Forum: Panorama
Wie können die Mitarbeiter von Job-Centern besser geschützt werden?

Die tödliche Messerattacke von Neuss rückt die oft extreme Situation der Job-Center-Mitarbeiter ins öffentliche Interesse. Sie müssen mit Stress und viel Aggression umgehen können, die oft aus individuellen Problemen, aber auch aus sozialen Spannungsfeldern resultiert. Dabei sind sie, wie der Fall in Neuss zeigt, meist ungeschützt. Muss über die Sicherheit von Mitarbeitern in Job-Center neu nachgedacht, muss viel mehr getan werden?

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pcpero 29.09.2012, 14:04
1. Rethorik-, Deskalationskurse,

Zitat von sysop
Die tödliche Messerattacke von Neuss rückt die oft extreme Situation der Job-Center-Mitarbeiter ins öffentliche Interesse. Sie müssen mit Stress und viel Aggression umgehen können, die oft aus individuellen Problemen, aber auch aus sozialen Spannungsfeldern resultiert. Dabei sind sie, wie der Fall in Neuss zeigt, meist ungeschützt. Muss über die Sicherheit von Mitarbeitern in Job-Center neu nachgedacht, muss viel mehr getan werden?
Gleich vorweg: es ist unermesslich tragisch, was da vorgefallen ist!
Aaber: wer nicht mit der Macht umgehen kann, die ihm qua Job und Gesetz übertragen wurde, und nicht versteht, wie Ohnmächtig die Leute sind, die dort Anträge stellen, ............der darf sich nicht wundern. Auch wenn die Sachlage in diesem Fall davon abweicht, weil sich der Täter über die Art des Umgangs mit seinen sensiblen Daten echauffiert hat, und diese Mitarbeiterin wohl eher ein Zufallsopfer war, weil der eigentlich Betreffende nicht anwesend war.
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass sich deutsche Beamte, als Dienstleistungsinstrumente des Staates, viel zu häufig amtsanmaßend verhalten nach dem Motto: Du kleiner Antragsteller hast zuerst die Bringschuld!, und dabei denkt: schließlich verwalte ich hier das Geld der Bürger, rsp. meine! Steuern.
Der Umgang mit nicht Deutschen, oder mit Deutschen, die nicht in Deutschland geboren wurden, punktum mit Bürgern mit "Migrationshintergrund"(wie ich dieses Wort hasse!), ist oftmals unmöglich! Jetzt kommt da noch der Mohammedfilm dazu, der grundsätzlich allgemein vorherrschende Antiislamismus, u. u. u..
Ich verstehe die Wut - die Tat nicht.

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klmo 30.09.2012, 11:29
2.

Zitat von pcpero
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass sich deutsche Beamte, als Dienstleistungsinstrumente des Staates, viel zu häufig amtsanmaßend verhalten nach dem Motto: Du kleiner Antragsteller hast zuerst die Bringschuld!, und dabei denkt: schließlich verwalte ich hier das Geld der Bürger, rsp. meine! Steuern. .
Sie wollen hier einen Sachbearbeiter (nicht unbedingt Beamter!) vom Bock zum Gärtner machen.
Ein Sachbearbeiter ist nicht amtsanmaßend, wenn er die Bringschuld beim Antragsteller sieht. Hier ist die Bringschuld konkret eine Information, die nur der Antragsteller bringen kann".

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pcpero 30.09.2012, 14:18
3. Kastenmitglied

Zitat von klmo
Sie wollen hier einen Sachbearbeiter (nicht unbedingt Beamter!) vom Bock zum Gärtner machen. Ein Sachbearbeiter ist nicht amtsanmaßend, wenn er die Bringschuld beim Antragsteller sieht. Hier ist die Bringschuld konkret eine Information, die nur der Antragsteller bringen kann".
Ach kommen Sie; Sie wissen genau, was ich meine- oder eben nicht, und gehören dazu. Mangelnde Kritikfähigkeit ist mit ein entscheidender Faktor, der zu meiner to do Liste für deutsche Amtsstuben gehört. Aber ich mache nicht den Bock zum Gärtner, sondern mich zum Sisyphos, weil seit Simplicissimus hat sich nichts geändert! Es stimmt eben m. d. Beamtenroulette: wer sich zuerst bewegt, hat verloren.

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Flauschoid 30.09.2012, 15:11
4.

Zitat von sysop
Die tödliche Messerattacke von Neuss rückt die oft extreme Situation der Job-Center-Mitarbeiter ins öffentliche Interesse. Sie müssen mit Stress und viel Aggression umgehen können, die oft aus individuellen Problemen, aber auch aus sozialen Spannungsfeldern resultiert. Dabei sind sie, wie der Fall in Neuss zeigt, meist ungeschützt. Muss über die Sicherheit von Mitarbeitern in Job-Center neu nachgedacht, muss viel mehr getan werden?
Wir brauchen keinen besseren Schutz für Angestellte in Job-Centern. Vielmehr muß man das Übel an der Wurzel packen u zusehen, daß man irgendwie mal wieder unsere Grenzen unter Kontrolle bekommt. DAS hat top-Priorität. Besonders auch vor dem hintergrund dieses häßlichen Vorfalls:

Nach Todes-Drama: Üble Graffiti am Jobcenter in Neuss | Düsseldorf| EXPRESS

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pcpero 30.09.2012, 19:06
5. Ausländer raus?

Zitat von Flauschoid
Wir brauchen keinen besseren Schutz für Angestellte in Job-Centern. Vielmehr muß man das Übel an der Wurzel packen u zusehen, daß man irgendwie mal wieder unsere Grenzen unter Kontrolle bekommt. DAS hat top-Priorität. Besonders auch vor dem hintergrund dieses häßlichen Vorfalls:
Also es gab schon Vorschläge, die mehr im Präsens lagen als Ihrer. Und abgesehen davon ist das auch eher passive Sicherheit, weil es solche Angriffe auch schon durch Muttersprachler gab.

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Dieter58 04.10.2012, 11:31
6.

Zitat von klmo
Sie wollen hier einen Sachbearbeiter (nicht unbedingt Beamter!) vom Bock zum Gärtner machen. Ein Sachbearbeiter ist nicht amtsanmaßend, wenn er die Bringschuld beim Antragsteller sieht. Hier ist die Bringschuld konkret eine Information, die nur der Antragsteller bringen kann".
Wie sieht es denn aus? Wer sind die "Kunden" der Jobcenter?
Vor allem wohl Menschen die einfach nur einen Job suchen - und meist auch bekommen.
Das ist einfach und befriedigend für beide Seiten.
Dann gibt es eine nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsverweigerern die sich bestens im Dschungel der Vorschriften, Paragraphen und Sonderregelungeln auskennen - das ist einfach für die "Kunden" und äußerst unbefriedigend für die Sachbearbeiter.
Und dann sind da noch die Verlierer der Volkswirtschaft, Menschen, die ihr ganzes Leben geackert und brav ihre Steuern bezahlt haben, und die dann einfach so "freigestellt" - also einfach rausgeschmissen und sich selbst überlassen sind.
Und die gehen dann verzweifelt - schließlich sind sie schon über 50 - zum Jobcenter und suchen Hilfe.
Die Sachbearbeiter sind aber unter Zeitdruck und erwarten von den ""Kunden" Mitarbeit, sie sollen also genau bescheid wissen im Umgang mit einer Situation mit der sie noch nie zu tun hatten, sie sollen einen Haufen Anträge und Formulare kennen und ausfüllen und fristgerecht abliefern, und das klappt so gut wie nie.
Mit viel Glück gerät so ein "schwer zu Vermittelnder" dann an einen Menschen in dieser immer-noch-Behörde, der sich die Zeit nimmt, die er ja gar nicht hat, und hilft diesem "Kunden" mit Rat und Tat durch den Papierkram.
Aber die meisten haben dieses Glück nicht, sie - sowieso schon am Boden - werden von genervten Sachbearbeitern "höflich" - schließlich gibt es extra Schulungen für den Umgang mit Kunden - gescholten und aufgefordert, mit ordentlichen Papieren nochmal zu erscheinen.
Kann doch nicht so schwer sein, der Sachbearbeiter kennt sich damit schließlich "im Schlaf" aus...
Der Kunde fühlt sich gedemütigt - ich kann das nachvollziehen.
Und wer regelmäßig gedemütigt wird, der könnte auch mal ausrasten.
Wer also die Sachbearbeiter in den Jobcentern besser schützen will, der muß ihnen mehr Zeit geben und ihnen mehr Geduld mit ihren Kunden anerziehen.
Gegen gefährliche Psychopathen allerdings gibt es keinen sicheren Schutz.

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hartwig2 10.10.2012, 19:19
7.

Zitat von Dieter58
Wie sieht es denn aus? Wer sind die "Kunden" der Jobcenter? Vor allem wohl Menschen die einfach nur einen Job suchen - und meist auch bekommen. Das ist einfach und befriedigend für beide Seiten. Dann gibt es eine nicht unerhebliche Zahl von Arbeitsverweigerern die sich bestens im Dschungel der Vorschriften, Paragraphen und Sonderregelungeln auskennen - das ist einfach für die "Kunden" und äußerst unbefriedigend für die Sachbearbeiter. Und dann sind da noch die Verlierer der Volkswirtschaft, Menschen, die ihr ganzes Leben geackert und brav ihre Steuern bezahlt haben, und die dann einfach so "freigestellt" - also einfach rausgeschmissen und sich selbst überlassen sind. Und die gehen dann verzweifelt - schließlich sind sie schon über 50 - zum Jobcenter und suchen Hilfe. Die Sachbearbeiter sind aber unter Zeitdruck und erwarten von den ""Kunden" Mitarbeit, sie sollen also genau bescheid wissen im Umgang mit einer Situation mit der sie noch nie zu tun hatten, sie sollen einen Haufen Anträge und Formulare kennen und ausfüllen und fristgerecht abliefern, und das klappt so gut wie nie. Mit viel Glück gerät so ein "schwer zu Vermittelnder" dann an einen Menschen in dieser immer-noch-Behörde, der sich die Zeit nimmt, die er ja gar nicht hat, und hilft diesem "Kunden" mit Rat und Tat durch den Papierkram. Aber die meisten haben dieses Glück nicht, sie - sowieso schon am Boden - werden von genervten Sachbearbeitern "höflich" - schließlich gibt es extra Schulungen für den Umgang mit Kunden - gescholten und aufgefordert, mit ordentlichen Papieren nochmal zu erscheinen. Kann doch nicht so schwer sein, der Sachbearbeiter kennt sich damit schließlich "im Schlaf" aus... Der Kunde fühlt sich gedemütigt - ich kann das nachvollziehen. Und wer regelmäßig gedemütigt wird, der könnte auch mal ausrasten. Wer also die Sachbearbeiter in den Jobcentern besser schützen will, der muß ihnen mehr Zeit geben und ihnen mehr Geduld mit ihren Kunden anerziehen. Gegen gefährliche Psychopathen allerdings gibt es keinen sicheren Schutz.
Wieso eigentlich Zeitdruck? War es nicht so , das man extra für das neue SGB II 110.000 Fallmanager eingestellt hatte - also zusätzlich zu den schon vorhandenen Arge Mitarbeitern? Allein diese Mitarbeiter hätten ca 5 Millionen ARBEITSWOCHEN Zeit für ihre Kunden - pro Jahr. pro Fall hätten Sie eine Woche Zeit. Und da sind die nicht fähig ein vorgefertigtes Formular zusammen mit ihrem Kunden auszufüllen?

Nein , das schafft man nicht - es passiert eher dieses:Frankfurt am Main - Tödlicher Schuss im Jobcenter - Panorama - sueddeutsche.de

Da muss man eher fragen , wie können Kunden in den Jobcentern besser geschützt werden. Da regt man sich auf und wird erschossen. Mehrere Erwachsene können eine Frau nicht zur Ruhe bringen??

Und wenn da :
Arbeitsamt: Alltägliche Schikanen

auch nur ein wenig Wahrheit drinsteckt , müssen wir uns auch nicht wundern

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pcpero 12.10.2012, 09:05
8. Perfidir, wie Du mir!

Zitat von hartwig2
Wieso eigentlich Zeitdruck? War es nicht so , das man extra für das neue SGB II 110.000 Fallmanager eingestellt hatte - also zusätzlich zu den schon vorhandenen Arge Mitarbeitern? Allein diese Mitarbeiter hätten ca 5 Millionen ARBEITSWOCHEN Zeit für ihre Kunden - pro Jahr. pro Fall hätten Sie eine Woche Zeit. Und da sind die nicht fähig ein vorgefertigtes Formular zusammen mit ihrem Kunden auszufüllen? Nein , das schafft man nicht - es passiert eher dieses: Da muss man eher fragen , wie können Kunden in den Jobcentern besser geschützt werden. Da regt man sich auf und wird erschossen. Mehrere Erwachsene können eine Frau nicht zur Ruhe bringen?? Und wenn da : auch nur ein wenig Wahrheit drinsteckt , müssen wir uns auch nicht wundern
Diese WahrheitEN stecken da wirklich drin! Es kommt nicht von ungefähr, dass die Arbeitslosenberatungsstellen Personen stellen, die als Zeugen mit zu den Ämtern gehen, weil der AL ohne Zeuge sonst völlig entrechtet wird, zumal bei gerichtlichen Auseinandersetzungen kaum Chancen auf Gehör bestehen, da Aussage gg. Aussage gestellt wird, Der des Mitarbeiters aber deutlich mehr Gewicht beigemessen wird! Erschwerdend kommt hinzu, dass sich Mitarbeiter/innen der Jobcenter, früher ARGEn, die ganze Komplexität der Gestzesvorlagen im Eigenstudium, oft nach Feierabend, d. h. ohne Vergütung, aneignen nmüssen. Das da keine freundlich gestimmte Arbeitsmoral dem Urheber ggü., also dem Kunden, aufkommt, kann als erklärt vorausgesetzt werden. Trotzdem bleibt festzustellen, dass die Macht des/R Mitarbeiters/IN dem ohnmächtigen Kunden ggü. grenzenlos ist. Genau dort sollte Solidarität, Toleranz und die Schutzverpflichtung der Gesellschaft ansetzen! Zusätzlich dazu ist es unumgänglich, wie in jeder großen Firma mit Auslandsbeziehungen auch, kulturelle Fortbildungen umzusetzen, damit sich die Sachbearbeiter/innen der Integrationsforderung konform mehr als Gastgeber denn als faschistoides Verwaltungsorgan verhalten können!

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pittiken 12.10.2012, 09:30
9.

Zitat von pcpero
Diese WahrheitEN stecken da wirklich drin! Es kommt nicht von ungefähr, dass die Arbeitslosenberatungsstellen Personen stellen, die als Zeugen mit zu den Ämtern gehen, weil der AL ohne Zeuge sonst völlig entrechtet wird, zumal bei gerichtlichen Auseinandersetzungen kaum Chancen auf Gehör bestehen, da Aussage gg. Aussage gestellt wird, Der des Mitarbeiters aber deutlich mehr Gewicht beigemessen wird! Erschwerdend kommt hinzu, dass sich Mitarbeiter/innen der Jobcenter, früher ARGEn, die ganze Komplexität der Gestzesvorlagen im Eigenstudium, oft nach Feierabend, d. h. ohne Vergütung, aneignen nmüssen. Das da keine freundlich gestimmte Arbeitsmoral dem Urheber ggü., also dem Kunden, aufkommt, kann als erklärt vorausgesetzt werden. Trotzdem bleibt festzustellen, dass die Macht des/R Mitarbeiters/IN dem ohnmächtigen Kunden ggü. grenzenlos ist. Genau dort sollte Solidarität, Toleranz und die Schutzverpflichtung der Gesellschaft ansetzen! Zusätzlich dazu ist es unumgänglich, wie in jeder großen Firma mit Auslandsbeziehungen auch, kulturelle Fortbildungen umzusetzen, damit sich die Sachbearbeiter/innen der Integrationsforderung konform mehr als Gastgeber denn als faschistoides Verwaltungsorgan verhalten können!
Wenn ich Gastgeber bin, dann stelle ich die Regeln auf, die bei mir in meinem Haus gelten, jetzt kann sich der Gast entscheiden, akzeptiert er diese Regeln und will sich entsprechend verhalten, dann darf er das haus betreten und bleiben, sollte er sich nicht regelkonform verhalten, dann muss er das Haus verlassen. Meinten Sie das so?

Sicher nicht, Sie meinten das sicherlich so, dass der Gast die Regeln beim Gastgeber aufstellt und sich der Gastgeber danach halten soll und wenn sich der Gastgeber erdreistet, eigentlich darauf hinzuweisen, er ist der Gastgeber, dann wird ihm faschistoides Verwaltens unterstellt.

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