Forum: Panorama
Verena Bahlsens Äußerungen über NS-Zwangsarbeiter: Braune Kekse
Monika Skolimowska/ DPA

Firmenerbin Verena Bahlsen behauptet, NS-Zwangsarbeiter seien im Unternehmen "gut behandelt" worden. Die Firma habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Solche Worte zeugen von völliger Geschichtsvergessenheit.

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wahrsager26 14.05.2019, 15:40
290. An kelcht. Nr287

Nun, ich denke, Bahlsen wird überleben .Das ist keineswegs unwichtig, geht es doch heute darum, das die Angestellten eine gewisse Sicherheit geniessen können -teurer Wohnraum und keine Arbeit wäre ja ein Alptraum! Wenn diese Firma das 'hinbekommt' mit unserem !!! Konsumverhalten wäre das ein wunderbarer Ansatz sich für seine Belegschaft verantwortlich zu zeigen.Wie angedeutet, unsere !!! Hilfe ist da schon nötig! Danke

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wahrsager26 14.05.2019, 15:42
291. An kelcht. Nr289

Das ist lange her...natürlich können Sie das sagen,doch glauben Sie bei alles coolness nicht, das damit das 'Volk ' zufrieden wäre.Man wäre es nicht,wie man auch zigfach lesen kann! Danke

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kelcht 14.05.2019, 15:51
292. @291 wahrsager26

Ich würde vielleicht weiter gehen ein schlechtes gewissen bekomm und etwas über die Zwangsarbeiter oder deren nachkommen erfahren wollen und mich entschuldigen. Wenn autonome oder andere radikale deswegen mein haus beschmieren oder meinen Ruf blamieren gehe ich zur polizei. Aber halb so schlimm waren arbeit macht frei und Vernichtung durch arbeit nicht.

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wahrsager26 14.05.2019, 16:09
293. An kelcht. Nr292

Natürlich können Sie sich entschuldigen, warum nicht? Gut wäre aber zu bedenken, ich schrieb schon davon, das heutige Angestellte durch Nichtkauf bestraft werden, wofür? Weil man Bahlsen strafen will? Zuerst leiden die Arbeiter und Angestellten.Sie müssen nicht bei der Firma kaufen, sollten sich aber schon über die Tragweite eigener Aussagen im Klaren sein! Danke

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Yves Martin 14.05.2019, 16:29
294.

Zitat von mostly_harmless
Der Vergleich der schlechten Arbeitsbedingungen in Schwellenländern mit der Zwangsarbeit in Deutschland während des faschistischen Regimes zeigt eine Kombination von Menschenverachtung, Ahnungslosgkeit und Wirrköpfigkeit, die beispiellos ist.
Wenn Sie beim Diskutieren weniger Schaum von dem Mund hätten und Ihre Einbildung, ein gefühlt besserer Mensch als die meisten anderen zu sein, nicht wie eine Monstranz vor sich hertragen würden, wüssten Sie, dass Sie hier ziemlichen Blödsinn geschrieben haben: Ich vergleiche nicht "die" Zwangsarbeit im 3. Reich (zu mancherorts der auch KZ, Folter und Tod gehörten) mit aktuellen Geschehnissen, sondern logischerweise die hier in Rede stehenden Ereignisse bei der Fa. Bahlsen, über die sich die selbstgefälligen SPON-Pharisäer heute so fürchterlich erregen. Nachzulesen beispielsweise HIER. Zitat hieraus:

Das Unternehmen produziert Notverpflegungen für die deutschen Soldaten, stellt Knäckebrot und Zwieback her. Seit 1941 arbeiten auch Fremd- und Zwangsarbeiter im Werk - vorwiegend Polinnen und Ukrainerinnen. Mehr als 200 leben in Barackenlagern. Sie erhalten denselben Lohn wie die deutschen Arbeiterinnen. Die Fremd- und Zwangsarbeiterinnen schildern die Arbeitsbedingungen nach Ende des Krieges als vergleichsweise ordentlich. Bahlsen tritt 1999 einer Stiftung zur Entschädigung von Zwangsarbeitern bei.

Ich sage Ihnen aber auf den Kopf zu, dass Ihr eigenes Konsumverhalten nicht besser ist: Sie profitieren täglich davon, dass Menschen in Entwicklungsländern, die am Existenzminimum leben, oft rechtlos, bei mieser Bezahlung, in 60-70-Stunden-Wochen und unter unsäglichen Arbeitsbedingungen Dinge für Ihren persönlichen Konsum herstellen, die Sie hier viel billiger kaufen als es bei einer Herstellung zu gewerkschaftlich abgesegneten, inländischen Arbeitsbedingungen möglich wäre. Das mag in unserer Zeit so üblich sein (zumal man die armen Schweine in diesen Fabriken ja nicht zu sehen kriegt); Sie haben allerdings nicht den geringsten Grund, im fernen Deutschland den Moralisten in Sachen "Zwangsarbeit" zu spielen.

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istnurmeinemeinung 14.05.2019, 16:32
295.

"Waren Vorfahren von Ihnen unter den Tätern des Zweiten Weltkriegs?"
Wenn man die Zugehörigkeit zur Wehrmacht zählt mit Kriegsgefangenschaft in Russland zählt, ja, ansonsten ungewiss. Gewiss ist, aus dem väterlichen Zweig gab es Opfer. Umso schöner, dass meine Eltern sich einen Dreck darum gekümmert und geheiratet haben :)

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Yves Martin 14.05.2019, 16:33
296.

Zitat von wahrsager26
266. An Yves. Martin. Nr261 Ach wissen Sie, ich habe so meine Zweifel, ob die heutigen ( selbstgerechten) Zeitgenossen tatsächlich den Mumm gehabt hätten, sich aufzulehnen? Ich denke nicht ,sondern sehe eine direkte Abhängigkeit zu dem gesagten -daher meine Ansicht. Nach wie vor bin ich der Ansicht ,gerade wegen der Vergangenheit, das schon wieder Fehler begangen werden, nur dieses Mal unter anderen Vorzeichen , ergo erkennt man nichts, was mehr als bedauerlich ist! Danke
Das denke ich auch oft. Mitläufertum hat ja nichts mit links oder rechts zu tun, sondern mit Feigheit. Deshalb bin ich sehr sicher, dass diejenigen, die sich selbst heute so gerne auf der moralisch "richtigen" Seite verorten und behaupten, dass aus ihnen niemals ein Nazi geworden wäre, vor 75 bis 85 Jahren den rechten Arm am geradesten nach vorn gereckt hätten.

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Yves Martin 14.05.2019, 16:39
297.

Zitat von niska
Wer schreit hat unrecht sagt man nicht zu unrecht. Vor allem dann, wenn er noch weit größeres Unrecht versucht mit anderem, nicht gleichsetzbaren, Unrecht zu relativieren. Und schämen muss sich die 25jährige nicht für die Dinge von vor 80 Jahren, sondern höchstens für das eigene fehlende Geschichtswissen und -bewusstsein.
Ich wüsste nicht, wofür Verena Bahlsen sich schämen müsste. Sie ist knapp 50 Jahre nach dem Krieg geboren; selbst ihre Eltern waren damals noch nicht auf der Welt. Sie hat mit den Ereignissen so viel oder so wenig zu tun wie Sie oder ich.

Wollen Sie hier einer Sippenhaftung das Wort reden? Soll die junge Frau sich "schämen", weil sie Bahlsen heisst oder eine Keksfabrik geerbt hat? Dann müssen Sie sich vermutlich genauso schämen, weil Sie blond sind, einen deutschen Pass haben oder gelegentlich Bier trinken: Das haben die Nazis damals nämlich auch getan.

Es ist wirklich abseitig, was für schräge Moralvorstellungen Menschen äussern, solange sie sich hinter der (vermeintlichen) Anonymität des Internet verstecken können.

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kelcht 14.05.2019, 16:48
298.

Wohlfühlkekse und Keckmischungen mit Marmalade. Verkaufen sich nicht besser wenn man die Firmenvergangenheit falsch darstellt. Ich kaufe ja keinen Ford weil es den Kölner vielleicht Zwangsarbeitern vergleichsweise gut ging, sondern auch wegen menschlichen Werten einer Firma und eben dem guten Produkt das von mir aus auch aps alpha sportler herkommen kann aber bitte nicht als Naziarbeitslager mit Plüsch.

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niska 14.05.2019, 16:52
299.

Zitat von Yves Martin
Ich wüsste nicht, wofür Verena Bahlsen sich schämen müsste. Sie ist knapp 50 Jahre nach dem Krieg geboren; selbst ihre Eltern waren damals noch nicht auf der Welt. Sie hat mit den Ereignissen so viel oder so wenig zu tun wie Sie oder ich. Wollen Sie hier einer Sippenhaftung das Wort reden? Soll die junge Frau sich "schämen", weil sie Bahlsen heisst oder eine Keksfabrik geerbt hat? Dann müssen Sie sich vermutlich genauso schämen, weil Sie blond sind, einen deutschen Pass haben oder gelegentlich Bier trinken: Das haben die Nazis damals nämlich auch getan. Es ist wirklich abseitig, was für schräge Moralvorstellungen Menschen äussern, solange sie sich hinter der (vermeintlichen) Anonymität des Internet verstecken können.
Sorry, aber Sie scheinen ein Problem mit dem Verständnis der deutschen Sprache zu haben. Hatte sehr differenziert für Sie ausgeführt, dass sie sich eben nicht dafür schämen muss was vor 80 Jahren war. Eine "Sippenhaft" ist daher auch Blödsinn. Und auch ein mehr als unschön unpassender Begriff für das was Sie meinen. Niemand schickt Frau Bahlsen für irgendwas ins Lager und tut ihr noch schlimmeres wie Folter und Mord an weil Vater oder Opa sich beim Diktator unbeliebt gemacht haben. Denn das wäre "Sippenhaft".
Und dann legen Sie mir auch noch Neid in den Mund. Habe in keinem meiner Posts kritisiert, dass sie Kapitalistin sein will. Ich finde so einen Lebensentwurf in Ordnung. Habe nur was gegen Nazis und Dummheit, die diesen bewusst oder unbewusst das Wort redet.

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