Forum: Panorama
Volkssport: Stirbt das Kegeln aus?
DPA

Alle Neune nach Feierabend: Kegeln war für viele Deutsche einmal das liebste Hobby. Heute dagegen droht es als Volkssport zu verschwinden. Die Kegler selbst scheinen daran nicht ganz unschuldig zu sein.

Seite 8 von 11
sischwiesisch 02.01.2018, 22:42
70. Und Leute...

Zitat von plutinowski
Dazu fällt mir noch eine weitere aussterbende Aktivität ein, die auch z.T. im Verein betrieben wird: Briefmarken sammeln. Da gibt es 2 Arten von Reaktionen: 1. Über die Jugend von heute, Computerspiele und das Elend der Welt klagen. 2. An Kinder und Jugendliche mit Angeboten herantreten, Briefmarken verschenken, Geschichten dazu erzählen, das Sammeln lebendig machen. Das klappt sicher nicht immer - aber auch nicht nie. Ist es beim Kegeln/ Bowling so viel anders? Warum nicht mal ein Kegel-/ Bowling-Nachmittag für Kinder und Jugendliche organisieren? z.B. anlässlich einer Geburtstagsparty. Man kann schon Interesse wecken, wenn man sich bemüht. Ideen sind gefragt.
..sind gefragt , die Ideen einbringen. Sie wären ein toller Kandidat.
Machen Sie mit, irgendwo.
Viele Vereine machen genau das, was Sie beschreiben seit Jahrzehnten und haben trotzdem Probleme im Jugend- und Erwachsenenbereich.
Ein abendfüllendes Thema.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Boris Feinbrandt 02.01.2018, 22:43
71.

Zitat von N. SpOn Bienefeld
Wenn ich lese, dass der eine erwartet, angesprochen zu werden und der nächste ihn deswegen anmacht - muss ich lachen. Beide wollen genau da abgeholt werden, wo sie stehen - der eine von außen, der andere von innen. Dabei steht das Kegeln in der öffentlichen Darstellung (so wie ich es in den letzten Jahrzehnten erlebte) für 50/60er-Jahre-Vorstellung: kleine dunkle Sportstätte, die gerade groß genug war, um größer als die eigenen Zimmer zu sein. Kein Vergleich zu den 'glamouröseren' Bowling-Centern, welche etwas von der 'großen Welt' transportierten. Aber auch das hat inzwischen für unseren Ort nicht mehr gereicht, zum Bowlen muss man in die nächsten Großstädte. Wobei das Jugendbashing weitgehend auch nur auf Wunschdenken basiert: habe selber in meiner (späten) Jugend einen Kegelklub mit initiiert und bin mehrfach wöchentlich in einem jugendlastigen (körperbetonten) Sportverein ehrenamtlich aktiv, dessen Mannschaften zur intensiveren Teambildung mitunter kegeln oder Bowling spielen. Es ist eine Frage des Ambientes und der Vermarktung (wo z.B. kann ich online eine Kegelbahn mieten?!), wenn ich eine Sportart in der Gesellschaft halten will - und da müssen die Vereinsstrukturen (wie auch bei unserem Sport) auf die 'Kundschaft' zugehen....
Stimmt, natürlich muss ein Verein offen sein und auch auf Leute zugehen, um sie zu begeistern. Der von mir zitierte Beitrag hat mich aber an genau die Mitglieder erinnert, die ich nicht in einem Verein haben möchte. Nämlich diejenigen, die alle Leistungen eines Vereins in Anspruch nehmen wollen, ohne sich selber irgendwie - und sei es nur finanziell - zu beteiligen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
a.weishaupt 02.01.2018, 22:58
72. Als ehemaliger Sportkegler..

..muss ich sagen, dass für mich der Trend zwar schade ist (und nein, Bowling ist nicht vergleichbar). Aber Trends kommen und gehen. Das muss nicht immer einen speziellen Grund haben. Die Brillen- und Bartmode der 1960er ist doch schon wieder da (Hipster & Co). Das muffige Ambiente der Bahnen kann auch schnell mal wieder als Kult gelten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
itsmie 02.01.2018, 23:07
73.

Mit Freunden und Familie in Teams gegen- oder miteinander zu kegeln, vorher, nebenbei oder anschließend zu essen und zu trinken ist eine feine Sache! Leider gibt es verständlicherweise (weil immer weniger Kegler) nicht mehr viele Kegelbahnen und unsere Anreise zum Vergnügen wird länger. Wir kegeln trotzdem, gegen jeden Zeitgeist, auf retromäßigen, eher vorsintflutlichen Bahnen und haben jede Menge Spaß dabei. Ich kanns nur empfehlen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Iggy Rock 02.01.2018, 23:39
74. Selbst Schuld

Als Kind der 80er bin ich im Westen quasi mit Kegelbahnen aufgewachsen. Es gab immer Mitschüler, deren Eltern im Kegelverein waren und bei denen fanden Geburtstagsfeiern grundsätzlich nie im Partykeller sondern auf der Kegelbahn statt. Bowling war die amerikanische Variante, nichts für Grundschüler und eigentlich nur in der Großstadt zu finden. Das war etwa bis zum Führerschein interessant, konkurrierte aber mit Kino, Billard, Kickern und Flippern.
Ein Kegelverein reizte mich jedoch schon in den 80er Jahren nicht, das Ambiente war staubig und Gesprächsrunden mit Kugelrollen, wahrscheinlich im Verein mit ordentlich Alkohol, empfand ich als langweilig. Kinder reizt daran ausschließlich der Wettbewerb und irgendwann ist man es einfach satt, dass immer der Junge gewinnt, dessen Eltern im Verein kegeln.

Es gibt im Vereinswesen auch Gegenbeispiele. Ich bin z.B. in einem Angelverein, der hat alleine in den letzten 20 Jahren seine Mitgliederzahl verdoppeln können. Wie das geht? Vielfältige Möglichkeiten am Hobby selber, global im Trend und auch medial umfassend vertreten. Der Ruf des "Altherrensports" für Langweiler haben Wettbewerbe und Methoden aus England, den USA und Japan völlig beseitigt. Beim Kegeln wird das nie funktionieren, dafür ist es zu eindimensional. Die einzige Chance um junge Leute zu begeistern wäre, dass es Kult wird, dafür gibt es aber keinen Ansatzpunkt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Muddern 02.01.2018, 23:40
75. Der Hauptgrund…

… steht im Artikel: Vereinssport. Ich könnte mir nicht vorstellen, mich einem Verein anzuschließen. Meine erste Assoziation, wenn ich das Wort "Verein" lese sind alte, schmerbäuchige Herren und ihre biestigen Ehefrauen, die in wichtigtuerischem Amtsdeutsch auf stundenlangen, piefig-miefigen Versammlungen hocken und Beschlüsse fassen, die die Institution "Verein" gleich noch etwas unattraktiver machen. Klar - ein Klischee. Aber jedes Klischee hat doch seinen wahren Kern, mal größer, mal kleiner…

Und Kegeln? Auch da teile ich das Bild des dauerbesoffenen Kegelclubs, der in der Bahn weiterbechert, brüllt und diejenigen stört, die einfach nur nach einem anstrengenden Tag an der Uni oder Arbeit nach Hause wollen…

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Atavist 02.01.2018, 23:54
76. Bowling ...

... ist hierzulande auch längst nicht mehr so populär wie z. B. in den 90ern, als es das Kegeln immer mehr verdrängte - exemplarisch zu sehen an einem Bowlingcenter in meiner Heimatstadt, das damals in der ganzen Region bekannt war und mittlerweile ein jämmerliches, runtergekommenes Dasein fristet. Und soweit ich weiß, haben in der Umgebung im Laufe der letzten Jahre einige andere Bowlingcenter komplett dichtgemacht - ist nun mal kein Volkssport wie in den USA.

Das Freizeitverhalten ändert sich im Laufe der Jahre und Generationen naturgemäß - das Gastronomiekonzept der Großdiskotheken mit diversen "areas", wie es in den 90ern seine Blütezeit erlebte, brummt z. B. heute auch längst nicht mehr so. Solche Entwicklungen gefallen mir als Nostalgiker zwar oft nicht, sind aber letztlich ein zwangsläufiges Spiegelbild verschiedener Einflüsse.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Larnaveux 03.01.2018, 00:07
77.

Zitat von quark2@mailinator.com
Erst gab es Zeitungen ... und Kegeln. Dann gab es Zeitungen und Radio ... und Kegeln. Dann gab es Zeitungen, Radio, Fernsehen, Auto, Internet, ....... und Kegeln. Irgendwann haben sie auf Rhodos auch aufgehört, über Stiere zu springen ...
Nur kleine Anmerkung am Rande: Auf Rhodos haben die noch nicht mal angefangen, über Stiere zu springen. Vermutlich verwechseln Sie Rhodos mit Kreta.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
reflexxion 03.01.2018, 00:50
78. Kgeln ist wie Briefmarkensammeln

Die Zeiten haben sich geändert, Früher hatte man noch Telefonzellen zum telefonieren, die Telefone hatten Wählscheiben und schnurlos gab es auch nicht. Genauso ist heute das Briefmarkensammeln out. Kegeln erinnert mich nur an verwanzte nach Rauchstinkende Schlauchkeller wo einige trinkfeste Gruppen sich dem Suff, dem Nikotin und eben auch dem Kugel werfen hingaben. Dann kam das Bowling aus den USA rüber und das war halt cooler in großen Hallen und mit all dem Service von dem Kegler nur träumen konnten.

Mich betrifft das nicht, aber mein Hobby Modelleisenbahn ist genau so out wie kegeln. Der Vorteil ist aber, ich kann meine Bahn allein betreiben, halt nur ohne Erben.

Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, das ist aber eigentlich auch gut so.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
reflexxion 03.01.2018, 01:03
79. einfach googlen, Wii und kegeln

Zitat von zeisig
Kegeln zu Hause ? Wie das gehen soll hätten Sie aber bitteschön schon etwas näher erläutern können !
oder öfter mal big bang theory gucken, die machen so was auch - na gut evtl Bowling aber das sieht man ja nicht

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 11