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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

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erst nachdenken 29.03.2016, 09:54
70.

Menschliches Versagen, dass aber von gut konstruierter, moderner Technik verhindert worden wäre. Die Alleinschuld auf den Fahrdienstleiter zu schieben wird der Sache nicht gerecht. Die DB trägt eine Mitschuld, da sie heute noch Technik aus dem zweiten Weltkrieg und davor in sicherheitstelevanten Systemen einsetzt!

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Robert_Rostock 29.03.2016, 09:54
71.

Zitat von Stega
Hoffentlich gibts ein ausführliches Gerichtsverfahren und hoffentlich erfahren wir dann, *warum* der Fahrdienstleiter das Signal für den Zug aus Bad Aibling übersteuert hat. Auffällig ist auch, daß der Zug aus Kolbermoor offenbar lange vorher schon Grün bekommen hatte, obwohl doch lt. Fahrplan die ....
Wenn der Zug aus Kolbermoor pünktlich ist, der Zug der Gegenrichtung aber Verspätung hat, was spricht dann dagegen, die Kreuzung nach Bad Aibling zu verlegen?
Warum muss der andere Zug dann auch noch Verspätung bekommen?

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Hajojunge 29.03.2016, 09:54
72. Fehlerhaftes technisches Konzept

In jedem Sicherheitssystem sollte es eine von der Elektronik unabhängige untere Ebene geben, die sich durch Fehlbedienungen oder Hard/Softwaredefekte nicht beeinflussen läßt.
Ein weiterer grober Fehler: Es gab keine Möglichkeit, die Fahrdrahtspannung mittels Not-Aus-Tasters von der Fahrdienstleitung aus abzuschalten. Das hätte in beiden Zügen eine Notbremsung auslösen können. Eine Verbindung zu den Hochspannungsschaltern in den 15 kV-Anlagen müsste sich doch einrichten lassen. Auf diese naheliegende Idee ist anscheinend noch niemand gekommen. Oder gab es diese Möglichkeit am Ende doch? Wer schaltet eigentlich die Strecke im Störungsfalle ab (Entgleisung, Baum auf den Gleise, Unfall auf dem Bahnübergang)? Gibt es dabei einen Kurzschluß, schalten sich die 15000 Volt ab. Wer gibt aber von wo aus ggf. den Ausschaltbefehl?

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tim_struppi 29.03.2016, 09:56
73.

Zitat von Leser161
Wir erleben hier ein Problem der weiterschreitenden Automatisierung. Es genügt nicht ein tolles Computersystem zu haben und dann einen einzigen schlecht bezahlten Normalbürger davorzusetzen. Die Verantwortung des Einzelnen potenziert sich durch solche Systeme. Dem ist nicht jeder gewachsen.
Der Fahrdienstleiter hatte kein Computersystem, sondern ein konventionelles Relaisstellwerk.

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spon_2999637 29.03.2016, 10:05
74. Der FDL

Zitat von rotbraut
Davon ist nicht mehr die Rede. Wer hat die außer Kraft gesetzt?
Der FDL - indem er die Strecke für beide Züge frei gab. Ohne rotes Signal gibt es auch keine automatische Bremse. Sonst würde die Sonderfreigabe ja auch sinnlos sein!

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pfeiffffer 29.03.2016, 10:06
75.

Wieso ist es technisch möglich, daß auf einer einspurigen Strecke zwei Züge fahren können?
Wieso erfolgt da keine Zwangsbremsung, wenn da schon ein Zug auf der Strecke ist?
Wieso wird jetzt der Fahrdienstleiter für diesen offensichtlich technischen Mangel verantwortlich gemacht?

Welche Manager wollen sich da wieder verpissen, obwohl sie, und nicht der Fahrdienstleister, für die mangelhafte technische Ausstattung der einspurigen Strecke verantwortlich sind?

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tim_struppi 29.03.2016, 10:07
76.

Zitat von Referendumm
Noch interessanter ist es, dass es ein modernes European Train Control System (ETCS) gibt, aber weil es ein bissl Geld kostet, hat man dann für viele Bahnen das uralte B-System zugelassen – Zitat dazu: ″Bestimmte nationale Zugbeeinflussungssysteme dürfen neben ETCS auch in Zukunft weiter bestehen. Dies dient dem Bestandsschutz der Bahn-Infrastruktur-Betreiber, die in diese Systeme in der Vergangenheit hohe Geldbeträge investiert haben.″ Analogie dazu: ″Ich habe in mein 40 jahre altes Auto auch viel Geld investiert, deshalb sehe ich nicht ein, dass ich es vorm TÜV auch noch aufwändig reparieren lassen muss, um weiter fahren zu dürfen″.
Nein, die Analogie ist eher, dass Autos ohne modernste Sicherheitssysteme (Auffahrwarnung, Spurhalteassistent, radargestützter Abstandstempomat etc.) auf den Straßen nicht mehr fahren dürfen. Ich bin gespannt, wie begeistert sie wären, wenn der Staat im Sinne der Sicherheit ihrem Auto die Zulassung entziehen würde, nur weil es nicht auf dem modernsten sicherheitstechnischen Stand ist.

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KlausKram 29.03.2016, 10:15
77.

Der Titel sagt alles: "Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste". Wie kann man eine "falsche" Notruftaste drücken?! Nicht falsch verstehen: der FDL wird hier an den Pranger gestellt.
Wie kann es sein, dass es mehrere Notrufknöpfe gibt? In Notsituation sollte ein einziger Knopf gedrückt werden müssen, um alle zu informieren.

Das zeigt wie viel Geld in unnötige Kontrollsysteme und zu wenig Geld in sinnvolle, moderne Kontrollsysteme gesteckt wird. Die Fahrpreise der Bahn werden inzwischen mit schöner Regelmäßigkeit erhöht, in puncto Sicherheit und Komfort wird aber nichts gebessert.

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GerhardFeder 29.03.2016, 10:15
78. Ach was!

Zitat von tim_struppi
Weil GPS nicht genau genug ist, um beispielsweise bei parallelen Gleisen festzustellen, auf welchem Gleis sich der Zug befindet. Außerdem reicht es zur Kollisionsvermeidung nicht aus, die Position eines Zuges zu kennen, das System muss zusätzlich auch die Weichenstellungen der Strecke berücksichtigen. Das Ganze wird schnell sehr komplex und es ist keinesfalls allein mit dem Einbau von GPS-Empfängern in die Züge getan.
Soweit ich weiß, gibt es bei eingleisigen Bahn-Strecken kein zweites Gleis.

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Robert_Rostock 29.03.2016, 10:19
79.

Zitat von GerhardFeder
Soweit ich weiß, gibt es bei eingleisigen Bahn-Strecken kein zweites Gleis.
Und wie und wo kreuzen sich dann Züge?

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