Forum: Panorama
Urteil nach Bluttat von Chemnitz: Als einmal der Rechtsstaat zusammenbrach
Hendrik Schmidt / DPA

Das Landgericht Chemnitz ist zu einem Urteil im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Deutsch-Kubaners gelangt. Am Sonntag wird in Brandenburg und Sachsen gewählt. Alle fürchten sich sehr. Was tun?

Seite 1 von 49
interessierter10 29.08.2019, 14:06
1. Was einem wirklich Angst macht, ist die blasierte Art der

Spitzfindigkeit bzw. Wort-Sinnverdrehung, mit der - für jeden offenbar - ein Urteil, welches auf Druck von Rechten entstanden ist, gerechtfertigt wird. Mit dieser Art der Argumentation können natürlich jeder und jedes abgeurteilt werden, wenn nur die richtige Formulierung in einer Begründung auch eines Willkürprozesses gewählt wurde. M. E. hat hier Fischer seine Intelligenz seiner eigenen Eitelkeit unterworfen und dem Rechtsstaat einen Schaden zugefügt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redfish 29.08.2019, 14:08
2. Brilliant

Köstlich und brilliant. Danke für diesen Beitrag, Herr Fischer. Ein verbaler Knüppel auf alle Möchtegern-Juristen in der deutschen Journaille.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leser66in 29.08.2019, 14:25
3. moralische Keule schwingen

"Alle drei Leuchttürme der angeblich "Vierten Gewalt", die sich sonst gern mit "Investigations"-Dramen und gefühligen Predigten über den Wert des Rechts gefallen, taten anschließend - nichts. Sie riefen nicht zu Demonstrationen gegen die Unrechts- und Willkürjustiz auf. Sie erhoben keine Rücktrittsforderungen gegen Minister und keine Forderungen nach Untersuchungen. Keine Petition, kein Aufruf zum Widerstand und zum Ungehorsam wurde verbreitet; keine Redaktion und keine Druckergewerkschaft trat in den Streik. Und leise muss man sagen: Es hat, liebe Leser, noch nicht einmal eine einzige der genannten Zeitungen auch nur eine Strafanzeige wegen Rechtsbeugung erstattet, also das absolute Mindestmaß dessen getan, was zur Verteidigung des Rechtsstaats geboten gewesen wäre....."

Und was taten Sie, sehr geehrter Herr Fischer?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jodeltoni 29.08.2019, 14:27
4. Nun

Ein wirklich sehr gelungener Kommentar von Herrn Fischer. Er bringt es auf den Punkt. Dem Kommentar ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gummmibaer 29.08.2019, 14:30
5. Bitte Teil 2 nach der schriftlichen Urteilsbegründung

Interessant, dass Herr Fischer mit keinem Wort darauf eingeht, ob nicht doch Zweifel an dem Urteil zu begründen sind bzw. wieso die Schuld an der Tat angesichts der offenbar vielen offenen Fragen dennoch zweifelsfrei gefunden werden konnte. War denn die Urteilsverkündung aus seiner Sicht schlüssig? Scheinbar hat es die Kammer ja nicht geschafft in seiner Urteilsbegründung alle Zweifel an der Schuld zu beseitigen (zumindest den Medien gegenüber). Insofern wünsche ich mir zumindest, dass Herr Fischer die schriftliche Urteilsbegründung nochmals aufgreift, sobald sie veröffentlicht wurde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
andy70 29.08.2019, 14:31
6. Erwartbar...

Ja, auch Gerichte stehen nicht über gesellschaftlicher Kritik Herr Fischer, auch wenn sie diese anscheinend für anmaßend und nur von dummen und unreflektierten Menschen/Medien kommend wähnen. Ein selbstkritisches der Sache gegenüber sensibles Hinterfragen, wird man von Ihnen wohl nicht mehr erleben...Anscheinend ist die Rolle des bärbeißigen und intellektuell über den Dingen stehenden Grantlers einfach zu verführerisch...Empathie und Ausgewogenheit sind eh nur noch unwichtige Relikte...Hauptsache laut, verletzend und polarisierend...Traurig...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
karatekid 29.08.2019, 14:37
7.

So ein Quatsch.
Da es eine Revision gibt, braucht in den Redaktionsstuben keine Revolte auszubrechen. Und bevor Sie jetzt triumphierend ausrufen, dass Sie das auch nicht explizit gefordert hätten - sinngemäß schon, Herr Fischer. Nehmen Sie erfreut zur Kenntnis, dass ich Ihre überlange selbstverliebte Suada gelesen habe. Analysieren werde ich sie nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ryker 29.08.2019, 14:38
8. Thema verfehlt

Zitat von interessierter10
Spitzfindigkeit bzw. Wort-Sinnverdrehung, mit der - für jeden offenbar - ein Urteil, welches auf Druck von Rechten entstanden ist, gerechtfertigt wird. Mit dieser Art der Argumentation können natürlich jeder und jedes abgeurteilt werden, wenn nur die richtige Formulierung in einer Begründung auch eines Willkürprozesses gewählt wurde. M. E. hat hier Fischer seine Intelligenz seiner eigenen Eitelkeit unterworfen und dem Rechtsstaat einen Schaden zugefügt.
Herr Fischer singt hier nicht das Hohelied auf die Gerichtsbarkeit, sondern den Abgesang auf den Gerichtsjournalismus. Allenthalben Empörung und ganz großer Alarm. Dem Gericht wird geradezu Ungeheuerliches unterstellt. Dann wird kurz mit den Schultern gezuckt und ein Katzenbild geliket. DARUM geht's in dem Text.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Southwest69 29.08.2019, 14:41
9. Weggucken statt Hingucken

Sorry das ich in meinem vorherigen Beitrag diesen Link nicht posten konnte und das jetzt tue.

Der Titel dieses Beitrages aus dem Jahr 2007 von Lisa Sonnabend lautet: "Weggucken statt Hingucken - Polizeipannen in Sachsen-Anhalt."

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/polizeipannen-in-sachsen-anhalt-weggucken-statt-hingucken-a-521102.html

Kenner der Verhältnisse in Sachsen wussten das es keinen fairen Prozess geben würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 49