Forum: Panorama
Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

Seite 15 von 16
7eggert 29.03.2016, 19:23
140.

Zitat von Meerkönig
Wer den Artikel ließt, muss doch die Wut bekommen. Kein Wort über die Schutzeinrichtung an den Gleis- Einfahrtstellen. Jede Schutzvorrichtung muss doch so reagieren, dass sich nur 1 Zug auf der eingleisigen Strecke mit entgegengesetzter Fahrtrichtung befinden kann, egal wie viel Fahrdienstleiter falsche Knöpfe drücken. Warum wird das verschwiegen? In der freien Industrie würde der Unfall unter : " Zig Menschen von der Schutzvorrichtung erschlagen" bearbeitet werden. In der Industrie, z.B. an einer Transferstraße wäre ein sinngemäß folgenschwerer Unfall unmöglich, egal ob Menschen-Gesundheit bedroht ist oder die Maschinenfunktion. Maschinenfunktions-Beeinträchtigung schon deshalb nicht, weil alle nachfolgenden Mitarbeiter arbeitslos wären.(Beispiel VW-Werk) Vielleicht ein Trost für die Angehörigen, Verletzten und Verkrüppelten.
Die Schutzeinrichtung hätte reagiert, aber zuvor hat sie an einer anderen Stelle fehlerhaft reagiert, so daß sie kurzzeitig überbrückt werden mußte. Zeitgleich geschah das fehlerhafte Losschicken.

Beitrag melden
querulant_99 29.03.2016, 19:38
141.

Zitat von 7eggert
... Eventuell habe ich da eine Idee, man könnte bei derartigen Gleisabschnitten eine Gleichspannung an die Gleise anlegen, Plus darf nur rechts sein. Da müssen dann nur alle Achsen gegen isolierte ausgetauscht werden ...
Ich hatte mal eine Modelleisenbahn, bei der war das so.
Allerdings brach da immer der komplette Zugverkehr zusammen, nachdem ich eine Kehrschleife in die Gleisanlage eingebaut hatte...

Beitrag melden
comeback0815 29.03.2016, 19:48
142. Ganz davon abgesehen, dass Ihr Vergleich hinkt.

Zitat von tim_struppi
Stimmt. Wenn sie mit mit ihrem Auto fahrlässig oder vorsätzlich eine rote Ampel überfahren und es zu einem schweren Unfall mit Toten kommt, dann sind ja bekanntlich auch nicht sie als Fahrer schuld, sondern der Autohersteller, der Ampelhersteller und die Verkehrsbehörden, denn Menschen machen ja nun mal Fehler.
Da werden Sie jetzt lachen, aber ja, Menschen machen Fehler. Auch und sogar im Auto. Deshalb lernen Sie schon in der Fahrschule, das Sie beim Auto fahren lieber auf die Straße achten sollten. An einer Ampel ist es auch immer ratsam, nicht ausschließlich stur auf die Ampel zu achten.

Beitrag melden
comeback0815 29.03.2016, 19:52
143.

Zitat von gustavsche
Was mich verwundert, ist: Sonst sind die SPON-Foristen gegen jegliche Neuerung. Gentechnik darf es nicht geben. Neue Kernkraftwerke... bloß nicht. Mehr Elektronik im Auto... nein Danke, dadurch werden Autos doch nur teurer. Jetzt, da das Kind in den Brunnen gefallen ist und ein menschlicher Fehler einen Zugunfall auslöste, sind sich die SPON-Foristen einig, mit mehr Technik wäre das Problem nicht zustande gekommen. Gleichzeitig meckern die alle über die Bahnpreise, dabei kostet eine Umrüstung viel Geld. Ich erinnere mich an keinen anderen Fall, wo so etwas passiert ist. Ich bin der Meinung, man sollte Ruhe bewahren und erstmal nichts tun. Die Bahn rüstet ja ohnehin schon seit Jahren Stellwerke um. Das kann aber nur peu à peu gehen. Ich nehme selber Großanlagen softwareseitig in Betrieb. Die Komplexität ist recht groß und ich weiß, was da alles schief gehen kann. Wenigstens kann niemand aufgrund einer meiner Fehler tödlich verunglücken. Diese SPON-Foristen sind ja anscheinend so schlau, da frage ich mich, warum nicht mehr bei uns auf der Matte stehen und sich als Inbetriebnehmer bewerben. Noch ekliger als die initiale Inbetriebnahme sind Um- und Zubauten, die während des laufenden Betriebes in Betrieb genommen werden müssen. Das heißt dann für mich mitunter, dass ich dann nachts arbeiten darf, weil der Kunde tagsüber selbstverständlich die Anlage durchgängig nutzen möchte.
Es geht hier nicht ausschließlich um eine Verweigerung von Neuerungen (wobei ich in Frage stellen möchte, ob die Möglichkeit, eine Bahnstrecke sicherer zu gestalten und die Ablehnung von Gentechnik der gleichen Abneigung entspringen) sondern auch und vor allem darum, dass sich der Innenminister eines Bundeslandes nicht öffentlich hinstellen darf und in etwa sagen: "Schuld hat einer allein. War zwar eine Verkettung unglücklicher Umstände, aber sonst ist alles einwandfrei." Die Möglichkeit, die Fragen zu stellen, die hier schon kamen, kann man nicht einfach beiseite wischen.
Und was der durchschnittliche BILD-Leser dann aus diesem Interview mitnimmt, brauch ich Ihnen sicher nicht zu sagen.

Beitrag melden
tim_struppi 29.03.2016, 21:10
144.

Zitat von comeback0815
Da werden Sie jetzt lachen, aber ja, Menschen machen Fehler. Auch und sogar im Auto. Deshalb lernen Sie schon in der Fahrschule, das Sie beim Auto fahren lieber auf die Straße achten sollten. An einer Ampel ist es auch immer ratsam, nicht ausschließlich stur auf die Ampel zu achten.
Richtig, Menschen machen Fehler. Und warum genau sollen jetzt die Vorstände der Bahn und der Herstellerfirmen sowie der Verkehrsminister wegen des Fehlers des Fahrdienstleiters zurücktreten?

Beitrag melden
comeback0815 29.03.2016, 21:41
145.

Zitat von tim_struppi
Richtig, Menschen machen Fehler. Und warum genau sollen jetzt die Vorstände der Bahn und der Herstellerfirmen sowie der Verkehrsminister wegen des Fehlers des Fahrdienstleiters zurücktreten?
Wer spricht denn davon? Ich jedenfalls nicht, das ist ja auch keine Lösung des Problems. Mir geht es hier um etwas anderes, das habe ich bereits angedeutet: Es kann nicht sein, dass ein einzelner Mitarbeiter für eine Fehlerkette öffentlich verantwortlich gemacht wird, ohne öffentlich die Frage zu stellen, warum eine solche Fehlerkette möglich sein kann.

Beitrag melden
tim_struppi 29.03.2016, 22:21
146.

Zitat von comeback0815
Wer spricht denn davon?
Davon sprach der Kommentar, auf den ich geantwortet habe, den sie dann wiederum zitiert haben. Und genau darauf bezog sich auch mein Vergleich.

Davon mal abgesehen haben wir hier überhaupt keine Fehlerkette oder eine "Verkettung unglücklicher Umstände", sondern der Fahrdienstleiter hat offenbar schlicht einen Fehler gemacht, der ursächlich für das Unglück war. Der fehlgeleitete Notruf ist tragisch, aber nicht die Ursache des Unglücks.

Beitrag melden
ayberger 29.03.2016, 23:45
147. Absicht sicherlich nicht,

Zitat von prince62
Wieder falsch, die einzige Ursache war das Einlassen des 2. Zuges per Ersatzsignal in den bereits belegten und auch so zu sehenden Abschnitt, das mit dem Zugfunk war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I der Unfähigkeit, wobei ich dem Fahrdienstleiter mit 20 Jahren Erfahrung sogar gröbst fahrlässiges Verhalten an der Grenze zur Absicht unterstellen muß.
aber wohl die übliche Praxis, um Verspätungen wieder aufzufangen. Darin bekommt man dann auch in 20 Jahren die dafür notwerndige Routine und Geschicklichkeit ...

Beitrag melden
murrle01 30.03.2016, 00:07
148. Sie stellen sich das ....

Zitat von gweihir
Wenn sowas solche drastischen Folgen haben kann, dann muss das User-Interface falsch designed sein. Der Luftverkehr mach vor, wie es richtig geht: 121,5 MHz und "Mayday", keine Zweifel wer es bekommt, denn es bekommen _alle_.
zu einfach vor. Auch ist die Aussage des Nichttechnikers (Politiker) so nicht richtig. Es gibt keinen Knopf, oder Knöpfe für so einen Ruf. Der Zugbahnfunk - um einen solchen handelt es sich - ist absichtlich so eingerichtet, das nur ein Zug angewählt werden kann. Damit bei einer Befehlsübermittlung nur EIN Zug mithört. Und nicht durch einen Hörfehler ein falscher Zug sich angesprochen fühlt. Auch das wäre eine Unfallgefahr. Es ist also aus Sicherheitsgründen ein selektiver Funk! Nur der Lokführer kann mit einem Notruf von seinem Zugbahnfunkgerät im Führerstand mehrere Empfänger erreichen.

Beitrag melden
dt12541581 30.03.2016, 00:15
149. unglaubliche Fehlleistung der Konstrukteure und der Bahn

Wenn jemand in so einer Situation eine falsche Taste drücken kann, dann zeigt das eine völlige Fehlleistung der Kontruktion und der Verantwortlichen aber bestimmt nicht des Fahrdienstleisters.
Man stelle sich im Zug mehrere Notbremsen vor, wobei aber nur eine die Notbremse betätigt. Oder im Auto mehrere Bremsen, wovon aber jede nur in bestimmten Situationen bremst....
Wer will sich denn da noch in einen Zug setzen, wenn man weiß das die Stellwerke vermutlich alle so aufgebaut sind? Naja, zumindest die moderneren, denn hier wurde ja auch erst eine super moderne Sicherungsanlage eingebaut...

Beitrag melden
Seite 15 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!