noch eine längst überfällige Anmerkung an meine Freunde aus der Piratenpartei: Ändert euren Namen. Ihr seid keine Piraten! Diese Männer sind Piraten. Ihr nicht. Das illegale downloaden von Pornos in euren warmen Wohnzimmern macht euch nicht zu Piraten!

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dafor 19.10.2012, 17:22
5. Eine Schande so ein Urteil

Zitat von sysop
Zwischen Tatort und Gerichtsort liegen mehr als 6000 Kilometer. Für die Entführung eines Frachters sind zehn somalische Piraten in Hamburg zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Fazit des Gerichts: Auch wer in Anarchie lebt, muss zwischen Recht und Unrecht unterscheiden.
Hat nicht einmal jemand Bedeutendes gesagt: "Das Gesetz in seiner majestätischen Grösse erlaubt es dem Clochard wie dem Reichen unter Brücken zu schlafen!" So ähnlich war das doch, oder? Und sollten nicht in diesem Land christliche Grundsätze gelten wie "Was du dem geringsten meiner Brüder tust das hast du mir getan!" Wer Wind säht wird Sturm ernten!

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Ylex 19.10.2012, 17:23
6. Gewisses Unbehagen

Es gibt nichts auszusetzen an den Urteilen, aber bei mir stellt sich ein gewisses Unbehagen ein – irgendetwas stimmt da nicht. Gegen Armut und Elend lässt sich nicht gut Recht sprechen. Ich habe den Eindruck, die Angeklagten sind nicht richtig justitiabel, natürlich Räuber, natürlich Piraten, bloß mindergeeignet als Schurken, sozusagen. Was sollen die denn hier die ganze Zeit im Gefängnis machen? Jedenfalls keine Klempnerlehre. Die kommen sich doch bei uns vor wie auf dem Mond... man weiß es nicht, am besten nach ein paar Monaten unauffällig wieder laufenlassen.

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großvisionaer 19.10.2012, 17:25
7. So wirds gemacht

Erst plündert der Westen Afrika aus, und wenn die Hungernden sich aus Not an Schiffe vergreifen werden Sie vom deutschen Michel bestraft.

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berliner2011 19.10.2012, 17:28
8. Am deutschen Wesen

Es hat mich schon immer gestört, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll. Aber warum holen wir jetzt Menschen aus anderen Erdteilen zu uns, um sie nach den hier geltenden Gesetzen abzuurteilen. Das Theater ist doch absurd. Wäre es umgekehrt hinzunehmen, wenn ein Deutscher in Saudi-Arabien nach Scharia-Maßstäben verurteilt würde?

Wenn man sie nach Den Haag gebracht hätte, dann wäre es ja noch irgendwie Ok, aber Hamburg? Wegen der Erfahrung mit Störtebecker oder was? Ist das peinlich...

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Crom 19.10.2012, 17:30
9.

Zitat von großvisionaer
Erst plündert der Westen Afrika aus, und wenn die Hungernden sich aus Not an Schiffe vergrreigen werden Sie vom deutschen Michel bestraft.
Diese Bestrafung wünschen sich sicher viele in Somalia. Ausreichend Essen, saubere Unterkunft und nach ein paar Jahren ist man draußen und liegt dem hiesigen Steuerzahler auf der Tasche. Andere müssen dafür halsbrecherische Fluchten unternehmen. Die hier hat man sogar aufgesammelt.

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