Forum: Panorama
Wiederaufbau von Notre-Dame: Kathedrale des Geldes
Gigarama.ru/ dpa

Frankreichs Superreiche wollen Notre-Dame mit Hunderten Millionen Euro wiederaufbauen. Nun streitet das Land, ob sie Applaus verdient haben - oder wirkliche Probleme ignorieren.

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Pkaul030 19.04.2019, 09:30
150. Man kann es niemandem recht machen

Wieder kommen die Neider und Besserwisser zu Wort. Ich kann es nicht mehr hören, „warum spenden die dafür und nicht dafür, warum spenden die hunderte von Millionen für den Wiederaufbau eines Gebäudes und nicht für hungernde Kinder in aller Welt.“ Einmal weil sie es können und zum anderen, weil es ihnen wichtig ist. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass sie sich nicht auch um caritative Projekte kümmern würden und bei vielen derartiger Spendensammlungen habe ich so meine Zweifel, dass das Geld auch da ankommt, wofür es bestimmt ist, für den gesammelt wurde. Die Spendenverwaltungen sind teilweise zu groß. Ich denke da an Haiti 2010, diese Spenden sind bis heute nicht vollständig ausgezahlt, sondern große Teile werden heute noch verwaltet.
Hätten diese Leute nicht gespendet, hätte es geheissen, sie seien raffgierig und geldgeil - wie man es macht, macht man es verkehrt!

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kajoter 19.04.2019, 09:34
151. Wo ist der Zusammenhang?

Man ist entsetzt über den Brand.
Doch: Aber, aber - es ertrinken unzählige Flüchtlinge im Mittelmeer. Wie kann man da entsetzt sein?
Und nun spenden ein paar Milliardäre und stellen den Wiederaufbau sicher.
Doch: Aber, aber - da sieht man wieder mal, wie ungleich die Finanzmittel verteilt sind. Sie hätten stattdessen die Suppenküchen für die nächsten Hundert Jahre finanzieren können - und überhaupt, eigentlich müssten sie enteignet werden.

Hier entlädt sich ein Hass auf ein unschuldiges, großartiges Bauwerk, der kaum nachvollziehbar ist, jedenfalls nicht von Menschen, die sich mit Kultur und Geschichte beschäftigen.
Aber: Würde die Kultur nicht als Ideengeber und geistige Instanz und daneben der Ehrgeiz nach beruflichem und/oder materiellem Erfolg die Menschheit nicht von Anfang an begleitet haben, würden wir noch in Höhlen hausen.

Aber noch schlimmer: Alle werden im Internet zur Rechenschaft gezogen. Ich, wie ich es wagen kann, über den Brand entsetzt zu sein, wo doch derartig viele Fllüchtlinge im Mittelmeer .... Sie wissen schon. Und die Milliardäre, wie sie es wagen können, derartig viel Geld zur Verfügung zu stellen.
Für die Milliardäre kann ich natürlich nicht sprechen. Aber für mich kann ich sagen, dass ich mich von niemandem wegen meiner Emotionen zur Rechenschaft ziehen lasse und dass ich jeden Versuch dazu als Zeichen geistiger Barbarei empfinde.
Wenn das städtische Theater brennen würde, fände dieses ebenso mein tiefes Mitgefühl und würde mich zur Hilfe animieren. Über Empathie und Gefühle kann man nicht streiten.
Und soziale Nöte und ungleich verteilte Einkommen an einem Weltkulturgut festzumachen, ist derartig zusammenhanglos, dass man unter normalen Umständen kein Haar finden könnte, das so lang wäre, als dass man eine adäquate Relation damit heranziehen könnte. Derartige Problembeschreibungen sind an die Politik zu richten.

Aber am Ende erweist sich auch hier, dass es den meisten dieser Rechenschaft einfordernden Menschen an Bildung fehlt. Sie sind halt die neuen Frust- und Wutbotschafter des Internets, mit denen man zu leben lernen muss - wie eben mit Trump, AfD, Pegida & Co.

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merrywivesofwindsor 19.04.2019, 09:38
152. Welche Arroganz

Zitat von rainer_d
Wenn man die 200 Mio an die Armen verschenken würde, wäre nach kurzer Zeit alles weg und für Güter des täglichen Bedarfs (sowie Alkohol, Tabak, Drogen, Unterhaltungselektronik ) ausgegeben. So ist das eben. Deswegen ist es für vermögende Leute (wahrscheinlich) einfacher, für so einen Zweck zu spenden als durch die Fussgängerzone zu laufen und jedem Obdachlosen einen 100er zuzustecken. Oder wie haben sich die Gelbwesten das vorgestellt?
Wegen solcher Pauschalverurteilungen wie dieser waechst der Hass. Sie sprechen also generell den Armen ab, mit Geld umgehen zu koennen.Diese Art zu denken ist typisch Neureich.Es gibt auch viele Arme die sehr hart arbeiten oder gearbetet haben, gespart haben und am Ende doch nichts haben wei Gehalt oder Rente sehr niedrig sind. Und da kommt dann jemand wie Sie daher und behauptet, es wuerde in Alkohol und Drogen umgesetzt. Und die Mega Reichen feiern und saufen (gerade der Stamm Neureich) nicht ? Kein Mensch wuerde sich drum scheren wie viel fuer die Kathedrale gespendet wurde, wenn es nicht derart an die grosse Glocke gehaengt werden wuerde. Man kann auch geben ohne sich dafuer feiern zu lassen, gerade in diesen schwierigen Zeiten von Wohnungsnot und Alterarmut. Wenn das ein Reicher nicht einsieht und etwas Ruecksicht nimmt, hat er meiner Meinung das Geld auch nicht verdient .

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