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"Villa Germania" - der Fall Maria B.: Wie der Traum einer deutschen Rentnerin vom Leb
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Ein Paar soll in Andalusien Rentner misshandelt und um ihr Geld gebracht haben. Die 101-jährige Maria B. bringt Ermittler auf die Spur der beiden, wenig später ist sie tot. Sie ist nicht das einzige Opfer in dem Fall.

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widower+2 10.03.2019, 18:32
10. Der Beitrag lässt sich mich ratlos zurück

Zitat von Thomas Schröter
Auch in Deutschland ist der Umgang mit älteren Menschen nicht gerade vorbildlich.. Sozialdarwinistisches Gedankengut wurde nach dem Krieg auch hier nur dürftig kaschiert und erfährt gerade wieder eine Renaissance. Statt das und die daraus folgende mittelbare Vernichtungsideologie kritisch zu thematisieren erfahren die Leute, die quasi Eurhanasie als vorgeblich "humane Sterbehilfe" wieder hoffähig machen wollen gerade auch in der Pesse und in der politische Diskussion grossen Zuspruch. Das bis vor kurzem in Sardinien gar nicht unüblich war, auch hundertfünfjährige noch voll auf dem Acker mitarbeiteten zu lassen wird dabei gerne unterschlagen. Statt dessen wird das Thema Rente mit 63 popularisiert ohne den Menschen klar zu machen, dass genau solche Systemmissbräuche in endlösungsartige Konflikte zu münden drohen.
Sie vergleichen Hilfe zum selbstbestimmten Sterben in Würde ernsthaft mit Euthanasie, die exakt das Gegenteil ist?

Was Sie uns mit den hundertfünfjährigen Sarden sagen wollen, erschließt sich mir auch nicht. Sollen, wollen sie, sollen sie dürfen oder sollen sie nicht dürfen (auf dem Feld mitarbeiten)?

Und dann och die Rente mit 63 irgendwie in Ihre nicht erkennbare Theorie zu quetschen, ist schon eine Leistung.:)

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swandue 10.03.2019, 21:36
11.

Was die getrieben haben, vermag ich nicht nachvollzuziehen.

Mit dem Geld, das sie erbeutet haben, kann man ja wohl ein paar alte Menschen top versorgen lassen und zugleich nach neuen Opfern Ausschau halten. Oder sie bringen alle um, lassen die Leichen verschwinden und tauchen unter. Aber erst über längere Zeit schlecht behandeln, um Geld zu sparen, dann ins Krankenhaus bringen, um noch ein wenig länger die im Vergleich zum erbeuteten Vermögen mickrige Rente zu kassieren - Das lässt mich ratlos zurück.

Ebenso, dass sie das erbeutete Geld quasi um die Ecke investiert haben - Warum schickten sie das nicht in die Karibik oder Südsee?

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fatherted98 11.03.2019, 07:55
12. Schlimm.....

...und das steht vielen von uns bevor. Wenn die Rentnern-Auswanderungs-Welle kommt...die allerdings eher nach Ost-Europa ziehen wird...wegen der günstigen Preise....werden sich solche Fälle häufen. Gewissenlose Menschen machen mit alten Leuten Profit....das bei vielen von uns den Lebensabend prägen.

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House_of_Sobryansky 11.03.2019, 09:41
13. Freiheit

Neben dem kriminellen Aspekt empfinde ich auch den ethischen durchaus interessant - beziehungsweise deren Ineinandergreifen. Gegen die Ethik und Hilfe stehen Effizienzprimat und daraus abgeleitet wirtschaftliche Aspekte. Das Schwache und Hilfsbedürftige ist eben Teil des Marktes und wird entsprechend behandelt. Wirtschaftlich hat dieses Ehepaar doch ganz hervorragend gearbeitet. Es ist doch die Freiheit des Marktes, die wir mit Klauen und Zähnen auch sonst so verteidigen.

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Thomas Schröter 11.03.2019, 11:47
14. Würdevolles Sterben ist konstruktives Handeln bis zum letzten Atemzug

Zitat von widower+2
Sie vergleichen Hilfe zum selbstbestimmten Sterben in Würde ernsthaft mit Euthanasie, die exakt das Gegenteil ist? Was Sie uns mit den hundertfünfjährigen Sarden sagen wollen, erschließt sich mir auch nicht. Sollen, wollen sie, sollen sie dürfen oder sollen sie nicht dürfen (auf dem Feld mitarbeiten)? Und dann och die Rente mit 63 irgendwie in Ihre nicht erkennbare Theorie zu quetschen, ist schon eine Leistung.:)
Würdevolles Sterben ist konstruktives Handeln bis zum letzten Atemzug.
Vorgeblich "selbstbestimmtes Sterben" ist dagegen häfig ein Euphemismus für das Versagen positiver Lebenseinstellung.
Meine persönliche Erfahrung ist, dass generell Menschen, die in die Verfügungsrechte des potentiellen Todeskandidaten eintreten möchten oder sonstige Kostenoptimierer gerne Menschen in den vorgeblich "selbstbestimmten" Tod treiben, statt darauf zu dringen das Leben bis zum letzten Atemzug sinnvoll zu nutzen und zu gestallten. Das ist grundsätzlich in jeder Lebenslage möglich, sofern der Betroffene oder das Umfeld eine lebensbejahende Einstellung umzusetzen sucht.
Unser Rentensystem zielt darauf ab Menschen aus dem Wertschöpfungs- und damit gesellschaftlichen Gestaltungsprozess vor allem aufgrund des Alters ausscheiden zu lassen und diese so aus wichtigen Teilen der Lebenswelt zu isolieren. Ob das wirklich human ist oder nicht eher eine Form des sozialen Sterbens sollte diskutiert werden.

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Chaosfee 11.03.2019, 13:55
15. Sie haben keine Ahnung.

Zitat von Thomas Schröter
Würdevolles Sterben ist konstruktives Handeln bis zum letzten Atemzug. Vorgeblich "selbstbestimmtes Sterben" ist dagegen häfig ein Euphemismus für das Versagen positiver Lebenseinstellung. Meine persönliche Erfahrung ist, dass generell Menschen, die in die Verfügungsrechte des potentiellen Todeskandidaten eintreten möchten oder sonstige Kostenoptimierer gerne Menschen in den vorgeblich "selbstbestimmten" Tod treiben, statt darauf zu dringen das Leben bis zum letzten Atemzug sinnvoll zu nutzen und zu gestallten. Das ist grundsätzlich in jeder Lebenslage möglich, sofern der Betroffene oder das Umfeld eine lebensbejahende Einstellung umzusetzen sucht. Unser Rentensystem zielt darauf ab Menschen aus dem Wertschöpfungs- und damit gesellschaftlichen Gestaltungsprozess vor allem aufgrund des Alters ausscheiden zu lassen und diese so aus wichtigen Teilen der Lebenswelt zu isolieren. Ob das wirklich human ist oder nicht eher eine Form des sozialen Sterbens sollte diskutiert werden.
Das Leben bis zum letzten Atemzug nutzen. Sehr gern.
Aber erklären Sie das mal todkranken Menschen (meist Krebspatienten im Endstadium o.ä.) mit Schmerzen, gegen die kein Mittel mehr wirkt. Stellen Sie sich vor, Sie müssen jeden Tag, jede Nacht, jede Sekunde lang diese Schmerzen aushalten, haben vielleicht dazu auch noch Erstickungsanfälle oder andere Organschäden, die Ihnen das Leben zur Qual machen und Sie wissen, dass es nie mehr besser, sondern nur noch schlimmer werden wird.
Ich durfte als Kind unserem Nachbarn wochenlang durch die Wände durch beim Sterben zuhören, wie er vor Schmerzen schrie und nach dem Tod flehte. Das war weder gut noch würdevoll.
Jeder sollte über sich selbst bestimmen dürfen, wie er lebt und wie er stirbt. Wer sich bis zum Schluss ans Leben klammert . . . um so schöner für ihn/sie. Aber wer vorher die Reißleine ziehen will, weil er nicht länger durch die Hölle gehen möchte, dessen Entscheidung sollte man ebenso respektieren.

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Knossos 11.03.2019, 16:05
16.

Kann man einfach so eine Leiche zu einem Krematorium fahren und einäschern lassen? Sind solche Wege nicht offiziellen oder wenigstens professionellen Autoritäten zugedacht?

Auch wenn nicht: Nimmt ein Krematorium Tote entgegen, ohne Legitimation in Form wenigstens eines Totenscheins zu verlangen?

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Thomas Schröter 12.03.2019, 12:39
17.

Zitat von Chaosfee
Das Leben bis zum letzten Atemzug nutzen. Sehr gern. Aber erklären Sie das mal todkranken Menschen (meist Krebspatienten im Endstadium o.ä.) mit Schmerzen, gegen die kein Mittel mehr wirkt. Stellen Sie sich vor, Sie müssen jeden Tag, jede Nacht, jede Sekunde lang diese Schmerzen aushalten, haben vielleicht dazu auch noch Erstickungsanfälle oder andere Organschäden, die Ihnen das Leben zur Qual machen und Sie wissen, dass es nie mehr besser, sondern nur noch schlimmer werden wird. Ich durfte als Kind unserem Nachbarn wochenlang durch die Wände durch beim Sterben zuhören, wie er vor Schmerzen schrie und nach dem Tod flehte. Das war weder gut noch würdevoll. Jeder sollte über sich selbst bestimmen dürfen, wie er lebt und wie er stirbt. Wer sich bis zum Schluss ans Leben klammert . . . um so schöner für ihn/sie. Aber wer vorher die Reißleine ziehen will, weil er nicht länger durch die Hölle gehen möchte, dessen Entscheidung sollte man ebenso respektieren.
Ihr Kommentar impliziert nicht nur eine ignorante Unterstellung sondern zeugt von verblendeter Unkenntnis.
Die Zunahme von schweren Erkrankungen der letzten Jahrzehnte war überwiegend verhaltensbedingt.
Ich kann aus meiner Erfahrung nur berichten, dass diese von Ihnen vertretene Ideologie heute massenhaft zu ungerechtfertigten Tötungen oder gar fremdinduzierten Selbsttötungen missbraucht wird.
Ich habe in meinen unmittelbaren Umfeld mehrfach erleben müssen wie Ärzte, effektive, erfolgversprechende, teilweise nobelpreisprämierte Therapien versagten oder durch suggestive Intervention verhinderten um so laufende Evalutionsprogramme für neue, experimentelle Therapien nicht stören zu lassen. In vielen anderen Fällen werden suizidale Depressionen nicht angemessen therapiert oder sogar gezielt herbei geführt.
Darüberhinaus werden über die Massenmedien und über sonstige Indoktrination nicht selten lebensfeindliche und schädliche Meme verbreitet.
Meiner Meinung nach gibt es bei uns noch viele verkappte Mengeles.

Sie fordern für Menschen, die sich schon das ganze Leben über unangemessen verhalten haben, für deren beschleunigtes Ableben sorgende euthanaiseartige Einrichtungen, statt per heute immer möglicher Schmerztherapie oder gar präventiv schützend zu intervenieren.

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Chaosfee 12.03.2019, 15:36
18.

Ich hoffe, Sie haben für Ihre Behauptungen auch seriöse Quellen und nicht irgendwelche Verschwörungstheorien.

Sie vergleiche Euthanasie mit Sterbehilfe , was überhaupt nicht in irgendeiner Form zusammenhängt. Das eine ist vorsätzlicher Mord, das andere ist der Wunsch des Individuums nach selbstbestimmten Sterben.

Es geht hier nicht um das "Entsorgen" von Kranken. Heilung muss an erster Stelle stehen und darf nicht durch organisatorische, finanzielle oder andere Hindernisse zurückgehalten werden. Es MUSS immer nach einer Heilung gesucht werden.
Aber es gibt leider auch Fälle, wo die Grenzen des Machbaren ausgeschöpft sind, wo nichts mehr hilft, wo ein Tumor zu sehr gestreut hat, wo die Lähmung immer weiter kriecht oder die Organe nach und nach versagen.

Ich empfehle Ihnen mal den Besuch in einem Hospiz und reden Sie mal mit Menschen, bei denen KEINE Schmerztherapie mehr hilft.
Ich denke, Sie haben keine Ahnung, um was für Schmerzen es dabei geht.
Jeder sollte zumindest die Chance zur Wahl haben, im Fall todkrank über lange Zeit unter Schmerzen und körperlichem Zerfall langsam zu sterben oder mit Hilfe von einem Medikament schnell und ruhig zu entschlafen. Strenge Regularien sind dabei natürlich Pflicht (z.B. dass der Patient wirklich unheilbar krank ist und nur noch wenige Zeit zu leben hat).
Und psychische Erkrankungen müssen dabei berücksichtigt werden (Depressive sollten keinen Zugang zu solchen Mitteln haben).


Manche Krankheiten können durch ungesunde Lebensweise forciert werden. Aber viele Erkrankungen eben auch nicht.
Krebs kann jeden treffen. Ebenso Schlaganfälle, Herzinfarkte, Organleiden. Sie glauben gar nicht, wieviele Erbkrankheiten es gibt. Sie können sich nicht vorstellen, wieviele Menschen, die ihr Leben lang sich gesund ernährt und Sport getrieben haben, plötzlich auf dem OP-Tisch landen.
Ich habe einige Ärzte und Krankenpfleger in meinem Umfeld und kenne daher die Abläufe und auch so einiges Leid.

Warum sollte jemand, der nicht länger leiden möchte (egal ob selbstverschuldet oder nicht) und dies auch im Besitz seiner geistigen Kräfte dies kundtut und es sich von mehreren Ärzten, Psychiatern und Notaren unabhängig voneinander bestätigen lässt, weiter leiden müssen, nur damit andere Menschen wie Sie ihr Gewissen beruhigen können?
Ohne es zu wissen, entreißen Sie damit dem Menschen die Bestimmungshoheit über seinen eigenen Körper und nehmen ihm damit seine Würde.
Ein Arzt darf auch nicht ohne Einwilligung des Patienten einfach behandeln (lebenserhaltene Maßnahmen ausgeschlossen). Wenn ein Patient keine OP mehr will, dann ist das so.

Dass es durch Sterbehilfe keine Massentötungen gibt, können Sie an den Ländern sehen, wo sie (unter strengen Richtlinien) erlaubt ist (z.B. Belgien).

Unter strengen Regularien sollte es jedem Menschen möglich sein, über sein Ableben selbst bestimmen zu können.

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Chaosfee 12.03.2019, 15:37
19.

Ich hoffe, Sie haben für Ihre Behauptungen auch seriöse Quellen und nicht irgendwelche Verschwörungstheorien.

Sie vergleiche Euthanasie mit Sterbehilfe , was überhaupt nicht in irgendeiner Form zusammenhängt. Das eine ist vorsätzlicher Mord, das andere ist der Wunsch des Individuums nach selbstbestimmten Sterben.

Es geht hier nicht um das "Entsorgen" von Kranken. Heilung muss an erster Stelle stehen und darf nicht durch organisatorische, finanzielle oder andere Hindernisse zurückgehalten werden. Es MUSS immer nach einer Heilung gesucht werden.
Aber es gibt leider auch Fälle, wo die Grenzen des Machbaren ausgeschöpft sind, wo nichts mehr hilft, wo ein Tumor zu sehr gestreut hat, wo die Lähmung immer weiter kriecht oder die Organe nach und nach versagen.

Ich empfehle Ihnen mal den Besuch in einem Hospiz und reden Sie mal mit Menschen, bei denen KEINE Schmerztherapie mehr hilft.
Ich denke, Sie haben keine Ahnung, um was für Schmerzen es dabei geht.
Jeder sollte zumindest die Chance zur Wahl haben, im Fall todkrank über lange Zeit unter Schmerzen und körperlichem Zerfall langsam zu sterben oder mit Hilfe von einem Medikament schnell und ruhig zu entschlafen. Strenge Regularien sind dabei natürlich Pflicht (z.B. dass der Patient wirklich unheilbar krank ist und nur noch wenige Zeit zu leben hat).
Und psychische Erkrankungen müssen dabei berücksichtigt werden (Depressive sollten keinen Zugang zu solchen Mitteln haben).


Manche Krankheiten können durch ungesunde Lebensweise forciert werden. Aber viele Erkrankungen eben auch nicht.
Krebs kann jeden treffen. Ebenso Schlaganfälle, Herzinfarkte, Organleiden. Sie glauben gar nicht, wieviele Erbkrankheiten es gibt. Sie können sich nicht vorstellen, wieviele Menschen, die ihr Leben lang sich gesund ernährt und Sport getrieben haben, plötzlich auf dem OP-Tisch landen.
Ich habe einige Ärzte und Krankenpfleger in meinem Umfeld und kenne daher die Abläufe und auch so einiges Leid.

Warum sollte jemand, der nicht länger leiden möchte (egal ob selbstverschuldet oder nicht) und dies auch im Besitz seiner geistigen Kräfte dies kundtut und es sich von mehreren Ärzten, Psychiatern und Notaren unabhängig voneinander bestätigen lässt, weiter leiden müssen, nur damit andere Menschen wie Sie ihr Gewissen beruhigen können?
Ohne es zu wissen, entreißen Sie damit dem Menschen die Bestimmungshoheit über seinen eigenen Körper und nehmen ihm damit seine Würde.
Ein Arzt darf auch nicht ohne Einwilligung des Patienten einfach behandeln (lebenserhaltene Maßnahmen ausgeschlossen). Wenn ein Patient keine OP mehr will, dann ist das so.

Dass es durch Sterbehilfe keine Massentötungen gibt, können Sie an den Ländern sehen, wo sie (unter strengen Richtlinien) erlaubt ist (z.B. Belgien).

Unter strengen Regularien sollte es jedem Menschen möglich sein, über sein Ableben selbst bestimmen zu können.

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