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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

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Frida_Gold 29.03.2016, 10:55
90.

Zitat von Robert_Rostock
Und wie und wo kreuzen sich dann Züge?
In den Bahnhöfen.

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ocelot 29.03.2016, 10:58
91. Erstmal den Gedanken fassen können...

Das muss man sich erstmal bewusst, dass es so etwas wie eine "falsche" Notruftaste geben soll.

Da sehe ich eine ganz erhebliche Mitschuld bei den Betreibern der Bahnstrecke und dem technischen Dienst, denn deren Aufgabe ist es, die Anfälligkeit für menschliches Fehlverhalten auf ein Minimum zu reduzieren. Bei mehreren Notfalltasten ist in einer Stresssituation eine fehlerhafte Bedienung durch das Personal nicht unwahrscheinlich und das hätte man berücksichtigen müssen. Das zu bedienende Terminal darf doch auf gar keinen Fall mehrere Notrufoptionen
bieten. Das ist ja geradezu absurd, Notfälle auf einem Terminal in mehrere Varianten zu unterteilen.

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bötzow33 29.03.2016, 11:01
92. Zu viele Fragezeichen

Es ist davon auszugehen, dass diese öffentliche Strecke mit GSM-R ausgestattet ist. Wenn nicht, wäre es ein unzulässiger technischer Mangel, der dem EBA bei diesem Infrastrukturbetreiber nicht hätte durchgehen dürfen. Das GSM-Telefon (GeFo) hat zwei Notrufe, den betrieblichen und den Streckennotruf. Der erstgenannte betriebliche Notruf erreicht mit Prio 1 alle im Betriebsbereich agierenden Eisenbahnbetriebsbediensteten, d.h. Triebfahrzeugführer, Fahrdienstleiter, Betriebsleiter, Infrastrukturverantwortliche. Diese rote Taste ist auf dem GeFO unübersehbar! Die Triebfahrzeugführer sind per Dienstanweisung gehalten, sofort anzuhalten und weitere Anweisungen abzuwarten. Das ist eine funktionierende Sicherheitsschiene. Die zweite ist die punktuelle Zugbeeinflussung PzB 90, die ein Überfahren haltzeigender Signale verhindert. Das dritte Sicherheitsglied ist der Streckenblock für eingleisige Zugtrassen. Wie die genannten Sicherungssysteme 2 und 3 durch einen einzigen Fahrdienstleiter gleichzeitig durch ein Ersatzsignal ausser Kraft gesetzt werden konnten, sollten die Sachverständigen des EBA dringend untersuchen. Bei einem Systemausfall von Sicherheitskomponenten müsste m.E. per Dienstanweisung das Betriebsverfahren geändert werden. Bei dem dann anzuwendenden Zugmeldeverfahren müsste der benachbarte Fahrdienstleiter für eine Gegenfahrt zustimmen...

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Attlila 29.03.2016, 11:05
93. Funkloch existiert aber

Es gibt für Lokführer sogenannte LA. Auf diesen ist ein 400m langes Funkloch in dem Bereich angegeben.

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Robert_Rostock 29.03.2016, 11:07
94.

Zitat von Frida_Gold
In den Bahnhöfen.
Und wenn nun auf einer eingleisigen Strecke zwei Züge von beiden Seiten auf einen Bahnhof zurasen, so dass sie sich in diesem Bahnhof treffen würden, oder wenn ein Zug auf einen Bahnhof zurast, in dem sich bereits ein anderer Zug befindet:

Woher weiß dann das GPS, ob das so gewollt ist, weil sich die Züge dort kreuzen sollen, ob die Weichen richtig gestellt sind, sodass die Züge auf verschiedene Gleise geleitet werden?

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hman2 29.03.2016, 11:08
95.

Zitat von
Doch warum wird sich in diesem Zusammenhang nicht auch mit der Sicherheit der Züge öffentlich auseinander gesetzt? Wenn ich mir die Fotos anschaue, dann waren die armen Passagiere in diesen Wagons fast schutzlos!
Das waren sie ganz sicher nicht. Aber die Gewalt eines Frontalzusammenstoßes ist derart riesig, dass man Züge dagegen nicht absichern kann. Würde man sie so stabil bauen, dass sie sowas ohne zerquetscht zu werden überstehen können, würden die Passagiere trotzdem sterben, weil der Zug dann instantan stehen bleibt, die Passagiere aber weiter "fliegen" und dann in Fahrtrichtung an der nächsten Innenwand zerquetscht werden...

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hman2 29.03.2016, 11:11
96.

Zitat von spon-facebook-1629421895
Also der Fahrdienstleiter. Das es problemlos möglich wäre, Technik, welche sich in jedem besseren Mittelklassewagen befindet, einzusetzen, die sowas verhindert... EGAL.
In welchem konkreten Mittelklassewagen findet sich Technik zur Steuerung des Bahnverkehrs??

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Ottokar 29.03.2016, 11:26
97. Nicht nur die Angehörigen tun mir leid

auch der Fahrdienstleiter der, in seiner Panik, eine falsche Taste gedrückt hat.......armer Kerl.

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comeback0815 29.03.2016, 11:36
98.

Das Herrmann sich so eindeutig festlegt, muss jedem zu denken geben. Im Notfall sollte man allerdings stets einen Mitarbeiter opfern und nichts grundsätzliches in Frage stellen. Ersteres ist deutlich einfacher, bequemer und vor allem billiger.

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tim_struppi 29.03.2016, 11:50
99.

Zitat von schmuella
Man macht es sich zu einfach, wenn man die Unfallursache (nur) beim Fahrdienstleiter sucht. Täglich werden tausende Entscheidungen von Fahrtdienstleitern getroffen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer Fehlentscheidung kommt. Menschen machen Fehler. Politik (Verkehrsministerium/Verkehrsminister), Behörden und die Unternehmensführung haben es versäumt, eine Technik zu entwickeln, die solche Unfälle verhindert. Lösungsansätze wurden schon genannt. Eigentlich wäre einige Rücktritte fällig.
Stimmt. Wenn sie mit mit ihrem Auto fahrlässig oder vorsätzlich eine rote Ampel überfahren und es zu einem schweren Unfall mit Toten kommt, dann sind ja bekanntlich auch nicht sie als Fahrer schuld, sondern der Autohersteller, der Ampelhersteller und die Verkehrsbehörden, denn Menschen machen ja nun mal Fehler.

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