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Verdrängung von Obdachlosen: Von Stinkbomben und Wasserdüsen
DPA

Metall-Spikes in einem Londoner Hauseingang haben nicht nur in Großbritannien eine Debatte über den Umgang mit Obdachlosen ausgelöst. Dabei ist die Verdrängung von Wohnungslosen aus Stadtgebieten auch in Deutschland allgegenwärtig.

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vinod.heinzelmann 12.06.2014, 08:23
1. Sauerei

Finds eigendlich schon ne Sauerei, wie man hier in München mit Obdachlosen umgeht und selbst mich persönlich (noch Wohnungsbesitzer) stören die Metallsitzplätze an den Bahnhöfen wo jeder Sitzplatz mit Metall Armlehnen abgetrennt ist und man sich aufrecht hineinsetzen muß um keine Rückenschmerzen zu bekommen.

Überlege mir schon eine Strafanzeige gegen die Deutsche Bahn zu stellen, da ich immernoch Rückenschmerzen von meiner letzten Bahnfahrt habe, gerade in Zeiten von Bauarbeiten wo regelmässig Züge / Busse ausfallen ist das ein unding und eine schickane gegenüber den Kunden wie auch Obdachlosen.

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enivid 12.06.2014, 08:39
2. Auch auf die Gefahr hin

Sich unbeliebt zu machen. Zumindest in Deutschland muss man nicht obdachlos sein. Der Sozialstaat funktioniert so gut, dass sich jeder eine Wohnung leisten kann. Viele die obdachlos sind, sind es durch Eigenverschulden. Und eine Vielzahl derer sind Alkohol- und Drogenabhängige, die will ich nicht in der Stadt haben, aber auch sonst wo nicht.

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koves 12.06.2014, 08:41
3. Mülleimer gegen Pfandsammler?

was spricht nur dagegen, dass Obdachlose oder andere Menschen Pfandflaschen aus Mülleimern heraussortieren?!? Es ist doch eine gute Sache, erst recht, wenn wiederverwertbare und nicht brennbare Mehrweg-Glasflaschen nicht in die Müllverbrennung wandern!

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GrinderFX 12.06.2014, 08:45
4.

In Deutschland ist es sehr schwer Wohnungslos zu werden und meistens ist das eine freie Entscheidung. Auch gibt es genügend Einrichtungen, die den Betroffenen wieder aus der Situation hinaus hilft. Finanzielle Gründe sind es also nicht. Jeder kann sich seinen Lebensstil selber aussuchen, so frei sind wir ja. Was allerdings nicht in Ordnung ist, ist das Verhalten dieser Personen. Auch wenn viele Mitleid mit den Personen haben, zerstören sie doch fremdes Eigentum. In Berlin werden gerne Bushaltestellen als neues Zuhause eingerichtet und mit Müll vollgestellt, dass sich die Ratten tummeln. Dazu wird gleich daneben oder gar in der Bushaltestelle auf Klo gegangen, sodass man die Bushaltestelle nach der Räumung eigentlich nur noch niederbrennen kann und neubauen muss. Das unterscheidet sich nicht von denjenigen, die dort die Scheibe mutwillig eintreten oder die Sitze zerstören. Das Ergebnis ist das gleiche. Deswegen muss man auch die Anwohner verstehen, die es eben nicht gerne sehen, wenn Lumpenlui mit seinem geklauten Einkaufswagen und seinen stinkenden Alditüten in deren Hauseingang haust und dort ein Schlachtfeld hinterlässt.
Wären die Betroffenen Perspektivlos, könnte ich das ja durchaus verstehen, da ihnen aber so viel Hilfe angeboten wird, müssen sie sich auch damit abfinden, wenn man sie eben nicht unter diesen bedingen haben möchte. Vor allem dann nicht, wenn sie anderes Eigentum zerstören oder beschädigen.

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bmvjr 12.06.2014, 08:51
5. Weg ja, aber anders

Auch ich bin fuer die Entfernung von Obdachlosen aus jeglichem Stadtbild - aber anders, als mit Zaeunen, Metallstacheln im Boden oder geteilten Sitzbaenken.
Mit derlei Schikanen macht man Obdachlosen das Leben schwer, mehr nicht.
Obdachlose duerfte es in einem Land wie Deutschland eigentlich gar nicht geben. Ein Land, dass sich eines unerwartet grossen Ueberschusses in Steuereinnahmen erfreut, duerfte keine Obdachlosen haben. Ein Land, in dem Managergehaelter und Boni in die Millionen pro Kopf (!) gehen, duerfte keine Obdachlosen haben. Ein Land, dass sich fuer fortschrittlich haelt, hochentwickelt ist und eine Fuehrungsrolle in Europa besetzt, durfte keine Obdachlosen haben.
So ein Land wird daran gemessen, ob es und wie viele es an Obdachlosen hat und wie es mit dem Problem an sich sowie mit den Obdachlosen selbst umgeht. Da aber sieht unser Land nicht so glaenzend aus.
Wir muessen zusehen, dass Menschen unter uns, die Gefahr laufen obdachlos zu werden, gar nicht erst in die Kategorie abrutschen sondern von uns aufgefangen werden. Wir wollen in Europa gross beitragen, Hungernden in der Welt helfen, Fluechtlinge aus Syrien und anderswo beherbergen und koennen nicht verhindern, dass wir selbst an die 300.000 Obdachlose haben? Da stimmt etwas nicht, es muss Abhilfe her und dazu muss jeder nach seinen Moeglichkeiten herangezogen werden.
Ich bin bereit, eine meinen bescheidenen, persoenlichen Moeglichkeiten angemessene Summe fuer gezielt diesen Zweck regelmaessig beizutragen.
Wuerde jeder Deutsche monatlich mit nur 1 Euro dafuer belastet, kaemen monatlich an die 80 Mio Euro zusammen - und dass ist nicht einmal den unterschiedlichen individuellen Einkommen angeglichen.
Davon kann man doch Unterkuenfte mit Verpflegung, Versorgung, Behandlung und Beratung schaffen.

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dachauerthomas 12.06.2014, 08:58
6. Aus den Augen aus dem Sinn

Frei nach dem Motto, was ich nicht sehe gibt es nicht sollen diese Menschen (die durchaus auch lästig sein können) von der Bildfläche verschwinden. Eure Armut kotzt mich an.

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hartmut_s 12.06.2014, 09:00
7. 100.000 Euro!

"Die vorher bereits in den Boden eingelassenen, mehr als 100.000 Euro teuren Wackersteine blieben." - Das Geld hätte die Stadt besser investiert, um den Leuten zu helfen, statt dafür, ihnen das Leben NOCH schwerer zu machen. Unfassbar!

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Koda 12.06.2014, 09:02
8. Schildbürgerstreich in Bild 6

Zuerst sollen die Obdachlosen durch Klappen davon abgehalten werden, Pfandflaschen zu sammeln; dann werden neben den Sammelbehältern Vorrichtugnen angebracht, wo jeder seine Pfandflasche, die er oder sie nicht mehr will, öffentlich aufstellen will.
Ergo: hätte man besser gleich so gemacht.

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ekel-alfred 12.06.2014, 09:05
9.

Zitat von sysop
Dabei ist die Verdrängung von Wohnungslosen aus Stadtgebieten auch in Deutschland allgegenwärtig.
Probleme im Stadtgebiet, die man nicht sieht, gibt es auch nicht......

Ironie off.

Man muss sich schämen für diese Gesellschaft und für diesen Staat! Einen Staat, in dem die Tafeln den Ansturm kaum mehr bewältigen können. Ein Staat, in dem man Obdachlose wie lästige Tiere vertreibt.

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