Forum: Panorama
Verdacht auf Schneeballsystem: Wie Herr Clement vier Millionen Euro von deutschen Ren
SPIEGEL TV

"Gewinne, die unglaublich sind": Eine attraktive monatliche Zusatzrente hat ein mutmaßlicher Betrüger Anlegern versprochen. Doch die Auszahlungen wurden gestoppt, der Mann lebt nun in Kambodscha.

Seite 3 von 3
mundi 16.04.2019, 16:48
20. In Mathe bin ich nicht so gut

Zitat von spon_5004421
leider hat sich dieser Spruch auch im vorliegenden Betrugsfall einmal wieder bewahrheitet. Ein bißchen Nachdenken, ob es überhaupt sein kann, dass eine Einzahlung von 18.000 € über Jahre hinweg eine - zudem angeblich vererbbare - Rendite von 1.000 € monatlich erbringt, hätte manchem "Anleger" einen schmerzhaften Verlust erspart.
Die Leute können nicht rechnen. Sogar Prominente bekennen im Fernsehen, dass sie in der Schule schlecht in Mathe waren. Sonst würden sie jede Schwäche verleugnen.
Es scheint an der Mentalität zu liegen, dass man nirgends schlecht sein darf und es gerne verheimlicht, aber in Mathematik durchaus.

So ist auch zu erklären, dass Zahlenspielerei für Viele eine Unbekannte ist und man auch sehr dubiosen Geldanlegern glaubt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
intercooler61 16.04.2019, 23:04
21. @Opa_Hoppenstädt: Trugschluss "Kapitaldeckung"

Zitat von Opa_Hoppenstädt
krankt daran, das allein die derzeit arbeitenden, den derzeitigen Rentnern die Rente finanzieren. [...] Wenn jeder Arbeitnehmer nur die Hälfte seiner derzeitigen Rentenbeiträge in seriöse sichere Anlagen investiert... Hätte als Rentner ein gutes Polster... das er wohl so schnell nicht aufgebraucht bekommt...
Sie verkennen, dass bei _jeder_ Form der Altersversorgung die im Ruhestand benötigten Güter und Dienstleistungen von den dann aktuell Arbeitenden - und nur von diesen - erbracht werden müssen. Insofern treffen demographische Trends, Wirtschaftskrisen etc. im Grundsatz alle (was auch fair ist: geteiltes Leid ...).

Unterschiede zwischen Umlageverfahren
(gesetzliche Rente) und Kapitaldeckung bestehen in der Rechtsnatur Ihres Versorgungsanspruchs und darin, welche Risiken ihn vor Inanspruchnahme schrupfen lassen können.

Die Umlagerente als Sozialleistung unterliegt politischer Willkür. Der Gesetzgeber greift gern mal in die Kasse, um andere Löcher zu stopfen (Wiedervereinigung) oder Geschenke zu verteilen. Sie erwerben kein durch Art. 14 GG geschützes Eigentum; der Grundsatz des Vertrauensschutzes ist sehr dehnbar und löchrig. (Ein Skandal vor dem Hintergrund, dass es sich im Gegensatz zu einer freiwillig gewählten privaten Vorsorge um Pflichtbeiträge handelt!)

Bei privater Vorsorge erwerben Sie einen einklagbaren zivilrechtlichen Anspruch gegen die, denen Sie Ihr Geld geben - zu oft allerdings erst nach Abzug üppiger Provisionen für die Maschmeyers dieser Welt. Die Anlagemöglichkeiten sind flexibler, u.U. renditestärker, aber eben auch riskanter. Man kann z.B. versuchen, demographische Einflüsse durch Anlage in aufstrebenden Schwellenländern abzufedern - geht damit aber auch wieder andere Risiken ein. Aus dem magischen Dreieck (Rendite vs. Sicherheit vs. Liquidität, letztere hier nachrangig) gibt es kein Entkommen.

Und vor der Politik ist man auch privat nicht 100%ig gefeit. Kunden der Kapital-LV durften es gerade erfahren, und im Steuerrecht sind ebenfalls unangenehme Überraschungen einzukalkulieren. Der größte Haken aber ist, dass staatliche Regulierung den Vorsorgewilligen in Anlageformen drängt, bei denen er von Finanzdienstleistern ausgeplündert wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 3