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Urteil in Leipzig: "In extremen Ausnahmesituationen" haben Deutsche Recht auf Sterbeh
DPA

In Deutschland dürfen nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Schwerkranke in "extremen Ausnahmefällen" zukünftig Sterbehilfe erhalten. Patientenschützer kritisierten die Entscheidung.

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TomRohwer 02.03.2017, 20:31
1.

Zitat von
Kritik an dem Urteil kam von der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Die Entscheidung sei praxisfern. "Denn was eine unerträgliche Leidenssituation ist, bleibt offen", erklärte Vorstand Eugen Brysch. "Doch Leiden ist weder objektiv messbar noch juristisch allgemeingültig zu definieren.
Was eine unerträgliche Leidenssituation ist, kann nur jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Kein Gesetzgeber, und keine Stiftung.
Zitat von
Auch ist das ein Schlag ins Gesicht der Suizidprävention in Deutschland."
Das Recht, seinem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen, ist ein Menschenrecht und gehört untrennbar zur Würde des Menschen.

Mir scheint eher, daß Patienten Schutz vor solchen Patientenschützern brauchen.

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schillers_locke 02.03.2017, 20:42
2.

"Suizidprävention"? Ziemliche zynische Aussage von einer Stiftung, die dem Patientenwohl gewidmet ist. Leben ist kein reiner Selbstzweck. Vor allem Lebensqualität ist viel zu sehr vernachlässigt.
Viele Patienten habe lieber noch ein sechs Monate langsames und friedliches "Ableben" als zwei Jahre lang intensivst medizinisch betreut zu werden. Palliativmedizin führt zu einem ganzheitlicherem Leben (und Sterben).

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Benjowi 02.03.2017, 21:04
3. Menschenfeindliche Ideologie.

Zitat von TomRohwer
Was eine unerträgliche Leidenssituation ist, kann nur jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Kein Gesetzgeber, und keine Stiftung.Das Recht, seinem Leben selbstbestimmt ein Ende zu setzen, ist ein Menschenrecht und gehört untrennbar zur Würde des Menschen. Mir scheint eher, daß Patienten Schutz vor solchen Patientenschützern brauchen.
Sehe ich genauso. Hier wird eine geradezu menschenfeindliche Ideologie über das Selbstbestimmungsrecht eines leidenden Menschen gestellt. Andere Länder, die sich gewiß keine Leichtfertigkeit oder Zivilationsmängel vorwerfen lassen müssen wie z.B. die Schweiz oder die Niederlande haben sehr viel bessere und menschenwürdigere Regeln!

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Der_zu_spät_geborene 02.03.2017, 21:17
4. Patientenschützer ?

Schwachfug, das sind doch eher Lobbyisten für Pflegedienste, Krankenhäuser und Religiöse. Diese Leute sollen nicht über mein Leben bestimmen sollen.

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Atheist_Crusader 02.03.2017, 21:21
5.

Jeder sollte immer das Recht auf Sterbehilfe haben. Angemessene Sicherheitsmaßnahmen wie eine vorhergehende psychologische Beratung vorausgesetzt.

Wenn es ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und Menschenwürde gibt, muss es auch ein Recht auf den Tod geben. Punkt.

Niemand sollte dafür irgendeinen schlechten improvisierten Weg wählen müssen, bei dem er am Ende noch einen Zugführer oder eine Putzfrau oder so traumatisiert.

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Rollerfahrer 02.03.2017, 21:27
6. Nun, Gottlob stehen auch diesesogenannten Patientenschützer nicht

über dem Grundgesetz! Und das ist auch gut so! Jede extreme Idiologie ist auf Dauer zum Scheitern verurteilt!
Und ja, wer tatsächlich Suizid begehen will, auch nach eingehender psycholigischer Beratung und durchgeführter Klärung der Hinterlassenschaften, der sollte diese Möglichkeit, einen human vertretbaren Abschied zu nehmen, ermöglicht werden! Insofern ein anerkenneswertes Urteil, welches hoffentlich dazu beiträgt, den freien Willen über sich selber vernünftig in Paragraphie zu kippen!

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gammoncrack 02.03.2017, 21:35
7. Ich habe mich sp festgelegt,

dass ich, sollte ein langes, unerträgliches Leiden unabendbar sein, die Schweiz besuche. Das hat auch schon ein Bekannter gemacht. Deswegen finde ich das Urteil vom Tenor sehr gut, aber letztlich kann man damit hier in Deutchland wenig anfangen.

Wahrscheinlich geht hier ein Wunsch nach Genehmigung einer berechtigten Selbsttötung durch so viele Instanzen, dass der Zweck überhaupt nicht mehr erfüllt wird. Dem Staat ist es allemal lieber, wenn die Leute es ohne Betäubungsmittel selbst machen. Das finde ich einfach nur schrecklich.

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quap.sel 02.03.2017, 21:38
8.

Wahnsinn, dass die Leute, die ihren schwer leidenden Mitmenschen ein würdiges, selbstbestimmtes Ende verweigern, sich dann auch noch überaus zynisch "Patientenschützer" nennen. Von einem Schützer der Interessen von Patienten erwarte ich auf jeden Fall genau den entgegengesetzten Standpunkt. Strikte Verweigerung von Sterbehilfe kann ich mir nur bei religiös Verbohrten vorstellen (und bei Sadisten!).

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sonstige 02.03.2017, 21:45
9.

Es wäre auch komisch, wenn festgelegt werden sollte, was lebenswertes Leben ist und welche Schmerzen man gefälligst noch auszuhalten hat und bei welchen man dann gnädigerweise sterben darf.
Das hat überhaupt niemand zu entscheiden, außer dem Kranken selbst.
Deshalb macht es gar keinen Sinn, zu kritisieren, dass offen bleibt, was "unerträgliches Leiden" ist.
Natürlich muss das offen bleiben, das ist ja auch bei jedem einzelnen Menschen verschieden.

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