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Wege aus der Sucht?

SPIEGEL-Autor Jörg Böckem beschreibt in seinem Therapie-Tagebuch eindringlich Drogensucht und ihre langen Folgen. Was ist Ihre Meinung zu seinen Aufzeichnungen? Wie kann man Drogenabhängigen besser beim Kampf gegen die Sucht unterstützen?

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Kapnix 04.05.2007, 10:27
1.

Zitat von sysop
SPIEGEL-Autor Jörg Böckem beschreibt in seinem Therapie-Tagebuch eindringlich Drogensucht und ihre langen Folgen. Was ist Ihre Meinung zu seinen Aufzeichnungen? Wie kann man Drogenabhängigen besser beim Kampf gegen die Sucht unterstützen?
Der Erste, und auch wesentlichste, Schritt würde darin bestehen, das alle die sich mit diesem Thema beschäftigen, verstehen und akzeptieren, das so gut wie kein Süchtiger seine Droge freiwillig nimmt.
Ein banaler, aber in meinen Augen sehr wichtiger, Schritt.

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susenn 04.05.2007, 12:13
2.

Zitat von sysop
SPIEGEL-Autor Jörg Böckem beschreibt in seinem Therapie-Tagebuch eindringlich Drogensucht und ihre langen Folgen. Was ist Ihre Meinung zu seinen Aufzeichnungen? Wie kann man Drogenabhängigen besser beim Kampf gegen die Sucht unterstützen?
Die beste Unterstützung erfolgt VOR dem Kampf gegen die Abhängigkeit.

Lehrkräfte, Eltern, Ausbilder sollten Vorbild sein und über die Folgen von Drogenmissbrauch aufklären.
Damit meine ich alle, auch die s.g. "weichen Drogen".
Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht eben auch bei Tabak, Alkohol, Zigaretten und Tabletten.
In jedem Fall entscheidet der verantwortungsvolle Umgang über Nutzen oder Zerstörung.

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rabenkrähe 04.05.2007, 23:39
3.

Zitat von sysop
SPIEGEL-Autor Jörg Böckem beschreibt in seinem Therapie-Tagebuch eindringlich Drogensucht und ihre langen Folgen. Was ist Ihre Meinung zu seinen Aufzeichnungen? Wie kann man Drogenabhängigen besser beim Kampf gegen die Sucht unterstützen?
.....

Der oder die Süchtige muß die Bereitschaft/Notwendigkeit entwickeln, zu dem zu schauen, was mit der jeweiligen Sucht um jeden Preis versteckt werden soll.

rabenkrähe

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albatrox 05.05.2007, 01:34
4.

Zitat von susenn
Die beste Unterstützung erfolgt VOR dem Kampf gegen die Abhängigkeit. Lehrkräfte, Eltern, Ausbilder sollten Vorbild sein und über die Folgen von Drogenmissbrauch aufklären. Damit meine ich alle, auch die s.g. "weichen Drogen". Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht eben auch bei Tabak, Alkohol, Zigaretten und Tabletten. In jedem Fall entscheidet der verantwortungsvolle Umgang über Nutzen oder Zerstörung.
Die Kinder von heute sind die Eltern und Erzieher von morgen. Was man selber nicht hat, kann man nicht vermitteln. Die beste Prophylaxe ist die Alternative. Sinnvolle Betätigung ist keine Garantie, aber unverzichtbar, um die Zahl der Betroffenen zu mindern. a

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Kapnix 05.05.2007, 10:34
5.

Zitat von rabenkrähe
..... Der oder die Süchtige muß die Bereitschaft/Notwendigkeit entwickeln, zu dem zu schauen, was mit der jeweiligen Sucht um jeden Preis versteckt werden soll. rabenkrähe
Wenn sie das könnten, wären sie nicht süchtig. Und wenn sie es während der Sucht erkennen befreit es sie nicht daraus.

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albatrox 05.05.2007, 14:43
6.

Wenn sie das könnten, wären sie nicht süchtig. Und wenn sie es während der Sucht erkennen befreit es sie nicht daraus. Die Erfolgsquote von ca. 5% ist seit langem leider stabil. Sie zu bessern, wäre des Schweißes der Edlen wert, aber es kann nur jeder allein es schaffen, wenn er dabei nicht allein ist. Die Gruppendynamik und das Wissen derer, die es vorgemacht haben - weil ihnen keine Wahl blieb -, ist bisher die einzig erfolgreiche Methode. Man es kann auch trotz Therapie schaffen, aber es ist schwerer. Das ist wie mit der Schmerztablette: Wenn ich meine Nerven dazu außerstande setze, mir zu sagen wo es weh tut, dann fehlt der Antrieb, etwas dagegen zu tun. a

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Thomas Müntzer 05.05.2007, 17:14
7.

Zitat von sysop
SPIEGEL-Autor Jörg Böckem beschreibt in seinem Therapie-Tagebuch eindringlich Drogensucht und ihre langen Folgen. Was ist Ihre Meinung zu seinen Aufzeichnungen? Wie kann man Drogenabhängigen besser beim Kampf gegen die Sucht unterstützen?
Ich werde mich auf die Suche nach seinen Aufzeichnungen machen. Das was ich bisher gefunden habe lässt keine Rückschlüsse zu. Nichtmal, was er denn mit Sucht meint. Sind die Folgen von denen er spricht, Folgen der Droge, dann müssten sie ja im Heroinprogramm auch bzw. erst recht auftreten, oder sind es die Folgen der Illegalität, die dann im Heroinprogramm nicht auftreten. Hat er sich von seiner Sucht befreit, oder nimmt er "nur" keine "Medizin" mehr.Er wäre dann sozusagen ein "trockner" Süchtiger. Das heisst, er wäre noch abhängig von einem Suchtmittel, nimmt aber keins mehr. Ist der Mangelzustand, der dem Siechtum (Sucht) zugrunde liegt noch vorhanden. Ich würde schon gerne die Begriffe geklärt wissen. Nicht mal mit dem Ziel der Einigung, sondern um zu wissen was der andere meint wenn er die Worte benutzt. Man blättert dann zurück und weiss, wie es gemeint ist.
William S. Borroughs sagt man ist süchtig VOR der ersten "Flasche".Dieser Meinung bin ich auch. Austauschbar mit jeder anderen Drogenbezeichnung oder Verhalten mit in dem Falle Ziel von Produktion von körpereigenen Drogen. Vom Junkie zum Ironman ist die Geschichte einer solchen Umsuchtung.
Selbstmedikation nenne ich diesen ganzen Komplex.
Vielleicht ist jeder andere auch so nett kurz zu umschreiben wie sein Verständnis diese Begriffe, an erster Stelle Sucht, ist. Und was von was kommt. Des gegenseitigen Verständnisses wegen!
Die Paradigmafrage. Man redet sonst aneinander vorbei.
Mir lieber sich direkt über die Problematik von Sucht auszutauschen, als über die Symptome wie zB. Komatrinken.

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thunderbolty 05.05.2007, 17:30
8. keiner macht mir drogen !!!

Zitat von susenn
Die beste Unterstützung erfolgt VOR dem Kampf gegen die Abhängigkeit. Lehrkräfte, Eltern, Ausbilder sollten Vorbild sein und über die Folgen von Drogenmissbrauch aufklären. Damit meine ich alle, auch die s.g. "weichen Drogen". Die Gefahr einer Abhängigkeit besteht eben auch bei Tabak, Alkohol, Zigaretten und Tabletten. In jedem Fall entscheidet der verantwortungsvolle Umgang über Nutzen oder Zerstörung.
hallo susenn,
alles gut und schön, das problem ist die sog. drogenorientierte persönlichkeit - das sind leute, die ihre persönlichen probleme mit drogen zu "lösen" versuchen und damit erst richtig in die scheiße geraten; hinterher haben sie noch ein problem mehr ...
m.f.g. ein tabakjunkie

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Thomas Müntzer 05.05.2007, 17:31
9.

Zitat von Kapnix
Wenn sie das könnten, wären sie nicht süchtig. Und wenn sie es während der Sucht erkennen befreit es sie nicht daraus.
Doch, aber nicht von jetzt auf gleich, sondern als Ende eines Prozesses, der 15 - 20 Jahre dauern kann. Es sei denn, es sind genetische Voraussetzungen.
"Aging out" bzw "maturing out" sind die Bezeichnungen dafür. Nichts Anderes als Nachreifen ist damit gemeint. Bezogen auf die Sucht. Die reine körperliche Gewöhnung kann dann wie beim normalen Schmerzpatienten durch Ausschleichen geschehen. Dies zu ermöglichen, hat allerdings ideologisch motivierte Hindernisse. Meiner Meinung nach! Besonders die Alkohol verherrlichenden Länder sind dagegen.

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