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Zugunglück in Bad Aibling: So funktioniert der Verkehr auf eingleisigen Strecken
DPA

Nach dem Zugunglück in Bad Aibling suchen Ermittler nach der Ursache. Konnten Mitarbeiter Regeln ignorieren? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Robert_Rostock 12.02.2016, 09:16
180.

Zitat von Greggi
wer lesen kann, ist (immer) im Vorteil ... Was hat denn der Greggi (auch noch) geschrieben: "Will mit diesem Bericht nur sagen, dass GPS durchaus im Bahnverkehr eine Rolle spielt. Ist selbstverständlich als Sicherungssystem für den ......
Noch einmal:

Meiner Meinung nach zäumen alle, die sich hier mittels GPS und Ähnlichem Gedanken darüber machen, die Position der Züge zu ermitteln, das Pferd von hinten auf bzw. rennen offene Türen ein:

Es gibt bereits ausreichend genaue Systeme, die die Position der Züge feststellen.
Ausreichend genau heißt im konkreten Beispiel einer eingleisigen Strecke: Man muss wissen, in welchem Gleisabschnitt sich der Zug befindet. Man muss genau wissen, ob sich ein Zug auf der freien Strecke zwischen zwei Bahnhöfen oder in einem Bahnhof befindet. Wenn sich der Zug in einem Bahnhof befindet, muss man wissen, auf welchem Gleis sich der Zug befindet und ob die Weichenverbindungen, die ein anderer Zug in diesem Bahnhof befahren soll, frei sind.
Man muss nicht auf den Meter genau wissen, wo sich der Zug auf der freien Strecke oder auf dem Bahnhofsgleis befindet.

Und diese Informationen können und werden zuverlässig mit den vorhandenen Mitteln (isolierte Schienen bzw. Achszähler) ermittelt, da braucht man kein GPS.

Worauf es ankommt und was am Dienstag irgendwie katastrophal schiefgegangen ist: Was aus diesen Informationen gemacht wird. Warum trotz der eigentlich vorliegenden Informationen zwei Züge aus beiden Richtungen auf die eingleisige Strecke geschickt wurden.

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Claudia_D 12.02.2016, 10:50
181. Eine recht gute Beschreibung...

...der Basler Zeitung, etwas runterscrollen.

http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Das-Raetsel-um-die-vier-Lokfuehrer/story/17150458

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yossariania 12.02.2016, 11:09
182. Und was machen Sie,

Zitat von gantenbein3
Aber es kann doch technisch nicht so schwierig sein, der Technik auf der Lok eine technisch, also nicht menschlich, ausgelöste Information zu liefern, welche lautet: Dein Abschnitt ist für den Gegenzug freigegeben. Und deshalb lasse ich, das System, dich nicht losfahren, bevor er nicht durch ist.
wenn der Zug wegen eines Motorschadens der Lok im Gleisabschnitt liegenbleibt? Sollen den die Fahrgäste bis zum nächsten Bahnhof schieben?

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Robert_Rostock 12.02.2016, 11:25
183.

Zitat von yossariania
wenn der Zug wegen eines Motorschadens der Lok im Gleisabschnitt liegenbleibt? Sollen den die Fahrgäste bis zum nächsten Bahnhof schieben?
Erstens ist genau das bei der vom Unfall betroffenen Bahngesellschaft Meridian bereits passiert:

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bahnpanne-in-bayern-fahrgaeste-schieben-zug-selber-an-a-954931.html

Zweitens gibt es für solche Fälle bereits Regelungen, dass Hilfszüge, Hilfsloks in besetzte Gleise fahren dürfen, auch ohne Signal. Solche Fahrten werden, wie auch Rangierfahrten im Bahnhofsbereich, anders gehandhabt als Zugfahrten.

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yossariania 12.02.2016, 11:33
184. Und mit diesen Regelungen

Zitat von Robert_Rostock
Erstens ist genau das bei der vom Unfall betroffenen Bahngesellschaft Meridian bereits passiert: http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bahnpanne-in-bayern-fahrgaeste-schieben-zug-selber-an-a-954931.html Zweitens gibt es für solche Fälle bereits Regelungen, dass Hilfszüge, Hilfsloks in besetzte Gleise fahren dürfen, auch ohne Signal. Solche Fahrten werden, wie auch Rangierfahrten im Bahnhofsbereich, anders gehandhabt als Zugfahrten.
sind wir wieder genau bei dem Problem, das hier seitenweise diskutiert wurde: das es möglich sein muss, technische Sicherheitseinrichtungen zu überbrücken, um eine Betriebsstörung aufzulösen oder in einem Notfall zur Hilfe zu kommen. Die Entscheidung, wann eine Betriebsstörung oder ein Notfall vorliegt und damit die technische Sicherheitseinrichtung zu überbrücken ist, obliegt wiederum dem Menschen.
Eine hundertprozentige technische Sicherheit gibt es nicht und wird es nicht geben.

Ich sehe hier allerdings ein anderes, grundsätzliches Problem: dadurch, dass im täglichen Betrieb viele Routineaufgaben durch die Technik erledigt werden, fehlt dem Menschen dann die Routine, um im Notfall schnell eine richtige Entscheidung zu treffen.

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Isfet 12.02.2016, 11:46
185.

Zitat von h.hass
. Vielleicht müsste für einen solchen sicherheitsrelevanten Sonderfall auch ein Vier- oder Sechsaugenprinzip eingeführt werden. Auf meiner Märklinbahn waren die Signale anno dunnemals auf jeden Fall so geschaltet, dass zwei Züge nie denselben Streckenabschnitt befahren haben. Deswegen sind die auch nie zusammengestoßen. Sollte ein solches System bei der heutigen High-Tech-Bahntechnik tatsächlich nicht zu implementieren sein?
Zu Punkt 1 - gibt es, beispielsweise durch das Zugmeldeverfahren und der Lokführer ist ja auch noch da

zu Punkt 2 - ein Vergleich mit Märklin ist immer schön, allerdings nehmen sie bei ihrer Märklin den liegengebliebenen Zug einfach mit der Hand weg, das könnte bei einem richtigen Zug ein bisschen schwer werden

Fakt ist, dass man im Moment noch nicht weiß wie und warum dieses Unglück passiert ist - könnte man das nicht einfach abwarten?

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thedoctor46 12.02.2016, 12:14
186.

Zitat von frajoshoff
Ebula ist schon über 15 Jahre in Betrieb , aber das mit der La (Langsamfahrstellen) und sonstigen Begebenheiten der Strecken funktioniert immer noch nicht richtigi
Teilweise zutreffend, es gibt natürlich immer noch die Buchfahrpläne in gedruckter Form, auf die man notfalls zurückgreifen kann. Es gibt eben keine 100-%-ige Sicherheit, die manche ja suggerieren oder fordern.

Daß ein FdL allerdings - wie hier geschrieben wurde - "Zugriff auf die Sicherungssysteme" - z.B. PZB 90 - hat, wäre gewiß nicht nur mir neu.... .
Vielleicht hat ein Fahrdienstleiter ja sogar im ICE 3 Zugriff auf PZB und die Streckenblocksicherung (inclusive Hochleistungs und LZB-Zentralblock).... .

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