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Verena Bahlsens Äußerungen über NS-Zwangsarbeiter: Braune Kekse
Monika Skolimowska/ DPA

Firmenerbin Verena Bahlsen behauptet, NS-Zwangsarbeiter seien im Unternehmen "gut behandelt" worden. Die Firma habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Solche Worte zeugen von völliger Geschichtsvergessenheit.

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niska 13.05.2019, 19:09
1.

Mir gehen Unternehmen, die die angebliche Aufarbeitung ihrer NS- und Zwangsarbeitervergangenheit offensichtlich nur zum Whitewashing der Braunheiten benutzen, gewaltig auf den Keks. Von eine Verjährung der Taten zum Schluss zu kommen, man habe sich nichts zu Schulden kommen lassen, ist gelinde gesagt, sehr gewagt.

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ddcoe 13.05.2019, 19:16
2. Jugend ist keine Entschuldigung

für Unwissen und dümmlichen Geschwätz. Es ist nicht zu viel verlangt sich mit den Fakten vertraut zu machen, bevor man dynamisch an die Öffentlichkeit geht. Sechs, setzen durchgefallen und nur noch peinlich.

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BÄR 13.05.2019, 19:16
3. Zu weit weg

Es ist wohl leider so, dass für die heute erst 25-Jährige Unternehmerin die NS-Zeit etwas Abstraktes darstellt. Da hilft nur eine intensivere Auseinandersetzung mit der deutschen, aber auch familiären, Vergangenheit gegen das kollektive oder persönliche Verdrängen.

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isar56 13.05.2019, 19:17
4. Bahlsen

hat sich auch nach dem Krieg schuldig gemacht. Die Arbeit am Fließband war unwürdig, vor allem wenn das Band lief und lief und lief. Hunger, Durst, Harndrang waren bei 38 Grad in der Halle zu unterbinden.
Das Ganze spielte sich noch in den 90er Jahren ab. Die Frauen sind heute in der Grundsicherung gelandet, nach 40 Jahren Hungerlohn.
Ein klassisches Beispiel von Ausbeutung. Als selbst die hiesigen Arbeiterinnen zu teuer wurden, wanderte Bahlsen nach Osteuropa ab.
Das hätte diese Berufserbin keine Stunde durchgehalten.

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john_doo 13.05.2019, 19:20
5. ...

Man kann den ganzen Prozess Stück für Stück aufdröseln.

Gewaltsam verschleppt? Dafür war nicht die Firma Bahlsen verantwortlich.

Während der Arbeit durch die Wachmannschaften schikaniert? Die unterstanden nicht der Firma Bahlsen.

48h Woche? Das haben nicht nur Zwangsarbeiter machen müssen.

Ein Großteil des Lohn wurde eingehalten? Aber nicht von der Firma Bahlsen. Das ging ans RSHA.

Hatte die Firma Bahlsen dadurch einen Vorteil? Ja.

Sollte man mit solch einem Geschichtswissen über die NS-Zeit des eigenen Unternehmens auftrumpfen? Nein.

Wird man Bahlsen meiden? Nein.

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charlybird 13.05.2019, 19:29
6. Manche Eltern

achten eben darauf, dass ihre Sprösslinge eine vernünftige Bildung mit auf den Weg bekommen und manche eben nur darauf, dass sie Kekse braun backen können.

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RuprechtNikolaus 13.05.2019, 19:30
7. Das geht Einem "auf den Keks"

Wenn eine Aufarbeitung der Firmen-Geschichte eine 'gute Behandlung dieser Menschen / Werktätigen ergibt, dann kann man der nachfolgenden Generation doch nicht verbieten, es auch so zu kommunizieren! Ich gehe davon aus, dass Frau Bahlsen ihrer Verantwortung zu dieser Angelegenheit bewusst ist!

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ekel-alfred 13.05.2019, 19:39
8. Was soll uns...

....dieser Artikel sagen? Ich bin ratlos. Soll ich jetzt auf Bahlsen Kekse verzichten, weil es vor 70 Jahren da in der Firma eine schlimme Zeit gab?
Darf ich noch Autos kaufen? Krupp stellt Bleche für deren Produktion her und hat auch damals Zwangsarbeiter beschäftigt.
Ja, selbst die Emschergenossenschaft (Ruhrpöttler werden sie kennen) hat das getan:
https://www.waz.de/region/rhein-und-ruhr/emschergenossenschaft-arbeitet-ihre-nazi-vergangenheit-auf-id217192877.html

Lasst uns den Blick mal nach vorne richten und nicht immer in den Rückspiegel schauen. Das führt häufig genug zu Unfällen.

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karlo1952 13.05.2019, 19:39
9. Müssen wir uns beinahe

75 Jahre nach dem 2. Weltkrieg immer noch mit solchen Vorwürfen und Anschuldigungen auseinandersetzen? Irgendwann muss doch auch mal Schluss sein. Krieg ist Krieg, und da laufen die Dinge eben anders als in Friedenszeiten.

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