Forum: Panorama
Wurde der Rechtsextremismus bisher unterschätzt?

Nach aktuellen Fahndungsergebnissen geht die Bundesanwaltschaft inzwischen davon aus, dass hinter dem Heilbronner Polizistenmord eine rechtsextreme, terroristische Vereinigung steckt. Wurde dieser Rechtsextremismus bisher unterschätzt?

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Sysiphos110 19.11.2011, 12:44
1880.

Zitat von Robert Rostock
Ja natürlich. Es hat nie Aktionen gegen Rechts gegeben, keine Lichterketten, keine "Arsch Huh"-Konzerte.....
........eben. Und was haben die - leider im Osten der Republik - gebracht? Nichts. Solange die latente Zustimmung dieser Parolen auch im Westen bei politisch nicht Interessierten vorhanden ist, wird sich daran auch nichts ändern.

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Wolf_68 19.11.2011, 12:45
1881. Auf Thema antworten

Zitat von der_stahlmann
... hat man hundert tausende von Euro ausgegeben um linkspolitische Autobrandstifter zu jagen, die sich dan als frustrierte Autozündler ohne politische Gedanken herausgestellt haben.
Genau das hat man nicht - wie der Zufall es wollte, wurde eigenartigerweise erst vor den Wahlen Fahndungsdruck aufgebaut, trotzdem die Brandstiftungen schon Jahrelang andauerten. Ein Schelm, der böses dabei denkt.

Zitat von der_stahlmann
Nazis hatten, haben und werden bei der deutschen Justiz immer ein bessers polsters haben als Faschisten. Mit den Toten haben sie die RAF schon übertroffen, aber es wird nicht sooo schlim sein, weil die BRD eine Nazi Republik ist. Klingt hart abert ist so.
Nach den Vorfällen im sächsischen Mügeln wurde zB ein Mann, ohne vorbestraft zu sein, zu 3 Jahren ohne Bewährung verurteilt. ein derartiges Urteil will in der neudeutschen Rechtssprechung etwas heissen.
Man bedenke, was man hierzulande sonst für ein Register an Vorstrafen haben muss, um zu einer Verurteilung ohne Bewährung zu gelangen.

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inkorekt 19.11.2011, 12:47
1882. nö

Zitat von c.martell
im gegensatz zu extrem linken positionen ist der rechtsextremismus begrifflich äusserst schwer zu fassen. das liegt nicht etwa an seinen inhalten. sondern eher daran,dass er gar keine transportiert.
das kommt Ihnen nur so vor.
was daran liegt, dass sich die rechtsextreme ideenwelt in vielen aspekten mit normalbürgerlichen anschauungen deckt:
- leistungsideologie, fundamentalistischer arbeitsbegriff
- idealisierung des typus des 'ehrlichen, hart arbeitenden kleinen mannes'
- hochschätzung von 'schaffensgesinnung' und 'tatmenschentum'
- verachtung von 'nicht-arbeit' und mühe-losem wohlergehen
- unbedingte priorisierung nationaler interessen in ökonomie und arbeitsprozess
- volkstümliches kulturverständnis
- aufwertung national-kultureller eigenidentität
- entlastung von historischer schuld
- abwertung von intellektualität und abstraktem denken zugunsten von 'natürlichen' kompetenzen, alltagspragmatik und 'gesundem volksempfinden'
usw. usf.
man könnte sagen, dass die deutsche lebensrealität immer schon eine art 'rechten konsens' beinhaltet, von dem sich der rechtsextremismus in vielen punketen nur durch seine 'extremität' unterscheidet.

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Robert Rostock 19.11.2011, 13:05
1883.

Zitat von Sysiphos110
........eben. Und was haben die - leider im Osten der Republik - gebracht? Nichts. Solange die latente Zustimmung dieser Parolen auch im Westen bei politisch nicht Interessierten vorhanden ist, wird sich daran auch nichts ändern.
Abgesehen davon, dass ich das (mit dem Nichts gebracht) anders sehe:
Was hätte man denn Ihrer Meinung nach tun sollen?
Luftangriffe?
Internierungslager für alle Verdächtigen?

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Piri 19.11.2011, 13:23
1884.

Zitat von inkorekt
man könnte sagen, dass die deutsche lebensrealität immer schon eine art 'rechten konsens' beinhaltet, von dem sich der rechtsextremismus in vielen punketen nur durch seine 'extremität' unterscheidet.
Wie war das nochmal mit „auf einem Auge blind sein“? Einäugigkeit (rechts oder links!) verringert IMMER das Sehfeld und ermöglicht kein mehrdimensionales Sehen.

http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2011/1...erwurzelt-ist/
Daraus:

„Aber auch der Zusammenhang zwischen DDR-Kommunismus und Neofaschismus ist evident. Beide sind kollektivistische Ideologien. Der Einzelne, der Fremde, der Andere, ist der „Hohn des Kollektivismus“.

Interessant sind auch manche Kommentare unter dem Artikel, z.B.:
„Die Linksextremisten haben in den letzten 10 Jahren in Deutschland keine Menschen getötet. Durch Ausländer gab es bestimmt nicht mehr Morde, als durch andere Bürger in der BRD auch. Aber diese braunen Untermenschen werden immer gewalttätiger in den letzten Jahren. Und wenn jemand die SS-Runen auf seinem Hinterkopf trägt, ist er für mich einer dieser Geisteskranken von rechts.“

„Untermenschen“?! „Geisteskrank“? Geisteskrank = Untermensch?
Man reibt sich die Augen!

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Berg 19.11.2011, 15:32
1885.

Zitat von Piri
Daraus: „Aber auch der Zusammenhang zwischen DDR-Kommunismus und Neofaschismus ist evident. Beide sind kollektivistische Ideologien. Der Einzelne, der Fremde, der Andere, ist der „Hohn des Kollektivismus“.
Diese Meinung einer Schriftstellerin Julia Franck ist nicht nur selbst zweifelhaft, sie ist in dieser Verallgemeinerung falsch. Das zeigen alleine schon die Anzahl derer, die keine rechtslastige Gesinnung aus der DDR mitgerbracht haben, obwohl sie unter denselben Bedingungen lebten, wie einige Neonazis. - Und: waren denn die beiden rechten Massenmörder in der DDR "kollektivistisch" bzw. kommunistisch geprägt worden? Wie alt waren sie denn da?

Die Vorstellung der Frau Franck über den Einzelnen, den Fremden, den Anderen sind ihr pauschales Klischee. Kollektivarbeit ist eine ähnliche Form wie Teamwork. Jedes Orchester besteht aus Einzelnen, die aber zusammen spielen und gemeinsam wahrgenommen werden - ein Kollektiv, ein Team - reines Begriffewechseln.

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Sysiphos110 19.11.2011, 16:48
1886.

Zitat von Robert Rostock
Was hätte man denn Ihrer Meinung nach tun sollen? Luftangriffe? Internierungslager für alle Verdächtigen?
Eigentlich ganz einfach: Das was gestern schon viele Menschen getan haben, als der SPON-Server unter dem Ansturm der vielen, entrüsteten, "anständigen" Deutschen schier zusammenbrach: Maul aufmachen, sich einmischen, gerade und auch im Alltag; am Stammtisch und anderswo. Dem alltäglichen, ganz normalen faschistischen Rassismus der Sarrazins entgegentreten, im Zweifel auch mal eben für "die da"........ allen "ja abers" zum Trotz.... trotz aller bekannter Probleme........

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Brand-Redner 19.11.2011, 17:12
1887. Wölfe im Schafspelz

Zitat von Sysiphos110
Eigentlich ganz einfach: Das was gestern schon viele Menschen getan haben, als der SPON-Server unter dem Ansturm der vielen, entrüsteten, "anständigen" Deutschen schier zusammenbrach: Maul aufmachen, sich einmischen, gerade und auch im Alltag; am Stammtisch und anderswo. Dem alltäglichen, ganz normalen faschistischen Rassismus der Sarrazins entgegentreten, im Zweifel auch mal eben für "die da"........ allen "ja abers" zum Trotz.... trotz aller bekannter Probleme........
Das Problem, vor dem der kenntnisfreie Michel steht, ist doch: Nazis sind immer die anderen! - Von den genannten Sarrazinisten mal ganz abgesehen: Selbst der brav-bieder gekleidete NPD-Demonstrierer kennt einen, der noch "viel schlimmer" ist - den kahlköpfigen Schläger in Schlabberhosen und Bierbauch-Shirt. Der wiederum grölt, er habe noch keinem seiner Gegner ernstlich was getan - im Gegensatz zu den Zwickauer Drei. Und die wiederum würden sich - wenn sie's könnten - "natürlich" jeden Vergleich mit Hitler, Himmler & Goebbels verbitten...

Es sind die gleichen Nazis wie eh und je, doch legen sie neuerdings Wert auf ihren modernen Schafspelz. Den aber muss man ihnen herunterreißen (bildlich natürlich), damit auch der Letzte sieht, welch braunes Unterhemd zum Vorschein kommt!

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beggars banquet 19.11.2011, 17:25
1888. Wurde der Rechtsextremismus bisher unterschätzt?

Was heisst hier unterschätzt?
Von offizieller Seite wurden seit Jahren V-Leute in diverse rechtsextreme Randgruppen geschleust und keinem dieser Spitzel ist je was von diesen Taten zu Ohren gekommen?
Da halte ich die Möglichkeit der staatssanktionierten Führung solcher Gruppen für wahrscheinlicher.
MfG beggars banquet

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freed&democ 19.11.2011, 17:35
1889.

Zitat von spezies-0
Hallo Zusammen, habe den Thread mit Aufmerksamkeit gelesen. Es könnte Interessant sein, dass auf dem Musikalbum, welches auf die Greultaten mit dem Titel " Döner-Killer" Bezug nimt, als übernächstest Stück " Titel 06 / Bekenntnis " folgt. Der Text ist zunächst schwer zu verstehen, im Zusammenhang mit denen im Thread besprochenen Fakten macht es aber durchaus Sinn über das gesamte Album nach zudenken. Zusammengefasst bin ich der Meinung, dass schon in dem 2010 erschienenen indizierten Album von " siehe oben" mindesten 2 ernstzunehmende Aussagen stecken. 1.) Döner-Killer, Titel 04 2.) Bekenntnis, Titel 06 .... Gruß Erich
Die sogenannte "Ahnungslosigkeit" der Sicherheitsbehörden wirkt vollkommen unglauwürdig.

Es gab deutliche, öffentlich geäußerte Vermutungen der Opfer, etwa beim Nagelbombenanschlag in Kölln.

Nazis feiern die feigen Morde auf CD und machen damit Propaganda."Döner-Killer" war ein Sommerhit in Nazikreisen.
Die CD wurde öffentlich beworben.

Die Opfer wissen Bescheid.

Profiler wiesen auf Nazis.

In den militanten Nazikreisen werden die Taten ausdrücklich propagandistisch per Musik verbreitet: Bekenntnisschreiben auf Nazi.

Das hat niemand in Staatsschutzkreisen mitgekriegt?

Heute heißt es:

Man hätte gern ein Bekenntnisschreiben a la RAF gehabt.

In wievielfacher Ausfertigung?

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