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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

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markus.pfeiffer@gmx.com 29.03.2016, 07:35
10. Bedenklicher Korpsgeist?

So tragisch das Unglück für alle Opfer und ihre Angehörigen ist: Solche schwer wiegenden Fehler können passieren, selbst wenn das System noch so viele Sicherheitsschranken hat.

Bedenklich ist allerdings: Wenn es sich so zugetragen hat, wie es in diesem Artikel steht, wussten bereits am Morgen des Unglücks etliche Personen (nämlich die Fahrdienstleiter in der Umgebung, an die der erste Funkspruch irrtümlich gegangen war, wie sich das Unglück aller Wahrscheinlichkeit nach zugetragen hat. Es hat aber rund sieben Wochen gedauert, bis die bayrische Landesregierung dies so bekannt geben konnte.
Klar sollte man nicht am Tag nach dem Unglück mit einem "Schnellschuss" an die Öffentlichkeit gehen; aber wenn es sieben Wochen dauert, bis dieses Wissen an die Öffentlichkeit gelangt, wurde irgendwo massiv gemauert - bei der Bahn aus (falsch verstandenem) Korpsgeist?

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Nabob 29.03.2016, 07:35
11. Man sollte über den Einsatz von AIS nachdenken

und könnte für freie Strecken Loks mit Transpondern ausstatten, die bei der Annäherung von unter xx km zu einer anderen Lok die involvierten Lokführer alarmieren und über einen sogenannten "Toter-Mann-Alarm" zwingen, die Weiterfahrt freizuschalten oder selbstständig ein Bremsmanöver einzuleiten. Das sollte technisch möglich sein und ist vermutlich nicht besonders aufwendig zu installieren, würde dem betroffenen Lokführer direkt eine Kontrollmöglichkeit über den unfallfreien Einsatz seines Zuges geben neben den Eingriffsmöglichkeiten eines Fahrdienstleiters.
Bevor also eine Kollision von Zügen stattfinden würde, wären dann mehrere Personen an der Verhinderung aktiv beteiligt.

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Bernhard.R 29.03.2016, 07:52
12. Die Taste ist nicht die Ursache

sondern die Freigabe der Strecke. Warum hat der FDL das getan?

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dle79 29.03.2016, 07:58
13. Gestraft...

... wird der Fahrdienstleiter auch ohne Anklage sein. Absicht wird ihm ja nicht unterstellt.

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schneidp 29.03.2016, 08:01
14. Fehlerkultur

Dieses Beispiel zeigt wieder unseren falschen Umgang mit Fehlern.
"Fehler dürfen nicht passieren und wenn doch muss es einen Schuldigen geben"
Das ist falsch, Fehler passieren! Und jeder macht sie früher oder später.
Unsere Haltung führt nur zu Panik vor Fehlern, was keine Fehler verhindert, sondern nur Vertuschung befördert.
Aus Fehlern sollte man aber lernen.

Bloss weil jemand einen Fehler gemacht hat, sagt das rein gar nichts über das Auftreten zukünftiger Fehler aus, denn Menschen lernen aus Fehlern.

Eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung ist hier völlig daneben. Vielmehr sollte man überlegen wie man mit diesen Risiko stellen besser umgeht.

Das Menschen Fehler machen ist nunmal eine Tatsache und willkürlich den anzuklagen, der das Pech hatte, dass es genau bei ihm Konsequenzen hatte, ist absurd. Der Mann kann vermutlich sowieso keine Nacht mehr durchschlafen.
Das wäre also ob man einem Lottogewinner zu seiner Anlagestrategie beglückwünscht.

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Worldwatch 29.03.2016, 08:02
15. Menschliches Fehlverhalten in solchen Notsituationen ...

... ist furchtbar. Und ich kann mir vorstellen, wie sehr der FDL nun selbst darunter leidet.
Andererseits, und in Respekt vor den Opfern ... Wie kann es sein, und in Zeiten hochtechnologischer Meß-, Regel- wie Steuerungstechnik, dass solche Kollisions-Gefahrensituationen allein menschlichem "Knopfdruckverhalten" anheim gestellt werden? Unfassbar!
Zwei Züge, die auf Kollisionskurs aufeinander zurasen, müssen vom Streckensystem -automatisiert wie rechtzeitig- gestoppt werden können.
Der Bericht ließt sich wie eine Geschichte aus der Bahntechnikhistorie, lange vor Einführung der Computer- wie Steuerungstechnologie.

Nun stehen sicher so manchen, engagierten Hobby-Modelleisenbahnfan wie Fahrplanprogrammierer die Haare zu Berge. Wieso können Hobbyeisenbahner das, und komplex bewerkstelligen, und die (Un-)Verantwortlichen in der realen Bahntechnik -offensichtlich- nicht??
Wenn die Bahn- wie Streckenverantwortlichen nicht -nachweisen können- alles technisch-monetär machbare getan zu haben, um eben solche -selbst für Laien denkbaren- Kollisionsgefahren zu vermeiden, gehören diese -zuvorderst- vor die Strafkammer.
Der FDL scheint mir hier zu einem billigen, bequemen "Bauernopfer", im Sinne einer 'conditio sine qua non', heranzitiert zu werden.

Würden solchermaßen Kraftwerke, insb. Atomkraftwerke in Europa gefahren, wäre Europa Großteils unbewohnbar. Würde der Flugverkehr so gesteuert, fielen ständig Flugzeuge vom Himmel ...
Und, welche Rolle spielt dazu das Verkehrsministerium und -Kollisions-Gefahrensysteme freigebende- Experten?
"Bahnentwicklungsland" Deutschland?

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rotbraut 29.03.2016, 08:24
16. Wo blieb die automatische Bremse?

Davon ist nicht mehr die Rede. Wer hat die außer Kraft gesetzt?

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obscuro 29.03.2016, 08:25
17. tragisch

Bei diesem Unglück gibt es nur Opfer. Zu allererst natürlich die Insassen des Zuges. Aber ich kann mir auch kaum ausmahlen, wie es dem Fahrdienstleiter jetzt gehen mag.

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awes 29.03.2016, 08:29
18. der Fehler ist die Streckenführung

... die förmlich danach schreit, dass durch menschliches oder technisches "Versagen" dieses Unglück über kurz oder lang stattfinden musste.

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hj.binder@t-online.de 29.03.2016, 08:33
19. Hoffentlich

gibt es in Bayern noch Richter, die nicht auf die verheerende Vorverurteilung von irgendwelchen CSU-Minister hereinfallen.
Zunächst hat Hermann gar nichts Internes zu diesem Fall herum zu grölen, um ja nicht in Richtung Organisationsversagen (DB-Bahn) nachzudenken; es könnte ja möglich sein, dass einer der vielen CSU-Bundesverkehrsminister darin verwickelt sein könnte.

Was Hermann dem FDL jetzt angetan hat ist schlimmer als ein Gerichtsurteil; in der strukturellen Verkommenheit der CSU-Verkehrspolitik ist das auch kein Wunder.
Ich hoffe sehr, dass dieser Mensch noch genug Anstand und Mitleidensfähigkeit in seiner persönlichen Umgebung hat; er wird es brauchen nach diesem Vorfall durch Hermann.

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