Forum: Panorama
Wer ist für die Kluft zwischen Arm und Reich verantwortlich?

Den Deutschen geht es im internationalen Vergleich gut, aber nicht allen gleich gut. Der Mittelstand leidet seit vielen Jahren unter Schwund, die Kluft zwischen oben und unten wird größer, eine Tendenz, die die Politik mit Sorge erfüllt. Wie kommt es zu dieser Entwicklung? Und wie kann man ihr effizient entgegenwirken?

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SIR-ENE 28.03.2012, 13:51
540. Wer ist verANTWORTlich?

Wurde schon eine Antwort gefunden auf die Thread-Frage?
Oder
macht es
den Diskutierenden
nur Vergnügen, darüber
zu schreiben, wie vielfältig die Kluft ist?

Nach meinen Erfahrungen sind all jene schuld am Auseinanderklaffen der Vermögensschere, die nicht antworten, die die Macht haben, zu schweigen.

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krassopoteri 28.03.2012, 15:33
541.

Zitat von SIR-ENE
Wurde schon eine Antwort gefunden auf die Thread-Frage?
Ja, die FDP
oder vielleicht doch die Globalisierung oder Alan Greenspan, vielleicht aber auch Opa Kasupke aus Essen Krey.
Wer weiss?

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rabenkrähe 28.03.2012, 19:32
542. jaja

Zitat von SIR-ENE
Wurde schon eine Antwort gefunden auf die Thread-Frage? Oder macht es den Diskutierenden nur Vergnügen, darüber zu schreiben, wie vielfältig die Kluft ist? Nach meinen Erfahrungen sind all jene schuld am Auseinanderklaffen der Vermögensschere, die nicht antworten, die die Macht haben, zu schweigen.
........

Solange die Mächtigen meinen, ihre Macht auf die Wenigen ganz Reichen stützen zu können und zu müssen und nicht auf die Masse der Menschen, die höchstens gerade genug zum Leben zusammenkratzen können, so lange wird sich da nichts ändern.
Der Fall Wulff war doch viel exemplarischer, als vielfach wahrgenommen: Macht, Geld und Wirtschaft hat sich schon lange gepaart und leider wird das bis heute hingenommen.
rabenkrähe

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Manukun 29.03.2012, 04:34
543.

Zitat von SIR-ENE
Wurde schon eine Antwort gefunden auf die Thread-Frage? Oder macht es den Diskutierenden nur Vergnügen, darüber zu schreiben, wie vielfältig die Kluft ist? Nach meinen Erfahrungen sind all jene schuld am Auseinanderklaffen der Vermögensschere, die nicht antworten, die die Macht haben, zu schweigen.
Es dürfte wohl kaum nötig sein, großartige Theorien hierfür zu entwickeln oder ideologischen Unsinn abzusondern.
Eine einfache Überlegung macht den Mechanismus doch deutlich.

Wenn man in einer Gesellschaft zu Beginn von einer absoluten Gleichverteilung ausgeht und die Tatsache akzeptiert, dass es in dieser Gesellschaft einige gibt, die das Arbeiten selbst nach einem 8-stundentag einfach nicht lassen können, weil es Ihnen Spass macht, haben Sie bereits die Initialzündung für ein Verteilungsungleichgewicht.
Wenn Sie dann noch akzeptieren, dass es einige wenige Faulpelze gibt, oder solche, die sich mit Dingen beschäftigen, die keinen anderen interessieren, verstärkt sich das Ungleichgewicht. Man braucht noch nicht mal Zins und Zinseszins oder gar das Gefasele von Ausbeutung, um so eine Entwicklung abzusichern. Es passiert einfach. Wohlstand akkumuliert bei denen, die mehr leisten. Leider wird dies in D heutzutage in bestimmten Kreisen bereits kriminalisiert.
Irgendwann kommt dann der Neid der Zurückgebliebenen und wenn eine kritische Masse erreicht wird, nimmt man den Leistungsträgern mit staatlicher oder gar physischer Gewalt das Erarbeitete ab und verteilt es an die Minderleister. In meinen Augen ist dieses kriminell.

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renee gelduin 29.03.2012, 11:12
544. ...

Zitat von donald17
Quelle wie vor Auf Deutsch, es gibt kein einziges Unternehmen, dass sämtliche Gewinne durch Fremdfinanzierung vermeidet. Auch gefällt es den Eigenkapitalgebern nicht sonderlich, das sind die Eigentümer des Unternehmens also diejenigen die bestimmen, wenn sich auf ihre Kosten andere, die Fremdkapitalgeber, bereichern.
Das ist eine Frage des Kompromisses den der Unternehmer eingehen muss, wenn er sich zwischen EK- und FK-Verzinsung entscheiden muss. Die EK-Verzinsung wird umso höher sein, je niedriger das FK verzinst wird und je mehr das Unternehmen an gewinn abwirft.
Konträr dazu wird ein FK-Zins immer umso höher sein, je weniger EK im Unternehmen steckt.
Die EK-Verzinsung ist eine Hebelwirkung, die FK-Verzinsung hat was mit dem Risiko des Anlegers zu tun.

Extrembeispiele, also wenn EK oder FK = 100% sind, sind vorstellbar. Die Frage ist hingegen, inwiefern das Sinn macht. 100% EK wäre zB möglich bei Familienunternehmen die keine externe EInflussnahme wollen oder der Zins so ok ist.
100% FK würde einen sehr hohen FK-Zins und wohl auch starke Einschränkungen in der U-Führung bedeuten. Das wird niemand mitmachen wollen...

EK/FK-Verteilung sind übrigens ein interessantes Kriterium, gerade für bestimmte Hedgefondsstrategien, die darauf abzielen diese neu zu verteilen wenn absehbar ist, dass das sinnvoller ist.

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renee gelduin 29.03.2012, 11:19
545. ...

Zitat von c_c
hmhmhm...
Dramatisch. Kann alles, weiß alles ... und findet doch keinen Anschluss.

Dazu fällt einem nichts mehr ein. Würde Sie Unikat gerne mal persönlich treffen. Sie wären vermutlich eine echte Prüfung die Contenance zu wahren...

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renee gelduin 29.03.2012, 11:34
546. ...

[QUOTE=Rosbaud;9788151]
Der Armutsforscher Christoph Butterwegge schreibt:

Armut entsteht nicht trotz, sondern durch Reichtum. […] Armut ist nicht aus sich heraus, sondern nur im Kontext ihres Pendants, des Reichtums, wirklich zu verstehen. Daher kann man, eine berühmte Sentenz Max Horkheimers über den Zusammenhang von Kapitalismus und Faschismus abwandelnd, mit einiger Berechtigung formulieren: Wer vom Reichtum nicht sprechen will, sollte auch von der Armut schweigen! Anders gesagt: Gäbe es keine riesigen Einkommens- und Vermögensunterschiede zwischen den Menschen, würde man zumindest in einem reichen Land auch niemanden arm nennen können. [/QUOTE
Armut an sich ist der absolute Mangel an etwas, ieS Nahrung etc.
Deutschland leistet sich einen etwas anderen Armutsbegriff, nämlich einen relativen. Arm ist hier, wer sich in Relation zur Gesamtmenge einen willkürlich gewählten Schnitt nicht leisten kann.
Beispiel zur Verdeutlichung:
Relativ arm ist niemand, solange alle nichts zu essen haben. Dabei wären aber alle absolut arm.

Relativ arm ist jemand, der nur einen Ferrari besitzt, während sein Nachbar 20 hat. Absolut arm ist aber keiner von beiden.

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Berg-neu 29.03.2012, 11:47
547.

Zitat von rabenkrähe
........ Solange die Mächtigen meinen, ihre Macht auf die Wenigen ganz Reichen stützen zu können und zu müssen und nicht auf die Masse der Menschen, die höchstens gerade genug zum Leben zusammenkratzen können, so lange wird sich da nichts ändern. rabenkrähe
Diesd ist eine merkwürdige Schlussfolgerung. Um in Ihrem Bilde zu bleiben: die "Masse der Menschen, die höchstens gerade genug zum Leben zusammenkratzen können" eignen sich nicht als Stütze der Regierung, als Fundament einer Gesellschaftsordnung und werden sicherlich auch nicht bereit sein, die "Mächtigen" zu halten.

Falls ich Sie nicht genau verstanden haben sollte, stellen Sie bitte Ihren Gedanken noch einmal dar.

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renee gelduin 29.03.2012, 11:52
548. ...

Zitat von wahrsager23
Es ist unser Wirtschaftssystem, welches dafür verantwortlich ist. Der Kapitalismus lässt keine andere Möglichkeit zu, insbesondere da Banken mittels "Luftbuchungen" Geld erzeugen können und nur 6% ihrer gesamten Geldmenge "real" vorhanden ist. Entgegen wirken kann man nur, durch eine Neuordnung (kein Reset) der Wirtschaftsordnung. Leider sind wir zu ängstlich und dumm, damit eine Neuordnung geschaffen werden kann. Es wird also ein Reset kommen, auf den sich die Amerikaner jetzt schon vorbereiten, während in der EU noch rumdebattiert wird.
Bitte mal bei zB Wikipedia nach Basel I, II, III und IV bzw. Eigenkapitalanforderungen nachlesen. Das wäre das Mindeste. BaFin etc. könnte man dem anfügen.

Mit Reset oder Neuordnung bekämpfen Sie nicht die Ursache, maximal kurzfristig das Symptom...

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renee gelduin 29.03.2012, 12:00
549. ...

Zitat von wahrsager23
Gerechtigkeit gibt es sowieso nicht, es gab sie nie und wird es auch nie geben können in unserem Finanzsystem. Unser Finanzsystem beruht darauf, dass Menschen/Unternehmen/Staaten sich verschulden. Denn nur so ensteht Geld für das Wachstum der Wirtschaft. Eine soziale Marktwirtschaft müsste ganz extrem gelebt werden, damit die Umverteilung von unten nach oben massiv gebremst wird. So könnte das System länger durchhalten, bis es dann sowieso zusammenbricht.
Umverteilung von unten nach oben ? Ich hoffe Sie meinen nicht, was ich darunter verstanden habe. Können Sie derartiges mal mit Zahlen belegen? Oder konkreten Beispielen ...
Spontan würde ich eher behaupten, es gäbe eine Umverteilung von oben nach unten. Und zwar nicht zu knapp. Investitionen, Entwicklung und Forschung sowie der signifikante Konsum geht von oben aus.

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