Forum: Panorama
Wiederaufbau von Notre-Dame: Kathedrale des Geldes
Gigarama.ru/ dpa

Frankreichs Superreiche wollen Notre-Dame mit Hunderten Millionen Euro wiederaufbauen. Nun streitet das Land, ob sie Applaus verdient haben - oder wirkliche Probleme ignorieren.

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gammoncrack 18.04.2019, 21:52
50. Es ist wirklich ätzend,

Zitat von Mr. K
Notre-Dame ist sicherlich ein Kulturdenkmal und Zeugnis großer Baukunst. Von daher muss die Kathedrale natürlich saniert werden. Was aber keiner schreibt, die Kirche gehört ja nicht dem franzößischen Staat sondern dem Erzbistum Paris der römisch-katholischen Kirche. Warum zahlt denn nicht der Eigentümer für den Wiederaufbau? Und sag mir bitte keiner, dass der Vatikan ja so arm sei.
wenn bereits kurz nach dem Brand und immer wieder auch hier darauf hingewiesen wurde, dass Notre-Dame NICHT der Kirche, sondern dem französichen Staat gehört, und dann ein solcher Kommentar hier eingestellt wird.

Können Sie wirklich nur Schreiben, aber weder Lesen noch Hören?

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kalsu 18.04.2019, 21:52
51. Wiederaufbau? Nun haltet mal den Ball flach.

So bedauerlich das für Paris und Frankreich ist. Das Ding steht doch noch. Stark beschädigt zwar und mit völlig abgebrannten Dachstuhl, aber ansonsten ist der Schaden durchs Löschwasser größer als der durchs das Feuer. Das der Vierungsturm eingestürzt ist zur logisch. Das Teil war aus Holz. Aber das Gewölbe hält, ist beschädigt aber reparabel, das Strebewerk ist intakt, die berühmten Rossetten-Fenster alle heile. Die Türme stehen auch noch. Hier geht es um eine umfangreiche Reparatur - aber keinen Wiederaufbau. Die Frauenkirche in Dresden wurde völlig zerstört und praktisch komplett neu wiederaufgebaut. Das kostete übrigens (nur) 180 Mio. €. Und wenn es jetzt ein paar reiche Typen gibt, die die Repartur-Kosten übernehmen wollen, dann sollte man die nicht dran hindern. Ich spende auch und setze das von der Steuer ab. Man kann auch aus allem eine Story stricken.

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brux 18.04.2019, 21:53
52. Quatsch

Die Gelbwesten sind vor allem extrem links und extrem rechts - die Wahlverlierer von 2017. Sie versuchen das Wahlergebnis durch den Terror der Strasse zu kippen. Dass einige linke und rechte Journalisten da mitmachen, ist nicht sehr bemerkenswert. Das kennt man auch hierzulande.
Frankreich ist eine liberale Demokratie. Die Leute können mit ihrem Geld machen, was sie wollen.
Das Gegenmodell heisst Kommunismus (oder eben auch Nationalsozialismus) und ist bei den Habenichtsen populär. Ironischerweise gönnen die Gelbwesten sich aber auch gegenseitig nichts. Die Kandidaten der GJ für die Europawahlen wurden durchweg gemobbt, weil sie sich für ein Mandat mit 7000 Euro im Monat bewerben wollten. Schon das war den meisten GJ zu viel "Klassenunterschied". Dass auch GJ ein globales Luxusunternehmen gründen könnten, wird nicht einmal diskutiert: Man ist stolz darauf Empfänger von Sozialhilfe zu sein: Hartz IV-Adel auf französisch.
Und ohne facebook würden wir von dieser armseligen Neiddebatte gar nichts mitbekommen.

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davyjones 18.04.2019, 21:53
53.

Zitat von 1848
Biste reich - liebste den Feudalismus und seine Symbole !
Gotische Kathedralen sind eher kein Symbol des Feudalismus, sondern eines erstarkenden städtischen Bürgertums.

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Heitgitsche 18.04.2019, 21:53
54. Kultur für alle

Zitat von Jasro
Würde eigentlich Jesus wollen, dass man beinahe eine Milliarde Euro für den Wiederaufbau eines Gotteshauses ausgibt, oder würde er eher wollen, dass das Geld den Armen, Hungernden und Obdachlosen zu Gute kommt?
Auch die Armen erfreuen sich an Kunst und Kultur, besonders an schönen Kirchen, die allen zugänglich sind. Voraussetzung, es mangelt ihnen nicht an Sensibiltät und Schönheitempfinden. Schöne Dinge erfreuen Arme wie Reiche. Abstumpfung hat nichts mit dem Einkommen zu tun.

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hausfeen 18.04.2019, 21:54
55. Ist doch egal. Gespendet ist gespendet. Da die Kirche ...

... Frankreich gehört, hätte der Staat die Restaurierung komplett bezahlen müssen. Die gespendeten Aber-Millionen entlasten also den Staatshaushalt. Der Gegenwert kann dann z.B. in den Sozialkonflikt mit den Gelbwesten investiert werden.
Logisch, buchhalterisch ist das also kein Problem.
Und doch hatte Marx ja so recht, "Das Sein bestimmt das Bewußtsein", daher finden sich erfolgreiche Unternehmer auch so toll in allem was sie machen. DIe Habenichtse sind nur Neider.

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ichliebeeuchdochalle 18.04.2019, 21:55
56.

Zitat von otto_lustig
Millionen-Spenden steuerlich absetzbar sein, zumindest teilweise. Das Geld fehlt dann dem Staat und der normale Bürger bezahlt und nicht die Superreichen. Bringt aber Publicity!
Jaaa, otto-unwissend, erkläre ich mal eben ... ist Mathe fünfte Schulklasse, also sehr schwer für ganz viele: 100 Millionen abzüglich 66 Millionen Steuerersparnis = 34 Millionen Euro kommen effektiv von einem Superreichen ... die der zuvor anderen reichen Menschen abgeknöpft hat.

Frage:
Ja, aber von wem kommen dann die übrigen 66 Millionen

Antwort:
Gleich ... erst einmal gilt es zu begreifen: Von allen Steuerzahlern kämen ohne die Superreichen-Spende 100 Millionen Euro für den Aufbau der Kathedrale. Mit der Spende kommen von allen nur 66 Millionen Euro. Einer alleine übernimmt die 34 Millionen Euro ... effektiv also zusätzlich zu den Steuern, die von ihm und seinen Firmen eh zu zahlen sind.

PS: Einer der Groß-Spender hat angegeben, daß er die 66 Millionen Euro "Rückzahlung" auf seine 100-Millionen-Spende nicht haben will.

PS: Die jetzt bekannten Groß-Spender haben sich das Geld vor allem von anderen Reichen und sehr Reichen geholt. Sie verkaufen Luxus-Artikel. Die superreichen Groß-Spender möchte ich nicht an den Pranger stellen.

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brux 18.04.2019, 21:58
57.

Zitat von aggro_aggro
Ein wenig kann ich die Entrüstung nachvollziehen. Superreiche, die sonst nur unter Protest Steuern zahlen, mit ihren Angestellten um jeden Cent verhandeln und sich um die Probleme des Landes normalerweise nicht scheren, können in wenigen Stunden hunderte Millionen springen lassen - wenn es ihnen passt. Mal sehen was es dann noch für Steuergutschriften gibt dafür - und schon zahlen sie mehr oder weniger nur dafür Steuern was sie für richtig halten - den Dachstuhl einer Kirche wieder aufzubauen. Diese Superreichen sollten das gesamte Staatswesen mitfinanzieren und nicht auf freiwilliger Basis nur die Prestigeprojekte. Und überhaupt... 900 Mio? Die Struktur und das Interieur stehen doch noch. Die Frauenkirche hat 180 Mio gekostet, da mussten die meisten Steine neu gemetzt werden, und jede Art von Kunsthandwerk völlig neue hergestellt werden. Wenn die Franzosen "nur" für das Dach 900 Mio (und mehr?) ausgeben, dann dürfte Einiges versickern. Viel Erfolg.
Die "Reichen", von denen Sie hier schwafeln, betreiben ja keine Kohlegruben mit Kinderarbeit. Das sind Unternehmen der Luxusindustrie und der Kosmetik. Das Geld kommt von Kunden, die es wohl nötig haben diese Produkte zu kaufen. Und die Arbeiter sind gut bezahlte Facharbeiter.
Ihre Einlassung zeigt eigentllch schön, warum einige Erfolg haben und andere nicht.

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thoms1957 18.04.2019, 21:58
58. Wie im Mittelalter - hat sich wenig geändert

Die Hamburger und Lübecker Pfeffersäcke resp. "reiche Kaufleute" haben seinerzeit auch Kirchen und Dome gestiftet. Dem Geldadel waren Gebäude zum eigenen Ruhm immer wichtiger als das Schicksal des Pöbels. Aufgabe des modernen Staates ist es, solche extremen sozialen Ungleichheiten zu verhindern und auszugleichen: Steuern durch Steuern! Die Gesellschaft soll selbst entscheiden, was wichtig ist, nicht gute oder weniger gute Geldbarone. Dann findet sich der Rest von selbst.

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demodoc 18.04.2019, 21:58
59. Nationales Denkmal

Birnen u Äpfel vergleichen: zur Bekämpfung der Armut subventionierte Museen, Theater schließen u Denkmäler verrotten lassen. Statt teure Rockkonzerten das Geld lieber spenden. Das Alles verkennt die Bedeutung der Kultur. Notre Dame ist auch zentral für die Nation der Franzosen und viele Leute ( Kneipen, Läden, Hotels , Souvenirläden) leben davon. Diesen Superreichtum politisch bekämpfen u das Geld annehmen ist die Aufgabe.

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