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Wo nutzen, wo schaden Vorsorge-Untersuchungen?

Die moderne Medizin macht immer mehr Vorsorge-Untersuchungen möglich. Doch ist der technische Fortschritt immer im Sinne der Patienten?

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...ergo sum 19.04.2009, 18:32
10. weshalb sollte ich .... ??

Zwei Male in meinem bereits etwas längeren Leben habe ich Vorsorgeuntersuchungen machen lassen = wollen.
Eine Brustuntersuchung, bei der man mich niemals wieder sehen wird und eine Darmspiegelung, bei der ich ging als ich sah wie der Patient vor mir wankend und grau im Gesicht rausschlich.

Gilt eine kardiologische Untersuchung auch als Vorsorge ?
Dann habe ich eine solche vor 3 Jahren (nach einer schweren Lungenentzündung) mal machen lassen. Eingehende und lange Test´s sowie intensive "Durchleuchtungen" brachten den Arzt in Verzückung und mich zur Beruhigung. Alle Werte und Ergebnisse weit über dem Durchschnitt für mein "Alter".

Je seltener ich einen Arzt sehe, desto gesünder bleibe ich. Ohne ausreichenden und schwerwiegenden Grund sieht mich keiner von denen, - immerhin habe ich vor ebenso alt zu werden wie meine Vorfahren, auf das es der Rentenkasse die Tränen in die Augen treiben möge.

Pahh, - bin genetisch absolut "sauber", lebe sehr gesund und fühle mich noch immer bereit für Heldentaten. Was soll ich denn dann bei einer solchen Untersuchung ?
Habe nicht mal einen sog. "Hausarzt".
Tja, also das tut mir nun wirklich leid, aber solange man sich dort erst schädigen oder quälen lassen muß um dann das gesagt zu bekommen was man eh bereits weiß = völlig gesund, - also nee, ehrlich, darin sehe ich keinerlei Sinn und Zweck.

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lenc 20.04.2009, 23:15
11.

Als Neuwagen käufer ist man dazu verpflichtet das Auto den genaubeschreibenen wartungen zu unterziehen, möchte man die garantieansprüche nicht verlieren.
Die frage ist jetzt nur ob das für einen menschen auch wirklich sinnvoll wäre, aber ein zugeschnittener plan ist sicherlich nciht das verkehrteste.
Leider muss ich sagen das nur die wenigsten so etwas bekommen.
Mann sollte möglicherweise so etwas auch nciht instrumentalisieren, nur wenn doch sowas in der Industrie gang und gebe ist warum ist es dann in der Medizien die ausnahme?

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baldfrei 20.04.2009, 13:46
12. Mein Mitgefühl

Zitat von yellofin
Mir hat es geschadet. Am 22.10.07 unterzog ich mich einer Routine-Darmspiegelung, durchfuehrt von einem Hausarzt in einem bekannten Krankenhaus am Bodensee. Fazit: gesund ins Krankenhaus, Darmsoiegelung mit 3% Durchstossrisiko, ich war dabei, MIlzriss und Rettung in buchsaeblich letzter Minute und dann vier Monate Heilungsprozess: MIR hat die Vorsorgeuntersuchung geschadet,
Aber, ich käme eigentlich nicht auf die Idee, mir von meinem Hausarzt eine Darmspiegelung machen lassen. Dafür gibt es Spezialpraxen, und deren Qualität spricht sich rum.
Das führt dann entweder zu langen Wartezeiten oder zur Praxispleite.

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Lottoverliererin 20.04.2009, 16:15
13. Nutzen nicht nachgewiesen

Der Spiegel-Artikel ist überfällig und wird die Vorsorge-Lobby nicht erfreuen. Schon vor Jahren wurde im Buch "Mythos Krebsvorsorge" darauf hingewiesen, dass gute empirische Studien KEINEN Nutzen der Früherkennung aufzeigen konnten.

Leider klappt hier ein Zusammenspiel aus laienhafter Einzelfallbetrachtung ("bei einer Nachbarin wurde ein ganz kleiner Tumor entdeckt"), einer seltsamen Ideologie pro "Vorsorge" und Lobbyismus.

Als Patient hat man zu kämpfen, wenn man nicht alle Vorsorgemaßnahmen über sich ergehen lassen will. Als ich bei einer Gynäkologin Früherkennungsmaßnahmen verweigerte, forderte sie mich auf, mir eine andere Praxis zu suchen.

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Polyantha 20.04.2009, 16:55
14.

Zitat von Lottoverliererin
Der Spiegel-Artikel ist überfällig und wird die Vorsorge-Lobby nicht erfreuen. Schon vor Jahren wurde im Buch "Mythos Krebsvorsorge" darauf hingewiesen, dass gute empirische Studien KEINEN .....
Schon lustig, wenn sie was von einzelfallbetrachtung schreiben und gleichzeitig einen einzigen Vorfall mit einer Ärztin als allgemein übliche praxis darstellen.
In meinem schon ziemlich langen Leben hat mich noch niemand zu einer Vorsorgeuntersuchung gezwungen oder bei Ablehnung aus der Praxis gewiesen.
Wenn übrigens nur ein einziger Patient auf Grund der Früherkennung bei der Vorsorgeuntersuchung überlebt, ist das schon genug Rechtfertigung für diese Untersuchungen.

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Polyantha 20.04.2009, 16:58
15.

Zitat von baldfrei
Nee, das soll einfach heißen, die Abstände dieser Vorsorgeuntersuchung sind wohl viel zu großzügig gefasst. Vorallem wenn man weiß, dass die Heilungsaussichten fast 100% sind, wenn man das Problem frühzeitig erkennt. Außerdem ist die bezahlte Untersuchung ab 56 Jahren einfach zu spät, da das Risiko vererbt werden kann.
So what? Bei Auffälligkeiten kann Ihr Hausarzt Sie jederzeit zu einer Darmspiegelung überweisen.
Das diese erst ab 56 als Vorsorgeuntersuchung besonders abgerechnet werden, heißt doch nicht, dass vorher keine durchgeführt werden dürfen.

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Polyantha 20.04.2009, 17:00
16.

Zitat von GM64
Vorsorgliche Darmspiegelung, Brustamputation ... ist natürlich dumm. Darmspiegelung kann man durch CT ersetzen. Denke das letztere ist angenehmer, aber wenn der Dok sich nur das erste Gerät gekauft hat, hat man ein Problem. Gesund ist ein CT aber auch nicht. Aber tägliche Gewichtskontrolle, regelmäßige.....
Eine CT kann eine Darmspiegelung keinesfalls ersetzen. Weil bei der Darmspiegelung kleinere Unregelmäßigkeiten, wie z. B. Polypen im Darm gleich mitbeseitigt werden.

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Polyantha 20.04.2009, 17:00
17.

Zitat von GM64
Vorsorgliche Darmspiegelung, Brustamputation ... ist natürlich dumm. Darmspiegelung kann man durch CT ersetzen. Denke das letztere ist angenehmer, aber wenn der Dok sich nur das erste Gerät gekauft hat, hat man ein Problem. Gesund ist ein CT aber auch nicht. Aber tägliche Gewichtskontrolle, regelmäßige Blutzucker, Cholesterinmessung, oder Messung von Fe, Ca, Mg ... ist schon sehr sinnvoll. Wenn einem das Fe fehlt, kann man ständig müde sein. Und wenn der Blutzuckerwert nicht mehr so ganz top ist, dann kann man durch Hungern ihn verbessern, wenn man den Blutspiegel nicht kennt, kann man Zuckerkrank werden. Also eine regelmäßige Blutuntersuchung auf alles Mögliche finde ich gut. Vor allem sollte man Dicken mehr Sport verordnen. Ein ständig schimpfender Arzt, der den Kranken die schlechten Cholesterin und Zuckerwerte vorhält ist ein Segen, aber vom Schimpfen kann der Arzt nicht leben, lieber verordnet er dem Kranken Tabletten. Daher mag der Arzt Vorsorgeuntersuchungen nicht. Ein Kranker bring mehr Geld.
Eine CT kann eine Darmspiegelung keinesfalls ersetzen. Weil bei der Darmspiegelung kleinere Unregelmäßigkeiten, wie z. B. Polypen im Darm gleich mitbeseitigt werden.

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volkerzl 20.04.2009, 21:35
18. Vorsorge oder Früherkennung?

Sie haben sich in dem Artikel dankenswerterweise sehr kritisch mit den "Vorsorge"-Angeboten der Krankenkassen auseinandergesetzt. Ihr Titel betraf aber genau genommen nur die FRÜHERKENNUNGS-Untersuchungen, die man eigentlich nicht als Vorsorge-Untersuchungen bezeichnen kann. Unter Vorsorge oder Prävention sind alle Maßnahmen zu verstehen, die jeder Einzelne innerhalb seiner Lebensweise als Richtschnur für seine ganzheitliche Gesunderhaltung bewusst und sorgfältig wählen und durchführen sollte. Diese Verwechslung von Früherkennung mit Vorsorge induziert für den einzelnen Menschen einen katastrophalen Irrtum. Wird doch hier die Vorstellung geschaffen, dass der Einzelne alles für die Vermeidung von Krankheiten getan hat, wenn er nur die Termine der Früherkennungsuntersuchungen sorgfältig einhält.

Von der Gesundheitspolitik wird hier aber auch eine große Chance versäumt, deren Wirkung für unser Gesundheitssystem und darüber hinaus für die Volkswirtschaft gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Wohl verstandene Vorbeugung/Prävention oder auch Salutogenese sollte mit einer im Unterrichtsplan verankerten GESUNDHEITSPÄDAGOGIK bereits im Kindergarten beginnen und im Verlaufe der Schulzeit unsere Jugend durch altersentsprechende umfassende Information zu selbstverantwortlichen gesundheitsbewussten Bürgern machen. Davon werden sogar die Eltern mittelbar profitieren.

Ich schlage dem Spiegel einen dringend notwendigen Titel zu diesem Thema vor, wenn auch in der Vergangenheit einzelne hierhin gehörende Themen schon behandelt wurden.

Dr. Volker zur Linden

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Querspass 20.04.2009, 22:15
19. Die Leute werden durch Lobbyisten verrückt gemacht.

Die Geräte müssen sich armotisieren!
Nach jeder "Gesundheitssendung" rennen die Leutz zum Arzt: Herr Doktor, Hypochondrie ist die einzige Krankheit, die ich nicht habe.
Seit dem ich nur noch sehr selten den Arzt aufsuche, weiß ich auch nicht mehr wie krank ich bin.
Wenn es mal soweit ist, möchte ich nur mit wirksamen Schmerzmitteln versorgt werden. Jetzt hat man immer noch Angst, daß Todkranke süchtig werden.
Desweilen macht Euch schon mal mit dem Gedanken vertraut, auch nicht mit ärztlicher Rundumversorgung ewig leben zu können.

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