Forum: Panorama
Verena Bahlsens Äußerungen über NS-Zwangsarbeiter: Braune Kekse
Monika Skolimowska/ DPA

Firmenerbin Verena Bahlsen behauptet, NS-Zwangsarbeiter seien im Unternehmen "gut behandelt" worden. Die Firma habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Solche Worte zeugen von völliger Geschichtsvergessenheit.

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malomalo 14.05.2019, 08:37
210. Wir haben also ...

.... eine junge Frau, die auf einer Digital-Hipsterer-Dingbums-Konferenz kluge Worte zum Thema nachhaltiges, sinnhaftes Wirtschaften sagt. Sie begründet das auch wirtschaftlich mit den Worten, dass sie schließlich Geld verdienen will. Dafür verwendet sie das Bild der Yacht. Die Bild-Zeitung bringt natürlich nur diesen Satz. Anschließend fällt der Twitter-Mob über sie her: "Nazi-Dings und alles sowieso." Sie versucht, das ganze wenig geschickt zu beenden. Damit macht sie die Sache natürlich schlimmer. Ich will hier keine moralische Wertung abgeben, sondern meinen Teil der Recherche beisteuern. Das haben früher mal Journalisten getan. Ist aber zugegebenermaßen lange her. Wer den Vortrag schaut, kann imho auch etwas lernen, wie Familienunternehmen und Nachhaltigkeit im Unterschied zu angestellten Managern und Aktiengesellschaften funktionieren. Aber das wäre jetzt wirklich zuviel Recherche. Ich habe die gerechte Empörung schon viel zu lange aufgehalten.

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bestpiet 14.05.2019, 08:39
211. Widerlieche Hetze durch den Spiegel

Erst wurde über Frau Bahlsen falsch berichtet und der ironischen Kontext,den sie beim Thema „sie wäre gerne Kapitalistin“ einbrachte, einfach weggelassen.
Und nun wird auch wieder verkürzt und in einer perversen Weise ein unzulässiger Zusammenhang zum Thema Nationalsozialismus hergestellt. Dieser Spiegel ist Teil des Problems. Er kommt keiner Verantwortung nach, sondern ist im Kleid eines überparteilichen Mediums Kampangenblatt und teilweise verhetzend und der Demokratie abträglich!

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padberx 14.05.2019, 08:39
212.

Zitat von wahrsager26
Sehen Sie, genau das ist das Kreuz mit uns Deutschen: die Totschlagsfarbe 'Braun'.Anders kann offenbar nicht geredet werden.Braun ist hier nicht zu sehen,es sei denn ,man will es so.Ich schrieb schon vorhin,wir sollten mal aufpassen, das nicht verheerende Fehler von uns ,unserer Regierung auf uns zu kommen könnten.....das interessiert nicht .Wer immer nur in dieser Form die Vergangenheit bemüht,ist vermutlich der Totengräber .....denn vor lauter 'Erinnerungskultur ' zieht man sich das Gegenteil.Darüber habe ich noch nie etwas gelesen! Danke
Wenn ich mir Ihre sonstigen Forenbeiträge so ansehe, dann denke ich nicht, dass wir beide unter dem Begriff "wir Deutschen" zusammengefasst werden können. Ihr fragwürdig revanchistisch anmutendes Geschichtsverständnis unterscheidet sich ganz offensichtlich stark von meinem eigenen - das sei Ihnen zwar zugestanden, aber ich muss es nicht gutheißen. 'Erinnerungskultur' halte ich für eine wichtige Errungenschaft der Nachkriegsgenerationen - und deshalb ärgert mich Ihr herablassender Kommentar darüber. So argumentieren i.d.R. nur rechte Trolle - und als ein solcher haben Sie sich mit Ihren diversen Kommentaren hier unzweifelhaft geoutet.

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RayF 14.05.2019, 08:43
213.

Mir fehlen dir Worte! Ihr verhalten ist unglaublich. Hat das gute Mädel im Schulunterricht komplett gefehlt? Wie kann man auch noch heute so ignorant mit dem Thema umgehen, wenn noch immer wieder über die Greueltaten berichtet wird oder Naziverbrecher aufgespürt und verurteilt werden? Lebt das Mädel in einer Blase? Ihr Verhalten ähnelt vielen Deutschen, die während des Naziregimes nichts mitbekommen haben wollen und einen auf unschuldig machen.

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mantrid 14.05.2019, 08:49
214. Recht und Moral

Juristisch dürfte der Firma Bahlsen nichts vorzuwerfen sein, moralisch schon, denn sie hat sich mit dem damaligen Regime arrangiert. Eigene Arbeiter waren im Kriegseinsatz und wurden durch Zwangsarbeiter ersetzt. Und die waren eben nicht freiwillig da. Die Alternative wäre gewesen, den Betrieb zu schließen. Die damalige Firmenleitung hat sich aber für den Einsatz von Zwangsarbeitern entschieden. Der Preis für den wirtschaftlichen Fortbestand der Firma war die Teilnahme am System der Ausbeutung der Zwangsarbeiter.

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dynamoraul 14.05.2019, 08:52
215. Zwangsarbeiter

braucht man nicht mehr nach Europa holen,die arbeiten in Ihren eigenen Ländern für uns und es ist noch schlimmer es sind meist Kinder.Die sind noch billiger als Ihre Eltern.Und ein guter Kapitalist hat noch nie was verschenkt oder denkt wirklich jemand es gäbe heute 35h Woche,Weihnachts-Urlaubsgeld ,30 Tage Urlaub wenn es Gewerkschaften und Arbeiter in Jahrzehnten erkämpft hätten.

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Lisa_can_do 14.05.2019, 08:54
216. Kapitalistin ist nicht gleich Rassistin

Aber die Geschichte zu leugnen ist beschämend. Persönlich kann die Frau natürlich nix dafür, aber als Deutsche und Bahlsen-Erbin muss sie Verantwortung übernehmen. Und tatsächlich zu behaupten wie gut es ukrainischen Gefangenen damals ging, ach so gut wie den Deutschen, ist nur noch peinlich für die Frau und dieses Unternehmen.

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silencer71 14.05.2019, 08:55
217. Kann es nicht mehr hören

Liebe Leute,
wann ist der Tag gekommen, dass wir Nachgenerationen loslassen dürfen. Vor allem ohne mit der Rechtskeule geprügelt zu werden? Ich kann absolut nachvollziehen, dass viele Menschen mit Trotz reagieren, wenn Sie gefälligst demütig und kleinlaut über unsere Geschichte reflektieren sollen. So ist keine freie und von Herzen kommende Aufarbeitung zu bewerkstelligen.

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madameping 14.05.2019, 09:14
218.

Zitat von dt1928
wann hört es endlich mit dieser einseitigen Besudelung Deutschlands auf? Alle Länder, die Machtansprüche stellten und stellen, haben und hatten ihre Zwangsarbeiter! Und diese wurden und werden weit schlimmer behandelt, als es oft in unseren braunen Zeiten geschah. Mal was von russischen Gulags gehört? Von amerikanischen Großgrundbesitzern, die dunkelhäutige Menschen sadistisch quälten? Bis in die 50er Jahre! Aber das interessiert niemand! Jeder links formatierte Einheitstrottel plappert denselben Schrott
Richtig. Aufhören. Sie wenden genau das richtige Wort an.
Aufhören mit der Aufrechnung, was andere Länder getan haben - und es womöglich noch immer tun.
Aufhören mit der engstirnigen "Einfaltstrottelei" (um Ihr Wort aufzugreifen), danach zu brüllen, endlich aufzuhören, ein Unrecht beim Namen zu nennen.
Aufhören, diejenigen als links zu bezeichnen, die gegen das Vergessen argumentieren.
Ja, Herr Stalin hat etwa knapp 6 Millionen Kulaken ermorden lassen. Aber weil man in der Sowjetunion darüber nicht spricht - schon gar nicht unter einem Herrn Putin - bedeutet das ja nicht, dass wir nicht darüber sprechen.
Und, nein, wir nachfolgende Generationen haben keine Schuld am Nationalsozialismus. Das können wir gar nicht, denn wir waren noch gar nicht auf der Welt. Eine der voraussetzenden Bedingungen der Schuld ist die Möglichkeit, etwas zu verhindern. Wer aber zu dem Tatzeitpunkt viel zu klein oder noch gar nicht da war, kann dafür keine Verantwortung tragen. Aber - und das ist der Kern - wir, die wir von den Gräueln wissen - oder es sollten - tragen die Verantwortung für die Zukunft eine Wiederholung dessen zu verhindern.
Und dazu gehört auch, zwischen Schuld und Verantwortung unterscheiden zu können und die Dinge beim Namen zu nennen, damit sie nicht vergessen - und womöglich wiederholt werden - weil irgendwelche "Einfaltstrottel", um Ihr Wort aufzugreifen, Tatsachen lieber verdrängen anstatt sie zu benennen...
Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt??

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garten94 14.05.2019, 09:17
219. Aufarbeitung!

Auf die Bahlsenerbin muß man nicht einprügeln. Bahlsen tat immer das, was dem eignen Interesse guttat. Das was war hat Deutschland nicht aufgearbeitet. Zunehmend beschleicht mich das immer wieder, dass es ja politisch gar nicht gewollt war, die Vergangenheit aufzuarbeiten. Ob es sich da um den Krieg an sich ging, hier wurden in den letzten Jahren über 90-jährige als "Feigenblatt" präsentiert, nicht aber für eine ehrliche Aufarbeitung.

Über die Beteiligung der Konzerne wurde nur sehr wenig aufgearbeitet. Die Entschuldung war Anfang der 50-er Jahre schnell entschieden. Man brauchte ja die Konzerne für das Wirtschaftswunder und den Kalten Krieg, um die Überlegenheit des Kapitalismus zu belegen.

Da störte eine Auseinandersetzung mit sich selbst nur. Die ju!nge Frau ist einfach nur peinlich

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