Forum: Panorama
Verena Bahlsens Äußerungen über NS-Zwangsarbeiter: Braune Kekse
Monika Skolimowska/ DPA

Firmenerbin Verena Bahlsen behauptet, NS-Zwangsarbeiter seien im Unternehmen "gut behandelt" worden. Die Firma habe sich nichts zu Schulden kommen lassen. Solche Worte zeugen von völliger Geschichtsvergessenheit.

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olchi4711 13.05.2019, 19:58
30. Gut zu wissen,

dann werde ich zukünftig darauf achten keine Bahlsen-Produkte mehr zu kaufen.
Welche Marken gehören denn noch dieser Kapitalistin, die man meiden sollte?
Traurig, wenn Personen in solchen Positionen solche Ansichten hat.
Wie gesagt, werde die Dame nicht mehr mit meinem Geld belästigen.

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räbbi 13.05.2019, 19:58
31.

Na Mädchen, wieder was gelernt.
Antizipieren, was die Presse hören will und ihr genau das erzählen. Dann läuft das.
Dafür gibt es aber auch die Profession des "Pressesprechers"...denk mal drüber nach.

Vielleicht findest du auch noch den einen oder anderen arbeitslosen Historiker, der sich durchs alte Archiv gräbt. Kann dann auch irgendwo im Keller ne Gedenkstätte errichten, damit Ruhe is.

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quark2@mailinator.com 13.05.2019, 19:59
32.

Also ich bin ja sehr für Aufarbeitung. Allerdings erfordert diese auch Präzission. 48 Stunden pro Woche kann man im Kontext von 1940 nicht wirklich als "schuften" bezeichnen. Das waren damals völlig normale Arbeitszeiten. Auch die Zustände im Lager (Wachmannschaften) gehen wohl eher nicht zulasten des Unternehmens. Was die Verrechnung von Einkommen mit Unterbringung und Ernährung angeht, müßte man nähere Details wissen, aber ein Job in der Keksproduktion dürfte damals nicht für wesentlich mehr als Essen und Schlafen gereicht haben.

Was aber der Kernpunkt berechtigter Kritik ist, ist die "Beschäftigung" von Zwangsarbeitern überhaupt. Allerdings weiß ich nicht, ob das Unternehmen damals überhaupt die Möglichkeit hatte, dies zu verweigern. Es kann gut sein, daß es einfach nicht mehr genug deutsche Menschen gab und wenn man als kriegsrelevant eingestuft war, dann hatte man vermutlich auch nicht die Möglichkeit, den Laden einfach dicht zu machen.

In jedem Fall ist die Aussage der Frau Bahlsen fragwürdig, da ja eben von unfreiwilligen Arbeitern profitiert wurde. Man muß aber aufpassen, hier nicht über das Ziel hinauszuschießen. Wenn jedesmal, wo jemand etwas Unbedachtes sagt, gleich der große Hammer runter kommt, dann werden alle cleveren Leute das Thema meiden wie die Pest und sonst werden nur völlig linientreue Sätze fallen. Davon hat niemand etwas. Es macht die rechten Parteien stark, wenn das Thema quasi tabu wird. Sollte Bahlsen "seinen" Zwangsarbeitern gegenüber deutlich humaner umgegangen sein, als andere deutsche Firmen, dann wäre das sicherlich zu würdigen, auch wenn es nicht gleich der Widerstand im Untergrund war.

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cvdheyden 13.05.2019, 19:59
33. Typisch Spiegel

Klar, die Geschichte ist gausam und man sollte sie nicht vergessen. Das, denke ich, ist in Deutschland vollkommen unmöglich. Denn unser Jahrgang (1964) wurde mit der Geschichte von 1933 bis 1945 immer wieder penetriert. Hat es was genützt. Nein!! Es hat nämlich nichts genützt. Genauso wie der Spiegel jetzt so geflissentlich über eine jugendliche Balsen Tochter herzieht, hat grade dieser SPON keine Idee wie wir und in Zukunft verhalten sollten, um grade so etwas zu verhindern. Und der Rest der bigotten Nation Deutschland auch nicht. Wir hätten als Staat viel mehr machen können und müssen als jetzt passiert ist. Die gesamten Reparationen waren geringer als die nach dem ersten Weltkrieg.
SPON reiht sich ein in die lächerlichen Mahner, die sagen, es war schlimm, aber niemandem sagen kann was zu tun ist. Da wäre es besser einfach die Klappe zu halten.

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frenchhornplayer85 13.05.2019, 20:02
34. Karlo

Also sollen wir alles vergessen? Damit es wieder so kommen kann? Es geht nicht um schuld sondern um Verantwortung! Den Unterschied verstehen meist die leute nicht, die es gar nicht so schlecht fänden, wenn es wieder so kommt!

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cvdheyden 13.05.2019, 20:04
35. Super

Zitat von madameping
Wir hatten zwar einmal in einer anderen Angelegenheit die Ehre, leicht aneinanderzugeraten, aber HIER stimme ich Ihnen absolut zu. Manche Eltern machen sich die Erziehung und Bildung ihrer Kinder zur Aufgabe, anderen geht es nur darum, Erben in die Welt zu setzen, die wer weiß was für Unsäglichkeiten von sich geben. Auch ich gehöre der Generation an, die laaaaange nach dem 2. WK geboren worden ist, aber ich war 10 Jahre alt, als mich meine Eltern mit nach Bergen-Belsen nahmen und mich - kindgerecht natürlich - mit den NS-Gräueltaten vertraut machen. Ja, das war vor meiner Zeit, gewiss, aber deswegen sehe ich trotzdem die Verantwortung. Das ist keine Frage der Schuld, denn deren voraussetzende Bedingungen liegen in der Vergangenheit (in der wir nicht einmal geboren waren) , sondern in der Verantwortung für die Zukunft. Das gilt auch für Frau Bahlsen, die offensichtlich im Geschichtsunterricht gepennt hat - oder die Inhalte nicht begriffen hat.
Und jetzt? Ihnen wurde sicher nicht gesagt was zu tun ist. Sonst wäre Sie nicht so hilflos. Vielleicht kommen Sie ja selbst drauf.

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titoandres 13.05.2019, 20:04
36. EkelAlfred

Der Text soll Ihnen Folgendes sagen: Dass eine Millionen-Erbin befindet, Zwangsarbeiter, die für Opas Unternehmen arbeiten mussten, hätten es gar nicht so schlimm gehabt.
Mehr nicht. Das sind Fakten, über die dieser Artikel Sie informiert. Ob Sie daraus etwas lernen oder den Rückspiegel scheuend nur nach vorne fahren, ist Ihre Sache.
Ich hoffe doch dennoch, dass Sie nicht IMMER um jeden Preis nach vorne schauen. Wenn jemand überfahren wurde, kann man aus Menschlichkeit mal darauf verzichten, rücksichtslos nur nach vorne zu schauen.

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cvdheyden 13.05.2019, 20:05
37. "Leiniz", genau

Zitat von paniproblem
Leiniz-Kekse (Vollkorn, mjam, mjam!!) haben bislang zu meiner ständigen Ausrüstung für Langstreckenfahrten gehört. Bisher. Nun ist Schluss damit. Braune Kekse? Nein Danke!
Sagen Sie mir wie viele Sie vorher gegessen haben in einer Woche, damit ich den Verlust ausgleichen kann.

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Capetonian 13.05.2019, 20:05
38. So steht es beim NDR

"... Sie erhalten denselben Lohn wie die deutschen Arbeiterinnen. Die Fremd- und Zwangsarbeiterinnen schildern die Arbeitsbedingungen nach Ende des Krieges als vergleichsweise ordentlich. ..." NDR Reportage 10.11.2016
https://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/bahlsen103_page-3.html
Muß man sich dann über die Äußerungen von Frau Bahlsen wundern?

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titoandres 13.05.2019, 20:06
39. @Karlo1952

Sie sollten mal vielleicht einen kurzen Wikipedia-Artikel lesen, wenn Sie glauben, es hätte sich lediglich um einen "normalen" Krieg gehandelt, was in unserem schönen Land damals geschehen ist.

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