Forum: Panorama
Waffenrecht in den USA: Die verlogene Debatte
AP

Das Massaker von Las Vegas hat in den USA eine neue Diskussion über die Waffengesetze ausgelöst. Doch sie wird zu nichts führen. Denn um das Thema sinnvoll anzupacken, müssten die Amerikaner unbequeme Einsichten akzeptieren.

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wauz 03.10.2017, 21:25
410. In zwei Jahren fünf Mal...

Zitat von syracusa
Oh, da irren Sie sich aber ganz gewaltig. Die Binnengrenzen der USA werden weitaus schärfer kontrolliert als die der EU. Ich habe in den USA studiert und musste für den Weg zur Uni täglich die Grenze zwischen Florida und Georgia passieren. In den 2 Jahren, die ich dort war, bin ich sicher mindestens 5 mal in eine vollständige Autobahnsperre an der Grenze geraten, bei der alle Fahrzeuge genau untersucht wurden.
Ok. Sie sind in den zwei Jahren fünf Mal kontrolliert worden. Das heißt, an den meisten Tagen nicht. Meinen Sie im Ernst, dass so etwas Waffenschiebereien aufhalten kann?
Zumal es ja gar nicht sicher ist, dass Waffen, die illegal verkauft werden sollen, schon illegal transportiert werden. Es reicht doch aus, wenn Waffen so lange zwischen diversen Fed States hin und her geschoben werden, bis keiner mehr die völlig legalen Verkäufe noch nachvollziehen kann.
Auf die Möglichkeit des legalen privaten Weiterverkaufs hat ja schon ein anderer hingewiesen. Da entfallen dann die Checks, die ein Händler wenigstens formal durchführen muss.

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DieHappy 03.10.2017, 21:34
411.

Ich verstehe nicht allzu viel von Waffen, aber jemand hier wird schon mehr zu den 2 Fotos aus dem Zimmer sagen können:

https://pbs.twimg.com/media/DLNcikHUIAA8ntc.jpg:large

https://pbs.twimg.com/media/DLNf-yAV4AEoO4p.jpg:large

Ich meine aber sogar als Laie auf dem Ding ganz ohne Munition eben genau so einen "Bump Stock" für Dauerfeuer montiert zu sehen, wie er hier gezeigt wird.
http://www.bild.de/news/ausland/las-...8194.bild.html
http://www.bild.de/news/ausland/las-...8388.bild.html

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wauz 03.10.2017, 21:37
412. Soziologische Begrifflichkeiten

Zitat von HtFde
Ich weiß nicht genau, was sie unter rigide verstehen. In den USA gibt es nicht eine sondern viele Gesellschaften. Sie haben die eher liberal angehauchten, sie haben die Evangelikalen (die ich bewusst nicht Christen nennen möchte), Sie haben die Schwulen und Lesben, die Konservativen, etc. [...]
Das, was Sie als "verschiedene Gesellschaften" bezeichnen, heißt in der Soziologie "Milieu". Und es kann innerhalb von Milieus auch noch sub-Milieus geben. Und darüber hinaus können z.B. sogenannte Subkulturen Milieu-übergreifend sein...

Was das Rigide betrifft: Versuchen Sie mal ein Auto, an dem 'Fuck' statt 'Ford' steht, auf dem Parkplatz einer Freikirche unterzubringen...
Es gibt in den USA wesentlich mehr 'Don'ts' als z.B. in Deutschland, speziell den früheren West-Bundesländern.

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Luscinia007 03.10.2017, 21:38
413.

Zitat von spon-facebook-1035483455
am Thema vorbei. Pitzkes Kommentar ist ein Teil der billigen Hetzkampagne gegen die Trump-Administration, denn es besteht nicht die Spur einer Chance, eine Aenderung des 2nd Amendment zu bewirken. Die dafuer erforderlichen Mehrheiten in beiden Haeusern des Kongresses sind nicht vorhanden. Es gibt genuegend Kongressmitglieder der Demokraten, die ebenfalls gegen eine Aenderung des 2nd Amendment sind, und das aus gutem Grund, denn der Selbstschutz is in vielen Regionen der Vereinigten Staaten auf Grund der geringen Bevoelkerungsdichte unabdingbar. Verbrecher wie dieser Massenmoerder von Las Vegas kommen zudem an automatische Waffen heran, egal ob es schaerfere Waffengesetze gibt oder nicht. Seit dem "Firearm Owners' Protection Act of 1986" ist es bereits verboten, neue automatische Waffen an Zivilisten zu verkaufen oder verleihen. Der Massenmoerder von Las Vegas war ein 64 Jahre alter Mann, der nach meinem Wissensstand keine soldatische Ausbildung hatte. Ich frage mich also, wie dieser Killer sich Maschinenwaffen beschaffen konnte und wer ihn darin ausgebildet hat. Wie war es moeglich, dass dieser Killer etliche Maschinenwaffen auf seine Hotel Suite bringen konnte, ohne dabei aufzufallen. Wie war es moeglich, dass der Killer in der Lage war, Maschinenwaffen zu bedienen und auf fast 400 m zu treffen. Selbst bei einer so grossen Menschenmenge ist das nicht so einfach, denn wenn die Seelenachse der Maschinenwaffe sich nur um 1 Grad verlagert, was selbst dann moeglich ist, wenn diese Waffe auf einer Lafette montiert ist, bewirkt das auf einer Entfernung von 400 m eine Abweichung von 7 m. Die Opfer wurden also zufaellig getroffen. Wegen der Zahl der Toten und Verwundeten muss man davon ausgehen, dass dieser Killer mehrere tausend Schuesse abgeben konnte. Woher hat er diese Munition bekommen? Diesen Fragen sollte Pitzke nachgehen und nicht oberlehrerhaft auftreten.
Diese Fragen sind vlöllig irrelevant, es sei denn, man möchte seine Bewunderung für die technische Leistung des Amokschützen zum Ausdruck bringen oder ein Handbuch des effektiven Tötens mit selbstgebauten Massenvernichtungswaffen für den nachsten Amokläufer herausgeben.
Nur ein Waffennarr und Waffenfanatiker stellt soche Fragen.

Und solange die von Diane Feinstein seit langem vergeblich bekämpfen bump stocks legal verkäuflich sind, wird es immer wieder potentiellen Tätern leicht möglich sein, ihre halbautomatischen Waffen zu automaitschen Waffen hochfrisieren.

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HtFde 03.10.2017, 21:45
414. Ah ok

Zitat von wauz
Was das Rigide betrifft: Versuchen Sie mal ein Auto, an dem 'Fuck' statt 'Ford' steht, auf dem Parkplatz einer Freikirche unterzubringen... Es gibt in den USA wesentlich mehr 'Don'ts' als z.B. in Deutschland, speziell den früheren West-Bundesländern.
Kann ich nachvollziehen - mein Darwin Fisch kam auch nur begrenzt gut an im guten alten Tennessee ...

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adal_ 03.10.2017, 21:56
415.

Zitat von guillermo_emmark
Wenn ich die bislang in SpOn veröffentlichten Zahlen richtig in Erinnerung habe, gibt es in den USA mehr Handfeuerwaffen als Einwohner. Wie sollen die - nach einer radikalen Änderung des Waffenrechts - je wieder eingezogen werden?
Es geht in der inneramerikanischen Debatte um automatische Waffen.

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chalchiuhtlicue 04.10.2017, 00:05
416.

Zitat von radioactiveman80
ZITAT: "Denn um das Thema sinnvoll anzupacken, müssten die Amerikaner unbequeme Einsichten akzeptieren." - Die Amerikaner MÜSSEN garnichts. Entweder kommen sie selbst darauf oder nicht, mitnallen Konsequenzen. Für mich, keine 24Stunden nach dem Massaker, klingt dieser Kommentar wie ein weiterer "Ich hab's schon immer gewusst" - Artikel aus der Schublade. Gerade aus dem neunmalklugen Deutschland. Als ob wir hier noch nie Opfer von Feuerwaffen gehabt hätten. Winnenden, Erfurt, München haben gezeigt: wer will, kann sich überall eine Waffe besorgen.
Die USA haben bei knapp 4facher Bevölkerung gegenüber der BRD 30.000 Tote durch Waffen PRO JAHR. Bei uns sind es etwa 70 pro Jahr, davon weniger als 10% mit LEGAL erworbenen Waffen. Das heißt, dass in den USA pro Jahr etwa 100 mal mehr Menschen durch Schusswaffen sterben, als bei uns. Ich denke schon, dass dies uns erlaubt, Kritik an den laxen Waffengesetzen in den USA zu üben.

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kmmzaa 04.10.2017, 00:32
417.

Zitat von Luscinia007
Montana hat von den 50 US-Bundesstaaten mit 16,94 Todesfällen auf 100.000 Einwohnern die sechsthöchste Quote von Schusswaffen-induzierten Todesfällen. Und das obwohl wohl die Verbrechenszahlen niedriger sind als in anderen Bundesstaaten, insbesondere Californien, New York oder Illinois. ... Montana hat nicht einmal ein Gesetz, das Eltern belangt, wenn sie ihre Waffen icht kindersicher weggeschlossen haben.
Das ist inklusive Selbstmord. Montana hat leider eine der hoechsten Selbstmordraten. Bezueglich Illinois liegen sie Falsch. Chicago allein ist da schon schlimmer als Montana.

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winklerfrank 04.10.2017, 04:12
418. unter

Zitat von Pfaffenwinkel
wird sich an den Waffengesetzen Amerikas nichts ändern.
Obama hat sich nichts geändert - der ist wohl auch ein Waffennarr (und in der gleichen Gehaltsgruppe wahrscheinlich auch).

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