Forum: Panorama
Zugunglück bei Hordorf: Lokführer verweigert die Aussage

Die Angehörigen der zehn Todesopfer und die 23 Verletzten des Zugunglücks von Hordorf sollen Hilfe bekommen. Das versprachen nun*die beteiligten Bahnunternehmen. Der überlebende Lokführer des Güterzuges indes macht von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

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ostseestern 07.02.2011, 23:37
40. "Experten"

"Zwei "Halt" zeigende Signale überfahren", ist zu lesen. Das ist deutscher Journalismus. Und die von der Evolution vernachlässigte Leserschaft der Boulevard- wie auch "Nachrichten-Magazin"-Presse schickt sich an, Urteile zu bilden.

Kleiner Exkurs: Es gibt Vor- und Hauptsignale. Vorsignale werden generell überfahren und sollen dem Tf das folgende Streckenbild ankündigen. D. h., am Vorsignal wird dem Tf "Halt erwarten" signalisiert, mit zusätzlicher Angabe, auf welche Geschwindigkeit zu reduzieren ist. Die Reduzierung soll Sorge tragen, dass der Anhalteweg gewährleistet ist.

Wenn man zu Grunde legt, daß der Tf die vorgeschriebene notwendige Streckenkenntnis hatte (anderenfalls hätte er einen streckenkundigen Beimann auf der Maschine haben müssen), bleibt für mich nur als Erklärung: der Tf war suizidgefährdet! (Achtung - Ironie!)

Und - dass der Tf beim Zusammenprall nicht in der führenden Lok war, hat folgenden Grund: jeder Tf lernt - taucht vor ihm ein Spitzensignal auf - Fahrstufen runter, Schnellbremsung einleiten und in den Maschinenraum oder bei Maschinen mit Mittelführerstand außerhalb der Maschine in Sicherheit bringen.

Also: Warum soll ein 40jähriger Tf zwei Signale missachten? kann es nicht eher sein, dass es Fehlfunktionen in der Streckensignalisierung gab?

Abschließend: dass es bei einem Unfall mit diesen modernen Kunststofftriebwagen in Leichtbauweise sehr viele Verletzte - und auch Tote geben wird, ist bei den Bahnunternehmen und den politisch Verantwortlichen seit Inbetriebnahme bekannt (einfach ein bißchen googlen). Und die DB treibt es auf die Spitze mit dem geplanten Einsatz der bei DB Regio freigesetzen Doppelstockwagen im Intercity-Verkehr, um hier die teils 30 jahre alte Wagenflotte abzulösen. Die Doppelstock-Wagen, die jetzt gemäß Hersteller für Hg 160 km/h freigegeben sind, sollen per Ausnahmeregelung auf eine Hg von 185 km/h "ertüchtigt" werden. Auch hier ist bekannt, was bei einem Unfall mit 80 km/h passiert (einfach mal googlen).

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ostseestern 07.02.2011, 23:38
41. "Experten"

"Zwei "Halt" zeigende Signale überfahren", ist zu lesen. Das ist deutscher Journalismus. Und die von der Evolution vernachlässigte Leserschaft der Boulevard- wie auch "Nachrichten-Magazin"-Presse schickt sich an, Urteile zu bilden.

Kleiner Exkurs: Es gibt Vor- und Hauptsignale. Vorsignale werden generell überfahren und sollen dem Tf das folgende Streckenbild ankündigen. D. h., am Vorsignal wird dem Tf "Halt erwarten" signalisiert, mit zusätzlicher Angabe, auf welche Geschwindigkeit zu reduzieren ist. Die Reduzierung soll Sorge tragen, dass der Anhalteweg gewährleistet ist.

Wenn man zu Grunde legt, daß der Tf die vorgeschriebene notwendige Streckenkenntnis hatte (anderenfalls hätte er einen streckenkundigen Beimann auf der Maschine haben müssen), bleibt für mich nur als Erklärung: der Tf war suizidgefährdet! (Achtung - Ironie!)

Und - dass der Tf beim Zusammenprall nicht in der führenden Lok war, hat folgenden Grund: jeder Tf lernt - taucht vor ihm ein Spitzensignal auf - Fahrstufen runter, Schnellbremsung einleiten und in den Maschinenraum oder bei Maschinen mit Mittelführerstand außerhalb der Maschine in Sicherheit bringen.

Also: Warum soll ein 40jähriger Tf zwei Signale missachten? kann es nicht eher sein, dass es Fehlfunktionen in der Streckensignalisierung gab?

Abschließend: dass es bei einem Unfall mit diesen modernen Kunststofftriebwagen in Leichtbauweise sehr viele Verletzte - und auch Tote geben wird, ist bei den Bahnunternehmen und den politisch Verantwortlichen seit Inbetriebnahme bekannt (einfach ein bißchen googlen). Und die DB treibt es auf die Spitze mit dem geplanten Einsatz der bei DB Regio freigesetzen Doppelstockwagen im Intercity-Verkehr, um hier die teils 30 jahre alte Wagenflotte abzulösen. Die Doppelstock-Wagen, die jetzt gemäß Hersteller für Hg 160 km/h freigegeben sind, sollen per Ausnahmeregelung auf eine Hg von 185 km/h "ertüchtigt" werden. Auch hier ist bekannt, was bei einem Unfall mit 80 km/h passiert (einfach mal googlen).

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ostseestern 07.02.2011, 23:49
42. "Experten"

"Zwei "Halt" zeigende Signale überfahren", ist zu lesen. Das ist deutscher Journalismus. Und die von der Evolution vernachlässigte Leserschaft der Boulevard- wie auch "Nachrichten-Magazin"-Presse schickt sich an, Urteile zu bilden.

Kleiner Exkurs: Es gibt Vor- und Hauptsignale. Vorsignale werden generell überfahren und sollen dem Tf das folgende Streckenbild ankündigen. D. h., am Vorsignal wird dem Tf "Halt erwarten" signalisiert, mit zusätzlicher Angabe, auf welche Geschwindigkeit zu reduzieren ist. Die Reduzierung soll Sorge tragen, dass der Anhalteweg gewährleistet ist.

Wenn man zu Grunde legt, daß der Tf die vorgeschriebene notwendige Streckenkenntnis hatte (anderenfalls hätte er einen streckenkundigen Beimann auf der Maschine haben müssen), bleibt für mich nur als Erklärung: der Tf war suizidgefährdet! (Achtung - Ironie!)

Und - dass der Tf beim Zusammenprall nicht in der führenden Lok war, hat folgenden Grund: jeder Tf lernt - taucht vor ihm ein Spitzensignal auf - Fahrstufen runter, Schnellbremsung einleiten und in den Maschinenraum oder bei Maschinen mit Mittelführerstand außerhalb der Maschine in Sicherheit bringen.

Also: Warum soll ein 40jähriger Tf zwei Signale missachten? kann es nicht eher sein, dass es Fehlfunktionen in der Streckensignalisierung gab?

Abschließend: dass es bei einem Unfall mit diesen modernen Kunststofftriebwagen in Leichtbauweise sehr viele Verletzte - und auch Tote geben wird, ist bei den Bahnunternehmen und den politisch Verantwortlichen seit Inbetriebnahme bekannt (einfach ein bißchen googlen). Und die DB treibt es auf die Spitze mit dem geplanten Einsatz der bei DB Regio freigesetzen Doppelstockwagen im Intercity-Verkehr, um hier die teils 30 jahre alte Wagenflotte abzulösen. Die Doppelstock-Wagen, die jetzt gemäß Hersteller für Hg 160 km/h freigegeben sind, sollen per Ausnahmeregelung auf eine Hg von 185 km/h "ertüchtigt" werden. Auch hier ist bekannt, was bei einem Unfall mit 80 km/h passiert (einfach mal googlen).

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Join_Me 07.02.2011, 17:20
43. .

Zitat von Brand-Redner
Sie haben nicht aufgepasst! Ich sprach von einem Augenzeugen (Feuerwehrmann), der es so, wie berichtet, geschildert hat. Der wohl auch - dies zu Ihrer Beruhigung - kein Motiv zur Falschaussage hatte. Die .....
Ich glaube wir verstehen uns ;-)
Jetzt mal mit dem nötigen ernst. Solange nicht bewiesen ist, dass der Lokführer Mist gebaut hat, ist der Lokführer unschuldig. Die Informationen die bisher veröffentlicht wurden reichen nicht um sich ein Urteil bilden zu können.

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waldschrat 08.02.2011, 12:33
44. ...

Zitat von ostseestern
... Und - dass der Tf beim Zusammenprall nicht in der führenden Lok war, hat folgenden Grund: jeder Tf lernt - taucht .......
Ohne jetzt hier Gutachter spielen zu wollen: Wie weit hinter dem "überfahrenen" Hauptsignal ist es denn zum Unfall gekommen? Wenn es denn zu der von Ihnen beschriebenen Handlungsweise gekommen wäre, hätte der Lokführer lediglich das Vorsignal "ignoriert" (wenn es denn funktioniert hätte). Möglichkeitsform, weil ich das alles nicht weiß.
Unabhängig von der konkreten Schuldfrage: Wie auch bei dem Unglück von Eschede, wo letztendliche Ursache die aus Kostengründen mangelhafte Wartung war. Da ist zwar die Technik der induktiven Zugbeeinflussung, die wird aber nicht auf Nebenstrecken eingesetzt. Dazu existiert zwar keine offizielle und gerichtsfeste Anweisung des Vorstands (der kriegt sein Geld schließlich dafür, dass er Verantwortung trägt), aber der von ihm vorgegebene Kostenrahmen lässt "leider" keine Alternative zu. Damit wird konkrete Verantwortung nach unten durchgedrückt, bis sie ganz unten landet (Lokführer, Elektriker für Signalwartung, ...)

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ostseestern 08.02.2011, 13:55
45. Suche nach Erklärungen

Zitat von waldschrat
Ohne jetzt hier Gutachter spielen zu wollen: Wie weit hinter dem "überfahrenen" Hauptsignal ist es denn zum Unfall gekommen? Wenn es denn zu der von Ihnen beschriebenen Handlungsweise gekommen wäre, hätte der Lokführer lediglich das Vorsignal "ignoriert" (wenn es denn funktioniert hätte). ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Zugungl...ck_von_Hordorf

Natürlich besteht auch weiterhin immer noch die Möglichkeit, dass der Tf (aus Niedersachsen) des außerplanmäßigen G-Zuges tatsächlich keine ausreichende Streckenkenntnis besaß, im dichten Nebel auf die Signalisierung in Hordorf nicht vorbereitet war und das Vorsignal übersah. Dann reichen natürlich 1.000 m oder wie speziell in Hordorf nur 800 m nicht mehr aus, um einen 2.500 t -Zug zum Stehen zu bringen. Versetzen Sie sich mal in die Lage des Lokführers. Haben Sie einen Führerschein? Dann haben Sie auch die Faustformeln für Brems- und Anhalteweg gelernt. Der Bremsweg bei einem Auto aus Tempo 80 beträgt bei nasser Fahrbahn 128 m. Der Reaktionsweg beträgt 24 m. Der Anhalteweg beträgt somit 152 m. Bei Tempo 80 legt man also 1,33 km / Minute zurück.

Also, der Weg zwischen Vor- und Hauptsignal beträgt 800 m oder 0,8 km. Es bleiben dem Tf also weniger als eine Minute zwischen Vorsignal übersehen; im dichten Nebel, bei Dunkelheit (und Streckenunkenntnis?) ein "Halt" zeigendes Signal zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Das ist zu wenig.

Und noch eines: Die MECHANISCHEN Formsignale an der Ausweichstelle (nicht zweigleisige Strecke!!!) werden vom MECHANISCHEN Stellwerk des Fdl im Hp Hordorf gesteuert.

Abschließend: der Tf hat so oder so die A... karte. Denn - ähnlich im Güterstraßenverkehr, wo der LKW-Fahrer dem Disponenten sagt, das Fahrzeug ist nicht verkehrssicher oder überladen ... - wenn er's nicht macht ... es stehen genug andere auf der Straße, die es machen.

Wundern würde es mich nicht, wenn den "Rübeland"-Werkszug ein unterbezahlter, auf's geld angewiesener Familienvater ohne Streckenkenntnis gefahren hat. Die wirklichen Verantwortlichen werden dann wahrscheinlich höchst entsetzt reagieren und dem Tf posthum die Kündigung ausprechen.

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ostseestern 08.02.2011, 13:56
46. Suche nach Erklärungen

Zitat von waldschrat
Ohne jetzt hier Gutachter spielen zu wollen: Wie weit hinter dem "überfahrenen" Hauptsignal ist es denn zum Unfall gekommen? Wenn es denn zu der von Ihnen beschriebenen Handlungsweise gekommen wäre, hätte der Lokführer lediglich das Vorsignal "ignoriert" (wenn es denn funktioniert hätte). ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Zugungl...ck_von_Hordorf

Natürlich besteht auch weiterhin immer noch die Möglichkeit, dass der Tf (aus Niedersachsen) des außerplanmäßigen G-Zuges tatsächlich keine ausreichende Streckenkenntnis besaß, im dichten Nebel auf die Signalisierung in Hordorf nicht vorbereitet war und das Vorsignal übersah. Dann reichen natürlich 1.000 m oder wie speziell in Hordorf nur 800 m nicht mehr aus, um einen 2.500 t -Zug zum Stehen zu bringen. Versetzen Sie sich mal in die Lage des Lokführers. Haben Sie einen Führerschein? Dann haben Sie auch die Faustformeln für Brems- und Anhalteweg gelernt. Der Bremsweg bei einem Auto aus Tempo 80 beträgt bei nasser Fahrbahn 128 m. Der Reaktionsweg beträgt 24 m. Der Anhalteweg beträgt somit 152 m. Bei Tempo 80 legt man also 1,33 km / Minute zurück.

Also, der Weg zwischen Vor- und Hauptsignal beträgt 800 m oder 0,8 km. Es bleiben dem Tf also weniger als eine Minute zwischen Vorsignal übersehen; im dichten Nebel, bei Dunkelheit (und Streckenunkenntnis?) ein "Halt" zeigendes Signal zu erkennen und die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Das ist zu wenig.

Und noch eines: Die MECHANISCHEN Formsignale an der Ausweichstelle (nicht zweigleisige Strecke!!!) werden vom MECHANISCHEN Stellwerk des Fdl im Hp Hordorf gesteuert.

Abschließend: der Tf hat so oder so die A... karte. Denn - ähnlich im Güterstraßenverkehr, wo der LKW-Fahrer dem Disponenten sagt, das Fahrzeug ist nicht verkehrssicher oder überladen ... - wenn er's nicht macht ... es stehen genug andere auf der Straße, die es machen.

Wundern würde es mich nicht, wenn den "Rübeland"-Werkszug ein unterbezahlter, auf's geld angewiesener Familienvater ohne Streckenkenntnis gefahren hat. Die wirklichen Verantwortlichen werden dann wahrscheinlich höchst entsetzt reagieren und dem Tf posthum die Kündigung ausprechen.

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