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US-Schauspieler: Channing Tatum sagt Filmprojekt mit Weinstein-Firma ab
REUTERS

Channing Tatum wollte für eine Romanverfilmung mit der Weinstein Company zusammenarbeiten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Produzenten verwirft der Schauspieler nun den Plan - und lobt "wahre Heldinnen".

PeterPan95 19.10.2017, 10:31
1. Verlogenheit

Offensichtlich wussten es sehr viele. All jene sollten lieber in Sack und Asche gehen und sich bei den Opfern entschuldigen, durch ihr Schweigen zu Mitwissern und bei allen weiteren Taten zu Mittätern durch Unterlassung geworden zu sein. Und das in einer Branche, in der so viele reiche Leute unterwegs sind, die eben nicht mehr in der Abhängigkeit zueinander stehen.

Aber das Verhalten ist typisch amerikanisch. Statt die Verlogenheit der Vergangenheit zu hinterfragen, baut man das nächste Luftschloss der Verlogenheit, welches dann den nächsten Skandal provoziert.

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dareios 21.10.2017, 17:54
2. Der Umgang mit diesem Thema widert mich an

Ja, das Verhalten dieses Mannes ist unsagbar schlimm. Die Verhältnisse in "der Traumfabrik" sind ekelerregend. ABER: Die Reaktionen auf die Enthüllungen sind zutiefst bigott und voller Doppelmoral.
1. Viele wussten Bescheid, viele haben weg gesehen. Alle sind maßlos überrascht. Auf die vorherigen Lügen folgen nun die neuen Lügen...
2. Selbst ich als Laie, der nichts mit diesem Geschäft zu tun hat, hatte schon immer das Vorurteil, dass man sich im Filmgeschäft/Musikgeschäft oftmals "hochschlafen" muss.
3. Wenn ich nach Hollywood gehe, mache ich mir vorher Gedanken über diese "Begleitumstände", spätestens aber, wenn ich so etwas beobachte. Bereits dann sollte ich mir überlegen, wie ich persönlich damit umgehen würde. Aber nein, alle Betroffenen waren im ersten Augenblick total überrascht, überfordert und sprachlos und konnten nichts tun. Das soll man uneingeschränkt glauben?
2. "Freunde" von Weinstein gehen auf größtmögliche Distanz, auch wenn er ihnen persönlich gegenüber absolut korrekt war. Man sollte ihn für sein Fehlverhalten verurteilen, definitiv, aber wie eine Ratte das sinkende Schiff zu verlassen ist eines wahren Freundes unwürdig. Die wenigen Prominenten, die vorsichtig eine Lanze für ihn gebrochen haben, erlagen einem Shitstorm und sind gleich zurück gerudert.
3. Ich sehe in den Frauen, die sich jetzt melden, wahrlich keine "Heldinnen", erst recht keine "wahren Heldinnen". Solch eine Beschreibung verhöhnt die wirklich wahren Helden dieser Welt. Ein Held ist jemand, der unter schwerwiegendem persönlichen Einsatz eine mutige Handlung vollbringt. Man ist kein Held, wenn man jahrelang den Mund hält aus Angst, die eigene Karriere zu ruinieren, und erst plaudert, wenn man erfolgreich ist und sich auf seinen Millionen ausruhen kann. Im Nachhinein "mutig zu sein" und auf dieser Welle mit zu schwimmen ist recht einfach. Diese "Heldinnen" sollte man fragen, ob sie auch an die jungen Nachwuchskünstler denken, die während ihrer Jahre des Schweigens dasselbe Schicksal erdulden mussten.
4. Ich unterscheide ganz bewusst zwischen sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Bei letzterer wird einem Gewalt angetan, da ist man machtlos, die seelische Wunde immens schlimmer, die Scham viel größer. Einer Belästigung kann man in allen Aspekten eher Herr werden. Warum den "Dreckskerl" nicht gleich anzeigen? Das wäre "ein schwerwiegender persönlicher Einsatz" gewesen. Ich hoffe nur, unter den jetzigen Anklägerinnen befindet sich keine, die in der Vergangenheit Schweigegeld akzeptiert hat. Was müsste man moralisch davon halten?

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