Forum: Panorama
Wiedergutmachung für misshandelte Heimkinder?

In Westdeutschland sind nach dem Krieg mehr als eine halbe Million Kinder in Heimen aufgewachsen. Sie mussten dort unentgeltlich arbeiten und wurden teilweise misshandelt oder gedemütigt. Nun sollen ihre Geschichten aufgearbeitet werden. Was denken Sie - sind Entschädigungszahlungen gerechtfertigt?

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thomasuf 17.02.2009, 22:23
50. Hey, macht mal halblang koennen bauernkinder ihre eltern verklagen

Es hiesst die Kinder wurden zur unentgeltlichen Arbeit gezwungen. Und wie ist das wenn Bauernkinder ihren Eltern helfen sollen, ist das auch Zwangsarbeit? Besonders in der Nachkriegszeit war es wichtig das all mitanpacken damit die Familie ueber die runden kommt. Sollten Heimkinder davon ausgeschlossen sein? Heimkinder waren bestimmt nicht die einzigen Kinder die im Winter Torf gestochen haben.
Gut das es zu belaesstigungen kam, kann schon sein, aber das kommt nun auch mal in Famillien vor, und sollte gesau je nach Fall aufgearbeitet werden.

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tylerdurdenvolland 17.02.2009, 22:28
51. ....

Zitat von Rainer Helmbrecht
Wenn man das Gedöns um den Begriff Würde auch nur im geringsten mit Leben erfüllen wollte, wäre das ein Gebot der Gerechtigkeit. Was der einzelne Gläubige zu (s)einer Kirche sagt, die sich durch Raffgier und Brutalität von den moralischen.....

Auch hier muss man wieder mal unseren Medien die Schuld zusprechen, ganz mit vorne hierbei, der "Spiegel".
Es ist ja nicht das erste Forum im dem diese reale Welt der Kirche das Thema ist. Aber noch in jedem wurde jeder Beitrag, in dem man es wagt die römisch, katholische Kirche als das zu bezeichnen was sie ist, von der Zensur einfach nicht zugelassen. Egal ob der Thread deren Rolle in der Gegenwart, im dritten reich oder in ferner Vergangenheit beleuchten sollte.
Dass sich die meisten Menschen vor ihrer Verantwortung für die Aufklärung ihrer Mitmenschen drücken, ist bei der Angst, die überall verbreitet wird normal.
Aber dass es die Medien, deren Existenzberechtigung sich ja auch aus den Idealen der Aufklärung herleitet, sich diesem Staats- und Gesellschafts-Terror um des Profites willen genauso feige unterordnet, das ist der Skandal unserer Zeit.
Leider kommt hinzu, dass dies ja nicht das einzige Thema ist, das durch Medien an die Öffentlichkeit gebracht gehört.

MfG, Tyler Durden

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Marco.WS 17.02.2009, 22:39
52.

Das Thema Heimkinder berührt mich emotional sehr, denn auch ich war als Kind im Alter von 10 bis 14 Jahren in zwei verscheidennen Kinderheimen untergebracht.

Körperliche Misshandlkungen gab es dort in den 80er-Jahren zwar nicht mehr, aber subtile seelische Demütigungen waren immer noch weit verrbeitet. Das Schlimmste aber war die ständige Atmossphäre der Lieblosigkeit und die ungewollte Trennung von zu Hause. Unter den Erinnerungen leide ich bis heute, obwohl meine Erfahrungen sicherlich noch harmlos waren im Vergleich zu den schrecklichen Zuständen aus den 50er- und 60er- Jahren, um die es hier geht.

Ichmag mir gar nicht ausdenken, was die damaligen Heimkinder durchgemacht haben und wie sehr sie für den Rest ihres lebens unter diesen Erinnerungen leiden werden. Ein finanzielle Entschädigung kann das Leid, das diesen Kindern angetan wurde, niemals wieder gut machen, aber sie wäre wenigstens eine symbolische Geste, die längst überfällig ist.

Ebenso wichtig ist es aber, die Träger der damaligen Kinderheime als das zu benennen, was sie sind; nämlich kriminelle Vereinigungen, in den Kinder systematisch und mit hoher krimineller Energie misshandelt wurden.

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Berta 17.02.2009, 22:41
53.

Zitat von hdwinkel
Bisher hatte ich immer eine Abneigung gegen die christlichen Kirchen in D., weil deren Vertreter und auch viele Mitglieder sich mit dem Verweis auf ihren Glauben als die besseren Menschen betrachteten und .....
Es ist eine Sekte,mehr nicht.
Immer auf kosten Anderer leben.

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rincewind 1111 17.02.2009, 23:03
54.

Zitat von kleiner-moritz
Bei Ihnen besteht kein Unterschied zw. Zwangsarbeitern aus Polen und frechen Jungs?
Ihre frage ist für mich ehrlich gesagt ein schlag ins Gesicht. Ich hatte das Vergnügen von 1966 - 1968 als evangelischer im Katholischen Kloster Ottobeuren verbringen zu dürfen. Mein grosses Verbrechen als 7Jähriger bestand darin evangelisch zu sein und Eltern zu haben die nicht miteinander klar kammen. Das berechtigte die dort erziehenden Nonnen mich zu demütigen, zu verprügeln das es eine Freude ist und mich psychisch zu zerbrechen. Eines haben sie dort geschafft, nähmlich mir jeglichen Glauben auszutreiben.

Wenn Sie solche Misshandlungen und ihre folgen nicht am eigenen Leib erfahren haben sollten Sie sich solche unqualifizierten äusserungen sparen. Was die spätfolgen betrifft auch noch eine kurze bemerkung. Obwohl die Ereignisse jener Zeit inzwischen schon 40 Jahre zurückliegen, befinde ich mich seit 3 jahren in Traumathearpie, um die Misshandlungs- und Missbrauchtraumatas zu überwinden. Ich leide immer noch unter flashbacks, albträumen und Depressionen mit der prognose es nie mehr ganz los zu werden. Wenn Sie der ansicht sind das freche Jungs so was verdienten dann ist Ihnen nicht zu helfen.

Was die Entschädigung betrifft, fände ich sie gut aber was für mich wichtiger ist das die Geschehnisse in jenen Heimen an die Öffentlichkeit kommen und ich dadurch Leidensgenossen aus jener Zeit gefunden habe mit denen ich mich austauschen kann ohne gross erklären zu müssen.

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Basti1979 17.02.2009, 23:09
55.

Zitat von sysop
In Westdeutschland sind nach dem Krieg mehr als eine halbe Million Kinder in Heimen aufgewachsen. Sie mussten dort unentgeltlich arbeiten und wurden teilweise misshandelt oder gedemütigt. Nun sollen ihre Geschichten aufgearbeitet werden. Was denken Sie - sind Entschädigungszahlungen gerechtfertigt?
Ich kenne ein Opfer dieser Heime selber, sie ist momentan in der Psychiatrie. Das Leben von hunderttausend und mehr Menschen wurde zutiefst verletzt und es ist eigentlich verwunderlich, dass das alles erst jetzt so richtig ans Licht der Öffentlichkeit kommt. Ich habe viele Berichte gelesen

http://www.emak.org/geschichten/Arch...eutschland.htm

und ich bin sehr froh, dass ihre Leiden jetzt endlich ans Tageslicht kommen, durch das Engagement vieler Menschen über Jahre hinweg! Diese Menschen haben ein Recht auf Gerechtigkeit! Sie sollten neben den Entschädigungen (die Kirchen haben doch genug Kohle) auch persönliche Entschuldigungen von noch lebendem Personal von damals bekommen...wenn sie das verkraften.

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wonderfulworld1984 17.02.2009, 23:32
56.

Zitat von sysop
In Westdeutschland sind nach dem Krieg mehr als eine halbe Million Kinder in Heimen aufgewachsen. Sie mussten dort unentgeltlich arbeiten und wurden teilweise misshandelt oder gedemütigt. Nun sollen ihre Geschichten aufgearbeitet werden. Was denken Sie - sind Entschädigungszahlungen gerechtfertigt?
ja, ja, bei den Fratres in der Nähe von Bonn durften die kleinen Jungs immer unter die eiskalte Dusche - zum Ausgleich dafür durften Sie dann den - warmen - Brüdern einen ´runterholen.

So hat es mir ein Heimkind von damals mal geschildert. Kann leider nicht mehr fragen, es hat sich mit 30 Jahren vor ein Auto geworfen...

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wonderfulworld1984 17.02.2009, 23:43
57. von der Blasphemien

Zitat von rabenkrähe
.... Sicher, der Schadenersatz ist notwendig und berechtigt. Er darf aber nicht zum Almosen werden, hinter dem die Schrecken dieser Heimerziehung und deren Folgen verblassen: In meinem ....
Frau von der Leyen wird das sicher auch gutheissen. Ist doch egal, was mit den Kindern geschieht, Hauptsache sie sind erstmal da und schuften dann für die Politiker-Pensionen. Damit das auch klappt müssen sie als Kinder gefügig gemacht werden.

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kein Ideologe 18.02.2009, 00:02
58. muß das sein?

Zitat von jocurt1
auf die DDR zeigen, weil da war ja bestimmt alles noch viiiiieeeeel schlimmer.
muß das sein? Bei einem so ernsten und traurigen Thema gleich das Loblied auf die eigene Ideologie ranhängen? Die vergleichbare Einrichtung in der DDR war der "geschlossene Jugendwerkhof", eine ähnlich traurige Geschichte. Einfach mal in Google eingeben. Hat auch in sofern was miteinander zu tun, daß die Erzieher sich sicher waren im Namen einer guten Sache zu handeln.
Ich bin froh, wenn das jetzt endlich offiziell aufgearbeitet wird. Es hilft schon, verletzten Kinder, auch wenn sie jetzt groß sind, klar zu sagen: Euch wurde Unrecht angetan, Ihr seid nicht schuld!

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MyDocAngel 18.02.2009, 00:31
59. die Rolle der katholischen Kirche

ich erlebe live seit 3 Monaten in einer Stiftung ausserhalb Europas mit ca 500 Kindern - die unter dem Posten "Direktor" von Nonnen aus unterschiedlichen Ländern geleitet wird. Ich weiss nicht, wie der Papst die Auswahl trifft, aber die Nonnen sind dafür absolut inkompetent - und müssen das vertuschen durch Lügen und betrügen: Ausbeutung, schwerbehinderte Kinder müssen Schwerarbeit leisten - alles unter den Augen und dem Order von Schwestern - verkaufte Babies für den Handel mit Organen, einfach alles ist drin. (siehe unter CNN iReport, MyDocAngel; SMS to the Pope: Fear - in the name of God)

Das Grausame ist, dass die Nonnen ihren Titel "Schwester missbrauchen: Ich lüge und betrüge doch nicht, ich bin eine Schwester Gottes. Ihre Sprache ist die der Erpressung und Drohung. Den Schadenersatz und das Schmerzensgeld / die Haftung muss man aus meiner Sicht VOR einer Strafanzeige vertraglich aushandeln,
- denn über die Gerichte - naja - da werden die Kinder Omis und Opis, bevor sie entschädigt werden.

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