Forum: Panorama
Zugunglück in Bad Aibling: Fahrdienstleiter wollte Züge noch per Notruf stoppen
DPA

Nach Informationen des SPIEGEL versuchte ein Fahrdienstleiter in Bad Aibling, den Zusammenstoß der zwei Züge im letzten Moment zu verhindern. Er versuchte, die Lokführer per Funk zu erreichen.

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ein-berliner 12.02.2016, 15:19
100. Nicht nur theoretisch

Zitat von Tharsonius
sollten zwei Fahrdienstleiter für jeweils einen eingleisigen Streckenabschnitt zuständig sein statt einer? Würde dies die Sicherheit nicht erhöhen?
Das Vieraugenprizip bei Sonderzuständen ist Pflicht, überall.
Auch bei der Bahn?

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Thomas Schröter 12.02.2016, 15:20
101. Diagnose

Der fehlerhaft handelnde Mensch ist ein Teil des Systemes.
Somit ist ein solcher Unfall immer als Systemversagen infolge mangelnder Redundanz zu werten.
Es gibt eine Vielzahl von möglichen Präventionsmaßnahmen mit der man die Wahrscheinlichkeit für solche Unfälle drastisch reduzieren kann.
Bei einer eingleisigen Strecke müßten vor Freigabe weitere iterativ ineinander greifende Kontrollen durchgeführt werden. Wenn jeder Lockführer eine Statusanzeige zu kritischen Bereichen und Zustand der übrigen auf dem Gleis verkehrenden Züge hätte sollte die Unfallwahrscheinlichkeit deutlich reduziert sein.
So etwas sollte heute problemlos und kostengünstig möglich sein.

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mikerueckerl 12.02.2016, 15:23
102. Menschliches Versagen

Gibt es so einen Schalter auch im Kernkraftwerk?
Wird der Faktor "Menschliches Versagen" bei Überprüfungen überhaupt berücksichtigt?
Nach meinem Wissen: nein.

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Robert_Rostock 12.02.2016, 15:25
103.

Zitat von ein-berliner
Das Vieraugenprizip bei Sonderzuständen ist Pflicht, überall. Auch bei der Bahn?
Wie ich bereits schrieb:
Die Signale für beide Züge wurden vom selben Fahrdienstleiter gestellt, weil der Bahnhof Kolbermoor (also die Signale und Weichen) von Bad Aibling aus ferngesteuert wird.

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Romara 12.02.2016, 15:28
104. Vorschnell

Zitat von Greggi
Zum Festhalten: Zwei Züge rasen mit jeweils 100 Stundenkilometer aufeinander zu (warum, wieso ist unerheblich) und als letzte Rettungsaktion setzt jemand einen Notruf per Funk an die Lokführer ab, damit die beiden Ihre Züge sofort anhalten. UND DAS IM 21. JAHRHUNDERT. Man muss an sich halten.
Ich glaube nicht, dass sich besagter Fahrdienstleiter in diesem Moment Gedanken darüber machte, ob seine Art der versuchten Kommunikation für unser Jahrhundert noch schicklich ist. Offensichtlich gab es keine andere Möglichkeit mehr für ihn. Vor voreiligen Schlussfolgerungen sollte man m. e. dringend die Klärung der Ereignisse abwarten. Und - auch wenn Sie sich über so was Banales wie "Telefonieren" echauffieren: Ich würde die Notwendigkeit solcher und ähnlich rückständiger Kommunikationsmethoden je nach Situation grundsätzlich auch für das 22. Jahhundert nicht ausschließen.

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cokommentator 12.02.2016, 15:29
105. leider nicht

Zitat von Claudia_D
Das schau'n wir dann mal, wie viele Frontalzusammenstöße dann bei selbstfahrenden Autos vermieden werden, noch sehe ich keine auf der Straße. Insbesondere, wenn der Schwachpunkt Mensch nicht in die Technik eingreifen darf.
Der Schwachpunkt Mensch wird in den ersten 25 Jahren autonomen Fahrens immer in die Technik eingreifen können. Seine Rechte wird der gemeine Kraftfahrer auf lange Sicht nicht aufzugeben bereit sein.
Als Fahrzeughersteller würde ich die Haltung der Kraftfahrer sogar begrüßen. Erlaubt sie es mir als Hersteller doch, mich ganz aus der Verantwortung zu nehmen.

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bacillus.maximus 12.02.2016, 15:29
106.

Zitat von JaIchBinEs
Sicherheitstechnik (es geht hier um Menschenleben) von etwas so Unzuverlässigem wie einer Glühlampe abhängig zu machen, ist IMHO ein Entwurfsfehler. Es ist mathemisch und technisch einfach eine Kollision von spurgeführten Fahrzeugbewegungen zu modellieren bzw. berechnen. RCAS ......
Sie sehen das Ausfallrisiko eines einzelnen optischen Melders als kritisch und wollen mit einem komplexen System dagegenhalten weil das zuverlässiger ist?

Habe ich irgendwo die Ironie überlesen?

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gorlois7 12.02.2016, 15:30
107. GUS Aibling

Zitat von Mesi0013
Den Deutschlandfunk (D-Radio) habe ich als Qualitätsmedium abgehakt. Deren Journalisten bewegen sich in Richtung Medienarbeiter; journalistisch gute Reportagen sind Mangelware. Seit der Ukrainekrise hat man gemerkt, wer das sagen im Sender hat: vornehmlich Journalisten mit Netzwerkverbindungen zu NATO und USA und die meisten von denen sind auch noch eingekauft. Man lernt nun sich unabhängig zu informieren...
Gut, stimmt, aber sie werden doch noch unpolitische Nachrichten halbwegs korrekt wiedergeben können. Es was ja wohl nicht Putin in Bad Aibling!

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TPunkt 12.02.2016, 15:30
108. Bemerkenswert...

19 Seiten voller Kommentare und nur eine handvoll der Schreiber haben anscheinend wirklich Ahnung.
Alle anderen infomieren sich bitte erst mal über Begriffe wie Indusi, PZB, Sifa und "Fahren auf Zs1" und überlegen dann nochmal, ob sie vielleicht Anschuldigungen und Vermutungen erheben, die völlig aus der Luft gegriffen sind.
Es gilt wie üblich der Satz: Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Klappe halten und sich informieren. Aber das ist natürlich lästiger, als einfach Müll zu schreiben.

Und zum Thema: Ein Fahrdienstleiter kann nicht einfach ein Sicherheitssystem ausschalten. Er kann aber dem Lokführer einen (schriftlichen) Befehl geben, oder ein Zusatzsignal (Zs1), damit dieser ein Halt zeigendes Signal überfahren darf. Wenn der Fdl sich vergewissert hat, dass die Strecke frei ist. Der Lokführer darf dann das Signal mit maximal 40 km/h überfahren, muss dafür aber zumindest noch zusätzlich die sogenannte Befehlstaste drücken. Klar dass das die Möglichkeit des menschlichen Versagens beinhaltet.
Aber dieser Ablauf ist zum Beispiel sehr sinnvoll, wenn ein Signal gestört ist und permanent Halt zeigt. Da möchte ich mal die ganzen "Fachleute" hier im Forum sehen, die im Zug hocken und stundenlang vor dem Signal warten müssen, bis das Signal wieder entstört ist... Was da wohl los wäre...?!

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Claudia_D 12.02.2016, 15:31
109.

Zitat von metastabil
Hausaufgabe für sie: nehmen sie sich ein Kfz-Navi, programmieren sie eine Strecke, die sie über die Autobahn führt, verpassen sie die Ausfahrt, und beobachten sie dabei, welche Strecke sie laut ihres Navis beim Verpassen nehmen.
Und danach vielleicht überlegen, wann dann das GPS anfangen soll zu "piepen", bei den dann doch etwas längeren Bremswegen, die so ein Zug hat: 500 m, 1 km, 3 km oder 5 km vorher?

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