Forum: Panorama
Verherrlichung von Zigaretten: Australisches Opern-Ensemble verbannt "Carmen" aus Pro
AFP

Ein australisches Opern-Ensemble hat "Carmen" aus seinem Repertoire genommen - weil in dem Stück geraucht wird. Viele Australier fühlen sich bevormundet. Nun hat sich sogar der Premierminister eingeschaltet.

Seite 1 von 5
specialsymbol 09.10.2014, 18:12
1. Konsequent

Wer Computerspiele aus diesen Gründen indiziert bzw. gleich ganz verbietet muß die gleiche Scala auch bei herkömmlichen Kulturprodukten anlegen.

Hut ab vor Australien!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bodo_B 09.10.2014, 18:20
2. falsche Begruendung...

Achtung, Ironie:

Wenn man Carmen schon verbannt, dann doch bitte aus dem richtigen/wichtigen Grund. Natuerlich glorifiziert diese Oper (wie viele andere auch) die Gewalt gegen Frauen!
Kann mich noch gut an eine Zusammenfassung aus meiner Kindheit erinneren: Carmen ist eine Oper, in der die Sopranistin erstochen wird, und anstatt zu bluten, faengt sie dann an zu singen...
Ironie Ende.
Jeder weitere Kommentar ueberfluessig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jasper Fetherstone 09.10.2014, 19:01
3. Schneidet

mal alle Szenen, in den geraucht wird, aus dem Film "Casablanca". Oh, vielleicht kommen jetzt ein paar Freaks wirklich auf die Idee.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
des_pudels_kern 09.10.2014, 20:08
4.

Zitat von Bodo_B
Achtung, Ironie:[...] Kann mich noch gut an eine Zusammenfassung aus meiner Kindheit erinneren: Carmen ist eine Oper, in der die Sopranistin erstochen wird, und anstatt zu bluten, faengt sie dann an zu singen... Ironie Ende. Jeder weitere Kommentar ueberfluessig.
Auch wenn das ja alles ganz dolle ironisch gemeint ist, ist das zwar ein auf viele Opern passendes Klischee, das aber gerade bei der Carmen gleich doppelt nicht stimmt. Erstmal "überleben" ausnahmslos alle Sopran-Charaktere (Micaela, Frasquita, Mercédes) und bloß weil sich schon eine Menge Sopranistinnen an der Carmen verhoben haben wird aus einer Mezzo- nicht plötzlich eine Sopranpartie. Und selbst wenn singt Carmen gerade nicht mehr, nachdem sie erstochen wurde. (sie wird während einer Chorpassage erstochen, danach singt José noch sein Geständnis, sie getötet zu haben und einen letzten Schluchzer und dann fällt auch schon der Vorhang.

Ganz unabhängig davon ist, die Absetzung wegen einer Glorifizierung des Rauchens natürlich hanebüchener Unsinn. Über das Frauenbild könnte man (ganz ironiefrei) gern in einer entsprechenden Inszenierung mal "reden". Was aber in Australien wahrscheinlich auch nicht passieren würde, so kitschig-klischeehaft, wie da meist inszeniert wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
AZ1 09.10.2014, 20:48
5. Falscher Skandal

Ist doch völlig in Ordnung, dass das Ensemble selbst bestimmt, was es auf die Bühne bringt und was nicht. Dafür brauchst's nicht mal ne Begründung (und ich kann voll verstehen, dass manche bei der Arbeit nicht verqualmt werden wollen.) Soll, wer Carmen sehen will (was ich auch verstehen kann), halt woanders hingehen.

Was aber völlig absurd ist, ist dass eine staatliche Agentur dem Ensemble Geld zahlt für die Nicht-Aufführung eines Stückes. An die Adresse dieser Agentur: Ich führe schon seit Jahren niemals Carmen auf und würde mich auch über finanzielle Anerkennung dessen freuen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ricson 09.10.2014, 21:24
6.

Mal wieder ein typischer Fall von Verdrehung von Tatsachen. Da möchten die Leute die sich jede Bevormundung verbitten, vorschreiben was in der Oper laufen darf und was nicht. Wenn die west australian opera das Stück aud welchen Gründen auch immer nicht spielen mag dann ist es doch ihre Sache. Nicht das das Stück agesetzt wurde ist die Bevormundung sondern der Protest dagegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter e. 09.10.2014, 22:05
7. Böse Vorahnung

Nachdem ich den Artikel gelesen habe, bin ich zum Kommentarteil gescrollt in der Erwartung, hier ein Feuerwerk statirischer Fortspinnungen dieses an Absurdität nicht mehr zu überbietenden Vorganges zu lesen. Stattdessen wird von mehreren Kommentatoren allen Ernstes diese Entscheidung erklärt und verteidigt. Das lässt bei mir böse Vorahnungen aufkommen, was uns von all den (selbsternannten) Bevormundern und Verbietern (die sich ja auch in der Politik vermehrt tummeln) hierzulande noch erwartet. Zumindest bin ich froh, meine Jugend schon einige Zeit hinter mir zu haben und diese nicht in einem solchen Klima leben zu müssen.

Interessant finde ich angesichts der Begründung der Absetzung, nämlich dass menschliches Fehlverhalten (Rauchen) nicht propagiert werden soll, dass Mord, Betrug, Inszest, Lüge usw. beim australischen Opernensemble offenbar als Wohlverhalten gilt - denn all dies dominiert bekanntlich einen Großteil des übrigen Opernrepertoires.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pelourinho 09.10.2014, 22:20
8. Von wegen cooles Down Under,

wer mal dahin fährt spürt sofort den krassen Gegensatz zwischen Image und Wirklichkeit: seltsame Alk-Restriktionen, streng überwachtes Tempo 100 auf kerzengeraden, leeren outback-highways, Schuluniformen, grotesk hohe Preise u. v. m.; dennoch eine Reise wert, ganz klar - aber man muss eben wissen, dass Europa viel lockerer ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
diefreiheitdermeinung 09.10.2014, 22:26
9. Wieder ein schönes Beispiel

für die "Political Correctness Police". Wegen Genderungerechtigkeit müsste man eigentlich fast alle Opern verbieten und ein gut Teil der Theaterstücke auch- von Rap und Rock mit anzüglichen, sexistischen Texten ganz zu schweigen. Und auch klar: Werbung für junk food, gezuckerte Getränke, Alkohol - weg damit ! Aber stattdessen bitte Marihuana, das ist wenigstens gesund. Sagen doch alle die was zu sagen haben.....Zeit auszuwandern aber nicht nach Australien. Sicherlich nicht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 5