Forum: Panorama
Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

Seite 6 von 16
Bueckstueck 29.03.2016, 09:36
50.

Zitat von markus.pfeiffer@gmx.com
So tragisch das Unglück für alle Opfer und ihre Angehörigen ist: Solche schwer wiegenden Fehler können passieren, selbst wenn das System noch so viele Sicherheitsschranken hat. Bedenklich ist allerdings: Wenn es sich so zugetragen hat, wie es in diesem Artikel steht, wussten bereits am Morgen des Unglücks etliche ......
Unsinn. Die Bahn hat eh nix zu sagen, es ermittelt die Bundespolizei. Ausserdem werden Funksprüche aufgezeichnet, man wusste also recht schnell wer wann welchen Funkspruch auf welchem Kanal abgesetzt hat.

Trotzdem gebietet es das Gesetz und die Fairness erstmal alles vollständig zu durchleuchten bevor man öffentlich macht, dass ein Mann alleine die Verantwortung trägt und wohl angeklagt wird.

Beitrag melden
jupp78 29.03.2016, 09:36
51.

Zitat von mpigerl
Wenn der FDL die Anlage im Regelbetrieb gefahren wäre, hätte es keinen Unfall gegeben. Niemand wird ihm unterstellen, dass er mit Absicht gehandelt hat und niemand wird ihm unterstellen, dass er Fehler gemacht hat.
Doch, das war sein Fehler. Er hat eine Dienstvorschrift falsch angewandt. Solche Fehler passieren und natürlich kann Technik davor schützen, indem man einen doppelten und dreifachen Boden einzieht. Hier gab es nur einen einfachen Boden, der fehlerhaft ausgehebelt wurde. Ein weiterer Boden hätte das wahrscheinlich verhindert, aber den gab es nicht. 100% Schutz gibt es nicht, aber es gibt guten und sehr guten Schutz.
Ansonsten ist mit Technik eines kaum zu verhindern und ich denke das verwechseln Sie hier, das ist Vorsatz. Will der Mensch mit Gewalt ein Flugzeug abstürzen lassen oder Züge kollidieren lassen, dann lässt sich das mit Technik kaum verhindern. Aber das liegt hier nicht vor.

Beitrag melden
Bueckstueck 29.03.2016, 09:38
52.

Zitat von Spiegelleserin57
wird da eventuell nur ein Prpügelknabe gesucht der für die Fehler der Bahn den Kopf hinhalten soll? Soetwas findet ja oft bei Unternehmen statt die nicht gerne ihr eigenes Versagen zugeben wollen.
Wie kommt man eigentlich auf solche Verschwörungstheorien ohne das es tagtäglich zu solchen Unfällen kommt, weil "die Bahn" ein grundsätzlich fehlerhaftes System einsetzt, dass es zu vertuschen gilt?

Beitrag melden
Leser161 29.03.2016, 09:40
53. Qualifikationsproblem

Der Mann war leider wohl für seine Aufgabe nicht qualifiziert genug. Es ist nunmal keine Pappenstiel unter Stress die richtigen Entscheidungen zu treffen und sei es den richtigen Knopf zu finden. Und grade wenn Menschenleben davon abhängen.

Wir erleben hier ein Problem der weiterschreitenden Automatisierung. Es genügt nicht ein tolles Computersystem zu haben und dann einen einzigen schlecht bezahlten Normalbürger davorzusetzen. Die Verantwortung des Einzelnen potenziert sich durch solche Systeme. Dem ist nicht jeder gewachsen.

Mir tut es Leid um alle Betroffenen inklusive dem Fahrdienstleiter, der nun dafür büßen muss, das man ihm Aufgaben mit denen er überfordert war, aufs Auge gedrückt hat. Die Urheber der systematischen Probleme werden leider noch nicht mal angeklagt werden.

Beitrag melden
schmuella 29.03.2016, 09:42
54. Es ist beschämend!

Man macht es sich zu einfach, wenn man die Unfallursache (nur) beim Fahrdienstleiter sucht. Täglich werden tausende Entscheidungen von Fahrtdienstleitern getroffen. Da ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer Fehlentscheidung kommt. Menschen machen Fehler.

Politik (Verkehrsministerium/Verkehrsminister), Behörden und die Unternehmensführung haben es versäumt, eine Technik zu entwickeln, die solche Unfälle verhindert. Lösungsansätze wurden schon genannt.

Eigentlich wäre einige Rücktritte fällig.

Beitrag melden
Stega 29.03.2016, 09:42
55. Was ist vorher passiert?

Hoffentlich gibts ein ausführliches Gerichtsverfahren und hoffentlich erfahren wir dann, *warum* der Fahrdienstleiter das Signal für den Zug aus Bad Aibling übersteuert hat. Auffällig ist auch, daß der Zug aus Kolbermoor offenbar lange vorher schon Grün bekommen hatte, obwohl doch lt. Fahrplan die Zugkreuzung in Kolbermoor stattfinden sollte. Das deutet auf ein routinemäßiges Abweichen vom Fahrplan hin.

Wiederholt ist die Vermutung geäußert worden, daß dies an der Stelle gängige Praxis war, weil die Fahrpläne viel zu knapp kalkuliert waren, und auf die Fahrdienstleiter Druck ausgeübt wird, Verspätungen zu kompensieren.

Beitrag melden
Hoss_Cartwright 29.03.2016, 09:44
56. Es sind nur Sekundenbruchteile

die über Leben und Tod entscheiden können. Wenn dann noch Panik hinzukommt, ist das Unglück vorprogrammiert. Alle Betroffenen können einem nur leid tun. Aber: Selbst mein Auto verhindert bereits automatisch und kostengünstig den Zusammenprall mit z.B. vorausfahrenden Fahrzeugen, indem es eigenständig bremst. GPS-Systeme, die die Position der Streckennutzer registrieren und bei Annäherung Alarm melden, gibt es ebenfalls und sind technisch nicht mehr aufwändig. Man muss hier die Bahn oder die jeweiligen Betreiber mit in die Pflicht nehmen, die solche Systeme kennt, mit Sicherheit bereits erprobt hat und sie aus vermeintlichen Kostengründen nicht einsetzt. Das ist das eigentliche fahrlässige Handeln. Verknackt die Manager!

Beitrag melden
Plasmabruzzler 29.03.2016, 09:44
57.

Zitat von erzrotti
Doch warum wird sich in diesem Zusammenhang nicht auch mit der Sicherheit der Züge öffentlich auseinander gesetzt? Wenn ich mir die Fotos anschaue, dann waren die armen Passagiere in diesen Wagons fast schutzlos!
Dann fangen wir am besten damit an, dass sich jeder anschnallen muss. Das geht aber nur, wenn genügend Sitzplätze vorhanden sind resp. nicht zu viele Leute einsteigen, die dann schutzlos stehen müssten. Erst dann sollte man über passive und aktive Sicherheitsmaßnahmen weiterdenken.

Beitrag melden
jupp78 29.03.2016, 09:45
58.

Zitat von Epaminaidos
Die spannende Frage ist nun: Warum hat er das getan und wie oft tat er das normalerweise? Mit einer Antwort darauf lässt sich eher folgern, ob der Fehler eher beim FDL oder der Bahn zu suchen ist.
Das ist übrigens eine richtig spannende Frage.
Vorschriften werden oft ausgehebelt, nicht weil man keine Lust hat sich daran zu halten, sondern weil nur so der normale Betrieb aufrecht zu erhalten ist.
Wenn das hier mehr die Regel, als die absolute Ausnahme war, dann ist das ganz klar auch ein organisatorisches Versagen.

Beitrag melden
jujo 29.03.2016, 09:45
59. ...

Zitat von ChristophS82
Anstatt dass unser Justizminister Maas irgendwelche abstrusen Einschränkungen bei Mord erfindet ("schwere Beleidigung" und dergleichen), sollte er die fahrlässige Tötung mal unter die Lupe nehmen. Das Problem ist: Totschlag und Mord ......
bei Fahrlässigkeit gibt es bei einer Verurteilung i.d.R. eine Bewährungsstrafe und dazu noch eine Geldstrafe.
Das wird niemanden trösten. Der FDL ist, falls er nicht total verhärtet ist, für sein Leben bestraft. Egal wie das Verfahren ausgeht. Herr Hermann hätte schweigen sollen.

Beitrag melden
Seite 6 von 16
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!