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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

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Spiegelleserin57 29.03.2016, 09:25
40. der Fahrdienstleiter tut mir Leid!!

Zitat von Gentrich
Ich erfahre teilweise beruflich welchen Aufwand die Bahn "vorgibt" zu veranstalten damit alles perfekt läuft. Alles muß ganz genau sein, alles dokumentiert, monatelange Realisierungszeiträume, wahrscheinlich alles zertifiziert, viel Geld, viel moderne Technik, usw. Und dann scheitert die Menschheit.....
natürlich ist es für die Angehörigen furchtbar!
Da ich auch einen Beruf hatte der extreme Verantwortung mit sich gebracht hat weiß ich was das heißt. Jeder Mensch macht in seinem Leben Fehler. In solche Berufen wie auch der eines Arztes haben eben Fehler fatale Folgen.
Auch der rote Knopf im weißen Haus kann Kriege auslösen.
Eine Frage stellt sich mir: wenn die anderen Fahrdienstleiter die erste Warnung erhalten haben , wieso haben sie nicht sofort Alarm geschlagen, und das nicht bei dem zuständigen Fahrdienstleiter sondern sofort bei dessen Vorgesetzten oder einer Zentrale die eingreifen konnte. Warum riefen diese den zuständigen Fahrdienstleiter an? Ist man denn so bürokratisch???
und das in so einer Gefahr?
Gab es keine andere Möglichkeit diese Katastrophe noch zu verhindern?
Was hätten denn diese Leute getan wenn der Fahrdienstleiter tot umgefallen wäre und somit handlungsunfähig gewesen wäre was er wohl im Stress auch war?
Solche Fragen müssen auch beantwortet werden. Die Bahn tut gut daran mal mehr für solche Notfälle zu tun damit im Ernstfall schnell durch andere Leute eingegriffen werden kann. Man kann nicht so eine Verantwortung alleine auf einer einzigen Schulter belassen, das wäre ein eklatanter Fehler der Bahn!

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Epaminaidos 29.03.2016, 09:26
41. Was fehlt...

Es gab wohl ein Sicherheitssystem, das den Zusammenstoß verhindert hätte. Aber der FDL hat es außer Betrieb genommen. Die spannende Frage ist nun: Warum hat er das getan und wie oft tat er das normalerweise?
Mit einer Antwort darauf lässt sich eher folgern, ob der Fehler eher beim FDL oder der Bahn zu suchen ist.

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ChristophS82 29.03.2016, 09:26
42. Fahrlässige Tötung

Anstatt dass unser Justizminister Maas irgendwelche abstrusen Einschränkungen bei Mord erfindet ("schwere Beleidigung" und dergleichen), sollte er die fahrlässige Tötung mal unter die Lupe nehmen.

Das Problem ist: Totschlag und Mord können es per Definition nicht sein.
Fahrlässige Tötung ist aber definitiv zu schwach für einen Fall wie diesen.
Man darf gespannt sein, ob er überhaupt ins Gefängnis muss.

Fahrlässige Tötung...das klingt immer so als hätte sich jemand beim Essen mit Senf bekleckert und kurz nicht aufgepasst...das ist hier definitiv nicht der Fall.
Es wurden Aktionen durchgeführt die dieses Unglück überhaupt möglich gemacht haben - bewusst und aktiv.
Da gilt besondere Vorsicht und Fahrlässigkeit ist auszuschließen. Punkt.

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Spiegelleserin57 29.03.2016, 09:29
43. sehr interessante Infos!

Zitat von fahrgast07
Also: Der Fahrdienstleiter schickt Zug 1 auf die Strecke. Dann stellt er fest, dass er Zug 2 nicht losschicken kann (Zug 1 blockiert ja das Gleis) also gibt er ihm Ersatzsignal (für Notfälle gedacht), ohne die Strecke zu prüfen (Vorschrift!). Am Kurpark gibt er ihm gleich noch mal Ersatzsignal. Und dann drückt er ......
wird da eventuell nur ein Prpügelknabe gesucht der für die Fehler der Bahn den Kopf hinhalten soll?
Soetwas findet ja oft bei Unternehmen statt die nicht gerne ihr eigenes Versagen zugeben wollen.

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tuedelich 29.03.2016, 09:31
44.

Also liegt die Schuld für das furchtbare Unglück doch bei der Bahn! Warum besteht denn diese beschriebene Lücke im Sicherheitssystem überhaupt, so dass ein FDL so falsch reagieren kann? Für mich wird hier Verantwortung auf eine Einzelperson abgeschoben!

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Schlumperli 29.03.2016, 09:31
45.

Zitat von crossbow17
Wie kann es technisch möglich sein einen Zug auf eine Strecke zu schicken auf der bereits ein Zug unterwegs ist?
Weil es manchmal notwendig ist.
Zum Beispiel:
Ein Zug bleibt wegen eines technischen Defekts liegen. Keine Straße in der Nähe. Dann muss ein zweiter Zug reinfahren, um die Passagiere zu übernehmen.

Normalerweise verhindert das ein Zwangsbremssystem. Das lässt sich aber vom Lokführer abschalten.
Wenn er vom Fahrdienstleiter durch ein weißes Signal aufgefordert wird, das rote Signal zu überfahren.

Im aktuellen Fall ging es wohl darum, das Kreuzen der Züge an einer anderen Stelle vorzunehmen, da einer der Züge Verspätung hatte.

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Spiegelleserin57 29.03.2016, 09:32
46. eben daran hätte die Bahn denken sollen...

Zitat von mpigerl
Ich will den FDL auch nicht vorverurteilen. Aber es ist nicht so dass er einfach ein falsches Knöpfchen gedrückt hat. Das Menschen Fehler machen war und ist in den Betrebsanweisungen mit eingearbeitet. Hier wurden aktiv Sicherungssysteme ausser Betrieb genommen und ein Verfahren verwendet, welches eigentlich nur für Wartungsarbeiten oder in Störfällen verwendet werden sollte. Wenn der FDL die Anlage im Regelbetrieb ....
und auch den Knopf so absichern sollen dass solch ein Fehler nicht passiert. Aber wie immer spart man, dieses Mal wohl am falschen Fleck!

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Bueckstueck 29.03.2016, 09:32
47.

Zitat von erzrotti
Doch warum wird sich in diesem Zusammenhang nicht auch mit der Sicherheit der Züge öffentlich auseinander gesetzt? Wenn ich mir die Fotos anschaue, dann waren die armen Passagiere in diesen Wagons fast schutzlos! Ich habe das Gefühl, dass heutzutage die Passagiere die Dummys der Hersteller sind! Wo bitte sind Aufprallschutz usw verbaut?
Wie stellst du die das vor? Die kinetische Energie eines fahrenden Zuges, oder in diesem Fall gleich zwei, ist derart gross, dass es schlicht nicht möglich ist die Waggons so sicher zu bauen ohne dabei die Passagierzahl auf ein Bruchteil zu reduzieren. Das ist ganz ähnlich wie bei Flugzeugen oder bei LKW vs PKW.

Bei diesem Verkehrsmittel gilt die Vermeidung von Unfällen als der beste Schutz vor Unfällen.

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Spiegelleserin57 29.03.2016, 09:34
48. Frage : was hat das mit dem öffentlichen Dienst zu tun?

Zitat von ugt
... warum sollte es bei der Bahn, die täglich gegen ihre Kunden kämpft, anders sein als bei anderen öffentlichen Bediensteten? Im öffentlichen Dienst werden Straftaten regelmäßig vertuscht. Es hat schon Wartungsingenieure gegeben, die sich selbst .....
in der Wirtschaft ist das nicht besser! Dort erfährt es die Öffentlichkeit auch nicht. Leider macht sich die Unsitte immer mehr in unserer Gesellschaft breit. Fehler macht jeder und das sollte auch jedem bekannt sein!

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birka12 29.03.2016, 09:35
49. Technisches Disaster

Wird eine eingleisige Strecke für einen entgegengesetzt fahrenden Zug freigegeben müssen erstens beide Lokführer vorher unterrichtet werden, zweitens muss die Technik garantieren, dass sich die Züge auf dem eingleisigen Abschnitt nie näher als 1000m kommen können. Der Fahrdienstleiter darf so etwas nie durch Knopfdruck aushebeln können.

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