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Väter in Elternzeit : "Ich wollte gar nicht raus aus dem Job"
Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images

Die meisten Väter nehmen keine Elternzeit. Warum? In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" geht es um ungleiche Kinderbetreuung. Und um die Frage, ob Männer die Elternzeit als Lifestyle missbrauchen.

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wiescheid 26.03.2019, 16:48
1. meine zwei Monate Elternzeit

kosten uns ca. 5.000 Euro. Die Frau ist drei Jahre zu Hause, die Rechnungen flattern dennoch ins abzuzahlende Haus, da ist einfach nicht mehr als die zwei Monate drin. Immerhin Dank Urlaub auf drei Monate Auszeit gestreckt, aber bei den finanziellen Einbußen überlegt man dennoch zweimal. Bei der ersten Tochter vor zwei Jahren war's nicht drin...

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yabba-dabba-doo 26.03.2019, 16:50
2. Viele Arten von guten Vätern

Vielleicht ist u. a. ein guter Vater auch einer der genug Geld nach Hause bringt, damit die Familie finanziell sorgenlos Leben kann. Darf man das in der heutigen Zeit noch schreiben?
Wer möchte eigentlich nicht mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen. Aber der Verdienstausfall während der Elternzeit kannn existenziell sein.

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lupusyonderboy 26.03.2019, 16:58
3.

> "Es ist völlig egal, wo jemand Zeit mit seinem Kind verbringt"

Das mag auf den Ort so gerade noch zutreffen. Auf die Umstände nicht. Aus meiner Erfahrung macht es einen enormen Unterschied, ob man nur Quality Time mit dem Kind verbringt, oder eben alle Höhen und Tiefen des Alltags.

Zutrauen und Bindung zwischen Vater und Kind sind überall dort größer, wo gerade auch die quängeligen, zornigen, müden, langweiligen und widerspenstigen Situationen des Alltags gemeinsam gemeistert wurden. Und es wundert mich nicht, dass ein Vater, der sein Kind nur vom Eis essen und Schwimmbad kennt, nicht eben dieses unbedingte Vertrauen geschenkt bekommt, das Mütter haben. Auch wenn die natürlich qua Schwangerschaft den Väter immer etwas voraus haben.

Väter, warum bringt ihr euch um diese wunderbare Erfahrung?

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kuv02 26.03.2019, 17:23
4. Sticher

Für Android-Nutzer wäre es schön, wenn man Sticher nicht links liegen liße. Nur zur Sicherheit damit die "Spiegel Apple-Redaktion" das versteht: Sticher ist eine App für Android mit der man Podcasts hören kann.

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yabba-dabba-doo 26.03.2019, 17:33
5.

@3 das stimmt so mal gar nicht. Auch arbeitende Väter können ein inniges Verhältnis zu ihren Kindern aufbauen. Und das ist auch Standard. Mit dieser Artikel und der Antwort u.a. Von @3 wird das Thema Rabenmütter um das Thema Rabenväter schlicht erweitert. Eine völlig unnötige Diskussion

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Kekser 26.03.2019, 17:37
6. Meine Elternzeit

merkt man deutlich bei unserer Tochter. Ich war von Geburt ca. 2,5 Jahre zu Hause und versorgte sie nahezu komplett. Jetzt ist sie 7 Jahre alt. Man merkt vor allem im emotionalen Bereich, dass sie meistens vom Papa getröstet werden will. Motorisch ist sie topfit. Das liegt auch daran, dass ich keinen Kinderwagen geschoben habe und mit ihr alles gelaufen bin und viel im Wald war um Pilze zu finden. Klettern, fangen, werfen, Handstand mit Abrollen, rennen, springen, Seilspringen mit Rhytmuswechseln, Ballspiele und Tischtennis klappt mit großer Präzision und Schneelligkeit. Ich arbeite immer noch in Teilzeit und bin Nachmittags zu Hause und koche.
Während der Elternzeit und auch danach habe ich bewusst Dinge anders gemacht, als man sie vielleicht von tradierter "Frauenerziehung für Mädchen" kennt. Sicherheit im Tun erlernen Kinder natürlich durch Ausprobieren. Sie lesen aber auch viel im Gesicht der Eltern. Leider erkennt man oft darin, dass überall Gefahren auf Spielplätzen lauern und der Kletterturm noch nichts sei. Ich habe meine Tochter einfach nur ermutigt etwas auszuprobieren und dann aufgefangen, falls sie mal daneben gegriffen hat.
Dazu braucht man allerdings freie Hände und Interesse am freien Spiel des Kindes. An den freien Händen scheitert es jedoch bei den meisten Müttern, da befindet sich zumeist das Mobiltelefon. Ich bin überzeugt, dass Kinderwägen und Buggy bereits früh motorische Entfaltung verhindern. Kleinkinder werden an Passivität gewöhnt, und (vorwiegend Mütter) nehmen sich den Vorteil der bewussten Langsamtkeit und des Entdeckens, indem sie Kinder ind der Wagen stecken. Bauchtrage und Schultertransport und gemeinsames bewusstes Laufen fördern viel stärker emotionale Bindung, motorische Grundlagen und Entdeckergeist.

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Phil2302 26.03.2019, 17:41
7. Verdienstausfall

Wie bereits angesprochen läge bei etwa 4500 € für 2 Monate, dazu kommt, dass ich als Lehrer den Unterricht nicht einfach ausfallen lassen kann (gesetzlich ja, moralisch nein, oder wie sollen die Schüler durchs Abitur kommen?), also hab ich es sein gelassen. Meine Frau bleibt auch wenigstens 2 Jahre zu Hause. Ich weiß, ganz furchtbar konservativ, klappt für uns aber super.

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_Hoppla_ 26.03.2019, 18:11
8. Equal-pay???

Zitat von Kekser
merkt man deutlich bei unserer Tochter. Ich war von Geburt ca. 2,5 Jahre zu Hause und versorgte sie nahezu komplett. Jetzt ist sie 7 Jahre alt. Man merkt vor allem im emotionalen Bereich, dass sie meistens vom Papa getröstet werden will. Motorisch ist sie topfit. Das liegt auch daran, dass ich keinen Kinderwagen geschoben habe und mit ihr alles gelaufen bin und viel im Wald war um Pilze zu finden. Klettern, fangen, werfen, Handstand mit Abrollen, rennen, springen, Seilspringen mit Rhytmuswechseln, Ballspiele und Tischtennis klappt mit großer Präzision und Schneelligkeit. Ich arbeite immer noch in Teilzeit und bin Nachmittags zu Hause und koche. Während der Elternzeit und auch danach habe ich bewusst Dinge anders gemacht, als man sie vielleicht von tradierter "Frauenerziehung für Mädchen" kennt. Sicherheit im Tun erlernen Kinder natürlich durch Ausprobieren. Sie lesen aber auch viel im Gesicht der Eltern. Leider erkennt man oft darin, dass überall Gefahren auf Spielplätzen lauern und der Kletterturm noch nichts sei. Ich habe meine Tochter einfach nur ermutigt etwas auszuprobieren und dann aufgefangen, falls sie mal daneben gegriffen hat. Dazu braucht man allerdings freie Hände und Interesse am freien Spiel des Kindes. An den freien Händen scheitert es jedoch bei den meisten Müttern, da befindet sich zumeist das Mobiltelefon. Ich bin überzeugt, dass Kinderwägen und Buggy bereits früh motorische Entfaltung verhindern. Kleinkinder werden an Passivität gewöhnt, und (vorwiegend Mütter) nehmen sich den Vorteil der bewussten Langsamtkeit und des Entdeckens, indem sie Kinder ind der Wagen stecken. Bauchtrage und Schultertransport und gemeinsames bewusstes Laufen fördern viel stärker emotionale Bindung, motorische Grundlagen und Entdeckergeist.
So kenne ich das aus meiner Kindheit, die schon sehr, sehr lange her ist. Ich war - als Mädchen - immer Papa-Kind. Und das, obwohl beide Elternteile arbeiteten. Diese von Ihnen beschriebene 'Immobilität' ist aber m.M.n. ein Zeitgeist-Phänomen, unabhängig davon, ob, Vater oder Mutter die Elternzeit wahrnehmen. Und die Elternzeitfrage wiederum ist, um zu @1, @2 und @7 zu kommen, immer noch auch ein Problem, dass Frauen weniger verdienen als Männer und somit die Entscheidung leider zu oft zuungunsten der mehrverdienenden 'Familienhaupternährer' fällt. Dazu addiert sich, dass manch ein Arbeitgeber noch in alten Denkmustern hängt und es als Zumutung ansieht, wenn ein Mann zeitweise 'das Team im Stich lässt', während gleiches bei einer Frau regelrecht erwartet wird (ansonsten -> 'Rabenmutter').

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Wirbelwind 26.03.2019, 19:38
9. Dass man als Lehrer den Unterricht nicht ausfallen lassen kann?

Zitat von Phil2302
dazu kommt, dass ich als Lehrer den Unterricht nicht einfach ausfallen lassen kann (gesetzlich ja, moralisch nein, oder wie sollen die Schüler durchs Abitur kommen?)
Dass man als Lehrer den Unterricht nicht ausfallen lassen kann?
Mit Verlaub, aber das ist doch wohl die fadenscheinigste Ausrede, die mir je zu Ohren gekommen ist. Immerhin ist Elternzeit bei weiblichen Lehrkräften an der Tagesordnung. Warum sollte das dann bei Ihnen nicht gehen. Tut mir leid, aber das klingt für mich absolut unglaubwürdig.

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