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Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter drückte falsche Notruftaste
DPA

Ursache des Zugunglücks bei Bad Aibling ist laut bayerischer Landesregierung die Fehlleistung des Fahrdienstleiters. Dieser habe die beiden aufeinander zu fahrenden Züge nicht rechtzeitig gewarnt.

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willi441 29.03.2016, 10:24
80. Wo bleibt da dieser Super Gewerkschafter!

Zitat von ugt
... warum sollte es bei der Bahn, die täglich gegen ihre Kunden kämpft, anders sein als bei anderen öffentlichen Bediensteten? Im öffentlichen Dienst werden Straftaten regelmäßig vertuscht. Es hat schon Wartungsingenieure gegeben, die sich selbst angezeigt haben, weil sie von ihren Vorgesetzen Anweisungen zu Straftaten bekommen haben. Bei der Bahn also nichts neues. Und es wird wieder eine kleine Wurst der Meute zum Fraß vorgeworfen.
Zuerst Gedenken der Toten und Hinterbliebenen.
Wenn das zutrifft gebe es dringenst Handlungsbedarf,
notfalls mit Streiks durch beide Gewerschaften .
Das Arbeitsklima ist so wichtig wie der Gehalt!

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cokommentator 29.03.2016, 10:25
81. hätte, hätte

Hätte sich der Fahrdienstleiter an seine Vorschriften gehalten, wären ein paar hundert Menschen zu spät gekommen. Diese hätten sich dann in den ortsüblichen Foren darüber ausgelassen, dass das doch mal wieder typisch sei. Denen wollte der Fahrdienstleiter etwas gutes tun. Und dann sind ihm die Nerven duchgegangen.
An die, die eine bessere Sicherhungstechnik fordern. Fahren sie noch immer mit Bus oder gar PKW? Mit oder gar selbst? So ganz ohne Beifahrer mit eigener Pedalerie (so für den Notfall oder das, was er dafür hält?)? Also ohne jemanden, der im Zweifelsfall eingreifen kann? Sie verlassen sich auf Ampeln, deren Steuerung überhaupt nicht kontrolliert wird? Sie fahren auf Fahrbahnen auf denen ihnen jederzeit jemand entgegenkommen kann? Wo sie vollkommen ungeschützt vor Falschfahrern sind?
Was, sie fliegen sogar noch? Wo der Pilot, wie wir leider erfahren mußten, die Sicherungssysteme alle höchstpersönlich außer Betrieb setzen kann? Ach so, da gab es sogar einen zweiten Piloten, den es nicht auf seinem Platz hielt. War ja alles pure Routine.
Solange der Mensch Maschinen steuert und nicht bereit ist selbst bei minimalen Störungen stundenlange Verzögerungen in Kauf zu nehmen, wird es Unfälle dieser Art geben.

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prince62 29.03.2016, 10:31
82. Ursache war Bedienung des Ersatzsignals und sonst nix.

Wieder falsch, die einzige Ursache war das Einlassen des 2. Zuges per Ersatzsignal in den bereits belegten und auch so zu sehenden Abschnitt,

das mit dem Zugfunk war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I der Unfähigkeit, wobei ich dem Fahrdienstleiter mit 20 Jahren Erfahrung sogar gröbst fahrlässiges Verhalten an der Grenze zur Absicht unterstellen muß.

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prince62 29.03.2016, 10:37
83. Das Zugsicherungssystem kann und muß auch überbrückbar sein.

Zitat von rotbraut
Davon ist nicht mehr die Rede. Wer hat die außer Kraft gesetzt?
Ganz einfach, das automatische Zugsicherungssystem kann der Fdl mit dem Ersatzsignal außer Kraft setzen, der Lokführer erkennt das Signal und kann mit einer Taste diese für dieses Signal ebenfalls außer Kraft setzen, die Erteilung des Ersatzsignals wird auf dem Speicher des Triebfahrzeugs aufgezeichnet,

damit ist der Lokführer aus dem Schneider, bzw. er kann damit beweisen, daß er ein Ersatzsignal erhalten hat und deshalb trotz des ja immer noch haltzeigende Hauptsignal weiterfahren durfte.

Das Zugsicherungssystem muß überbrückbar sein, um im Falle technischer Störungen den Betrieb noch aufrecht erhalten zu können, sonst geht in diesem Fall, der pro Tag Hundertemale vorkommt nix mehr,
da kommt dann die zweite Sicherungsebene ins Spiel und das ist der dafür ausgebildete Fahrdienstleiter.

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Robert_Rostock 29.03.2016, 10:42
84.

Zitat von prince62
Wieder falsch, die einzige Ursache war das Einlassen des 2. Zuges per Ersatzsignal in den bereits belegten und auch so zu sehenden Abschnitt, das mit dem Zugfunk war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I der Unfähigkeit, wobei ich dem Fahrdienstleiter mit 20 Jahren Erfahrung sogar gröbst fahrlässiges Verhalten an der Grenze zur Absicht unterstellen muß.
Im Prinzip ist das (leider) so richtig.

Trotzdem würde ich (wenn man mich fragen würde) als Lehre aus diesem Unfall die Restriktionen beim Ersatzsignal verschärfen. Gerade bei eingleisigen Strecken. Beispielsweise mit einer zusätzlichen Sicherheitsabfrage, einer zusätzlichen Bedienhandlung, wenn der Blockabschnitt belegt ist und/oder die "Erlaubnis" (zum Einfahren in den eingleisigen Abschnitt) bei der Gegenseite ist.

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det42 29.03.2016, 10:45
85. verstehe es nicht...

.. es muss doch technisch möglich sein, 2 aufeinanderbrausende Züge stoppen zu können. Sozusagen als letzte Instanz, wenn es auf dem letzten Kilometer völlig klar ist, dass es bei gleichbleibendem Tempo zum Unfall kommt.... selbständig und völllig unabhängig davon, was vorher geschieht... GPS und Mobilfunk in jedem Zug, angeschlossen an einem Notfallbremssystem mit ein ganz bißchen Compi-Logik für den entscheidenen letzten Kilometer und fertig... ist das so einfach oder bin ich zu blöd ?

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poisonnuke 29.03.2016, 10:48
86. WIE konnten überhaupt beide Züge auf eine Strecke kommen?

laut vielen Aussagen hätten dafür eine ganze Reihe von Sicherheitsmaßnahmen außer Kraft gesetzt werden müssen. Nirgendwo ist die Rede davon, wie der FDL das geschafft hatte. Denn aufgrund der Menge der notwendigen Aktionen wäre das vorsätzlicher Mord gewesen und darum geht es hier nicht.

Der falsche Notruf am Ende ist nur das i-Tüpfelchen von schlechtem Interface-Design.

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friespeace 29.03.2016, 10:49
87. Wie man's macht

Ich finde die Debatte hier neben aller Tragik sehr aufschlussreich:

Wenn es um die Debatte zu vollautonomen Autos geht (oder auch nur um die Frage nach Sinn/Unsinn von Sicherheitssystemen wie Toter-Winkel-Warner, Abstandsassistent, etc. pp.) liest und hört man allerorten "Ich als Mensch kann das viel besser, ich fahre vorausschauend, eine Maschine wird das nie können, ich lasse mir meine Freiheit nicht nehmen, was passiert wenn die Technik ausfällt", und so weiter und so fort. Ich habe dutzende solcher Diskussionen geführt und irgendwann aufgegeben.

Wenn aber die Bahn nun ein System installiert, welches dem Menschen am Ende die Entscheidungshoheit überlässt und ihn selbst denken/handeln lässt, um die Technik zu überstimmen - dann schreien vermutlich dieselben Leute: "da hat die Bahn wieder gespart! Es gibt doch vollautomatische Technik dafür! Wie kann es sein, dass man technisch überhaupt zwei Fahrzeuge auf einen Gleisabschnitt lassen kann" und so weiter, und so weiter.

Am Ende des Tages liest man hier zwischen den Zeilen eigentlich nur eins heraus: Fehler machen immer nur "die Konzerne", "die Großen", etc. Niemals aber "der kleine Mann". Wenn er nämlich einen Fehler macht, hat jemand anders nicht richtig aufgepasst.


Disclaimer: ich bin übrigens ein großer Freund von automatischen Sicherheitssystemen und habe in meinem Auto lieber auf die teure Soundanlage verzichtet als auf ein Abstandsradar. Aber das nur am Rande.

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GnRH 29.03.2016, 10:50
88.

Der Fahrdienstleiter braucht kein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung mehr, dass er den Rest seines Lebens mit dieser Gewissheit leben muss dürfte reichen...

Was mich jedoch verwundert, ist dass man von Hand eine Situation überhaupt herbei führen kann. In jedem Unternehmen geht man vom DAU aus und bestimmte Optionen/Funktionen können gar nicht ausgelöst werden.

Warum kann man eine sich überschneidende Strecke von beiden Seiten frei geben?

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K.Ama.-ndereVorstellung 29.03.2016, 10:50
89.

Wurde der Fahrdienstleiter denn nicht schon genug bestraft? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass er mit extremen Schuldgefühlen jemals wieder vernünftig weiterleben kann. Ja, Fehler macht nunmal jeder und ihn hat es besonders schwer getroffen, weil er nun alleine für alles verantwortlich gemacht wird. Eine Anklage für fahrlässige Tötung ist überflüssig und würde das Fass vielleicht noch zum überlaufen bringen. Erschreckend ist jedoch, welch großen Schaden man anrichten kann, wenn man in einer solch stressigen Situation aus Panik(!) einen falschen Knopf drückt.

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