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"Villa Germania" - der Fall Maria B.: Wie der Traum einer deutschen Rentnerin vom Leb
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Ein Paar soll in Andalusien Rentner misshandelt und um ihr Geld gebracht haben. Die 101-jährige Maria B. bringt Ermittler auf die Spur der beiden, wenig später ist sie tot. Sie ist nicht das einzige Opfer in dem Fall.

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felix_hauck 10.03.2019, 14:32
1.

Es ist äußerst interessant, dass bei diesem ach so guten Timing beim Todesfall dennoch keine Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet werden. Der spanische Staat hat echt Probleme.

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widower+2 10.03.2019, 14:35
2. Novo Sancti Petri

Novo Sancti Petri ist ein Ortsteil von Chiclana mit diversen Hotels. Vielleicht befindet sich das Altenheim da, ich bezweifle jedoch, dass es so heißt.

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widower+2 10.03.2019, 15:05
3. Woher wollen Sie das wissen?

Zitat von felix_hauck
Es ist äußerst interessant, dass bei diesem ach so guten Timing beim Todesfall dennoch keine Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet werden. Der spanische Staat hat echt Probleme.
Natürlich gibt es Ermittlungen. Ein offizielles Verfahren wurde bisher nicht eingeleitet. Und das ist auch durchaus verständlich, weil sich die Beweislage bei einer über Hundertjährigen, die unverzüglich eingeäschert wurde, natürlich schwierig darstellt. Sie können natürlich davon ausgehen, dass die spanischen Behörden in Richtung Tötungsdelikt ermitteln. Wo Sie in diesem Fall ein Problem des spanischen Staates sehen, bleibt Ihr Geheimnis.

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ArnoNyhm1984 10.03.2019, 16:17
4. clever gemacht!

Bei den Senioren im Ausland fragt kaum ein Verwandter oder Bekannter (oder gar der Staat..) nach. Und die alte Dame haben sie noch schnell um die Ecke gebracht, auf dass sie nicht mehr gegen sie aussagen kann: Das wird ein "Freispruch aus Mangel an Beweisen" werden, denn dank schneller Einäscherung wird man ja keinerlei gerichtsfesten Nachweis mehr führen können. -Und was lernen die skrupellosen Banden daraus? Eben: Wie man es machen muss, um hilflose alte Rentner auszunehmen und vor Gericht davon zu kommen. Traurig und beschämend.

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Nordschwabe 10.03.2019, 17:17
5.

widower+2, 15:05, Zitat: "Wo Sie in diesem Fall ein Problem des spanischen Staates sehen, bleibt Ihr Geheimnis." Nun, ich sehe zumindest eins. Frage: wer hat den Totenschein ausgestellt? Oder ist das in Spanien nicht notwendig? Mein grösstes Interesse im Moment ist jedoch, wie solche Taten verhindert werden könnten. Mit einem aufgedopten Senior zum Notar gehen und ihn für jemand anderen ausgeben, jahrelang Rente kassieren und niemand fragt nach, da könnte man sich Mechanismen ausdenken, die einen Misbrauch verhindern könnten.

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widower+2 10.03.2019, 17:25
6. Freispruch?

Zitat von ArnoNyhm1984
Bei den Senioren im Ausland fragt kaum ein Verwandter oder Bekannter (oder gar der Staat..) nach. Und die alte Dame haben sie noch schnell um die Ecke gebracht, auf dass sie nicht mehr gegen sie aussagen kann: Das wird ein "Freispruch aus Mangel an Beweisen" werden, denn dank schneller Einäscherung wird man ja keinerlei gerichtsfesten Nachweis mehr führen können. -Und was lernen die skrupellosen Banden daraus? Eben: Wie man es machen muss, um hilflose alte Rentner auszunehmen und vor Gericht davon zu kommen. Traurig und beschämend.
Vielleicht in Bezug auf ein Tötungsdelikt, falls das überhaupt angeklagt wird. Da das Paar aber wegen 7 oder 8 anderer Delikte angeklagt ist, bei denen die Beweislage relativ eindeutig ist, wird es keinen Freispruch geben, sondern zumindest eine mehrjährige Haftstrafe ohne Bewährung. Das ist zwar kein wirklicher Trost, aber in Freiheit werden diese beiden Subjekte sobald nicht mehr sein.

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widower+2 10.03.2019, 17:43
7. Kein "spanisches" Problem

Zitat von Nordschwabe
widower+2, 15:05, Zitat: "Wo Sie in diesem Fall ein Problem des spanischen Staates sehen, bleibt Ihr Geheimnis." Nun, ich sehe zumindest eins. Frage: wer hat den Totenschein ausgestellt? Oder ist das in Spanien nicht notwendig? Mein grösstes Interesse im Moment ist jedoch, wie solche Taten verhindert werden könnten. Mit einem aufgedopten Senior zum Notar gehen und ihn für jemand anderen ausgeben, jahrelang Rente kassieren und niemand fragt nach, da könnte man sich Mechanismen ausdenken, die einen Misbrauch verhindern könnten.
In keinem westlichen Industriestaat ist die Obduktionsquote so niedrig wie in Deutschland.Bei einer 101-Jährigen wäre in Deutschland mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Obduktion angeordnet worden. Da hätte ebenso wie in Spanien ein natürlich nicht mit den speziellen Umständen des Falles vertrauter Arzt einen Totenschein ausgestellt und "Natürlichen Tod" attestiert.

Die per Gesetz vorgeschriebene zweite Leichenschau vor einer Einäscherung wurde zum Beispiel in Bayern per Verwaltungsanordnung in rechtswidriger Art und eise abgeschafft.

Schätzungen zufolge bleibt in Deutschland jedes zweite Tötungsdelikt unentdeckt: https://www.deutschlandfunk.de/rechtsmedizin-defizite-bei-leichenschau-und-obduktion.676.de.html?dram:article_id=338753

Das Problem, dass Sie zurecht beklagen, ist eben kein spezifisch spanisches, sondern in Deutschland wahrscheinlich um Zehnerpotenzen schlimmer.

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remedias.cortes 10.03.2019, 18:00
8. dieses Paar

und die anderen Beteiligten hatten einfach sehr viel kriminelle Energie. hier könnte ich mir so einen Fall genauso vorstellen. Und die alte Dame - Maria B. war nicht entmündigt, also durfte sie ins Auto steigen , mit wem sie wollte.
vorwerfen könnte man nur den Altenpflegern des Altersheimes, dass sie zu wenig wachsam waren. Das lag vielleicht mit an der Sprachbarriere .
Trotzdem: Ganz schreckliche Geschichte. Mir tun die alten Leute sehr Leid. Sie hatten offensichtlich auch nicht einmal Familie in Deutschland, die ab und zu mal anruft oder whatsapp schickt.

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Thomas Schröter 10.03.2019, 18:12
9. Schutz älterer Menschen nicht nur in Spanien ein Problem

Auch in Deutschland ist der Umgang mit älteren Menschen nicht gerade vorbildlich.. Sozialdarwinistisches Gedankengut wurde nach dem Krieg auch hier nur dürftig kaschiert und erfährt gerade wieder eine Renaissance.
Statt das und die daraus folgende mittelbare Vernichtungsideologie kritisch zu thematisieren erfahren die Leute, die quasi Eurhanasie als vorgeblich "humane Sterbehilfe" wieder hoffähig machen wollen gerade auch in der Pesse und in der politische Diskussion grossen Zuspruch.
Das bis vor kurzem in Sardinien gar nicht unüblich war, auch hundertfünfjährige noch voll auf dem Acker mitarbeiteten zu lassen wird dabei gerne unterschlagen. Statt dessen wird das Thema Rente mit 63 popularisiert ohne den Menschen klar zu machen, dass genau solche Systemmissbräuche in endlösungsartige Konflikte zu münden drohen.

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