Forum: Panorama
USA: Polizei in Baltimore kauft Bürgern 2000 Waffen ab
AFP

500 Dollar für einen Granatwerfer, 100 für eine Pistole: In der US-Stadt Baltimore kauft die Polizei massenhaft Waffen auf, um so die Gewaltkriminalität einzudämmen. Doch die Aktion ist umstritten.

Aha!11!eins 26.12.2018, 10:25
1.

...und unterm Weihnachtsbaum liegen wieder zahlreiche echte Waffen sowie Spielzeugwaffen für Kinder. Solange nicht staatenübergreifend der Erwerb und Besitz scharfer Waffen stark eingeschränkt wird, sowie die Waffe nicht mehr als Spaßfaktor mehr angesehen wird, sondern das was es ist - ein verachtenswertes Tötungsinstrument - solange werden sich die US-Bürger Jahr für Jahr wieder zu Zigtausenden abknallen.

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frenchie3 26.12.2018, 10:27
2. Das Argument mit den geklauten Waffen

ist sicher richtig, aber von welchem Promillebereich spricht man da? Interessant wäre auch mal zu wissen ob es sich bei den abgegebenen Waffen um geklaute handelt und die Diebe auf diese Weise heiße Ware loswurden. Eine hehre Aktion, aber sinnvoll? Ich denke: nein

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rl23 26.12.2018, 11:04
3.

Die Leute können ihre Waffen abgeben, aber sich auch jederzeit in den USA ohne Probleme eine neue besorgen. Ich weiß nicht ob sich das finanziell lohnt diese Umtauschaktion, aber dennoch ist es doch eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

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larsmach 26.12.2018, 11:04
4. Anno 1791 - die gute alte Zeit...

1791... in Italien experimentierte man mit einem Phänomen namens Elektrizität, und der Erfinder des Telegraphen wurde gerade geboren. Es gab in den USA noch keine Postdienste, noch keine Eisenbahn, kaum Straßen, kein 911, keine Polizeihubschrauber. Dieses einmalige Museum ist uns bis heute erhalten geblieben, während selbst der Vatikan in den 1960ern zu dem Schluss kam, die Bibel im historischen Kontext zu lesen (2. Vatikanisches Konzil). Hoffentlich bricht in den USA nie ein Bürgerkrieg aus...

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vox veritas 26.12.2018, 11:08
5.

Kann man die Zahlen der Toten durch Schußwaffen einmal aufschlüsseln? Ich meine, daß ist zwar ein US-amerikanisches Probleme, aber wenn ich hier von Suiziden lesen, dann würde ich auch gerne wissen, wie viele das sind (plus Tote durch Unfälle, Verbrechen, etc., etc.)

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kernspalter 26.12.2018, 11:51
6.

Zitat von vox veritas
Kann man die Zahlen der Toten durch Schußwaffen einmal aufschlüsseln? Ich meine, daß ist zwar ein US-amerikanisches Probleme, aber wenn ich hier von Suiziden lesen, dann würde ich auch gerne wissen, wie viele das sind (plus Tote durch Unfälle, Verbrechen, etc., etc.)
Zunächst eine Antwort zu Ihrer Frage in Gestalt zweier Links:

1. https://en.wikipedia.org/wiki/Gun_violence_in_the_United_States
2. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_suicide_rate

Wir sehen also daraus: Der größte Teil der Schusswaffen-"gewalt" sind Selbsttötungen, und die Selbsttötungsrate in den USA ist nicht ungewöhnlich im Vergleich zu anderen Ländern westlicher Kultur: etwa anderthalb mal so hoch wie in Deutschland, aber niedriger als in Japan, wo Feuerwaffen ausserhalb von Behörden nicht vorkommen. Mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen hat das also ersichtlich nichts zu tun. Diese entscheidet nur über die Methode.

Bei den vorsätzlichen Tötungsdelikten (Homicide, also Mord) geht aus dem Wikipedia Artikel leider nicht hervor, daß der weit überwiegende Anteil gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden, etwa beim Streit um Gebiete im Drogenhandel in Großstädten sind. Die Protagonisten sind hier üblicherweise vorbestraft und nicht legal im Besitz der verwendeten Waffen, entziehen sich also völlig irgendwelcher Regulierung durch neue Gesetze.

Damit bleibt von den "amerikanischen Verhältnissen" hinsichtlich Waffengewalt nicht mehr viel übrig, die Drogenkriminalität ist ein soziales, kein waffenrechtliches oder waffentechnisches Problem.

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Taiga_Wutz 26.12.2018, 14:04
7. Beweismittelvernichtung?

Problematische Aktion: man darf ja davon ausgehen dass die Waffen größtenteils vernichtet werden um als Büroklammern und anderes zu reinkarnieren. Die Abgabeaktion sicherte Anonymität zu. Wieviele Waffen wurden so wahrscheinlich eingezogen und vernichtet, die möglicherweise einziges Beweismaterial in noch ungelösten Mordfällen waren? Auszuschließen ist das nach den Informationen aus dem Artikel wohl eher nicht. Und alle eingezogenen Waffen ballistisch untersuchen zu lassen ist wohl ohnehin unmöglich und war nicht vorgesehen - zwiespältig.

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Celegorm 26.12.2018, 14:15
8.

Zitat von kernspalter
Die Protagonisten sind hier üblicherweise vorbestraft und nicht legal im Besitz der verwendeten Waffen, entziehen sich also völlig irgendwelcher Regulierung durch neue Gesetze. Damit bleibt von den "amerikanischen Verhältnissen" hinsichtlich Waffengewalt nicht mehr viel übrig, die Drogenkriminalität ist ein soziales, kein waffenrechtliches oder waffentechnisches Problem.
Die Schusswaffen-Gewalt nur auf kriminelle Banden zu reduzieren greift jedoch zu kurz, da die leichte Verfügbarkeit von Schusswaffen durchaus auch zu einer erhöhten Nutzung dieser für Gewalttaten durch "unbescholtene" Bürger führt. Die mehr als 300 (!) "mass shootings" vielfach durch "gewöhnliche" Schüler, Veteranen, etc. sprechen eine recht deutliche Sprache.

Ihre Argumentation übersieht auch das generelle Problem lockerer Waffengesetze: die leichte Verfügbarkeit "legaler" Schusswaffen und der vielerorts nahezu unregulierte Handel mit diesen trägt gerade entscheidend dazu bei, dass jeder "Gangbanger" problemlos für einen Apfel und Ei sich seine grosskalibrige Knarre beschaffen kann. Simpel gesagt: von der völlig unregulierten "gun shot" in Missouri sind es nur zwei Ecken bis in die Chicago Southside. Zu meinen, diese enorme Anzahl vorhandener Schusswaffen würde nicht auch die Grenzen von Staaten sowie vom legalen in den illegalen Bereich überschreiten, ist geradezu vorsätzlich naiv. Denn bei der heutigen Situation ist es ein Kinderspiel, dass ursprünglich legale Waffen über private Wiederverkäufe oder (angebliche) Diebstähle bei Kriminellen landen. Hinzu kommt, dass dadurch die Kontrolle an sich schwieriger fällt, denn in Ländern, in denen Schusswaffen weitgehend verboten sind, ist jede in privaten Händen gefundene leicht als illegal zu identifizieren und beschlagnahmen.

Wobei ich persönlich gar nicht argumentieren würde, dass die Schusswaffen bzw. deren Allgegegenwart das Problem sind. Denn in Ländern wie Finnland oder der Schweiz sind diese nur begrenzt problematisch. Entscheidend ist letztlich die fragwürdige Waffenkultur in weiten Teilen der USA und die Neigung, Konflikte mit Waffengewalt auszutragen. Man muss darum eher sagen: die Waffengesetze an sich wären kein Problem, werden aber dadurch zum Problem, dass die Amerikaner offensichtlich mit so viel Freiheit nicht umgehen können.

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MKAchter 27.12.2018, 09:03
9. Güter

Zitat von Aha!11!eins
Solange nicht staatenübergreifend der Erwerb und Besitz scharfer Waffen stark eingeschränkt wird, sowie die Waffe nicht mehr als Spaßfaktor mehr angesehen wird, sondern das was es ist - ein verachtenswertes Tötungsinstrument....
Ich sehe nicht, was z.B. (wie in Europa als Lizenz-/Besitzgrund üblich) an Schusswaffen, die für Jagd oder Schießsport Verwendung finden, "verachtenswert" sein soll. Auch können Waffen durchaus Kulturgüter sein.

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