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Vereiste Sensoren: Computerpanne schickte Lufthansa-Airbus in den Sturzflug
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Die Maschine rauschte mit 1000 Metern pro Minute in die Tiefe: Irregeleitete Bordcomputer haben nach SPIEGEL-Informationen einen Lufthansa-Airbus in einen steilen Sinkflug gezwungen. Nur dank der Piloten konnte das Flugzeug wieder unter Kontrolle gebracht werden.

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TS_Alien 20.03.2015, 12:53
10.

Wenn ein Bordcomputer fehlerhafte Informationen erhält, wird er sehr oft einen Widerspruch zu anderen Informationen feststellen. Wenn z.B. der künstliche Horizont einen Sinkflug meldet und die anderen Sensoren eine dazu passende Fluglage des Flugzeugs melden, sollte sich der Bordcomputer bei den Piloten melden oder sich gleich selbst ausschalten.

Aktionen wie ein Sturzflug, der eher im Notfall durchgeführt wird, sollte niemals vom Bordcomputer alleine und erst recht nicht bei widersprüchlichen Informationen eingeleitet werden. Dies muss den Piloten vorbehalten sein. Dass ein Bordcomputer die Piloten "überstimmen" kann, ist etwas, das man nur als gefährlichen Unsinn bezeichnen kann.

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vernunft81 20.03.2015, 12:55
11. Sturzflug oder Sinkflug?

1000m pro Minute? Bei einer normalen Flughöhe von 8km würde man entsprechend 8 Minuten bis zum "Aufprall" brauchen. Da geht der ein oder andere Landeanflug ja schneller...

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Waschlaff Duschmann 20.03.2015, 12:55
12.

Ja, das sind die beweglichen Flossen, die den Luftstrom messen. Hat der Eurofighter auch. Mechanische Computereingaben waren mir schon immer suspekt. Wenn diese vereisen fängt der computer an merkwürdiges Zeug zu fliegen. Wenn man dann die Tragflächen nicht mehr direkt bedienen kann...

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Bin_der_Neue 20.03.2015, 12:55
13. Bestes Beispiel

..was passieren kann, wenn man sich zu sehr auf die Technik verlässt und schnelles Umschalten auf Steuerung durch den Menschen erst gar nicht vorgesehen ist. Mag ja sein, dass autonome Steuerung zu 99,9% fehlerfrei funktioniert und der Mensch die größere Fehlerquelle darstellt - dennoch wird es immer Ausnahmesituationen geben, in denen rasch menschlich und intuitiv gehandelt werden muss. Entschprechend schnelle Umschaltmöglichkeiten währen wünschenswert, was man mit der Softwareaktualisierung bei Airbus ja nun scheinbar umsetzen will.

Hoffentlich lernt man hieraus auch für die Autoindustrie, dass bei alllen elektronischen Helferlein wie Abstandsradar, Bremsassistent, Verkehrszeichenerkennung etc. der Mensch die letzte Entscheidungsgewalt im Auto behalten sollte. Hier hat man vielleicht 109 Passagiere an Bord - aber auch keinen 1000m/Min. Sinkflug Zeit, zu reagieren.

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jujo 20.03.2015, 12:57
14. ....

Wozu bedarf es extra Schulung und Cleverness um bei Versagen der elektronischen Syteme diese zu überbrücken und per Hand zu fliegen? Gibt es da keinen "Masterswitch" der das mit einem Handgriff regelt und das Problem erstmal erledigt?
Automatisierung ist ja gut und schön. Ich war aber immer froh, das ich mein Schiff auch noch mit Magnetkompass und Sextant, in Küstennähe mit terrestrischer Navigation, sicher in den Hafen bekommen hätte bei einem elektronischem "blackout"!

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woswoistndu 20.03.2015, 13:03
15. vielleicht

liege ich ja falsch, aber haben die bordcomputer nicht das richtige gemacht? vereiste sensoren liefern falsche werte, also runter zum auftauen. vielleicht ist das zu simpel gedacht, aber vereisen die tragflächen wird der pilot auf versuchen auf eine "auftauhöhe" zu kommen um einen strömungsabriss zu vermeiden.
wenn ich das hier richtig verstehe waren also noch 27k luft unterm kiel - wozu diese "topmeldung"??

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DHC2 20.03.2015, 13:08
16.

Eine Sinkrate von 1.000m/min entspricht etwas über 3.000 Fuss/Minute (Piloten denken in "Feet"=Fuss).

Das ist zwar eine sportliche Sinkrate für ein Passagierflugzeug, aber nichts, worüber man sich sorgen müsste. Für das Flugzeug stellt diese Sinkrate überhaupt kein Problem dar, diese wird in überfüllten Lufträumen auch täglich geflogen.

Moderne Airbusse und Boeings stecken klaglos Sinkraten von 2.500m/min (8.000ft/min) weg, Problem sind nur die Passagiere: denen wird nämlich schlecht, wenns so steil nach unten geht.

Im STEIGFLUG sollte derlei allerdings nicht passieren.

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TPunkt 20.03.2015, 13:09
17. Airbus halt

Das ist die Airbus-Philosophie: Alles was der Pilot macht, wird vom Bordcomputer erstmal überprüft und erst dann freigegeben, wenn der Computer der "Meinung" ist, dass der Pilot keine gefährliche Handlung ausübt. Blöd, wenn der Computer nicht weiß, dass seine Sensoren defekt sind. Übrigens hat dieser Bordcomputer nichts mit dem Autopiloten zu tun. Den können die Piloten auf Knopfdruck wenigstens ausschalten. Das ist beim Bordcomputer nicht so einfach der Fall.
Faustregel: Boeing-Flugzeuge werden geflogen und von Airbus-Flugzeugen wird man geflogen. Ich finde das äußerst bedenklich und entmündigt die Piloten, die dadurch gewissermaßen auch aus der Flug-Übung geraten. Auch der AirFrance-Absturz war u.a. eine Folge aus dieser Airbus-Philosophie, die noch weitere Haken hat, außer dem übergriffigen Computer.
Übrigens werden die Sensoren für Geschwindigkeit normalerweise immer beheizt.

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muellerthomas 20.03.2015, 13:11
18.

Zitat von oidahund
Und im Zusammenhang mit den Pilotenstreiks heißt es, man könne bald ohne Piloten fliegen. Technik ist nun einmal für Fehler anfällig. Gut, dass da noch gut ausgebildete Menschen sitzen, die wissen, was zu tun ist. Ich bin gespannt, wann das erste Google-Auto Amok fährt und kein Fahrer mehr eingreifen kann.
Dumm nur, wenn Menschen für mehr Fehler verantwortlich sind.

Wenn irgendwann bei einem selbstfahrenen Auto ein Unfall geschieht, werden Leute wie Sie genau so argumentieren und dabei die vielen tausend Toten durch menschliche Fahrer ignorieren.

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JaguarCat 20.03.2015, 13:14
19. Nicht immer reagiert der Pilot richtig

Bei Air Asia QZ8501 waren die Piloten nicht schnell genug mit dem Abschalten des Computers. Der Flieger, bzw.. das, was davon übrig ist, ruht nun am Boden des Pazifik.

Bei AF447 von Rio nach Paris hat sich der Computer hingegen wegen vereister Sensoren selber abgeschaltet. Hätten die Piloten daraufhin:
nichts
gemacht, wäre auch nichts passiert. Stattdessen gingen sie in den Steigflug und haben das Flugzeug dadurch in Höhen gebracht, in denen es nicht mehr fliegen konnte.

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