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Versicherungsstreit: Der teure Tod des kleinen Magnus

Nichts haben sich Silvia und Marcell Müller so gewünscht wie ein Baby. Doch ihr Sohn, ein Frühchen, stirbt nach 54 Tagen. Während seines Überlebenskampfes versäumten es die Eltern, Magnus bei einer Versicherung anzumelden. Nun droht ihnen der finanzielle Ruin: Sie sollen 103.000 Euro zahlen.

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wanderprediger 07.12.2010, 15:01
180. Abschaffung der privaten Krankenversicherungen-sofort-

Zitat von sysop
Nichts haben sich Silvia und Marcell Müller so gewünscht wie ein Baby. Doch ihr Sohn, ein Frühchen, stirbt nach 54 Tagen. Während seines Überlebenskampfes versäumten es die Eltern, Magnus bei einer Versicherung anzumelden. Nun droht ihnen der finanzielle Ruin: Sie sollen 103.000 Euro zahlen.
Schrecklich so etwas zu lesen.
Die Familie kann einem richtig leid tun.
Schafft endlich die privaten Krankenversicherungen ab.
Dann die entsprechende Regelung verankern, jeder ist von Geburt an in der gesetzlich Krankenkasse mitversichert.

Auch wenn man wissen sollte, dass das Kind bei der privaten Krankenversicherung gemeldet hätte werden müssen. So kann ich nachvollziehen, dass in diesem Fall die Eltern andere Sorgen hatten.

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therealstevemcqueen 07.12.2010, 15:02
181. überzogen?

Zitat von eigene_meinung
Hinterfragt eigentlich niemand diese überzogene Krankenhausrechnung?
inwiefern überzogen?
rechnen Sie mir bitte belegt vor, was überzogen sein soll. Und bitte kein Unwissenheitsgeschwurbel.

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viwaldi 07.12.2010, 15:02
182. nicht hart, aber falsch!

Zitat von Memphi
Es mag zwar hart und gefühlos klingen, aber ich finde es richtig so! Denn erst hat der Mann die Gesellschaft betrogen, schließlich hat er der Gesellschaft einen wichtigen Teil der gesetzlichen Versicherungssumme vorenthalten...
Was Sie sagen ist nicht nur juristischer Quatsch, sondern auch dumm und falsch. Es gibt zwar in Deutschland eine Pflicht zur Krankenversicherung, aber nicht zur GKV Mitgliedschaft. Der Mann hat niemanden betrogen. Im Gegenteil: das Kind musste privat versichert werden (das ist das Problem, weil er es nicht gemacht hat), obwohl die Frau in der GKV war, was bei anderen zur "Familienmitversicherung" reicht.
Das Problem liegt nicht bei den Versicherungen oder bei der Gesellschaft, sondern bei der sträflichen Blödheit der Eltern. Ich wage gar nicht daran zu denken, was finanziel passiert wäre, wenn das Kind schwerbehindert überlebt hätte: dagegen sind die 100000 Euro ein Pappenstiel (die in jedem Falle zu bezahlen waren).

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Julian Bachert 07.12.2010, 15:03
183. ....

Zitat von BratSchnitte
Ich habe selbst vier Kinder und da ist auch nicht alles so gelaufen, wie man sich das wünscht. Von daher kann ich mir das sehr wohl vorstellen. Das Kind hätte auch noch nach seiner Genesung getauft werden können, wenn man dies denn will. So etwas ist in solchen Situationen völlig unwichtig. Wenn die Eltern das anderes sehen und dann entsprechende Prioritäten setzen, dann müssen sie die Konsequenzen auch selbst tragen. Wozu muss ein drei Tage altes todsterbenskrankes Kind Mitglied in einer Kirche werden?
Vielleicht wollten die Eltern es getauft wissen, bevor es stirbt. Wer weiss, vielleicht sind beide tiefreligiös.
Würden Sie als tiefreligiöser Christ zuerst an eine Krankenversicherung, oder an die Taufe des todkranken Kindes denken, das wahrscheinlich sterben wird?
Ich persönlich habe gar kein Interesse, die Gründe zu erfahren, da ich es ganz unabhängig davon schlicht pervers finde, den Eltern die lebenserhaltenden Maßnahmen (und dann noch in Gänze) in Rechnung zu stellen.


Forist AllesAufAnfang hat schon ganz recht: nicht der Tod des Kindes war teuer, sondern dessen künstliche Lebenserhaltung.
Ist das die Art, mit der man in diesem Land mit sterbenskranken Menschen umgehen möchte?

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mpschmidt 07.12.2010, 15:04
184. face palm

Zitat von Memphi
Es mag zwar hart und gefühlos klingen, aber ich finde es richtig so! Denn erst hat der Mann die Gesellschaft betrogen, schließlich hat er der Gesellschaft einen wichtigen Teil der gesetzlichen Versicherungssumme vorenthalten und nun bekommt er schwarz auf weiß, wie wichtig diese ist! Ich meine, für mich wäre die private ....
Soso, Privatversicherte sind also Sozialschmarotzer. Welche sozialen Leistungen beziehen sie denn bitte umsonst?

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juni0r 07.12.2010, 15:06
185. .

Zitat von PeteLustig
Der Antrag auf Prüfung eines Adoptionsverfahrens (in Deutschland leben ca. 45.000 Kinder im Heim und ca. 25.000 Kinder in Pflegefamilien) hätte schätzungsweise 100 Euro gekosten. Das wäre in Anbetracht der medizinischen Vorgeschichte der Familie eine Überlegung wert gewesen.
Da muss ich Ihnen Recht geben. Ich finde den Artikel sehr einseitig, da er sich nur um das Schicksal der Eltern dreht. Aber warum mussten sich die Eheleute so auf ein eigenes Kind fixieren? Durch die vorangegangenen Fehlgeburten waren sie gewarnt. Aber in ihrem irrationalen Selbstverwirklichungstrieb musste es unbedingt das eigene Fleisch und Blut sein, das man groß zieht.

Ob sie in Ihrem Egoismus auch nur einen Gedanken an die Gefühle dieses kleinen Geschöpfes verschwendet haben, das von dem Moment an, als es das Licht der Welt erblickte, ein Intensivpatient war?
Ich bin der Ansicht, dass die Kassen ein Gros der Kosten übernehmen sollten. Aber ein Viertel darf getrost auch den Eltern hängenbleiben. Ich finde, sie haben sich in Ihrem Wahn grobe Nachlässigkeiten erlaubt und nur an sich selbst gedacht. Weder die Leiden des Kindes, noch die Kosten, welche die Solidargemeinschaft für dieses Abenteuer aufbringen muss, haben sie in Erwägung gezogen.

Ich hoffe, die Eltern entscheiden sich doch noch für eine Adoption und geben so einem Kind Liebe und Fürsorge, die es dringend braucht.

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Klo 07.12.2010, 15:07
186. ...

Zitat von hardy2402
Wo haben Sie diesen Quatsch den aufgeschnappt... Ein Arzt ist verpflichten zu Helfen!! Wissen Sie wie viele Patienten aufgenommen werden ohne dass Ihre Versichertenkarte vorliegt?? Sie haben einen Herzinfarkt und Ihr Leben ist in Gefahr...aber es tut uns leid Sie habe Ihre Versichertenkarte nicht dabei....wir können ihnen nicht helfen.
Mein Herr, lassen Sie's stecken. Es ging hier nicht um einen akuten Notfall - für den hätten Sie natürlich Recht -, sondern es geht um eine immerhin zweimonatige Behandlung auf einer Intensivstation ohne Versichertenkarte. Da liegt das Versäumnis EINDEUTIG beim Krankenhaus und zwar im Ärztlichen Direktorat. Dafür gibt es in jedem Krankenhaus extra Stellen, die sich allein damit beschäftigen, dass die Kranken versichert sind, wenn sie behandelt werden.

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ebmarzt 07.12.2010, 15:07
187. Rückständigkeit.

Dieser Fall zeigt wieder die Rückständigkeit und Unmenschlichkeit unseres Krankenversicherungssystems. In modernen Ländern wie z.B. Dänemark oder Schweden würde sich so eine Situation gar nicht ergeben. In Deutschland ist man die Geisel der jeweiligen Versicherungsrealität, die man einmal gewählt hat. Kinder sind besonders in der Privaten unerwünscht oder kaum finanzierbar. Ich habe als Arzt 30- jährige mit Kindern und ca. 2300€ netto kennengelernt, die kanpp 1000€ für Ihre PKV bezahlen. Es gibt Paare mit Kindern, die nicht heiraten, weil sie Angst vor dem Ruin durch die PKV haben. Rentner -alleinstehend- kommen locker in der PKV auf 600 bis 800 € und duerfen sich dann um die kleinsten Hilfen streiten. Den Gesunden wird eine falsche Sicherheit und bessere med Versorgung als "Partner" suggeriert.
Tja Magnus, da hast Du wohl nicht dran gedacht, dass Du Deinem Geschäftspartner Dein leider fehlerhaftes Produkt nicht rechtzeitig angeboten hast.....

In der GKV Fristen fuer die Versicherung von kranken Neugeborenen zu setzen ist im Sinne der Solidargemeinschaft pervers.

Was dieser Familie zugemutet worden ist, sollte endlich den Anstoss geben, dieses korrupte und menschenverachtende Versicherungssystem zu Gunsten einer einheitlichen steuerfinanzierten Bürgerversicherung einzumotten.
Wenn man Patienten - die wirklich leiden- und Ihre Familien besser schützen kann, Herrgott, dann kann man ja wohl seine Naturpräparate und Pseudotherapien selber bezahlen.

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LimaFox 07.12.2010, 15:08
188. Dazu gibt es keinen Grund.

Zitat von eigene_meinung
Hinterfragt eigentlich niemand diese überzogene Krankenhausrechnung?
Nein, die Höhe der Rechnung scheint bei der Schilderung des Behandlungsfalles durchaus plausibel. Die intensivmedizinische Versorgung von Frühgeborenen inkl. mehrfachen Operationen über mehrere Woche ist nunmal extrem teuer.

PS: Ich bin da vom Fach und kenne mich aus.

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steuerberater.hamburg 07.12.2010, 15:08
189. Wirklich?

[QUOTE=Klo;6750811]Der Mensch Magnus, eine natürliche Person, war aus welchen Gründen auch immer, nicht krankenversichert. Es wird also keine Krankenkasse zahlen - das steht ziemlich fest. Folge: das Krankenhaus bleibt auf den Kosten sitzen, da es jemanden ohne Versicherungsnachweis behandelt hat und dieser jemand gestorben ist - es sei denn ...

... die Eltern haben einen Behandlungsvertrag unterschrieben indem geregelt ist, dass im Zweifel sie für die Kosten auf zu kommen haben!?

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