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Waffenboom in Deutschland: Laien am Abzug
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Der Handel mit Schreckschusspistolen und Reizgas boomt, die Zahl der Kleinen Waffenscheine steigt. Selbst bei Händlern hält sich die Freude über die große Nachfrage in Grenzen.

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espet3 30.10.2016, 19:57
190.

Zitat von MKAchter
Das deutsche "Notwehrrecht" billigt dem Angegriffenen immerhin mehr zu, als der (sich häufig darüber mokierende) Stammtisch gemeinhin glaubt... Ausnahmen (in Form vereinzelter, meist erstinstanzlicher, etwas seltsamer Urteile aus diesem Rechtsgebiet) tun dem keinen Abbruch.
Bei der heutigen Auslegung des Notwehrparagraphen wäre ich äußerst vorsichtig. Sie müssen sich erst halb totschlagen lassen, bevor sie sich wehren dürfen, so hat man wenigstens den Eindruck, wenn man Zeitung liest.
Aber wenn Zivilcourage gewünscht wird, dann wollen die Politnix, dass man sich einmischen soll.
Kein Wunder, dass man oder frau besser "nichts gesehen" hat.

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MKAchter 30.10.2016, 20:46
191. Zur Sache

Zitat von enfield
Unterm Strich bleibt stehen, dass jemand den Schusswaffengebrauch auch in einer Notwehrsituation durchaus erklären muss bzw. die Sachlage in allen Details erklärbar sein muss .... Sie und Ihre Gesinnungsgenossen können sich also Ihr "Notwehrrecht" getrost an den Hut stecken und unter "unnützes Wissen" abheften.
Erstens: Die Gewaltanwendung in der Notwehrsituation muss immer erklärt werden. Auch dann, wenn Sie in einer solchen Situation einem Angreifer eine Bierflasche oder einen Ziegelstein auf den Kopf schlagen, um ihre Rechtsgüter zu verteidigen. Mit (Schuss-)Waffenanwendung hat das nichts zu tun.

Zweitens: Warum so aggressiv? Welche "Gesinnung"? Ich habe eine Auffassung zum Thema, versuche es aber sachlich anzugehen. Hier habe ich die Rechtslage wiedergegeben.

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christa.hans 31.10.2016, 07:03
192. Eins haben wir beide noch vergessen.

Zitat von h.hass
Letzteres bringt halt Kohle in die Kasse. Amokläufer aufzuspüren, kostet nur. Es wird behördlicherseits ja auch mit der erbarmungslosen Härte des Gesetzes gegen Schwarz-TV-Gucker, Schwarzfahrer, Halbe-Brötchen-Diebe, 5-Euro-Steuern-Nichtzahler, Hartz-IV-Terminversäumer und ähnliches Geschmeiß vorgegangen. Wer weiß, wie die Sicherheitslage wäre, wenn hierzulande mit ähnlichem Engagement gegen Gewaltkriminelle/Amokläufer vorgegangen bzw. ermittelt würde.
Es ist auch für die Beamten bedeutend ungefährlicher Strafzettel mit der Post zu zustellen. Das ist wenn man gegenüber Gewalttätern oder Familienclans vorgeht natürlich etwas anders.

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fördeanwohner 31.10.2016, 07:28
193. -

Zitat von espet3
Bei der heutigen Auslegung des Notwehrparagraphen wäre ich äußerst vorsichtig. Sie müssen sich erst halb totschlagen lassen, bevor sie sich wehren dürfen, so hat man wenigstens den Eindruck, wenn man Zeitung liest. Aber wenn Zivilcourage gewünscht wird, dann wollen die Politnix, dass man sich einmischen soll. Kein Wunder, dass man oder frau besser "nichts gesehen" hat.
Ja, ne, is klar.
Natürlich muss untersucht werden, ob ein vermeintliches Opfer, das seinen vermeintlichen Angreifer getötet oder schwer verletzt hat, rechtens gehandelt hat. Das ist es, was Sie in der Zeitung lesen. Die meisten werden doch frei gesprochen.
Und selbst wenn es nicht so wäre, dann dürfen alle - Sie, ich und auch Politiker - Zivilcourage in Form von Hilfsbereitschaft erwarten.
Rechtfertigen Sie mit solchen Argumenten z.B. das Verhalten der vier Menschen, die in Essen gnadenlos einen Rentner sterben ließen?

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enfield 31.10.2016, 08:26
194.

Zitat von MKAchter
Erstens: Die Gewaltanwendung in der Notwehrsituation muss immer erklärt werden. Auch dann, wenn Sie in einer solchen Situation einem Angreifer eine Bierflasche oder einen Ziegelstein auf den Kopf schlagen, um ihre Rechtsgüter zu verteidigen. Mit (Schuss-)Waffenanwendung hat das nichts zu tun. Zweitens: Warum so aggressiv? Welche "Gesinnung"? Ich habe eine Auffassung zum Thema, versuche es aber sachlich anzugehen. Hier habe ich die Rechtslage wiedergegeben.
Erstens: naja, Rechtsgüter verteidigen ist natürlich für eine Notwehrsituationwieder problematisch. Aber wie gesagt, ich finde diese "Diskussion" (die keine ist, da es nichtmal klare Gegenpositionen gibt....wir sagen ja alle mehr oder weniger das gleiche, mit unterschiedlichen Schwerpunkten vielleicht) völlig unsinnig - insbesondere an dieser Stelle. Zur Erinnerung: wir kommen von Schreckschusswaffen. Es ist naheliegend, dass man bei dem Thema schnell auf (Feuer-)Waffen kommt...aber wie Sie schon richtig erkennen, ändert das alles wenig bis nichts für Notwehr-Lagen. Wohl aber wie Konflikte ausgetragen werden und wohin diese wie eskalieren können.
Das bringt mich zu
Zweitens: es reizt (ärgert ist zuviel) mich, wenn einige bei diesem Thema immer wieder unhaltbare Statistiken und unbelegbare Thesen in den Raum stellen, dass angeblich laxere Waffengesetze zu verminderter Kriminalität führen würden. Ich habe solche Diskussionen bereits in der ganzen Tiefe geführt und habe bisher noch nichts stichhaltiges gesehen das nur etwas Bestand hätte gegen einfachste Fragestellungen und Argumente. Mir geht es darum, die die solche Behauptungen aufstellen herauszufordern, diese zu belegen. Da für viele der Beleg gefühlter Wahrheiten jedoch komplett unwichtig ist, so lange sie einfach nur ihre "Meinung" äußern können, kommt nicht ein einziger belastbarer Punkt oder Quelle (das habe ich auch anders erlebt. Es gibt nämlich sehr wohl diskutable Quellen...und dann wird es interessant). Stattdessen wird plump einfach vom Thema noch weiter abgewichen oder ein irrelevanter anderer Punkt aufgegriffen und bis zur nächsten Argumentationsnot darauf rumgeritten.
Das is nu mal so in Foren und deswegen versuche ich auch möglichst zu provozieren und direkt "anzugreifen"...dann ist die Chance da dass man tatsächlich mal jemanden "bewegt", selbst dazulernt und auch etwas Spass hat, größer. In der realen Welt bin ich ein ausgesprochen höflicher und sachlicher Diskutant, der zwar auch mal lauter werden kann aber sich mit Polemik fast komplett zurückhält. In Internetforen ist mir höflich sachliche Diskussion und Gespräche die Zeit nicht wert - wer damit nicht klarkommt, solange ich nicht gegen Regeln verstoße (und das tu ich nicht), der sollte sich mal Gedanken machen, in welcher Welt "gelebt" wird.

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